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Gesellschaftliche Evolution, Die Semantik des Liebesbegriffes und Inkommunikabilität

Skript 2000 7 Seiten

Pädagogik - Wissenschaft, Theorie, Anthropologie

Leseprobe

Gliederung

1. Systembegriff: Komplexität durch Reduktion
1.1. Autopoiesis
1.2. operative Schliessung
1.3. Eigenkomplexität

2. Wie geht das soziale System mit Komplexität um? - Evolution der Gesellschaft
2.1. Segmentär - Differenziert
2.2. Differenziert nach Zentrum und Peripherie
2.3. Stratifiziert
2.4. Funktional - Differenziert

3. Übergang zur funktionalen Differenzierung und der Liebesbegriff
3.1. Endogamie und die Funktion der Familie
3.2. Das Neue Individuum
3.3. Inkommunikabilität

1 Systembegriff: Komplexität durch Reduktion

1.1 Autpoiesis

1 Die (Re-)Produktionsweise eines Systems wird als autopoietisch bezeichnet, wenn ein System die Strukturen und die Elemente, aus denen es besteht im Netzwerk eben dieser Elemente erzeugt. Am Beispiel der Zelle heißt das: es gibt zwar Input in das und Output aus dem System, jedoch nur als Operation innerhalb des Systems, insofern ist das System operativ geschlossen.

1.2 Operative Schließung

operative Schliessung bedeutet, daß das System, z.B. die Zelle, nur innerhalb der Systemgrenzen, also innerhalb der Zellmembran operieren kann. Es kann nicht gezielt auf in seiner Umwelt liegende Systeme einwirken, es kann sie alle zusammen nur als seine Umwelt, als Differenz zu sich selbst wahrnehmen.

1.3 Eigenkomplexität

Im Zusammenhang zu dieser Differenz steht der Begriff der Eigenkomplexität; Schliessung und Abgrenzung bedeutet den Aufbau einer eigenen Struktur, die in der spezifischen Umwelt keine Entsprechungen findet. Durch den Aufbau von Eigenkomplexität ist das System in der Lage, die Umwelteinflüsse zu reduzieren, es muß mithin nicht auf alle reagieren, auf bestimmte, ausgewählte dann umso mehr. - Im Fall der Zelle wären das die Lipide, Eiweiße, etc..

2 Wie geht das soziale System mit Komplexität um?

2 Aus der Annahme, daß psychische und soziale Systeme in Co - Evolution entstanden sind, kann man diese Theoriedisposition auf die Gesellschaft der Menschen beziehen. Gesellschaft wäre dann die Gesamtheit aller Kommunikationen, anders: die Gesellschaft besteht aus Kommunikation. Die Frage ist zunächst: wie geht also die Gesellschaft mit zunehmender Komplexität um? Wenn man theoretisch voraussetzt, das Gesellschaft der Evolution ausgesetzt ist durch die Differenz zu ihrer Umwelt, kann man annehmen, daß sie, wie am Beispiel der Zelle, eigene Komplexität aufbaut, sozusagen nach innen expandiert, und interne Differenzierungen ausbildet, die sie von der sie Umgebenden Umwelt unabhängiger machen. Anhand der Evolution der Gesellschaft kann man nach dieser Theorie feststellen, wie die Gesellschaft ihre primären Funktionen immer weniger der Multifunktionalität ihrer Teilsegmente und Teilsystemen überläßt, sondern eben auf Grund hoher Komplexität für diese ihre Hauptfunktionen Teilsysteme schafft, die sich auf diese jeweilige Funktion spezialisieren, gleichzeitig aber universell, das heißt innerhalb ihrer innergesellschaftlichen Umwelt für diese Funktion „zuständig“ sind. Diesen Zustand nennt Luhmann funktionale Differenzierung.

2.1 Segmentär - Differenziert

Die erste Differenzierungsform, der sich Luhmann widmet ist die Differenzierung in Segmente. Es ist mithin nicht die allererste Gesellschaftsform, sondern vielmehr die Zeit der Geschichte, auf die überhaupt zuerst im Hinblick auf bestehende Forschungsergebnisse Rückschlüsse auf Differenzierungsformen gezogen werden dürfen.

