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Das antike Theater

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 6 Seiten

Latein

Leseprobe

Das antike Theater

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Schlusswort

Auch heute noch kann man bedeutende oder gut erhaltene Theaterbauten besichtigen.

In Griechenland sind das das Dionysos-Theater am Fuße der Akropolis in Athen und die Theater in Epidauros und Delphi. In Italien und Gallien wurden insgesamt 160 aus Stein erbaute Theater wiederentdeckt. Die Berühmtesten sind das Pompeius- Theater und das Marcellus- Theater, die sich beide in Rom befinden, Taormina auf Sizilien und Orange in Südfrankreich. Das Älteste rein römische Theater, das uns erhalten blieb, liegt südöstlich von dem großen, in hellenistischer Zeit erbauten Theater von Pompeji. Der kleine Bau, für etwa 1500 Zuschauer, war bald nach der 80 v. Chr. durch Sulla erfolgten Neugründung von Pompeji errichtet worden.

Beginn der Theaterentwicklung:

Das europäische Theater fußt auf dem Dionysos-Kult der Griechen. Zu Ehren dieses Gottes wurde gesungen und getanzt, es entstanden Wechselgesänge, Trink - und Festgesänge, vom Chor gemeinsam vorgetragen.

Dann fügte Thespis 534 v. Chr. in Athen einen Gegensprecher hinzu und tat damit den ersten Schritt zur dramatischen Gestaltung. Aischylos führte den zweiten, Sophokles den dritten Schauspieler ein.

Die Darsteller, ausschließlich Männer, übernahmen mehrere Rollen. Sie trugen Masken, schwere prunkvolle Kostüme und den Kothurn.

Die Schauspieler nahmen eine geachtete Stellung ein. Kostenträger war der Staat (die Polis).

Das römische Theater:

Das römische Theater war im wesentlichen vom griechischen abhängig. Es erhielt seine ersten Anregungen von etruskischen Schauspielern, die 364 v. Chr. nach Rom gerufen wurden, um mit ihren Vorführungen die Götter zu besänftigen, die das Land mit Pest heimsuchten.

Als die Römer nach Griechenland kamen, sahen sie dort Stücke, die leicht zu verstehen und nachzuahmen waren. Sie galten als das Vorbild für die palliata, die römische Komödie.

Terenz und Plautus (2. Jh. v. Chr.) verwendeten und erweiterten die bereits in der nacharistophanischen jüngeren att. Komödie entwickelten Rollentypen. Beliebteste Form des röm. Theaters wur de der, ohne Maske und auch von Frauen gespielte, Mimus.

Mittelalter:

Nach dem Zerfall des römischen Reiches wurde der Mimus lebendig erhalten durch die fahrenden Leute, die vor Volk und Fürsten auftraten, jedoch als unehrlich galten. Die anerkannte Theaterform des christlichen Mittelalters war das geistliche Drama. Gespielt wurde anfangs vor und in der Kirche, später auf dem Marktplatz. Die Spiele konnten mehrere Tage dauern.

Erst nach 1500 wurden die weiblichen Rollen auch von Frauen gespielt.

Die Handlung des antiken Theaters:

Während den zahlreichen Festtagen in Rom wurden dann meistens Tragödien, Komödien und Mimen im Theater vorgespielt. Aber auch Seiltänzer und Gladiatoren wurden dem Publikum vorgeführt.

In Griechenland entsprachen die Aufführungen weniger weltlichem Schema und sie hatten auch weniger Showcharakter. Sie dienten lediglich als Kulthandlung für Dionysos.

Der Chor spielte dort eine große Rolle, in Rom jedoch gab es ihn nicht mehr. Anstelle des Chors gab es dann andere musikalische Einlagen mit Ballett. Der größte Unterschied war, dass das Theater in Rom ausschließlich der Unterhaltung gab; Aufführungen im griechischen Theater wurden als literarisches Ereignis gefeiert.

Die bedeutendsten griechischen Dramendichter im Bereich Tragödie waren Aischylos, Sophokles und Euripides.

In der Sparte Komödie waren dies Aristophanes (er schrieb die politische Komödie. Manchmal geschah dies fast im Stile eines politischen Kabaretts. ) und Menander (er war für Komödien mit unpolitischen, bürgerlichen Themen zuständig). Aber auch einige römische Dichter und Schreiber konnten in ihrer Heimat einige Erfolge feiern. Dies waren u.a. Gnaeus Naevius (264-200 v. Chr.), Quintus Ennius (239-169 v. Chr.), Terenz (190-159 v. Chr.) und nicht zuletzt Titus Maccius Plautus (250-184 v. Chr.).

Angeregt von Reiseeindrücken, hatte er begonnen, griechische Komödien von Philemon, von Diphilos und vor allem von Menander zu übertragen, wobei er jedoch vom Original abwich, indem er die Struktur durch Gesangseinlagen veränderte und sie mehr den Ansprüchen ‚seines‘ Publikums anpasste. Somit schuf er eine neue Komödiengattung, die bis in späte Zeit nachwirkte.

Er verlegte die Handlung nach Rom und fügte leicht erkennbare Einzelheiten aus dem röm. Leben und den röm. Umgangsformen ein. Die Charaktere, die er erschuf, waren meist scharf differenziert:

- die prahlerischen Soldaten
- der Geizhals
- der Parasit
- die zum verwechseln ähnlichen Zwillinge.

