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Motive, Einstellungen und Werte des "Homo touristicus"

Ausarbeitung 2000 9 Seiten

Tourismus - Sonstiges

Leseprobe

Motive, Einstellungen und Werte des „ Homo touristicus“

Warum verreist der Mensch ?

Wohin fährt er am liebsten und was macht er, wenn er am Ziel angelangt ist ?

Es gibt viele Faktoren die mitbestimmend dafür sind, wie oft jemand eine Urlaubsreise macht, wohin er fährt und was er am Urlaubsort unternimmt.

Dazu gehören u.a das Bildungsniveau, die berufliche Szellung, das Einkommen, die Größe des Wohnortes und das Alter. Mitentscheidend für die Wahl des Urlaubortes sind daneben familiäre und finanzielle Gründe, das touristische Image des Zielgebietes oder die dort erwartete Umweltqualität.

Seit den 80er Jahren sind vorallem die Motive Genuß, Geselligkeit, Bewegung und Horizonterweiterung zunehmend wichtiger geworden, aber das zentrale Urlaubsmotiv bleibt eindeutig die Erholung.

Aus welchem Grund verreisen Sie ?

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Ergebnis unseres Fragebogens, Erholung 83 Personen, Horizonterweiterung 36 Personen und Flucht aus dem Altag 29 Personen, bestätigt die Angaben der empirischen Sozialforschung.

Reisen wird gedeutet als menschliches Grundbedürfnis, Prestigestreben, Flucht aus dem Alltag oder als spezifisches Konsumverhalten.

Die meisten Erklärungen haben aber einen Nachteil: Sie beruhen auf empirisch nicht belegten Annahmen oder werden dadurch begründet, dass Reisende in UMFRAGEN diese Antworten gegeben haben. Aber auf die direkte Frage nach dem Reisemotiv teilt ein Reisender seine Selbsteinschätzung mit, d.h er nennt nicht unbedingt seine wirklichen Beweggründe.

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Urlaub in Italien:

Vergleich EINST ( Goethes Italienische Reise) und heute:

2. Frage von unserem Fragebogen:

„ Waren Sie schon einmal in Italien auf Urlaub ?

5. Frage: „ Wie oft waren Sie in Italien ?“

Von diesem beiden Ergebnissen lässt sich schliessen, dass Italien, als eines unser Nachbarländeren, ein sehr beliebtes Urlaubsziel der Österreicher ist.

„ WER WAR GOETHE ?“

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VENEDIG:

Viele sagen, Venedig sei schmutzig und vergammelt. Es zerbröckelt und es stinkt.

Auch Goethe , der sich 1786 14 Tage in Venedig aufhielt, fand die Unreinlichkeit der Stadt unverzeihlich und warnte vor den Konsequenzen. Durch starke Regengüsse wurde nämlich der gesamte Dreck, der einfach nur in die Ecken gekehrt wurde, weggewaschen und in die Kanäle gespült, die dadurch verstopft wurden. Dies führte häufig zu Hochwasser und weite Teile Venedigs wurden überschwemmt mit Dreck, z.B. der Markusplatz.

Sankt Johannes im Kot heißt jene Kirche;

Venedig nenn ich mit doppeltem Recht heute Sankt Markus im Kot.

Epigramm, Goethe 1790

Doch keine Stadt der Welt hat die Phantasie der Menschen mehr beschäftigt als Venedig. Die „einstige Königin der Adria“ gilt als Ort der Liebe und der Dekadenz, der strahlenden Schönheit und des Todes, der rauschenden Feste und der fauligen Kanäle.

Venedig ist auf 118 Inseln erbaut, hat etwa 100 Kanäle, deren Ufer durch 400 Brücken verbunden sind. Die Hauptverkehrsader Venedigs ist der sich wie ein „ S“ windende Canal Grande. An seinen Ufern finden sich viele von Palästen der einst so reichen Kaufherren und Kirchen wie Santa Maria della Salute bis hin zum Markusplatz mit dem Dogenpalast. Die wohl berühmtesten Sehenswürdigkeiten sind der Markusplatz mit den Tausenden von Tauben die ihn bevölkern, die viel besungene Rialto - Brücke von der man den schönsten Blick auf den Canal Grande hat, die Seufzerbrücke, deren Namen an die Seufzer der Gefangenen erinnert, die über die Brücke zur Hinrichtungsstätte geführt wurden oder der alte Dogenpalast.

