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Die Olympischen Spiele in Athen 1896

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 7 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Die Spiele der Neuzeit

Obwohl die Idee, die Olympischen Spiele wieder aufzugreifen, anfangs nicht ganz realistisch erschien, war es nun soweit sein. Die Organisationen waren vollbracht und alles wartete gespannt auf die ersten Olympischen Spiele nach etwa 1500 Jahren. Allerdings mußte für die Olympischen Spiele ein geeigneter Ort hergerichtet werden. Es sollte das Panathenaische Stadion sein. Die entstandenen Kosten für die Wiederherrichtung übernahm Averoff. Zum Dank entschloß sich die Olympische Kommission ein sichtbares Zeichen für diese Großzügigkeit zu setzen, dass von den Spenden der griechischen Bürger bezahlt werden sollte. Sie ließen von dem damals sehr geschätzten Bildhauer G. Vroutos eine Bildsäule aus pentelischem Marmor erstellen. Die Bildsäule stellte Averoff stehend in Lebensgröße und in vornehmender Haltung dar. Die Säule wurde auf dem Vorplatz des Stadions rechts vom Eingang auf einem kleinen Sockel aufgestellt. Die Enthüllung dieses Denkmals bildete die Vorfeier zu den Wettkämpfen. Der Tag der Enthüllung war der 24. März 1986, ein Ostersonntag. Zudem war es der Tag vor dem offiziellen Beginn der Olympischen Spiele. Zu diesem Ereignis kamen viele Leute, obwohl das Wetter an diesem Tag nicht sehr freundlich war. Es gab ein großes Gedränge und die extra für die Spiele aufgestellte Kompanie Infanterie und die Polizei waren sehr damit beschäftigt, dass kein Chaos ausbricht. Es gab sogar eine Stadionpolizei, dir nur für diesen Anlaß eine besondere Uniform trug. Schon früh an diesem Tag trafen Corporationen der Stadt mit Fahnen ein, anschließend die offiziellen Gäste, der Ministerrat, die Abgeordneten, die Behörden der Stadt, die offiziellen Fremden, die im besonderen Auftrag zu den Spielen gekommen waren, dann die Mitglieder des Rates der Spiele, des internationalen Komitees und der verschiedenen Kommissionen und dann schließlich die Wettkämpfer. Dieses Bild der Menschen gab ein überaus glänzendes Bild ab. Die Menge schwoll immer weiter an, obwohl es inzwischen zu Regnen begonnen hatte. Nach dem Eintreffen des Kronprinzen und der Prinzen Georg und Nicolaus um etwa 11 Uhr, hielt der Generalsekretär des Rates, Herr Timoleon Philemon, mit entblößtem Haupt und vom Regen übergossen, eine Festrede. Das Publikum war sehr begeistert von dieser Rede. Anschließend hält der Kronprinz Konstantin eine Rede, in der er der Großzügigkeit Averoffs dankt. Anschließend enthüllt er die Bildsäule. Das Publikum war sehr begeistert. Dann tritt P. Valaoritis, Vorsitzender der Philharmonischen Gesellschaft zu Athen, auf und legt einen Lorbeerkranz an den Sockel der Statue nieder, auf dem folgende Aufschrift stand: „Dem großen Wohltäter der Nation“. Dazu sprach er einige Worte, die anschließend erneut vom Publikum bejubelt wurden. Nachdem der Kronprinz und die Prinzen Herrn Kemeny und seinen Landsleuten gedankt haben, entfernen sie sich unter Jubelrufen des Publikums, das sich nun ebenfalls auflöst.

