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Der Impressionismus

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 11 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Historischer Hintergrund

Wesentliche Merkmale

Wichtige Vertreter des Impressionismus

Claude Monet - Mit starkem Willen zur Perfektion

Anhang

Quellenverzeichnis

Historischer Hintergrund

Die Vorgeschichte

Seit dem spätem 17. Jahrhundert hatten die politischen und die Kunstverhältnisse dazu geführt, dass einige der wichtigsten Entscheidungen über den Fortgang der Kunstgeschichte in Paris getroffen wurden. Auf Vorbildwirkung des französischen Absolutismus seit dem "Sonnenkönig" Ludwig XIV folgte die französische Revolution von 1789 als die "Leitrevolution" einer weltweiten bürgerlichen Umwälzung. Die Entwicklung der bürgerlichen Gesellschaft im 19. Jh. - einschließlich ihrer kulturellen Ausprägung - vollzog sich in Frankreich folgerichtiger, prägnanter und immer etwas früher als in anderen Ländern. Für das Kunstleben, z.B. im Ausstellungswesen und Kunsthandel, sowie für die Geschmacksbildung war Paris die „Hauptstadt des 19. Jahrhunderts“, obwohl England durch Produktion und Kapital „Werkstatt der Welt" war.

In Frankreich fand eine schnelle und kräftige Entwicklung von Wirtschaftsform und Sozialstruktur des Kapitalismus statt. 1852 rief sich Charles Louis Napoleon Bonaparte (1808- 1873) als Napoleon III zum Kaiser der Franzosen aus. Die Entwicklung der Produktion, vor allem die beschleunigte Industrialisierung, wirkte sich auf die gesamte Lebensweise der Menschen aus. Durch die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung wurden Kunstwerke geschaffen von sogenannten „freien Künstlern", die sich damit ihren Lebensunterhalt verdienten. Alle jungen Maler wollten den Realismus aufgreifen und zugleich abgewandelt weiterführen. So entstand eine neue Stilrichtung - der Naturalismus. Die Maler konnten sich nun nach einem Ideal richten und mussten nicht die ungeschminkte Realität malen. Die meisten Künstler gingen zum Malen aufs Land und in die Dörfer, sogen die dortige Atmosphäre auf und versuchten, sie wiederzugeben. Neue Methoden sollten Bewegtheit, ständige Veränderung, beschleunigtes Tempo und die Lockerung von bisher festen und dauerhaften Bindungen und Ordnungen als wesentliche Merkmale einer neuen Lebensart widerspiegeln.

Ende der sechziger Jahre waren alle Faktoren gegeben, die in der Folge den Impressionismus in der Malerei ausmachen sollten. Der Impressionismus war damals die Kunst einer kleinen Gruppe miteinander befreundeter junger Maler. Impressionistisch malen bedeutete, die gegenwärtige, umgebende Realität abzubilden, wie sie dem Auge erscheint. Dabei stand die Realität des alltäglichen Lebens im Mittelpunkt, vor allem die Realität der eigenen sozialen

Schicht. Die Freizeit wurde lieber gemalt als Arbeit, die Natur zeigte sich auf den Bildern von ihrer freundlichen Seite.

Die Impressionisten malten und experimentierten mit hellen und leuchtenden Farben. Dadurch wurde die Erscheinung des Bildes stetig verändert.

Im Sommer 1870 unterlag Frankreich in einem Krieg mit Preußen und anderen deutschen Staaten. Nachdem Kaiser Napoleon III am 2. September bei Sedan kapituliert hatte und in die Gefangenschaft d. Preußen abgeführt wurde, riefen innenpolitische Gegner in Paris zwei Tage später die von ihnen schon lange erstrebte Republik aus. Sie wurden von Bismarcks Preußen weiter bekämpft, bis am 28. Januar 1871 Waffenstillstand und am 10. Mai Friedensschluss vereinbart wurde. Allerdings musste Frankreich Elsass-Lothringen an das Deutsche Reich abtreten, das die Sieger am 18. Januar ausgerechnet im Schloss von Versailles gegründet hatten.