Seit nunmehr 1.000 Jahren kommen die Fremden in die Lagunenstadt, und sie sind traditionell herzlich willkommen. Denn wie Venedig früher auf den Handel angewiesen war, so lebt es heute vom Fremdenverkehr. Im Sommer tummeln sich hier mehr als 200.000 Touristen täglich, verständlicherweise ist immer wieder ist die Rede davon, dass Venedig völlig überlaufen sei von Touristen, es habe sich an den Fremdenverkehr verkauft. Sicher, die Fremden sind in der Lagunenstadt überall gegenwärtig, aber das venezianische Eigenleben läuft fast unberührt weiter.

Das Leben in Venedig ist keine Idylle, viele Wohnungen befinden sich in einem heruntergekommenen Zustand, die Mieten sind höher als in jeder anderen italienischen Stadt und es gibt kaum Arbeitsplätze. Das ist eine Ursache, dass immer mehr Menschen Venedig verlassen und zurzeit nur mehr 60.000 Einheimische dort leben.

Was aber ist das Geheimnis der Stadt ? Die Allgegenwart des Wassers und des Fehlen des Autoverkehrs bringt die Besucher in eine „ irreale“ Welt, eine märchenhafte Atmosphäre.

Doch nie war Venedig in grösserer Gefahr, auf einem Fundament aus Millionen von Holzpfählen auf dem Meer erbaut, droht Venedig kontinuierlich in der Verschlammung der Lagune zu versinken ( der Markusplatz ist schon um 35 cm abgesunken). Außerdem wurde in den letzten 100 Jahren fast ein Drittel der Fläche trockengelegt oder zubetoniert, gleichzeitig baggerte man tiefe Fahrrinnen für Öltanker aus. Das alles hat die Strömungsverhältnisse durcheinandergebracht und führt zu häufigerem Auftreten von Hochwasser, „ Aqua alta“ genannt, vor allem im Herbst und im Winter. Viele Projekte laufen zur Bekämpfung des Hochwassers, z.B. werden Stück für Stück die Kanäle trockengelegt und vom Schlick und Morast befreit, die mit ihren Schadstoffen an den Fundamenten der Bauten nagen.

Karneval in Venedig:

Zehn Tage lang feiert ganz Venedig in farbenprächtigen Kostümen den CARNE VALE (Abschied vom Fleisch), bevor die Fastenzeit beginnt.

Die Maske hat ein Venedig eine lange Tradition, schon in vergangener Zeit stand es jedermann frei im Karneval jede beliebige Rolle anzunehmen, gesellschaftliche Hierarchien wurden außer Kraft gesetzt und jeder konnte sich der Illusion einer anderen Identität hingeben. Die Maske symbolisiert auch die Doppelgesichtigkeit des venezianischen Lebens: Man verbirgt sich und stellt sich doch gleichzeitig zur Schau.

Goethe meinte dazu: „ Die gesamte Stadt scheint jetzt in ihrem närrischen Wesen derart trunken und rasend zu werden, dass ich vor Staunen und Schrecken ganz starr bin.“

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Pompeji - Eine Zeitreise in die Antike

Pompeji wurde auf einem Plateau errichtet, das durchschnittlich ungefähr 30 Meter über dem Meeresspiegel liegt und aus einem Strom vulkanischer Lava besteht.