Am darauf folgenden Tag begannen die Olympischen Spiele. Das Wetter war an diesem Tag recht freundlich. Zu diesem Anlass wurde von engagierten Musikkapellen Musik gespielt. Die Menge war sehr gespannt auf das Schauspiel der Eröffnung. Schon früh begaben sich die Leute zum Stadion, um noch eine der begehrten Eintrittskarten zu kaufen. Damit die Menschen geordnet ins Stadion kommen, musste die Polizei für die nötige Ordnung sorgen. Für die oberen und unteren Ränge des Stadions wurden beispielsweise verschiedene Eingänge angelegt. Einige der Abteilungen des Stadions wurden für Abgeordnete, Offiziere, offizielle Gäste und Vertreter der Presse reserviert. Der Anblick gab inzwischen ein sehr schönes Bild ab, da die verschieden farbigen Gewänder und Hüte in der dunklen Menge sehr schön aussahen. Außerdem war zu erkennen, dass sich Leute auf den umliegenden Hügeln platziert hatten, von denen man ebenfalls auf das Spektakel im Stadion gucken konnte. Das Stadion selbst war ausgeschmückt durch Plakate und Schilder. Als die Königsfamilie ins Stadion einzieht, spielt die Kapelle die Königshymne. Anschließend nimmt die Familie auf denn speziell für sie angerichteten Marmorsesseln Platz und begrüßen das Publikum. Der Kronprinz schreitet nach vorn und hält eine Rede. Anschließend sagt der König mit lauter Stimme: „Ich erkläre den Beginn der ersten internationalen Olympischen Spiele in Athen! Es lebe die Nation! Es lebe das griechische Volk!“ Daraufhin ertönt donnernder Beifall. Als sich der Freudenjubel gelegt hatte, begannen mehrere Kapellen, die sich in der Mitte des Stadions versammelt hatten, zu spielen und eine Gruppe von Sängern begann zu singen. Es entstand eine sehr harmonische Stimmung im Stadion. Das Publikum war so begeistert, dass es sogar eine Zugabe forderte, die dann schließlich auch gegeben wurde. Aber nun sollten die Wettkämpfe wirklich beginnen. Die Sportler, die an dem ersten Wettkampf teilnehmen sollten, standen schon bereit. Die Musiker traten aus der Mitte heraus, stattdessen nahmen die Sportler ihren Platz ein, die aus ihren Umkleideräumen in das Stadion gelaufen kamen. Die Wettkämpfer waren leicht bekleidet und waren mit einer Startnummer versehen, die der Reihenfolge bei der Eintragung entsprachen. Es waren 21 Sportler. Der erste Wettkampf war der 100 Meter-Lauf, bei dem nicht alle 21 Sportler auf einmal laufen konnten. Deswegen wurden sie zuvor in drei Gruppen eingeteilt. Das Publikum war nun sehr gespannt. Die Läufer der ersten Gruppe haben sich auf ihren Bahnen aufgestellt. Das Startzeichen erfolgte durch einen Pistolenschuss, daraufhin setzten sich alle Läufer gleichzeitig in Bewegung. Am Ende der Laufbahn war eine Schnur gespannt. Als Erster kam der Amerikaner Lane an, der eine Zeit von 12,20 Sekunden gelaufen ist. Zweiter wurde der Ungare Szokoly mit einer Zeit von 12,75 Sekunden. In der nachfolgenden zweiten Gruppe war unter anderem der Grieche Chalcocondylis, der von dem Publikum ermunternde Zurufe bekam. Jedoch wurde er nur zweiter; erster wurde der Amerikaner Curtis mit 12,20 Sekunden. Auch in dem Lauf der dritten Gruppe ging ein amerikanischer Läufer als erster ins Ziel. Alle Sieger aus den drei Gruppen begrüßten das Publikum. Jedoch waren sie noch nicht die entgültigen Sieger, denn die Ersten und Zweiten aus jeder Gruppe sollten am fünften Tag der Olympischen Spiele erneut gegeneinander antreten.

Nach einer kurzen Pause fand der Dreikampf statt. Die Griechen kannten diese Disziplin bereits. Sie war sehr beliebt und deshalb war die Stimmung im Stadion sehr angespannt, zudem ja auch zwei griechischen Athleten daran teilnahmen. Es war ein spannender Kampf, aber letztendlich gingen Connoly mit 13,71 Meter, Tuffery mit 12,70 Meter und Persakis mit 12,25 Meter als die Bestplatzierten aus diesem Wettkampf. Dieser Wettkampf allerdings war entgültig. Der Rekord von Connoly wird auf einer Tafel festgehalten.