Die neue, instabile französische Republik wurde zutiefst erschüttert als in Paris, das von deutschen Truppen eingeschlossen war, von März bis Mai eine Volksvertretung, die von Proletariat und Kleinbürgertum getragen wurde, eine Art sozialistisches Staatswesen aufzubauen versuchte. Die Truppen der französischen Republik warfen diese Revolution, in der sich auch eine ganze Reihe von Künstlern engagiert hatten, in der "Blutwoche" vom Mai 1871 mit ungewöhnlicher Grausamkeit nieder. Dies wirkte sich auf jeden einzelnen Künstler anders aus.

Trotz der Kriegsentschädigungen, die an Deutschland zu zahlen waren, erfolgte ein erstaunlich rascher wirtschaftlicher Aufschwung. Allerdings erhielt er schon 1873 durch den Ausbruch einer der ersten Wirtschaftskrisen einen schweren Schlag.

Die politischen Machtverhältnisse waren keineswegs entschieden. Streitigkeiten unter den Fraktionen der Royalisten und das Auftreten von Anhängern des bonapartistischen Kaisertums schwächten die reaktionäre Front so, dass 1875 endlich eine republikanische Verfassung in der Nationalversammlung angenommen wurde.

Die Wirtschaftskrise von 1873 dämpfte die allgemeinen Hoffnungen, obwohl Anfang 1874 noch gute Preise für Bilder erzielt wurden. Die Künstler schlossen sich zusammen und gründeten die „Societé anonyme des artistes-peintres, sculpteurs“, eine selbständige Ausstellergemeinschaft und neue Methode, um Kunst an die Öffentlichkeit zu bringen. Diese Gemeinschaft hatte zunächst viele Interessenten, musste dann aber wegen Geldmangel geschlossen werden. 1878 brachte Impressionisten Rückschläge. Frankreich hatte im Vorjahr endgültig seinen Status als Republik gesichert und wollte sein internationales Ansehen wieder in vollem Ausmaß herstellen. Dazu gehörte auch ein von Radikalismus gesäubertes kulturelles Image. Deshalb wurde die Ausstellung der Impressionisten abgelehnt, aber durch neu entstehende Medien gab es andere Möglichkeiten zur Ausstellung der Kunstwerke. In den 80er und 90er Jahren des 19. Jahrhunderts war der Impressionismus bereits fest etabliert. Obwohl er immer mehr Anhänger fand, wurde er weiterhin von traditionellen bzw. konservativen Kräften bekämpft. Andererseits war er selbst in die Kritik jüngerer Kunstbestrebungen geraten, die wieder neue Wertsetzungen vorschlugen.

Wesentliche Merkmale

Beim Impressionismus ist ein Mangel an klaren, fest umgriffenen Formen zu beobachten. Die Umrissformen der Objekte werden gezielt verwischt.

Die Künstler stellten erstmals Farbigkeit von Schatten heraus. Es wurden ungebrochene Primär- und Sekundärfarben verwendet und auf der Leinwand gemischt, um der Helligkeit natürlicher Beleuchtung nahe zu kommen. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange wurden mit kurzen Pinselstrichen nebeneinander gesetzt. Somit entsteht erst bei angemessener Betrachtungsentfernung ein Bildeindruck. Der Impressionismus erforderte auch Schnelligkeit, die die Absicht des Festhaltens momentaner Eindrücke verlangte. Somit bevorzugten die Impressionisten die Technik der Skizze. Die Perspektivenwirkung fiel weg und die Flächigkeit wurde betont. Die Impressionisten stellten den augenblicksgebundenen natürlichen Eindrucks eines Objektes dar. Milchfarben und lichte Töne wurden verwendet; dadurch entstand ein sinnlicher Eindruck.

Der fragmentierte Pinselstrich war jedoch wesentlich mehr als ein bloßes Mittel zum schnelleren Malen. Durch geschicktes Ausnutzen von Kontrasten und Komplementärfarben gelang es den Impressionisten, mit dieser Technik die Leuchtkraft und Farbintensität ihrer Bilder ganz wesentlich zu steigern. Indem sie so ihre Aufmerksamkeit dem Licht und der Farbe selbst mit ihren gesetzmäßigen Wirkungen widmeten und nicht mehr dem Motiv, schufen sie eine bis dahin unerhört helle, lichtdurchflutete Malerei, die im völligen Gegensatz zur dunklen, von Schwarztönen dominierten akademischen Malweise stand.