So ungefähr dürfte sich die Katastrophe am 24. August 79 n.Chr. abgespielt haben:

Am Morgen sahen die Pompejaner eine pinienförmige Wolke über dem Vesuv schweben. Gegen 10 Uhr explodierte die festgewordene Lava, die wie ein riesiger Pfropf den Krater verschloss, durch den Druck von Gasen. Sie flog in die Luft, wo sie in winzige Stücke auseinanderbrach und in lapilli, kleine Bimssteine, verwandelt wurde, die, vom Wind weggetrieben, dann auf die Gegend südöstlich vom Vesuv in einem Umkreis von 70 km niederfielen. Er hinterließeine 3 Meter hohe Schicht aus Bimsstein und der Regen dauerte bis zum 28. August, heftige Erdstöße kamen hinzu und Pompeji wurde unter einer Schlammlawine begraben.

Pompeji hatte aber schon am 1. Tag aufgehört zu existieren. Viele Pompejaner erstickten an den giftigen Gasen, andere wurden von den Dächern, die unter der Last zusammengebrochen waren, erschlagen, aber die meisten wurden einfach unter dem starken Ascheregen begraben.

Dem Archäologen Guiseppe Firolli verdanken wir die wohl erschütterndsten Zeugnisse der Katastrophe, denn er ließin den 60er Jahren des 19 Jh. jene Hohlräume in der zu Stein gewordenen Asche mit Gips ausgießen, in denen Menschen und Tiere zu Staub zerfallen waren. Für alle Ewigkeit wurde dank dieser Methode der Todeskampf der Pompejaner festgehalten.

Nur wenige der vielen Gipsabdrücke von Sterbenden werden in den Vitrinen auf dem Ausgrabungsgelände den neugierigen Blicken von alljährlich mehr als 1,5 Millionen Besuchern preisgegeben. Die Frage, warum nicht alle Opfer zu einem wohl einzigartigen Danse macabre versammelt hat, beantwortet sich angesichts der pietätlosen Kommentare und Witzchen vieler Touristen von selbst.

In seiner Begeisterung schrieb Goethe 1787 nach seinem Spaziergang durch die soeben erst ausgegrabenen Gassen Pompejis leichtfertig:

„ Es ist viel Unheil in der Welt geschehen, aber wenig, das den Nachkommen so viel Freude gemacht hätte.“

Goethe erblickte damals aber nur Tempel, Wohnhäuser, Läden, Lokale und Badeanlagen mit ihren grossartigen oder schlüpfrigen Fresken, Mosaiken und Skulpturen und auch davon nur einen Bruchteil der seither gefundenen Kostbarkeiten.

Wie grässlich jedoch der Tod im Schatten des Vesuvs gewesen sein musste, konnte er noch auf keinem in Gips gegossenen Menschenanlitz sehen. Vor allem fiel ihm die weite Entfernung des Ortes zum Vesuv auf, wodurch die Asche nicht durch Schleudern oder Wind zu Pompeji gelangt sein kann.

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SIZILIEN:

Sizilien ist mit ihrer vielfältigen Landschaft, den Spuren der Vergangenheit und 1200 km Küste die größte Insel des Mittelmeeres.

Über die gesamte Insel sind griechische Tempelanlagen und Theater verstreut und auch zahlreiche Vulkane, wie z.B. der Ätna und der Stromboli befinden sich dort.

Der Massentourismus blieb Sizilien aber bisher trotzdem erspart und nichts deutet darauf hin, daßsich dieser Zustand in Zukunft ändern könnte.

Sizilien - Reisende umgibt nach wie vor ein Hauch von Exklusivität, ein Flair von Kulturanspruch und ein SchußAbenteuerromantik. Vor allem von Oktober bis März herrscht im Land, wo Goethe die Zitronen blühen sah, verträumte Ruhe, es ist milder, gelassener und romantischer.

Die Sizilianer behaupten von sich selbst, sie sind keine Italiener. Obwohl Sizilien vor Hunderttausenden von Jahren nur durch ein Ansteigen des Meeresniveaus von Italien abgetrennt wurde, nimmt sich das „Dreieck“ wie ein eigener kleiner Kontinent aus.

Sizilien ist eben anders. Jeder fünfte Bewohner der Insel hat keinen festen Arbeitsplatz, aber jede sechste ein Auto.