Der dritte Wettkampf an diesem Tag war der 800 Meter-Lauf, der auch nur ein vorläufiger Lauf war. Beteiligt waren 14 Sportler, unter ihnen auch zwei Griechen. Die Sportler wurden erneut in Gruppen eingeteilt. Aus der ersten Gruppe gewann der Australier Flack mit 2´ 1´´, zweiter wurde der Ungare Dani. Aus der zweiten Gruppe gelang der Franzose Lermusiaux als Erster ins Ziel mit einer Zeit von 2´ 16´´ 3/5, Zweiter wurde dort der Grieche Golemis.

Vierter Wettkampf an diesem Tag war der Diskuswurf, der am späten Nachmittag stattfand. Auch dieser Wettkampf fand große Aufmerksamkeit beim Publikum, da zwei talentierte griechische Werfer teilnahmen. Es war leicht zu erkennen, dass die meisten Werfer sehr ungeübt waren. Daher wurden die guten Würfe der Griechen vom Publikum bejubelt. Nach und nach scheiden die Werfer aus und es kommt zu einem Zweikampf zwischen dem Griechen Paraskevopoulos und dem Amerikaner Garett. Der Grieche wirft in seinem letzen Wurf etwa 28,95 Meter weit und das Publikum feiert ihn schon als Sieger. Garett allerdings wirft seinen Diskus 29,15 Meter weit. Somit ist Garett mit einem knappen Ergebnis der entgültige Sieger dieses Wettkampfes. Das Publikum ist etwas enttäuscht, weil erneut eine amerikanische Flagge gehisst wird. Jedoch spenden sie trotzdem Beifall.

Fünfter und letzter Wettkampf war der 400 Meter-Lauf. Es war deutlich bemerkbar, dass das Publikum nicht mehr sehr aufmerksam war bei diesem Wettkampf. Die 16 Teilnehmer werden in zwei Gruppen eingeteilt. Als Erster erreicht der Amerikaner Jameson mit 56´´ 4/5 das Ziel, Zweiter wurde der Deutsche Hoffmann. Aus der zweiten Gruppe ging der Amerikaner Burke mit 58´´ 2/5 als Erster hervor, Zweiter wurde der Engländer Smelin.

Nach diesem Wettkampf war der erste Spieltag beendet. Die Königsfamilie verlässt unter dem Beifall des Publikums und der gespielten Königshymne der Kapellen das Stadion. Anschließend verlässt auch das Publikum das Stadion. Am Abend wurde jedoch noch weitergefeiert. Lichter und Musikumzüge bildeten einen sehr harmonischen Abschluss des ersten Spieltages.

Der zweite Tag begann mit Fechten. Dieser Wettkampf wurde jedoch außerhalb des Stadions ausgetragen. Dieser Wettkampf fand im Zappion statt. Dort traf die Königsfamilie gegen 10 Uhr ein. Der Kampf selber war sehr spannend und dauerte sehr lange. Daher wurde die Fortsetzung auf den 28. Mai 1896 verschoben. Anschließend fanden erneut Wettkämpfe im Stadion statt. Dort traf die Königsfamilie gegen 14.30 Uhr bei recht schönem Wetter ein.

An diesem Tag fanden folgende Wettkämpfe statt: 100 Meter-Lauf, Weitsprung, Entscheidungslauf über 400 Meter, Kugelwerfen, Gewichtheben und 1500 MeterLauf. Nach dem Programm im Stadion wurde wieder gefeiert.

Auch der dritte Tag begann mit einem Wettkampf außerhalb des Stadions. Diesmal war es das extra für die Olympischen Spiele erbaute Schiesshaus in Kallithea. Da es jedoch vom Stadion etwas entfernt lag und das Wetter an diesem Tag sehr schlecht war, kamen nur wenige Zuschauer angereist. Gegen 10.30 Uhr zog die Königin mit der Prinzessin und ihren Verlobten dem Großfürsten Georg ein. Anschließend wurde das Schiesshaus eingeweiht und das Schiessen wurde eröffnet. Geschossen wurde auf eine Distanz von 200 Metern. Jeder Teilnehmer hatte 2 Probeschüsse und danach vier mal je zehn gültige Schüsse. Jedoch nahm auch dieser Wettbewerb sehr viel Zeit in Anspruch und die Fortsetzung wurde auf den folgenden Tag verschoben.