Seine Stücke lebten vor allem vo n Intrigen, Situations- und Wortkomik, derben Späßen, volkstümlicher Rolle und Sprache.

Zur Veranschaulichung hier eine kurze Inhaltsangabe eines der Stücke von Titus Maccius Plautus:

Phaedromus liebt ein Mädchen, das sich in der Gewalt eines Bordellbesitzers befindet und einem Offizier übergeben werden soll, der den Kaufpreis hinterlegt hat. Da dem jungen Mann das Geld zum Freikauf fehlt, will er die Angebetete bei Nacht entführen. Doch die Türe bewacht die alte Vettel Leaena (~Löwin). Phaedromus und sein treuer Diener Palinorus greifen zur List: Sie besprengen die Türe mit Wein, um die trunksüchtige alte anzulocken.

Die Entwicklung des Theaterbaus:

Die Atellanen als Vorbote des röm. Theaters:

Die Atellanen fanden auf einer primitiven Bühne statt, einem niedrigen Podium von 1-1,30 m Höhe, mit einer geschlossenen Rückwand und einer kleinen Treppe vorn in der Mitte zum Auf- und Abgehen der Schauspieler.

Die Zuschauer saßen vor dieser Bühne und betrachteten das Geschehen teils stehend, teils sitzend (manche Leute machten es sich zum Beruf, Sessel an Theaterbesucher zu verleihen, wenn diese keine eigenen besaßen). In Rom gab es bis zur späten Republik noch kein steinernes Theater. Die vielen Aufführungen fanden auf beweglichen Bühnen statt. Das erste Steintheater Roms wurde 55 v. Chr. durch Pompeius eingeweiht.

Da das röm. Theater das Griechische zum Vorbild hatte, zeigt es auch viele Ähnlichkeiten, hat aber auch viele Eigenentwicklungen. Da die Entwicklung des Dramas sich so vollzog, dass es keinen separaten Chor mehr gab, wurde auch die Orchestra als Tanzplatz überflüssig. Aus der Tradition der Atellanen heraus wurde dieser zum Platz der bevorzugten Gesellschaftsklasse, den Senatoren; sie konnten auf dem Platz frei verkehren oder sich auf den Bisellien (Sitze doppelter Breite) niederlassen, die am Rand der Orchestra installiert war.

Die Bühne des röm. Theaters war im Durchschnitt 7-8 m tief (die kleinsten 4m und 25 m die größten) und war mit einer Dielung, Holztafeln, Pinakes oder Balken versehen; je nach Größe des hyposcaeniums, dem Raum unter der Bühne, in dem wie schon in den griechischen Theatern die Bühnenmaschinerie (Vorhang und evtl. die Versenkmaschinerien und dergleichen) untergebracht war, mussten Zwischenmauern eingezogen werden, um die Lasten verteilend aufzunehmen. Eine weitere Erneuerung war die mit einem Dach und den Seitenwänden versehene scenae frons, die jeder Machthaber, der als Theaterauftraggeber in Erscheinung trat, so prunkvoll wie möglich ausschmückte. Die kostbare Architektur war aus edelsten Gesteinen, mit Mosaiken versehen oder vergoldet.

Die Spielfläche:

Die scenae frons war, wie schon bei den Griechen, mit den drei Pforten ausgestattet. Die scenae frons dient aber nicht als Hintergrund während des Spieles. Vielmehr wurde die Bühne mit skenischer Malerei, den Periakten (scenae versiles) und verschiebbaren Hintergründen (scenae ductilis) ausgestattet.

Die Periakten wurden in einem Halbkreis, etwas flacher als die Fortsetzung des Orchestrakreises, um den Bühnenmittelpunkt aufgestellt. Für ‚intimere‘ Szenen wurden die Periakten in einem kleinerem Kreis aufgestellt, als bei Massenauftritten (z.B. Kampfszenen), womit die ganze Bühnenbreite in Anspruch genommen wurde.

Schauspieler:

Da die professionellen Spieler überwiegend Sklaven und Freigelassene aus den östlichen Provinzen waren, war die Schauspielkunst (ars ludicra) in Rom nicht besonders angesehen.

Schauspieler wurden von Agenten oder ihren Patronen vermietet, vereinzelt unterhielten Kaiser, reiche Adlige oder Städte eine eigene Truppe. Die Schauspielstars der Sklaven hatten rasch das zugestandene Handgeld (peculium) vermehrt und konnten sich freikaufen.

Häufig erzwang das Publikum mit standing ovations die Freilassung ihres Lieblings, bis Kaiser Marc Aurel das untersagte. Privilegiert und politisch einflussreich waren kaiserliche Schauspieler. Doch die Gunst der Kaiser schwankte, viele Mimen bezahlten ihre Sonderstellung und Starallüren mit dem Leben. Schon die vermeintliche Anspielung auf das Kaiserhaus in einer beliebten Theaterszene konnte des crimen laesae maiestatis wegen den Kopf kosten.

Bei den Christenverfolgungen starben christl. Schauspieler noch den Märtyrertod. Ende des 4. Jh. war es Christen bereits Verboten, diesen Beruf auszuüben oder an Sonn- und Feiertagen das Theater zu besuchen.

Details

Seiten
6
Jahr
2000
Dateigröße
340 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104063
Note
1
Schlagworte
Theater

Autor

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