Segmentär differenziert ist zum Beispiel die Gesellschaft Mesopotamiens 3500 - 3000 v. Chr. Ihre Segmente bestehen aus den Familien, die im prinzipiell reziproken kommunikativen Verhältnis zueinander stehen. Es kann hier also keine Schichtbildung vorausgesetzt werden, auch keine Dominanz durch eine Prominenz, ein Zentrum o.ä.. Die Schriftlosigkeit läßt keine hohen Reflexionsleistungen, keine Selbstbeschreibungen, z.B. in Form einer Kosmologie zu. Vielmehr findet man an dieser Stelle eine Semantik, die intern als Regulativ für Verhalten, so in Form von Mythen, Legenden, oder Genalogien, und sozusagen extern, als Magie, als „Vertrautmachung des Unvertrauten“ funktioniert.

Es war wohl die Instabilität der Reziprozität, die eine Variation in Zentrum und Peripherie oder später in Stratifikation zuließ.

2.2 Differenziert nach Zentrum und Peripherie

Reziprozität kann ihre Symmetrie verlieren, wenn sich Schichtbildung durchsetzt; das kann durch Krieg passieren, wenn sich ein Stamm über den anderen schiebt, oder durch „Parasiten“, die sich außerhalb der reziproken Ordnung einen besseren Zugang zu Ressourcen sichern. Ein asymmetrisches Verhältnis besteht dann auch in der Differenzierungsform zwischen Zentrum und Peripherie. Allgemein läßt sich sagen, daß das Zentrum über komplexere Formen der Kommunikation verfügt. Dies drückt sich zumeist in Handelsbeziehungen aus, in Hegemoniebestrebungen, sowie in der militärischen und bürokratischen Sicherung dieser Verhältnisse.

Durch das höhere Maß an Kommunikation ist das Zentrum in der Lage, eine Kosmologie zu entwickeln, und erst dadurch, sich selbst als Zentrum zu begreifen. Durch die vermehrten Handelsbeziehungen, besonders dem Fernhandel und dem Handel mit Prestigegütern, kann es innerhalb des Zentrums zu Kapitalakkumulation kommen, somit auch differenzierteren Formen der Arbeitsteilung. Werden diese Formen der Differenzierung kommuniziert, so kann man von weitgehender Stratifikation ausgehen.

2.3 Stratifiziert

Stratifikation bedeutet, daß eine Gesellschaft sich in zwei prinzipiell ungleiche Teilsysteme differenziert: eine große Unterschicht und eine möglichst kleine Oberschicht. Die Differenz besteht mithin über Reichtumsunterschiede; die Oberschicht konzentriert den Zugriff auf Ressourcen in sich. Zur operativen Schliessung („nach unten“) führt die Oberschicht Endogamie ein: es kann nur innerhalb der jeweiligen Schicht geheiratet werden, anders gesagt: Herkunft wird sozial prämiert, Herkunft bedeutet Tugend, z.B. „Wohlgeborenheit“. Insofern läßt sich ein Adelsethos formulieren, der mit Reichtum in enger Verbindung steht, und sich von den Notwendigkeiten des Lebens und der Reproduktion, also dem Dasein der Unterschicht abhebt. Mithin wird dieser Ethos mit dem Natur - und Gottesbegriff verknüpft.

So läßt sich auch die Konzentration politischer Macht in der Oberschicht rechtfertigen. Die Stratifikation repräsentiert sich durch die Kommunikation, so in Formen der Ehrerbietung und so im Verhältnis zwischen adliger Familie und Personal innerhalb des adligen Haushalts. In der stratifizierten Differenzierungsform der Gesellschaft sind die Individuen noch gewissermaßen dem Teilsystem zuzuordnen, in dem sie Kommunizieren; im Übergang zur funktionalen Differenzierung ist dies jedoch nicht mehr möglich.