Neben der neuen Maltechnik fanden auch neue Themen Eingang in die Malerei. Die inhaltsschweren Motive aus der Mythologie und die glorifizierenden Darstellungen historischer Ereignisse, die noch die vorherigen Kunstepochen dominierten, wurden abgelöst durch scheinbar banale Szenen des modernen Alltag: Freizeitgesellschaften, Szenen aus Theater und Balletts, Arbeiter, einfache Landschaften, Ansichten der bevölkerten Pariser Boulevards, usw.

Wichtige Vertreter

In Frankreich wurde der Impressionismus repräsentiert von Claude Monet, Edouard Manet

(1832-1883), Camille Pissarro (1830-1903), Pierre-Auguste Renoir (1841-1919), Alfred Sisley (1839-1899), Edgar Degas (1834-1917), Jean-Frédéric Bazille (1841-1870), Paul Cézanne (1839-1906), Gustave Courbet (1819-1877), Paul Gauguin (1848-1903) und Berthe Morisot. In Deutschland vertraten ihn Max Liebermann (1847-1935), Max Slevogt (1868-1932) und Lovis Corinth (1858-1925).

Claude Oscar Monet (1840-1926)

Biographie

Claude Monet wurde am 14. November 1840 als Sohn des Kolonialwarenhändlers Claude Adolphe Monet und seiner Frau Louise Justine Aubrée in Paris geboren. Fünf Jahre später zog die Familie aufgrund finanzieller Schwierigkeiten nach Le Havre, wo sein Vater in das Geschäft seines Schwagers Jacques Lecadre eintrat, der ebenfalls mit Kolonialwaren und Schiffsbedarf handelte. In dieser Stadt an der Seine-Mündung verlebte Monet den größten Teil seiner Kindheit und Jugend. Er begann, Karikaturen und Skizzen von Fischerbooten anzufertigen. Seine Tante Sophie Lecadre war Malerin und unterstützte das künstlerische Talent von Monet. So hatte er mit 15 Jahren schon sein erstes Geld als Künstler verdient, als seine Werke in einem Bilderrahmengeschäft ausgestellt wurden. Dort führte auch der Landschaftsmaler Eugène Louis Boudin seine Werke vor. Als er Monet 1855 kennen lernte, nahm er ihn unter seine Fittiche. Boudin liebte das Malen im Freien, und bald hatte er auch Monet dafür begeistert. Am 28. Januar 1857 starb seine Mutter; so nahm ihn seine Tante Marie-Jeanne Lecadre zunächst bei sich auf.

