Lade Inhalt...

Jimi Hendrix. Eine Biographie geprägt von der Lebensphilosophie der Hippiezeit

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 3 Seiten

Musikwissenschaft

Leseprobe

Die Lebensphilosophie der Hippiezeit - Drogen und Politik

Nach der großen „Revolution“ durch den Rock’n Roll verändert sich die Rockmusik in der Hippiezeit noch einmal. Die Musik ist in den 60er Jahren stark richtungsweisend. Das kommt daher, da sie vor allem von den jungen Leuten gehört wird. In den Songs drücken sie ihre politischen Ansichten aus. Die Musik der Hippies (Blumenkinder) ist ein Teil ihrer weltweiten Revolte. Sie setzen sich für ein friedlicheres und gerechteres Leben ein und sind gegen Rassenunterschiede. Auf Massenveranstaltungen protestieren sie gegen die gesellschaftlichen Zustände (u.a. Vietnamkrieg). Zu diesen Protestveranstaltungen gehört auch das Woodstock Festival 1969. Die einflussreichen Musiker der 60er beginnen mehr zu experimentieren.

Rockmusik und Drogen gehören eng zusammen zur damaligen Zeit und sind sehr wichtig für die Blumenkinder. Nicht nur die Musiker haben den Kontakt mit Drogen, sondern auch zahlreiche Fans, die ihren Idolen nacheifern wollen. Gerade in der Hippiegeneration sterben viele bekannte Musiker durch die übermäßige Einnahme von Drogen - unter anderem auch Jimi Hendrix. Der Konsum von Drogen gibt den jungen Menschen ein starkes Gefühl von Gemeinschaft - ohne Unterschiede zwischen den sozialen Schichten. Es zeigt sich durch das äußere Erscheinungsbild dieser Generation (lange Haare und ausgefallene Kleidung). Zum „harten Kern“ dieser Drogenkultur gehören besonders die Mittelstandskinder.

Biographie

Jimi Hendrix wird am Freitag, den 27. November 1942 im Seattle‘s King Country Hospital in Seattle (Washington, USA) um 10.15 Uhr geboren. Er ist afroamerikanischer-indianischer Herkunft. Am Freitag, den 18. September 1970 erstickt Jimi Hendrix in Kensington in London an seinem eigenen Erbrochenen. Er hat wahrscheinlich zuvor viel Alkohol getrunken und Tabletten genommen. Dennoch ist der Tod bis heute umstritten. Er gilt als einer derjenigen, die die Rockmusik mit ihrem Wirken geprägt haben und zu dem machten, was sie ist .

Seine Kindheit

Schon als Kind entdeckt er seine Liebe zur Musik. Sein Vater Al besitzt eine große Sammlung mit Blues und R&B Schallplatten, die bei Familie Hendrix viel gehört werden. Als der Vater beobachtet, wie der 12jährige Jimi auf einem „Bromstick“ (ein Besenstiel, an dem ein Band wie eine Saite gespannt ist) herumzupft, kauft er dem Sohn die 1. „second hand“ Gitarre (akustisch). 1 Jahr später seine 1. E-Gitarre (eine Supro Ozark 1560 S, die er auch bei den „Rocking Kings“ noch spielt). Da Jimi unfähig ist, Noten aufzuschreiben oder zu lesen, konzentriert er sich wesentlich mehr auf die Musik und ihren Klang selbst. Vorbilder des jungen Hendrix waren B.B. King, Muddy Waters, Howlin‘ Wolf, Buddy Holly und Robert Johnson. Anfangs spielt er in lokalen Bands in Seattle und Umgebung. Niemand kann sich daran erinnern, dass er zu jener Zeit besonders gut oder außergewöhnlich gespielt hat. Als er mit 17 die Schule verlässt und zur Armee geht, nimmt er noch nicht einmal eine Gitarre mit. Kurze Zeit später schreibt er seinem Vater jedoch, dass er ohne sein Instrument verrückt wird. Bereits in der Army beginnt Jimi mit jedem, der in Griffnähe ist zu „Jammen“, d.h. improvisierte Sessions zu spielen. Nach 2 Jahren beim Militär verletzt er sich und wird entlassen.