Die Inselhauptstadt Palermo ist zugleich bedeutendster Hafen und gilt auch als Welthauptstadt des organisierten Gangstertums.

Die Mafia ist und bleibt natürlich Thema Nummer eins, sobald von Sizilien die Rede ist. Trotzdem zählt Sizilien zu den sichersten Urlaubsgebieten der Welt, sieht man einmal von der Kleinkriminalität wie Handtaschen- oder Autodiebstahl ab.

Zu Ostern finden in Marsala, der kleinen südlich gelegenen Stadt in Sizilien, eindrucksvolle Prozessionen statt bei denen in aller Ausführlichkeit der Leidensweg Jesu nachgestellt wird.

Der bekannteste und älteste Touristenort Siziliens ist Taormina mit seiner malerischen Lage und seiner hübschen Innenstadt. Er liegt auf einem Felsvorsprung und galt im 19. Jh. als Domizil für Prominente, u.a. auch für Goethe.

Dieser landete vor 200 Jahren bei seiner Spurensuche der Antike auf Sizilien und meinte sogar:

„ Italien ohne Sizilien macht gar kein Bild in der Seele : Hier erst ist der Schlüssel zu allem. “

Er und seine Begleiter, darunter auch der Maler Kneip, waren besonders von den Pflanzen, der Luft und dem Wind entzückt als sie in Palermo ankamen. Goethe hatte es insbesondere der öffentliche Garten angetan. Er bezeichnete ihn als wunderbarsten Ort der Welt, wo er die vergnügtesten Stunden zubrachte. Der Vizekönig versicherte ihm sogar, dass er den Befehl geben wolle, ihn in Palermo alles sehen zu lassen und ihn auf seinem Wege durch Sizilien auf alle Weise zu fördern. Doch trotzdem hatte der seekranke Goethe auch einiges an der Stadt auszusetzen. Er schimpfte zum Beispiel über die Unreinlichkeit der Strassen.

Nachdem Goethe fast 2 Monate in Palermo verbrachte, machte er einen Reitausflug nach Alcamo und von dort Tagesreisen bei denen er vor allem Tempel besichtigte. Weiters besuchte er noch Taormina und Messina bevor er nach Neapel zurücksegelte.

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CAPRI :

Die Insel Capri besteht aus kalkigem Fels, Grotten und einer subtropischen Vegetation. Sie ist die einzige nicht - vulkanische Insel Süditaliens.

Ihren Namen verdankt die trapezförmige Insel dem lateinischen Wort caprea ( Ziege ) oder dem griechischen kapros ( Wildschwein ).

Es gibt nur wenige Badeplätze, denn Capri ist hauptsächlich eine Wanderinsel.

Ein Markenzeichen Capris ist die vielbesungene Grotta Azzura - die blaue Grotte.

Zunächst bewohnten nur Griechen und Römer die Insel und nach dem Untergang des römischen Reiches senkte sich der Vorhang der Geschichte auch für Capri. Es wurde zum unbedeutenden Vorposten Neapels.

Die Insel erschien wenig einladend, selbst Goethe segelte 1787 auf der Fahrt nach Sizilien noch an Capri vorbei, das in seiner „Italienischen Reise“ nur Erwähnung fand, weil er davor beinahe Schiffbruch erlitten hätte. Er war heilfroh, als er endlich die „ gefährliche Felseninsel “ hinter sich hatte!

Erst 4 Jahrzehnte später wurde die Insel aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt als sie von einem Deutschen, August Kopisch, wiederentdeckt wurde. Seither gilt Capri als idealer Erholungs- und Urlaubsort.

Keine andere Insel hat die Phantasie von Poeten derart angeregt und kein anderes Gebiet weist eine solche Fülle an literarischer Prominenz auf wie Capri.