Im Sommer 1857 entdeckte er die Landschaftsmalerei in der Natur als seine wahre Berufung. 1859 ging Monet nach Paris und trat in die „Académie Suisse“ von Charles Jacques ein. Dort lernte er Camille Pissarro kennen; außerdem traf er in dem Künstlerlokal „Brasserie des Martyrs“ Gustave Courbet, Edouard Manet und andere Künstler der Avantgarde. Die Bilder Manets beeinflussen ihn nachhaltig. Seine bis dahin dunklen Farben hellen sich merklich auf. Doch Monets Teilnahme am kulturellen Leben von Paris wurde jäh unterbrochen. Er wurde 1861 zur Armee eingezogen und verbrachte eine Zeit in Algerien, kehrte 1862 ein Jahr später wegen einer Anämie vorzeitig nach Le Havre zurück. Dort traf er den holländischen Maler Johan Barthold Jongkind (1819-1891), mit dem er bald Freundschaft schloss: „ Jongkind war mein wirklicher Lehrer, und ich verdanke ihm die endgültige Schulung meines Auges. “ Im selben Jahr begann er, am Pariser Atelier von Charles Gleyre (1806-1874) zu studieren. Zu den Schülern gehörten auch Pierre-Auguste Renoir, Jean-Frédéric Bazille und Alfred Sisley. Bazille, der 1870 im Krieg fiel, sollte Monet Zeit seines Lebens finanziell unterstützen. Gleyre war bald wegen einer Augenkrankheit gezwungen, sein Atelier zu schließen. Monets Familie, der sein ungezwungenes Künstlerleben nicht gefiel, entzog ihm den Unterhalt, und der Reeder Gaudibert wurde sein erster Förderer. Monets Geliebte Camille Doncieux brachte 1867 den Sohn Jean zur Welt. 1869 malte Monet zusammen mit Renoir an dem Badeort La Grenouillère . Im Jahr 1870 heiratete er Camille und flüchtete mit ihr während des Krieges nach London, um nicht eingezogen zu werden. 1871 kehrte er über Holland nach Frankreich zurück und mietete ein Haus in Argenteuil. Argenteuil steht für die Zeit der Blüte und der öffentlichen Durchsetzung des Impressionismus. Die Bilder dieser Zeit, z.B. von der Seine und der Brücke von Argenteuil, haben in ihrem Farbenreichtum klassischen Rang. 1872/73 entstand das populäre Bild Impression soleil levant - Impressionen bei Sonnenaufgang, nach dem später die Epoche benannt wurde. Berühmt geworden ist vor allem die Kritik von Louis Leroy, eine Schriftstellers, der sich selbst auch als Landschaftsmalerei versuchte. Er bezeichnete die Künstler abwertend als „Impressionisten“; später, nach der allgemeinen Anerkennung des impressionistischen Stils, hat er sich gerühmt, er habe dieser Bewegung erst den Namen gegeben. Impression, Sonnenaufgang war in Le Havre von einem Hotelfenster aus entstanden.

1874 beteiligte sich Monet an der 1. Gruppenausstellung der Impressionisten bei Nadar. Es wurden Landschaftsgemälde, Städteansichten und Studienfolgen zu Einzelmotiven ausgestellt. Für diese Gemälde wurden Komplementärfarben in lockerer, tupfenartiger Pinseltechnik verwendet, die die Wiedergabe der farbigen Oberflächenerscheinung unter momentanen Lichtwirkungen ermöglichte.

Die vierte Gruppenausstellung der Impressionisten im April und Mai 1879, unterstützt von Caillebotte, zeigte 29 Bilder von Monet, darunter etliche Seinelandschaften aus der Umgebung von Vetheuil. Am 5. September starb seine Frau Camille mit 32 Jahren nach langer Krankheit. Alice Hoschedé, mit der er seit 1876 ein Verhältnis hatte, übernahm die Fürsorge für die beiden Söhne Monets, zusätzlich zu ihren eigenen sechs Kindern. Im folgenden sehr harten Winter malte Monet mehrere Bilder von der verschneiten Landschaft und dem Eisgang auf der Seine.

1882 beteiligte er sich mit 35 Bildern an der 7. Impressionisten-Ausstellung. 1892, nach dem Tod von Alices Mann, heiratete Monet Alice Hoschedé.

Ab 1890 malte Monet nur noch selten ein eigenständiges Motiv. Stattdessen schuf er ganze Gemäldeserien von Motiven, die er zum Teil in der Umgebung seines Hauses in Giverny fand. Einige Beispiele sind die Heuhaufen, Haferfelder, Pappeln, ab 1899 die berühmten Seerosen, die Kathedrale von Rouen, die Pappeln usw., bei denen er ein bestimmtes Thema zu unterschiedlichen Tageszeiten bei wechselnden Lichtbedingungen genauestens darzustellen versuchte. Seine konsequenteste Serie war die Darstellung der Kathedrale von Rouen, die er in 30 verschiedenen Versionen von einem nahezu identischen Standort aus malte. Während seiner Arbeit notierte er: „ Alles verändert sich, sogar der Stein “. Die Bilder entstanden von 1892 bis 1893 jeweils von Februar bis April direkt am Motiv und wurden anschließend im Atelier in Giverny vollendet. 1895 wurden erstmals 20 Bilder in der Galerie Durand-Ruels mit großem Erfolg ausgestellt.