Weitere Wettkämpfe an diesem Tag waren Lawn-Tennis und 100 km Radfahren im Velodrom.

Am vierten Tag der Olympischen Spiele wurden Schiessen, Lawn-Tennis und Degenfechten von den vorangegangenen Tagen fortgesetzt. Weitere Wettkämpfe im Stadion waren der 800 Meter-Lauf, Barren, Reck, Pferd, Querpferd und Ringe. Das Turnen am Barren und das Tauklettern wurde wegen der eingetretenen Kälte und aus Zeitmangel auf den nächsten Vormittag verlegt.

Am fünften Tag herrschte sehr gutes Wetter. Es waren günstige Bedingungen für diesen Tag. Denn an diesem Tag fand der beliebte Marathonlauf statt, auf den sich alle Griechen seit dem Tag, an dem die Idee der Wiederbelebung der Spiele zum ersten Mal auftauchte, freute. Insgeheim wünschten sich die Griechen sehr, dass ein griechischer Läufer gewinnt, denn es sollte kein Fremder die Ehre des allerwichtigsten Wettkampfes davontragen. Wenn wirklich ein griechischer Läufer gewinnen sollte, wurden ihm sogar Geschenke und Preise abgeboten. Allerdings wurden ab 10 Uhr erst einmal die Turnübungen vom Vortag fortgesetzt. Außerdem fand von etwa 9-13 Uhr das Revolverschiessen im Schiesshaus statt.

Am Nachmittag war sehr viel Trubel in der Stadt. Das Stadion war restlos ausverkauft, da jeder bei diesem Spektakel dabei sein wollte. Insgesamt wurden 70000 Besucher gezählt. Doch bevor die Marathonläufer ins Stadion einliefen, fand noch der 100 Meter-Entscheidungslauf, Hochsprung, 100 Meter-Lauf mit Hindernissen und Stabspringen statt. Allerdings wurde dem Stabspringen nicht mehr sehr viel Aufmerksamkeit gespendet. Daher wurde der Wettkampf bis auf weiteres unterbrochen.

25 Sportler nahmen an dem 40 km langen Marathonlauf teil. Auf der ganzen Strecke wurden sie von Ärzten und anderen Aufsichtspersonen bewacht. Viele Dorfbewohner unterstützten die Läufer mit Getränken und Geschenken. Der Lauf selber war sehr spannend, da sich die Reihenfolge der Läufer durch Verletzungen und Ausfälle immer wieder änderte. Letztendlich gewann der Grieche Spyros Louis diesen Lauf. Die Besucher im Stadion waren außer sich vor Freude. Louis wird vom Kronprinzen und allen anderen Anwesenden gefeiert. Das Publikum hatte sogar kleine griechische Fähnchen vorbereitet, die bis zu diesem Zeitpunkt versteckt gehalten geworden sind. Insgesamt benötigte Louis 2 Stunden, 58 Minuten und 50 Sekunden für die Strecke. Nachdem der Sieg Louis und die Ankunft der anderen Läufer gebührt gefeiert worden ist, verlassen viele Besucher das Stadion, da die folgenden Spiele keine Anziehungskraft mehr hatten. Trotz des Zeitmangels wurden das Stabspringen und der danach folgende Ringkampf fortgesetzt.

Nach diesen Wettkämpfen entfernten sich auch die letzten Besucher und verteilten sich in der Stadt, in der jeder von dem großartigen Sieg Louis sprach. Abgeschlossen wird dieser Tag mit einer Feier im Piräus. Die ganze Königsfamilie nahm an dieser Feier teil. Am Hafen wird ein großes Feuerwerk gezündet. Die Feier endet um Mitternacht, wo dann alle erschöpft nach Hause gehen.

Am sechsten Tag der Olympischen Spiele dreht sich noch viel um den Sieg von Louis. Zeitungsartikel werden verfasst, zahlreiche Telegramme werden verschickt und viele Glückwünsche werden an Louis gesendet.

Auch an diesem Tag gab es ein umfangreiches Programm im Stadion. Obwohl an diesem Tag der Eintritt ins Stadion umsonst ist, erscheinen nur sehr wenige Besucher. Der aufgeschobene Ringkampf vom Vortag wurde beendet. Im Schiesshaus werden verschiedene Disziplinen von 9-15 Uhr ausgeführt: Freihändiges Revolverschiessen auf 30 Meter, Pistolenschiessen auf 25 Meter und Gewehrschiessen auf 300 Meter.