In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich die Insel jedoch auch immer mehr zu einem Zielort für Touristen aus aller Welt. Mehr als 3 Millionen Urlauber besuchen Capri pro Jahr. Dieser Massentourismus zwingt die Insel allerdings dazu, auch ein anderes, abweisendes Gesicht zu zeigen, will es nicht in Gefahr laufen, seiner Einzigartigkeit und seiner überirdischen Magie beraubt und von lärmenden Fremdenhorden plattgetreten zu werden. Bei weiterem unkontrolliertem Zugang würde das Boot, das Tausende von Tagesbesuchern bedenklich zum Schwanken bringen, kentern.

Die Capresen wehren sich daher mit allen Mitteln. Striktes Bauverbot, eine beschränkte Gästebettenzahl, Verbannung der Autos aufs Festland, keine Campingmöglichkeiten und die höchsten Preise der Region sind nur einige Maßnahmen gegen die erdrückende Touristenlawine.

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Toskana

Eine eindrucksvolle Landschaft, uralte Städte und weite Getreidefelder verkörpern die Toskana, die eine vielfältige Flora und Fauna besitzt. Ein Großteil der Toskana gilt als naturbelassenes , nicht bebautes oder beackertes Land. Selbst die klassische Toskana-Landschaft , das so stark durch Weinberge und Ölbaumpflanzungen strukturierte Gebiet ist zur Hälfte mit Wald bedeckt.

Mit etwa 400.000 Einwohnern ist Florenz die größte Stadt der Toskana und ein Kunstzentrum von Weltrang. Florenz ist kein idyllisches Urlaubsziel, sondern ein lebendiges, sich immer noch entwickelndes Zentrum mit Zukunft.

Das Sehnsuchtsland Toskana ist eine Fundgrube für Kunstinteressierte und, Kunstzentren wie Florenz, Siena, Lucca und Pisa, laden jedermann zu einer Kulturreise ein. Für weniger Kunstinteressierte bietet die Toskana ein herrliches Badevergnügen an ihren Küsten.

Nicht umsonst sagte Goethe bei seinem ersten Kontakt mit der Toskana:

“Auch ich in Arkadien“

Erst seit den letzten Jahrzehnten brummt die Tourismusbranche doch heute findet man fast auf jeden Hügel ein Feriendomizil.

Auch der in Pisa liegende „schiefe Turm“ lockt viele Touristen an.

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ROM (DIE EWIGE STADT)

(seit 1871 Hauptstadt Italiens)

„ Rom ist dreckig, unförmig, chaotisch, zynisch, von ohrenbetäubendem Lärm, begraben unter Autos.“

Rom heute, das ist eine amorphe Dreimillionenstadt, die einzig und allein von den kleinen Leuten am Leben erhalten wird. Eine Stadt, in der das kulturelle Erbe aus über 2 Jahrtausenden zunehmend zerfällt.

Kunst und Kitsch leben in Rom in lässiger Koexistenz nebeneinander. Kunst ist auch Kommerz. Die Stadt nimmt pro Jahr ca. 35 Millionen Schilling durch den Tourismus ein.

Die Römer selbst haben ein respektloses Verhältnis zu ihren Kunstschätzen. Sie stehen hier ja auch so zahlreich, wie anderorts Parkuhren. Verpackt, verstaubt und eingemottet, manchmal mit schnellem Filzstift frech kommentiert, verlieren Skulpturen das Erhabene.

Vor der erhabenen Kulisse Roms leben die Römer ihren Alltag. Spontan, selbstverständlich und ohne unnötigen Respekt vor den Monumenten verwitterter Weltmacht.

Sie fühlen sich als die rechtmäßigen Erben, doch die steigenden Mieten vertreiben immer mehr Römer aus der Stadt.