Der Aufstieg

Nach der Entlassung, beginnt er, sich in der Musikszene einen Namen zu machen. Er macht ausgedehnte Tourneen durch die zahlreichen kleinen Blues-, Soul- und Jazzclubs des Landes, von den Musikern „Chitlin’Circuit“ genannt. Hendrix arbeitet bereits Mitte der 60er Jahre mit Musikern wie Little Richard, The Isley Brothers, Sam Cooke, King Curtis, Ike, Jackie Wilson, James Brown, Wilson Picket und Tina Turner als Backup-Gitarrist zusammen, auch wenn zu der Zeit sein musikalisches Genie noch nicht erkannt wird. Hendrix ist zu jener Zeit ein „Sideman“, ein Begleitmusiker, der nur 1-2 mal pro Abend ein Solo spielen darf. Deshalb will er allein Karriere machen. Mit dem Saxophonisten Lonnie Youngblood, den Isleys und deren Sänger Curtis Knight macht er als Studiomusiker Aufnahmen. Durch King Curtis, den legendären Saxophonisten, kommt er schließlich nach New York. Die Grundzüge seiner Spielweise sind entwickelt. Er beginnt auf der Bühne zu singen, angeblich nachdem er Bob Dylan, den er sehr verehrt, das erste mal live gesehen hat. Ende 1965 - Anfang 1966 spielt er als „Jimi James And The Blue Flames“ in einigen kleineren Kneipen in der Gegend von Greenwich Village (New York) und lernt den Bassisten Chas Chandler kennen. Dieser ist von Hendrix sehr beeindruckt. Chas Chandler, Manager und Bassist der „Animals“, will ihn in London zum Star machen und ihn dort mit Eric Clapton zusammenbringen. Hendrix lässt sich überreden und willigt ein.

Die Zeit als Superstar

Mit Mitch Mitchell am Schlagzeug und Noel Redding am Bass wird das Trio „The Jimi Hendrix Experience“ gegründet und zum Gesprächsthema Nr. 1 in London. Nach nur 4 Probetagen spielt die Band im Olympia und wird über Nacht zur Sensation. Ob die Beatles, Rolling Stones, Eric Clapton, Jeffbeck oder The Who - die ganze Londoner Poparistokratie taucht auf frühen Gigs der Experience auf und bewundern den exotischen Amerikaner, der die Songs ihrer großen amerikanischen Bluesidole in so aufregend neuer Form interpretiert. Eine rasante Karriere in Großbritannien nimmt ihren Lauf: „Hey Joe“, „Purple Haze“ und „The Wind Cries Mary“ (aber auch „Foxy Lady“, „Fire“, und „Are you experienced?“) erreichen die Top 10 in der ersten Hälfte des Jahres 1967. In England ist es sogar der Soundtrack des „Summer Of Love“. Diese Songs sind auf dem Debütalbum, das nach dem legendären Auftritt beim Monterey Pop Festival im Juni des gleichen Jahres auch ein Riesenhit in den USA wird. Der Auftritt ist nur deshalb möglich, da Paul Mc Cartney dem Veranstalter des Pop Festivals von diesem „Jungen in England, der die Gitarre mit den Zähnen spielt“ vorschwärmt. Nach Erscheinen dieses Albums werden Jimi und seine Band zu gefragten Stars und kehren 1968 nach Amerika zurück. Obwohl Hendrix zu Lebzeiten eigentlich nur drei Studioplatten aufnimmt („Are You Experienced?“, „Axis: Bold As Love“ und die Doppel LP „Electric Ladyland“), schreibt er mit seinen eigenwilligen, unkonventionellen Songs Musikgeschichte. In New York gründet Jimi Hendrix sein eigenes Aufnahmestudio, „Electric Lady Studios“. Einen Meilenstein der Rockgeschichte liefert Jimi Hendrix bei seinem Auftritt in Woodstock 1969, wo er das Festival mit seiner eigenwilligen Interpretation des „The Stars Spengled Banner“ beendet.