Am Morgen dieses Tages wurden die Schwimmkämpfe im Piräus durchgeführt. Um 10.30 Uhr wird der Wettkampf durch ein Trompetensignal eröffnet. Daraufhin werden die Schwimmer aus den Umkleideräumen geholt und an die mit schwimmenden Kürbissen gekennzeichneten Startpositionen gebracht. Die verschiedenen Disziplinen bestanden aus: Schnellschwimmen über 100 Meter,

Wettschwimmen der Matrosen über 100 Meter, 500 Meter- Schwimmen und 1200 Meter-Schwimmen. Beendet wurden die Wettkämpfe am späten Nachmittag. Nachmittags werden Wettkämpfe im Velodrom ausgetragen. Die Disziplinen dort setzen sich aus 2 Kilometer fahren, 10 Kilometer fahren und Fahren um eine Bahnlänge.

Am Nachmittag wurden noch die entgültigen Ergebnisse im Lawn-Tennis festgestellt. Gespielt wurde auf extra für die Olympischen Spiele errichteten Plätze am Ilossos.

Am Abend feierten erneut viele Leute auf den reichlich geschmückten Straßen. Viele besuchten aber auch das Große Theater, in dem das Drama „Antigone“ von Sophokles im Urtext aufgeführt wurde.

Für den siebten Tag waren folgende Sachen geplant: am Nachmittag ein großes Konzert in Phaleron der verschiedenen Kapellen, Segelregatta, Marathon-Radfahren und Ankunft der Wettkämpfer im Velodrom. Das Konzert fand allerdings nicht statt, da einige Kapellen rechtzeitig erschienen sind und andere nicht genug geübt hatten. Die Segelregatta musste verschoben werden, da keine geeigneten Boote vorhanden waren und auch nicht kurzfristig organisiert werden konnten. Im Schiessen wurden noch ausstehende Wettkämpfe beendet. Anschließend fand der Fahrrad-Marathon statt, der durch den Sieg von Louis ebenfalls mit großer Spannung erwartet wurde. Die ganze Strecke umfasste 87 Kilometer. Die Zeit bis zur Ankunft des Siegers erschient den Zuschauern beinahe endlos. Die Königsfamilie traf gegen 15 Uhr nachmittags ein. Die Kapelle versuchte die Langeweile zu überspielen. Aber dann war es irgendwann soweit: der griechische Fahrer Konstantinidis bewältigt die Strecke in 3 Stunden, 22 Minuten und 31 Sekunden. Erneut wird die griechische Flagge am Mast gehisst und das Publikum ist, wie auch bei dem Sieg von Louis, begeistert und feiert seinen Sieger.

Einer der schönsten Abendveranstaltungen war der Fackelzug, der an diesem Tag stattfand. Tausende von Menschen nahmen an diesem Umzug teil, der durch einen großen Teil der Stadt verläuft. Ein weiteres großes Ereignis war das Diner im Palais, zu dem 260 Gäste geladen waren, die sich aus den Olympioniken, den fremden Wettkämpfern, den Vertretern der fremden Presse und den einheimischen Journalisten zusammensetzten. Der König nimmt ebenfalls an dieser Veranstaltung teil. Während des Essens hielt er eine Rede auf französisch, in der er unter anderem auf ein baldiges Wiedersehen mit allen hofft. Außerdem erwähnt er, dass die Wiederbelebung der Olympischen Spiele ein großer Erfolg war und er bedankt sich bei allen, die bei der Organisation oder bei den Spielen selber teilgenommen haben. Während seiner Rede wird wer immer wieder von den Beifallsrufen der Gäste unterbrochen. Nach ihm halten noch weitere Personen eine Rede, in der sie ihre Überwältigung ausdrücken.

Der achte Tag sollte aus zwölf Stunden Dauerfahren im Velodrom, Ruder-Regatten in Phaleron, Boots-Regatten der Kriegsschiffe und abends aus der Illumination der Akropolis bestehen.

