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Die Epoche der Romantik

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 8 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

Romantik

- zwischen dem Ausgang des 18. Jahrhunderts und 1900
- höchst individuelle musikalische Stilrichtungen entstanden während dieser Epoche
- Zeit großer Kontraste in Komposition und Theorie
- fasst das Leben und die Kunst auf eine ganz andere Weise auf als die Klassik
- drängt zu einer subjektiven Freiheit
- zuerst literarische Epoche in der Literatur, danach Musik
- Art der unterbewussten Auflehnung gefühlsbetonter, schöpferischer Persönlichkeiten gegen die anbrechende industrielle Revolution mit ihrer Mechanisierung der Arbeit (bedrohte angeblich die Menschenwürde)
- Die Künstler kehrten sich von der Gegenwart ab und suchten ihre Anregung in Sagen entlegener Gegenden und Zeiten, Naturbetrachtungen, Verherrlichung der Ruhe und des idyllischen Lebens auf dem Land, Schönheit geheimnisvoller Wälder mit plätschernden Bächen
- Der romantische Dichter oder Künstler ist mit seiner Umwelt stets unzufrieden und hat immer eine Sehnsucht nach dem Unerfüllbaren ⇨ Einigeln in eigene Wünsche und Träumereien von unwirklichen Dingen
- Aber auch gefesselt von nationalen Ideen und den dazu im Widerspruch stehenden Gefühlen internationaler Brüderlichkeit
- Sehnsucht nach politischer und sozialer Freiheit
- Individualität des Menschen wird wichtig
- Der romantische Komponist nahm sich und die Kunst sehr ernst ⇨ die Musik bildete keine Unterhaltung, sondern den leidenschaftlichen Ausdruck der persönlichen Gedanken und Gefühle
- Starkes Anwachsen des privaten Musizierens, Hausmusik ⇨ Spielen eines Instrumentes sollte Kultiviertheit anzeigen
- Durch das allgemeine Bedürfnis nach musikalischer Ausbildung wurden in Europa und den USA zahlreiche Konservatorien errichtet
- Zum ersten Mal auch Frauen als Berufsmusiker: Clara Schumann

- 1820 bis 1910

- romantisch hatte zuerst eine negative Bedeutung (fantastisch, unwirklich)
- Zentren der Romantik in Deutschland waren Jena, Berlin und Heidelberg
- In der Literatur machten sich Clemens von Brentano („Des Knaben Wunderhorn“), Joseph Eichendorff („Aus dem Leben eines Taugenichts“) und Kleist („Der zerbrochene Krug“) einen Namen
- Zudem wurde sich auf die eigene Geschichte (Ritter- und Kaisertum) zurück besonnen und es entstanden Volksmärchen und Liedersammlungen (Gebrüder Grimm und Herder „Stimmen der Völker in Liedern“
- in der Musik wirkten Schubert, Schumann, Brahms, Chopin und Dvorák
- die Romantik wendet sich von allem Eindeutigen, Vernünftigen und Endgültigen ab
- sie sucht das Dunkle, Aufgewühlte und Chaotische aber auch das Dämonische
- hat eine Vorliebe für Nacht, Traum und Illusion
- in allen Werken wird Heimweh, Fernweh, Sehnsucht nach dem Unendlichen und sogar Todessehnsucht ausgedrückt
- Entstehung von Kammer-, Haus- und Programmusik im erstarkten Bürgertum
- Verschmelzung der Künste (zum Beispiel Mousorksi „Bilder einer Ausstellung“)

Begleitete Sololieder

1.) Strophenlied: Alle Strophen haben die gleiche Melodie und den gleichen Rhythmus.
2.) Variiertes Strophenlied: Mindestens eine Strophe unterscheidet sich in Melodie und Rhythmus von den anderen.
3.) Durchkomponiertes Lied: Jede einzelne Strophe hat eine andere Melodie und einen anderen Rhythmus.

Klavierlieder

In vielen Liedern Schuberts und der Romantik im Allgemeinen ist der immer suchende Wanderer ein Thema. Zu Haus verspürt er Fernweh, in der Fremde Heimweh. (⇒ Sehnsucht)

Die Liederzyklen von Franz Schubert

Erster Liederzyklus: „Die Winterreise“ (1827) beinhaltet Reiseschilderungen und zugleich den Abschied Zweiter Liederzyklus: „Die schöne Müllerin“ (1832) wurde nach Gedichten von Wilhelm Müller verfasst und enthält meist Liebeslieder

Insgesamt enthalten beide Liederzyklen 660 Lieder, die durch ihren Umfang und ihre Aussagekraft den musikalischen Höhepunkt in der Geschichte des deutschen Liedes darstellen.

