Lade Inhalt...

Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems

Ausarbeitung 2001 8 Seiten

Psychologie - Beratung, Therapie

Leseprobe

Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems

Baucom, Mueser, Shoham, Daiuto and Stickle (1998) in Journal of Consulting and Clinical Psychology, 61 (1) , S 51-60.

Worum geht es?

- Evaluation des empirischen Status der paartherapeutischen Interventionen für die Behandlung von Partnerschaftsproblemen
- Evaluation der Wirksamkeit, klinischer Signifikanz und Effektivität

Wirksamkeit:

eine Interve ntion kann die Partnerschaftszufriedenheit bzw. die eheliche Anpassung signifikant verbessern (siehe Kategorien)

Klinische Signifikanz:

Dass eine Intervention besser als keine Behandlung oder eine unspezifische Behandlung ist, macht noch keine Aussage darüber, ob Behandlungserfolg nennenswert ist. Daher zwei Kriterien, die erfüllt sein müssen, um klinische Signifikanz zu gewährleisten:

(1) Paar hat sich „verbessert“, wenn signifikante Veränderung der Partnerschaftszufriedenheit bzw. ehelichen Anpassung

(also nicht mehr durch Fehler zu erklären.)

(2)Einfluß auf Alltag ist gegeben, d.h. die Veränderung bewirkt, dass sich das Paar nicht mehr im unglücklichen, sondern glücklichen Wertebereich befindet

Effektivität:

- wie wird Treatment angenommen (möglicherweise sehr wirksames Treatment ist nutzlos, wenn sich niemand mit dieser Methode behandeln lassen möchte)
- Zufriedenheit mit der Intervention
- Eventuell Weiterempfehlung
- Dropout-Raten
- Übertragbarkeit auf andere Länder bzw. andere soziale Gruppen, unterschiedliche Therapiesettings

Was wurde evaluiert?

- Nur in englischer Sprache publizierte Studien
- Nur Studien über Behandlung von Eheproblemen, nicht aber präventive Maßnahmen
- Beim Vergleich der Wirksamkeiten wurden Behandlungen separat betrachtet, es sei denn sie folgen dem selben Behandlungsprotokoll (Es macht einen Unterschied, ob man generelle Wirksamkeit psychodynamischer Ansätze beurteilt, oder wie Autoren getrennt EFT und IOMT)
- Bei Beurteilung des Behandlungsergebnisses ist bedeutsam, welche Zeitspanne betrachtet wird (1), und wie multiple abhängige Variablen behandelt werden (2)

(1) Fokus auf Veränderungen von Pretreatment zu Posttreatment,

(Problem bei Verwendung von Follow-Up-Daten: Zeitpunkt des Follow-Ups nach Monaten oder aber erst nach Jahren, d.h. Dropouts und keine Kontrolle zusätzlicher Interventionen)

(2)Auswahl eines zentralen Sets von abhängigen Variablen, die als Hauptkriterien der Verbesserung allgemein anerkannt sind

Kriterium: Partnerschaftszufriedenheit

Kategorien zur Evaluation der Wirksamkeit nach Chambless & Hollon (1998)

Wirksam:

Intervention ist besser als Wartebedingung in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams

(d.h. in der behandelten Gruppe verbessert sich Partnerschaftszufriedenheit signifikant mehr als in Wartegruppe)

Wirksam und spezifisch:

Intervention ist besser als eine unspezifische bzw. Placebo-Behandlung oder eine rivalisierende Intervention in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams

Vielleicht wirksam:

Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie

Vielleicht wirksam und spezifisch:

Intervention ist besser als eine rivalisierende Intervention in einer Studie

Wirksam und vielleicht spezifisch:

Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie und besser als eine rivalisierende Intervention in einer anderen Studie, die durch ein anderes Forschungsteam durchgeführt wurde

1. Behavioral Marital Therapy (BMT)

Ansatz:

Zur Verbesserung ihrer Partnerschaft benötigen Partner bestimmte Fertigkeiten

- Verbesserung der Kommunikation
- Effektiveres Problemlösen
- Verhaltensänderung z.B. Minimierung von destruktiven Interaktionen durch Hausaufgaben

BMT umfasst verschiedene Komponenten, aber in Meta-analyse wurde gefunden, dass die einzelnen Interventionen gleiche Effekte haben

Wirksamkeit:

- BMT effektiver als Wartebedingung (Baucom, Jacobson)
- BMT effektiver als unspezifische Placebo-Behandlung (Azrin, Liberman)

BMT ist eine wirksame und spezifische Intervention

Follow-Up:

1-Jahr-Follow-Up: Effekte bleiben während des ersten Jahres nach der Therapie erhalten (Hahlweg & Markman, 1988)
2-Jahres-Follow-up: Rückfall bei 30% der Paare, die sich in Therapie verbessert hatten (Jacobson et al., 1987)

4-Jahres-Follow-Up: 38 % der behandelten Paare geschieden (Snyder et al., 1991)

Klinische Signifikanz:

56% der Paare verbessern sich

35% nicht mehr unglücklich bei Nachtest (Baucon,1982):

54% der Ehemänner und 42% der Ehefrauen nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Halford et al.,1993)

Insgesamt zwischen 1/3 und 2/3 der Behandelten sind nach BMT im glücklichen Bereich bei Partnerschaftszufriedenheitstest

Effektivität:

Hahlweg et al. (1982):

91% empfanden BMT als lohnende Erfahrung

94% würden diese Therapie Freunden empfehlen geringe Dropout-Raten

Übertragbarkeit:

Effekte der Therapie bei jungen Mittelklasse-Paaren übertragbar auf ältere Paare mit geringerem sozioökonomischen Status

Vergleichbare Resultate in USA , Deutschland, Holland, GB,

Effekte können auch im Gruppen-Kontext erzie lt werden (Bennon, 1985)

2. Kognitive und Kognitiv-behaviorale Paartherapie

Ansatz:

- Änderung der Kognitionen, d.h. Paare sollen lernen, über Beziehung und Partner in anderer weniger destruktiver Weise zu denken
- Finden alternativer Attributionen für negatives Verhalten beim Partner
- Reevaluation der eigenen eventuell unrealistischen Standards
- Verwendung allein als CR (Kognitive Restrukturierung) oder zusammen mit BMT (kognitiv -behavioral)

2.1. Kognitive Paartherapie (CT)

Wirksamkeit:

- CT für 6 Wochen effektiver als Wartebedingung (Huber & Milstein, 1985)

CT ist eine vielleicht wirksame Intervention

2.2. Kognitiv-behaviorale Paartherapie

Wirksamkeit:

- Baucom et al. (1990) 5 Bedingungen :

a)BMT b)CR + BMT c)BMT + EET d) CR + BMT + EET d)Wartebedingung

EET = Emotional Expressiveness Training:

Paare lernen, ihre Gedanken und Gefühle zu kommunizieren und sich gegenseitig emphatisch zuzuhören

Alle Treatments sind besser als Wartebedingung, aber keine signifikanten Unterschiede zwischen Treatments

- Halfo rd (1993) 2 Bedingungen:

a)BMT b) BMT + CR + Generalisierungstraining (Fertigkeiten in Alltagssituationen anwenden lernen) + Affekt Exploration (Exploration der Gefühle bei schwierigen Interaktionen mit Partner)

Beide Treatments verbessern Partnerschaftszufriedenheit

Kognitiv-Behaviorale Paartherapie ist eine vielleicht wirksame Intervention

Klinische Signifikanz:

70% der Paare in BMT und in BMT+CR -Bedingung verbessern sich

50% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Halford et al. 1993)

54% der Paare in BMT und in BMT + CR -Bedingung verbessern sich

42% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Baucom et al. )

Veränderungen durch BMT + CR vergleichbar mit BMT allein

3. Emotionsfokussierte (EFT) und Einsichtsorientierte Paartherapie (IOMT)

Ansatz:

- Psychodynamisch
- Partner sollen Gefühle , Gedanken und Wünsche explorieren, die ihren aktuellen Problemen zugrunde liegen
- dies führt zu mehr Verständnis und Empathie beim Partner

EFT : im Gegensatz zu IOMT innerhalb einer Bindungstheorie entwickelt, Bindungswünsche müssen explizit gemacht werden

IOMT: stärkere Betonung des Unbewussten

3.1. Einsichtsorientierte Paartherapie (IOMT)

Wirksamkeit:

- IOMT und BMT effektiver als Wartebedingung, aber keine signifikanten Unterschiede zwischen Treatments ( Snyder et al .,1989)

IOMT ist eine vielleicht wirksame Intervention

Follow-Up:

6-Monate-Follow-Up:IOMT und BMT vergleichbar

4-Jahres-Follow-up: 38% der BMT-Paare und 3% der IOMT-Paare geschieden

Klinische Signifikanz:

73% der IOMT, 55% der BMT und 15% der Wartegruppen-Paare verbessern sich

40% der IOMT, 55/ der BMT und 5% der Wartegruppen-Paare nicht mehr unglücklich bei Nachtest

3.2. Emotionsfokussierte Paartherapie (EFT)

Wirksamkeit:

- EFT effektiver als BMT (Johnson & Greenberg ,1985)
- Goldman & Greenberg (1992):

a)EFT b)systemische Paartherapie c) Wartebedingung

Systemische Paartherapie: Änderung der Interaktionen durch Reframing der Symptome, Durchbrechen von Teufelskreisen durch Verschreiben der Symptome

EFT und systemische Therapie effektiver als Wartebedingung

- James (1991)

a)EFT b)EFT + emotional expressiveness training c) Wartebedingung

EFT und EFT + Emotional Expressiveness Training besser als Wartebedingung

EFT ist eine wirksame und vielleicht spezifische Intervention

Follow-up:

2-Monats-Follow-Up: EFT effektiver als BMT (Johnson & Greenber,1985)

4-Monats-Follow-Up: Systemische Therapie effektiver als EFT (Goldman & Greenberg,1992)

EFT ist nicht für Paare mit schwerwiegenden Problemen geeignet

Klinische Signifikanz:

90% der Paare verbessern sich

75% sind nach Behandlung nicht mehr unglücklich (Jacobson et al.)

Gefundene Unterschiede zwischen EFT und BMT müssen vorsichtig interpretiert werden, da in EFT nur Paare mit mittelschweren Problemen und hier Verbesserung in Wartegruppe bei 50% (im vergleich zu 13% bei BMT Studie)

Effektivität:

Effekte der EFT übertragbar auf Paare mit chronisch kranken Kindern Anwendung bei Paaren mit schwerwiegenden Problemen fraglich

Zusammenfassung und Kritik

Wirksam: BMT und EFT

Wirksam und spezifisch: BMT

Wirksam und vielleicht spezifisch: EFT

Vielleicht wirksam: IOMT, Kognitiv-behaviorale Paartherapie, CT, Systemische Therapie,

- Keine signifikanten Unterschiede zwischen Interventionen eines bestimmten theoretischen Hintergrundes.

- Unterschiede der Follow-Up-Ergebnisse bei Vergleich verschiedener theoretischer Ansätze: EFT und IOMT effektiver als BMT. Aber:

- konnte nicht repliziert werden
- Unklar, ob weitere Interventionen während Follow-Up-Periode
- Einfluß der theoretischen Orientierung der Untersucher

Problem der mangelnden Differenzierung zwischen den einzelnen Treatments:

CR effektiver als Wartebedingung (Huber & Milstein)

BMT effekiver als Wartebedingung

CR+BMT = BMT (Baucom et al.) CR = BMT (Emmelkamp)

Mögliche Erklärungen?

Deckeneffekte?

F1 Referat Seminar Paartherapie WS 2000 12.12.00

Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems

Baucom, Mueser, Shoham, Daiuto and Stickle (1998)

Gliederung

1.

- Worum geht es in der Studie?

- Was wurde evaluiert?

- Wirksamkeit Kategorien nach Chambless & Hollon (1998)
- Klinische Signifikanz
- Effektivität

- Welche Studien wurden evaluiert? (Kriterien der Auswahl der Studien)

2. Behavioral Marital Therapy (BMT)

- Wirksamkeit
- Follow-Up
- Klinische Signifikanz
- Effektivität

3. Kognitive und kognitiv-behaviorale Therapie

- Wirksamkeit
- Klinische Signifikanz

4. Einsichtsorientierte (IOMT) und emotionsfokussierte Paartherapie (EFT)

4.1. IOMT

- Wirksamkeit
- Follow-Up
- Klinische Signifikanz

4.2. EFT

- Wirksamkeit
- Follow-Up
- Klinische Signifikanz
- Effektivität

5. Zusammenfassung und Kritik

F2 Referat im Seminar Paartherapie WS 2000

Kategorien zur Evaluation der Wirksamkeit nach Chambless & Hollon (1998)

Wirksam:

Intervention ist besser als Wartebedingung in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams

(d.h. in der behandelten Gruppe verbessert sich Partnerschaftszufriedenheit signifikant mehr als in Wartegruppe)

Wirksam und spezifisch:

Intervention ist besser als eine unspezifische bzw. Placebo-Behandlung oder eine rivalisierende Intervention in mindestens zwei Studien durchgeführt von zwei unabhängigen Untersuchungsteams

Vielleicht wirksam:

Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie

Vielleicht wirksam und spezifisch:

Intervention ist besser als eine rivalisierende Intervention in einer Studie

Wirksam und vielleicht spezifisch:

Intervention ist besser als Wartebedingung in einer Studie und besser als eine rivalisierende Intervention in einer anderen Studie, die durch ein anderes Forschungsteam durchgeführt wurde

Details

Seiten
8
Jahr
2001
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v104029
Note
Schlagworte
Empirically Referat Seminar Paartherapie

Autor

Zurück

Titel: Empirically supported couple and family interventions for marital distress and adult mental health problems