2.4 Funktional - Differenziert

Durch die zunehmenden Kommunikationsmöglichkeiten wird das Primat der Schichtung mehr und mehr untergraben...

Besonders die Fixierung von Rechtsverhältnissen in Verträgen, der „Personalnotstand“ des Adels, der auf Nobilitierung zurückgreifen muß, machen die bestehenden Verhältnisse transparent und angreifbar. Zudem wirken epochale Ereignisse wie die Reformation, mit ihr die Idee der Staatsräson, die sich durchsetzende Geldwirtschaft, wie Katalysatoren im gesellschaftlichen Evolutionsprozess.

Mit der Reformation, der Säkularisierung der staatlichen Macht findet sich der Anfang der operativen Schließung der Funktions-/ Teilsysteme Politik und Religion. Gerade der Begriff der Staatsräson verdeutlicht das: er legitimiert das staatliche Handeln durch das staatliche (in diesem Falle also) politische Interesse. Die Kirche wird mithin in der Austragung ihrer Konflikte mehr und mehr in ihre Institutionen verwiesen.

Die Erfindung des Geldes als Zahlungsmittel, insbesondere der Handel mit Geld verwischt den Begriff von Besitz; Besitz und Reichtum werden mehr und mehr von Herkunft / Geburt unabhängig, sondern verlangen nur noch die lernbare Technik der profitablen Investition. Desweiteren bestimmt nunmehr nicht die Stratifikation, sondern das Gesetz des Marktes, also Knappheit und Preis über Teilnahme am Marktgeschehen.

So wie die Geldwirtschaft, so untergräbt auch die Erfindung der Druckerpresse die gesellschaftlichen Verhältnisse: Wissen wird vervielfältigt, die Kommunikation hat eine neue Dimension erreicht. Nicht nur, daß die Bibel gelesen werden kann, sie ist, dadurch, daß sie vermehrt gelesen wird erhöhter Kritik ausgesetzt. Oder gravierender: die Interpretation des Klerus und des Adels kann anhand der Bibel kritisiert werden. Und letztlich: wer die Bibel lesen kann, kann auch Protestschriften oder Pamphlete lesen, oder später auch Romane.

Die „Steuerungsfunktion“ für Wissen und Wahrheit ist mithin nicht mehr in der Oberschicht konzentriert, sie ist vielmehr über das Medium Schrift über Zeit und Raum hinweg der Kommunikation all derjenigen ausgesetzt, die Lesen werden können, und auch - und nicht zuletzt dem Gesetz des Marktes unterlegen, der seinerseits keine Rücksichten nimmt auf Wohlgeborenheit.

Mit dieser Entwicklung kann sich denn auch ein eigenes System um den Wahrheitsbegriff differenzieren: das Wissenschaftssystem. Die Wissenschaft ist nunmehr in der Lage, die Hypothetik aller Wahrheit anzunehmen und sich nach der internen Differenz wahr / unwahr auszudifferenzieren. Luhmann nimmt (in Anlehnung an Parsons3 ) an, daß Funktionssysteme über Kommunikationsmedien kommunizieren. Die Wissenschaft über Geld, Eigentum und Macht, Das Rechtssystem über Recht, die Politik über Machtkonkurrenz, Die Religion über Glaube, etc. So entwickeln alle Funktionssysteme eine eigene Struktur, dadurch, daß sie eine interne Differenz aufbauen. Diese Differenz sichert die Autopoiesis, da sie Anschlußmöglichkeiten für folgende Kommunikationen offenhält. Das System operiert (kommuniziert) über einen binären Code, der diese Differenz repräsentiert, indem dem Realwert ein Negativwert gegenübergestellt wird, der schließlich alles, was ist, als kontingent (auch anders möglich) erscheinen läßt. Im Wissenschaftssystem korreliert dem Wert wahr dem Negativwert unwahr. Allerdings ist dieser Wert nicht außerhalb des Systems, sondern in seinem Kontingenz bereich ... „die Wissenschaft akzeptiert die Hypothetik aller Wahrheit “...