Wie angestrengt Monet an den Bildern der Kathedrale arbeitete, zeigt folgender Ausschnitt aus einem Brief an seine Frau Alice: „ Jeden Tag ergänze ich etwas und entdecke zufällig Dinge, die ich zuvor nicht bemerkt habe. Alles ist sehr schwierig. Aber ich komme voran, und noch ein paar schöne und sonnige Tage, und eine groß e Anzahl meiner Bilder ist gerettet. Ich bin völlig erschöpft, ich kann nicht mehr weiter. Und doch... Ich hatte einen Alptraum, die Kathedrale brachüber mir zusammen, alles war blau, rosa und gelb. “

Auch im fortgeschrittenen Alter unternahm er noch viele Reisen, er besuchte zwischen 1895 und 1909 u.a. Oslo, London, Madrid und Venedig. Das Zentrum seiner Interessen lag jedoch in Giverny und bei seinen dort selbst angelegten Gärten, die ab 1906 Mittelpunkt seines künstlerischen Schaffens wurden. Über seine Seerosenlandschaften sagte er: „ Diese Reflexlandschaften sind für mich zu einer Zwangssache geworden. Esübersteigt meine Kräfte, die diejenigen eines alten Mannes sind. Und trotzdem will ich so weit kommen, das wiederzugeben, was ich empfinde... und hoffe, dass bei solchen Anstrengungen etwas herauskommen wird. “

1912 starb Alice, von da an unterstützte ihn seine Stieftochter selbstlos. 1914 ließ er sich ein Atelier in Giverny bauen, um auf riesigen Leinwänden arbeiten zu können. Inzwischen war er der „große Mann“ der französischen Malerei alt geworden. Er entschloss sich, einige seiner Seerosen-Gemälde dem französischen Volk in einer großen, dekorativen Übersicht zu präsentieren. Doch Monet erlebte nicht mehr, wie seine Gemälde am 17. Mai 1927 in der Orangerie, einem Teil des Louvre, enthüllt wurden. Er starb am 5. Dezember 1926 im Alter von 86 Jahren in Giverny.

„ Erst mit Monet nahm die Malerei eine ganz eigene Wendung. Er sprengte alle Grenzen, entledigte sich genau jener Vorstellungen von Form, die uns seit Jahrtausenden beherrscht hatten. “

André Masson, Ausstellungskatalog Chicago Art Institute 1975

„ Ich folgte Monet oft, wenn er neue Eindrücke suchte. Er glich dabei weniger einem Maler als einem Jäger. Stets folgte ihm eine Kinderschar, die fünf oder sechs Leinwände trug, die das gleiche Motiv zu unterschiedlichen Tageszeiten und mit verschiedenen Effekten zeigten... Er nahm sie nacheinander vor und legte sie je nach Veränderung der Lichtverhältnisse wieder beiseite. Er lag vor seinem Motiv auf der Lauer, wartete auf die Sonne und auf die Schatten, und mit wenigen Pinselstrichen fing er den Lichtstrahl oder die vorbeiziehende Wolke ein... Ein anderes Mal erfasste er einen Wolkenbruch, der aufs Meer niederging, spritzte Farbe auf die Leinwand, und es war tatsächlich der Regen, den er auf diese Art gemalt hat “

Guy de Maupassant, naturalistischer Dichter, in einem Artikel von 1886

Der Persönlichkeitsstil

Monet liebte das Arbeiten im Freien, die „Plein-air-Malerei“; erst in späteren Jahren perfektionierte er seine Arbeit im Atelier. Er experimentierte mit neuartigen Darstellungsformen. Sein Ziel war es, die Konturen des dargestellten Gegenstandes aufzulösen und das natürliche Licht, den Schatten und die Atmosphäre durch skizzenhaften Auftrag heller Farben mit kurzen Pinselstrichen einzufangen. Er war so fasziniert von dieser Idee, dass er keine Mühen scheute und selbst bei den ärgsten Stürmen im Freien war. Er malte gleichzeitig an verschiedenen Bildern, die die unterschiedlichen Nuancen der Atmosphäre erfassen sollten. Seine Pinselführung war bemerkenswert flexibel und abwechslungsreich, mal schwungvoll, mal nur andeutend. Bisweilen entstand durch Kratzen und Übermalen eine fast reliefartige Struktur.