Franz Schubert

Schuberts Freundeskreis

Schubert war ein freischaffender Künstler aus kleinbürgerlichen Verhältnissen. Er war schüchtern, zaghaft und kein guter Klavierspieler vor Publikum.

Schubertiaden: Gesellige Abende des Freundeskreises um Schubert, in denen gegessen, getanzt, geliebt, getrunken wurde. Zudem unterhielt man sich über Kunst, stellte sie vor und brachte sie sich näher. Eine Rolle spielten Literatur, Malerei, Architektur, Tanz, Schauspielerei und Musik.

Franz Schubert: Lieder aus „Die schöne Müllerin“ (Erster Liederzyklus)

Betrachtungen und Analysen

Durch SCHUBERTS Liedschaffen, das 660 Kompositionen umfasst, tritt das Lied plötzlich in das Zentrum der Kunstmusik. Für HAYDN, MOZART und BEETHOVEN war das Lied eine Randerscheinung. Bei SCHUBERT steht es im Mittelpunkt seines gesamten Schaffens. Er holt es aus der biedermeierlichen Umgebung herauf auf die Ebene hoher Kunstmusik.

Das Volkslied wird zum Kunstlied.

Das Moment des Wanderns in den Liedern Schuberts „Das Wandern“ und „Gute Nacht“

Schubert eröffnet die beiden einzigen von ihm vertonten Liederzyklen „Die schöne Müllerin“ (1823) und „Die Winterreise“ mit Liedern, die von ihrer Bewegung her das Gehen beschreiben: „Das Wandern“ und „Gute Nacht“

„Das Wandern“

Erster bis vierter Takt

- Wechsel von forte zu piano
- Sforzato (plötzliche Betonung)
- Stakkato
- 16tel Noten, 2/4 Takt
- Dreiklangsbewegungen auf und ab

Die musikalische Struktur kann jedoch nicht vom harmonischen Satz allein abgeleitet werden.

Die rechte Spielhand fügt den in Sechzehntelnoten aufgelösten Akkorden der Tonika und Dominante Doppelgriffe hinzu.

Fünfter bis achter Takt

- Dreiklangsbewegungen auf und ab
- 16tel Noten, 2/4 Takt

„Der Wanderer an den Mond“ (Opus 80)

1.) Text

Ruheloses Umherziehen des Wanderers, der keine Heimat hat im Vergleich mit dem weichen ruhigen Mond, der überall zu Hause ist.

2.) Vergleich

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.) Gliederung

- zwei große Abschnitte (dazwischen Harmonie- bzw. Tonartwechsel ab Takt 31 von d-Moll zu G-Dur)
- Vor-, Zwischen- und Nachspiel

4.) Musikalische Gestaltungsmittel

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Der Tod und das Mädchen“ (Opus 7, Nummer 3)

- der Tod kommt schleichend, langsam und leise ist aber nicht aufhaltbar (keine Pausen im Vorspiel und der Marschrhythmus im 4/4 Takt)

1.) Prinzip von Rede und Gegenrede (⇨ neu) Matthias Claudius lässt zuerst das Mädchen beginnen, bei Schubert dagegen spricht zuerst der Tod durch die Musik. Die Ankündigung des Todes steht im Gegensatz zum bewegten Gesang des Mädchens (⇨ Symbol des Lebens).

2.) Form

AB mit Vor- und Nachspiel im feierlichen Trauermarsch (langsam und ruhig)

Vorspiel:

- geprägt vom dunklen Klangraum (Moll), der immer um die Tonika kreist
- Oktavsprung

Nachspiel:

- heller Klangraum (Dur), der das Dunkel des Todes in Verklärung des Ewigen [Lichtes] umdeutet

3.) Musikalische Gestaltung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Johannes Brahms: Die Sapphische Ode [Opus 94)

- weite Melodiebögen der Singstimme (bis über drei Takte)
- die Singstimme wird teilweise vom Klavier direkt mitgespielt
- acht Mal Taktartwechsel zeigt Unsicherheit in Bezug auf die Gefühle an und verhindert Gleichförmigkeit (4/4 ⇨3 /2)
- Betonungs- und Dehnungsakzente
- Harmonie in Moll deutet auf textliche Antithese hin (zum Beispiel „doch“)
- Klavierbegleitung
- Die rechte Hand wird synkopisch geführt (Synkope = Rhythmusverschiebung)

Sappho: altgriechische Dichterin von der Insel Lesbos

Johannes Brahms: 1833 bis 1897

- einer der bedeutendsten deutschen Komponisten
- beeinflusst von der romantischen, klassischen und barocken Tradition

Details

Seiten
8
Jahr
2001
Dateigröße
346 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103492
Note
Schlagworte
Epoche Romantik

Autor

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Titel: Die Epoche der Romantik