Rom machte Goethe frei und wandelte ihn als Knstler zutieftst. Etwa 5 Wochen nach seiner Ankunft in der ewigen Stadt schrieb er: „... ich kann sagen, dass ich nur in Rom empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sei. Zu dieser Höhe, zu diesem Glück der Empfindung bin ich später nie wieder gekommen; ich bin, mit meinem Zustand in Rom verglichen, eigentlich nachher nie wieder froh geworden “

Schrieb darum Goethe: „Endlich bin ich in der Hauptstadt der Welt angelangt. Ich kann mich glücklich preisen, dass mir diese Freude so spät noch zu teil ward. An diesen Ort knüpft sich die Geschichte der ganzen Welt an, und ich zähle einen zweiten Geburtstag, eine wahre Wiedergeburt von dem Tage, da ich Rom betrat.“

Über seine Nächte in Rom schrieb Goethe folgendes „ Aber die Nächte hindurch hält mich Amor anders beschäftigt; Werd ich auch halb nur gelehrt, bin ich doch doppelt beglückt. Und belehre ich mich nicht, indem ich des lieblichen Busens Formen spähe, die Hand leite die Hüfte hinab? Dann versteh ich den Armor erst recht“

Er sah endlich die Träume seiner Jugend lebendig und war von Rom so sehr fasziniert, dass er es gleich ein zweites Mal während seiner italienischen Reise besuchte und insgesamt weit mehr als 2 Jahre in Rom verbrachte.

In Rom befindet sich auch das weltberühmte Museum “Casa di Goethe“. Hier hat Goethe 2 Jahre bei seinem Freund, den Maler Heinrich Wilhelm Tischbein gewohnt Im berühmten Caffè GRECO wahr auch Goethe oft zu Besuch.

Über die Grabhäusern in San Sebastiano schrieb Goethe:

“...die ersten Schritte in diesen dumpfigen Räumen erregten mir alsbald ein solches Unbehagen, dass ich sogleich wieder ans Tageslicht hervorstieß...“

Auf dem MONTE Testaccio:

Ruhestätte für Ausländer: Friedhof der Protestanten „ Cimitero degli stranieri acattolici“

Goethe, der während seines Rombesuches, die Gräber an der Cestiuspyramide aufsuchte, ließin seinen „ Römischen Elegien“ den Wunsch anklingen, hier bestattet zu werden.

„ O, wie fühle ich in Rom mich so froh !... Dulde mich, Jupiter, hier und Hermes führe mich später, Cestius Mal vorbei, leise zum Orkus hinab.“

42 Jahre nach seinem letzten Aufenthalt in Rom (1788) wurde hier sein Sohn, Julius Augustus Walter, begraben. Noch im Tod hat er unter der so mächtigen Gestalt seines Vaters zu leiden. Seine Grabstelle weißt ihn ohne Namen aus, Goethe ließnur „Goethe filius - Patri Antecertens“ ( Goethes Sohn, dem Vater vorausgehend) auf seinen Grabstein gravieren.

SEHENSWÜRDIGKEITEN:

Eine ovale Schüssel für rund 50 000 Zuschauer: das 80 n. Chr. eingeweihte Kolosseum. Die Achsen sind 188 und 156 Meter lang. Das in Tavertin und Ziegel errichtete Amphitheater, in dem Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen stattfanden, wurde mehrfach verändert und wiederhergestellt.

Forum Romanum: Der zwischen Palatin, Kapitol, Quirinal und Edquilin gelegene Platz war der Standpunkt wichtiger Tempelbauen , der Mittelpunkt des politischen Lebens in Rom und der Marktplatz. Wichtige Bauten: Triumphbogen der Kaisers Septimius Severus, Curia Julia, das Sitzungsgebäude des Senats, Tempel der Vesta, Titusbogen.

Peterskirche ( S.Pietro in Vaticano): Die über dem Grab des Apostels Petrus errichtete Kirche ist die Papstkirche und das größte christliche Kirchenbauwerk.

- Kondtantinsbogen, Pantheon ( Tempel „ aller Götter“), Kapitol, und das Marcellus- Theater.

Am Ende erweist sich für viele Romreisenden das, was Goethe so genau beschrieben hat:

„ Der gemeinste Mensch wird hier zu etwas, wenigstens gewinnt er einen ungemeinen Begriff, wenn es auch nicht in sein Wesen übergehen kann.“

Details

Seiten
9
Jahr
2000
Dateigröße
359 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104155
Note
Schlagworte
Motive Einstellungen Werte Homo

Autor

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