Monet pflegte enge Verbindung und Zusammenarbeit mit seinen Zeitgenossen Édouard Manet, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und Alfred Sisley.

Charakteristisch ist die zyklische Wiederholung seiner Bildmotive (z.B. Heuhaufen, Bäume oder Kathedrale von Rouen). Er stellte u.a. diese Motive immer wieder zu verschiedenen Tageszeiten und in unterschiedlichen Lichtverhältnissen dar. Monet malte beinahe reine Naturdarstellungen, Personen treten in seinen Werken weitgehend zurück. Weiterhin brach er mit den alten Traditionen des Realismus, die besagen, dass als Motiv für ein Bild nichts alltägliches in Frage kommt.

„ Während ihr anderen nach der Welt an sich forscht, gilt meine Anstrengung einfach einem Höchstmaß ihrer Erscheinungsweisen in ihren Beziehungen zu unbekannten Wirklichkeiten. Wenn man mit den Erscheinungen harmoniert, so kann man nicht mehr sehr weit von der Wirklichkeit oder zumindest nicht mehr sehr weit von dem entfernt sein, was wir von ihr zu erkennen vermögen. Ich habe immer nur beobachtet, was mir die Welt sichtbar gemacht hat, um mit meiner Malerei davon Zeugnis abzulegen... Euer Fehler ist, dass ihr die Welt auf euer Maß zurückführen wollt, obgleich doch mit einer wachsenden Erkenntnis der Dinge auch eure Selbsterkenntnis zunehmen m üßte. “ Monet zu Clemenceau über sein Naturverständnis

Seine Bilder konnten ihn nicht wirklich zufrieden stellen. Monets Einstellung zu seinen eigenen Kunstwerken, aber auch seine Einstellung zu seinen Künstlerkollegen drückt sich in folgendem Zitat aus: „ Je weiter ich gehe, desto schwerer fällt es mir, wiederzugeben, was ich fühle; und ich sage mir, wer behauptet, ein Gemälde vollendet zu haben, ist schrecklich eingebildet. Unter vollendet verstehe ich in sich geschlossen, vollkommen, und ich arbeite nach Kräften, ohne voranzukommen, suche, taste, ohne viel zustande zubringen, aber doch so, dass ich es leid bin. “

Monets reife Malerei ist vielmehr - im Sinne symbolistischer Auffassung - nicht mehr Spiegelbild des Lebens, sondern bricht über die Grenzen der Wirklichkeit hinweg visionäre Bereiche auf.

Werke:

Frühstück im Freien, 1865/66, Mann mit Sonnenschirm 1865, La Grenouilleré 1869, Die Elster 1869, Regatta in Argenteuil 1872, Jean Monet auf seinem Pferdewägelchen 1872, Impression soleil levant 1873, Die Seine bei Argenteuil 1873, Straßenbrücke in Argenteuil 1874, Die Brücke von Argenteuil 1874, Der Spaziergang, Frau mit Sonnenschirm 1875, Die Rue Saint-Denis 1878, Selbstbildnis mit Mütze 1886, Pappeln an der Epte 1890. Der Heuschober 1891, Die Kathedrale von Rouen 1892/93, Die Japanische Brücke 1899, Seerosen 1914

Quellenverzeichnis

Borghesi, Silvia; Paul Cézanne, DuMont Buchverlag, Köln 1999

Hütt, Wolfgang; Deutsche Malerei und Graphik 1750-1945; Henschelverlag Kunst und Gesellschaft, Berlin 1986

Sagner-Düchting, Karin; Monet, Benedikt Taschen Verlag GmbH & Co. KG, Köln 1990 Bertelsmann Discovery 1999, CD-ROM, Bertelsmann Lexikon Verlag

www.hausarbeiten.de

www.lycos.de

www.abcgallery.com www.marmottan.de

Details

Seiten
11
Jahr
2001
Dateigröße
348 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103422
Note
1
Schlagworte
Impressionismus

Autor

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Titel: Der Impressionismus