Der Superstar auf dem Abstieg

Die letzten zwei Jahre in Hendrix‘ kurzem Leben sind äußerst turbulent: In musikalischer, finanzieller und auch privater Hinsicht. Er kommt mit seinem Erfolg nicht mehr klar. Als Folge nimmt er Drogen um aus der Realität zu flüchten, er ist nur noch in der Lage im Drogenrausch Texte zu schreiben und Musik zu komponieren. Jeder will an dem neuen Star verdienen. Alte, noch vor der Gründung von „Experience“ abgeschlossene Verträge, kommen zum Vorschein und sorgen dafür, dass Hendrix‘ Anwälte nicht unter Arbeitsmangel leiden. Trotz riesigem Erfolg löst Hendrix die „Experience“ auf und gründet mit Schlagzeuger Buddy Miles und Bassist Billy Cox die „Band of Gypsies“, die aber nicht den hohen Standard von „Experience“ halten kann. Das kommt daher, dass Hendrix sich zu unsicher ist, in welche musikalische Richtung er gehen will. Deshalb schließt sich 1970 das ursprüngliche Trio wieder zusammen. Im Sommer 1970 spielt Jimi mit Mitch Mitchell und Billy Cox Konzerte in Europa. Sein letzter Auftritt war das Isle Of Wight Festival im August. Nach 3 Bestselleralben, die oft auch als Meilensteine der Musik bezeichnet werden, tritt ein musikalisches Vakuum in Jimi Hendrix‘ Leben ein. Man weiß bis heute nicht, welchen Weg er mit seinem geplanten Album „First Ray Of The New Rising Sun“ wohl beschritten hätte. Am 18.September wird in einem Londoner Krankenhaus sein Tod festgestellt.

Der Musikstil des Genies

In seiner kurzen, nur 4 Jahre andauernden Zeit als Superstar erweitert Jimi Hendrix das Vokabular der elektrischen Rock-Gitarre, die für ihn eine 2. Seele geworden ist, mehr als jeder andere vor oder nach ihm. Durch eine Kombination von „Fuzz“, „Feedback“ und „Distortion“ kreiert er den unverwechselbaren Hendrixsound, der auf viele nachfolgende Musiker einen großen Einfluss ausübt. Er revolutioniert die Rockmusik und die Hörgewohnheiten seiner Zeitgenossen wie keiner vor oder nach ihm. Der Musiker kommt vom schwarzen Rhythm’n’Blues und es gelingt ihm die E-Gitarre auf einzigartige Weise „zum Sprechen“ zu bringen. Jimi ist ein Meister darin, mit seinem Instrument immer etwas Neues, Unvorhersehbares zu machen, wobei er zum Erneuerer der Rockmusik wird. Ihm reichen die einfachen Effekte, die es zu der Zeit gibt, nicht aus und verbindet verschiedene Effekte. Es ging sogar soweit, dass er bei seinen Auftritten einen extra Techniker für seine Klanggeräte hat. Seine legendären Wah Wah Solos spielt er immer mit dem Cry Baby von Dunlop. Ein ganz besonderer Sound entsteht auch indem er sich mit seiner Gitarre vor den Verstärker lehnt und so mit Rückkopplung spielt. Unvergessen ist z.B. seine Art, die Gitarre hinter dem Rücken, mit den Zähnen, mit der Zunge oder gar mit einem brennenden Instrument zu spielen. Als er 1967 zum internationalen Superstar wird, hat man das Gefühl, als wäre der extravagante Künstler direkt einem außerirdischen Raumschiff entstiegen - so wild, martialisch und ungewöhnlich sind seine Klänge und Kompositionen. Seine recht eigenwillige Interpretation der amerikanischen Nationalhymne steht auch für die extremen musikalischen Ansichten des Musikers. Sein 2. und 3. Album gelten bis heute als technisch und musikalisch revolutionäre Zeugnisse, die Hendrix als frühen Pionier der Studiotechnik auszeichnen und seine wachsende Virtuosität auf der Gitarre vielfach demonstrieren. Sie zeichnen sich durch eine leicht und verspielt wirkende stilistische Vielfalt aus. Das 1970 veröffentlichte Konzertalbum, das er mit Drummer Buddy Miles und Bassist Billy Cox aufnimmt, gibt einen Ausblick auf die Musikstile der 70er Jahre: Funk, Jazzrock und Fusion.

Hörbeispiele:

- The Wind Cries Mary
- Purple Haze
- Hey Joe

Quellen: Verschiedene Sites im Internet und Musiklexika

[...]

Details

Seiten
3
Jahr
2001
Dateigröße
331 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103821
Note
1
Schlagworte
Jimi Hendrix

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Jimi Hendrix. Eine Biographie geprägt von der Lebensphilosophie der Hippiezeit