Die Regatten wurden wegen des schlechten Wetters auf den Nachmittag verschoben. Das Radfahren fand allerdings planmäßig statt. Die Illumination der Akropolis wurde wegen des schlechten Wetters ebenfalls verlegt.

Am neunten Tag sollten die entgültigen Gewinner genannt und gekrönt werden. Allerdings war das Wetter an diesem Tag so schlecht, wie an keinem weiteren der Spiele. Dennoch füllte sich das Stadion nach und nach immer weiter mit Zuschauern und Regenschirmen. Der Regen wurde jedoch zunehmend schlimme rund die

Zuschauer, besonders auf den umliegenden Hügeln, baten um eine Verschiebung der Feier. Schließlich verschob das Komitee die Feierlichkeit auf den Vormittag des folgenden Tages.

Am zehnten und schließlich auch letzten Tag der Olympischen Spiele war das Wetter wieder wesentlich besser. Außerdem war es der Tag, der bei den Zuschauern am meisten Eindrücke hinterließ. Gegen 10 Uhr war das Stadion beinahe so voll wie am Tag des Marathonlaufes. Um 10.30 Uhr traf die königliche Familie ein. Nachdem die königliche Familie Platz genommen hatte, trat der englische Professor Robertson von der Universität Oxford vor und trug die Olympische Ode vor. Anschließend wurde er vom Publikum beklatscht. Anschließend trat der König vor auf eine für ihn errichtete Tribüne. Neben dieser Tribüne befand sich ein Tisch mit unter anderem folgenden Sachen darauf Olivenzweige, Lorbeerzweige, Diplome mit langen blau- weißen Rollen, die Ehrenmedaillen, silberne für die Ersten und kupferne für die Zweiten und ein Silberpokal für den Sieger des Marathonlaufs. Ein Hauptmann der Artillerie erhielt die Aufgabe, mit lauter Stimme den Namen, das Vaterland und den Wettkampf von jedem Olympioniken zu rufen. Der jeweils aufgerufene Olympionike trat zur Tribüne herauf, verbeugte sich vor dem König, der ihm gratulierte und ihm Diplom, Medaille und Olivenzweig aushändigte. Jeder Olympionike wurde von den Zuschauern bejubelt und beklatscht. Als Louis jedoch zur Tribüne schritt, konnte sich das Publikum vor Begeisterung nicht mehr zurückhalten und begann zu schreien und Hüte und Taschentücher in die Luft zu werfen. Außerdem wurden erneut kleine griechische Fähnchen geschwenkt und Tauben wurden fliegen gelassen. Anschließend erhielt alle zweiten Sieger ihre Medaillen und Kränze.

Nach dieser Zeremonie trat der deutsche Vertreter vor den König und überreichte diesem ebenfalls einen Lorbeerkranz mit Bändern der griechischen und deutschen Fahne. Anschließend ziehen alle gekrönten Sportler ein letztes Mal durch das Stadion, Louis allen voraus. Daran folgend werden die Olympischen Spiele vom König offiziell beendet: „Ich erkläre den Schluss der ersten internationalen Olympischen Spiele!“ Danach verlässt das Publikum das Stadion.

Am Abend wurde dann die Akropolis beleuchtet. Zum Abschluss der Spiele gab es noch ein Diner für die Wettkämpfer, zu dem rund 160 Leute erschienen, unter ihnen auch der Kronprinz, die Prinzen Georg und Nicolaus, der Ministerrat, die Mitglieder der verschiedenen Komossionen, die fremden Vertreter und Wettkämpfer, die Vertreter der Presse und noch viele andere. Während des Dinners spricht der Kronprinz einen Toast auf mehre Leute aus. Anschließend werden noch mehr Trinksprüche gehalten. Das Dinner endet mit einem Erinnerungsfoto aller Beteiligten des Dinners.

Am nächsten Tag reisten die meisten wieder zurück in ihre Heimaten. Aber alle behielten die wunderbaren Erinnerungen an diese schöne und spannende Zeit.

Details

Seiten
7
Jahr
2001
Dateigröße
343 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103775
Note
3
Schlagworte
Olympischen Spiele Athen

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Titel: Die Olympischen Spiele in Athen 1896