Mit der fortschreitenden funktionalen Differenzierung ist es nicht mehr möglich, das Individuum einem bestimmten Teilsystem zuzuordnen; weder nur dem politischen, oder nur dem wissenschaftlichen noch nur dem wirtschaftlichen oder nur dem religiösen. Vielmehr fallen dem Individuum Vermittlungsfunktionen zwischen den Teilsystemen zu. So kann man nach Luhmann auch nicht mehr behaupten, die Individuen ließen sich in der Gesellschaft, also innerhalb des sozialen Systems lokalisieren. Sie finden sich vielmehr in ihrer Umwelt, jedoch die Kommunikation, die sie betreiben „erzeugt“ das soziale System. Die hohe Eigenkomplexität, die die Kommunikation angenommen hat, zwingt die Gesellschaft, nach innen zu expandieren, ihre Hauptfunktionen auf Teilsysteme aufzuteilen.

So verwundert es denn auch nicht, daß sich im Verlaufe der Evolution zu funktionaler Differenzierung auch die Semantik des Liebesbegriffes ändert, und daß sich ein Funktionssystem für intime Beziehungen ausdifferenziert hat, das über das symbolisch generalisierte Kommunikationsmedium „Liebe“ kommuniziert.

3 Der Übergang zur funktionalen Differenzierung und der Liebesbegriff

3.1 Endogamie und Funktion der Familie

4 Bis ins 18. Jahrhundert war der Begriff der Gattenliebe noch stark mit Rationalität verknüpft; Heirat war nicht unbedingt geknüpft an Liebe, sondern wie einen Platz an, an dem man sein Leben zu führen hatte. Es ging hier jedoch zunächst um Prämissen der Stratifikation: also der Herrschaft und des Eigentums und deren Fortbestand. Die Familie sicherte eine Einheit, in der sich der Generationswechsel vollziehen konnte, jedoch es auf Fortbestand, nicht auf Neugründung ankam.

Die Verknüpftheit von Liebe / Ehe und Besitz verliert besonders mit der sich etablierenden Geldwirtschaft (s.o.) an Plausibilität, so wie auch die Kopie der Herrschaftsverhältnisse in die Familie, wenn man bedenkt, das auch Politik beginnt, selbstreferentiell zu operieren. Mithin muß sich auch der Begriff des Individuums ändern, damit die Liebessemantik sich differenziert.

3.2 Das neue Individuum

Die Literatur der Romantik versucht hier zwischen Individuum und vorherrschenden Rationalitätsvorstellungen zu vermitteln. Der Roman stellt die Subjektivität der Weltbezüge des Individuums heraus5 und Liebe wird nunmehr „das vorbehaltlose Eingehen auf die Einzigartigkeit der Welt des anderen“. Liebe kann auch insofern abgegrenzt werden gegen die Momenthaftigkeit erfüllter Intimität. Sie besteht im Sicheinlassen auf den anderen und der Gewißheit, in seiner Subjektivität, in seiner Welt vorzukommen und so den Moment zu überdauern.

Während die Endogamie des stratifizierten Gesellschaftssystems hierzu vereinfacht wirkt: hier waren die Kriterien für Partnerwahl zunächst Grundlegenden Richtlinien unterworfen: zum einen ging es um die Wohlgeborenheit, zum anderen konnten familiäre Traditionen eingreifen: nicht zuletzt hatten die Eltern das letzte Wort.

So kann das Individuum mehr und mehr gedacht werden als frei von ständischen Eigenschaften6. -Und darüber hinaus: Liebe erfährt gleichsam eine Totalisierung; Liebe kann beschrieben werden als von Eigenschaften entfesselt. Es geht nunmehr nicht um die Eigenschaften des anderen, die geliebt werden, sondern das Prinzip abstrahiert sich: „Der Grund der Liebe liegt nicht in den Qualitäten des anderen, sondern in seiner Liebe“7, darauf, daß man in der subjektiven Welt des anderen vorkommt, und dies an seinen Handlungen ablesbar ist8.

Die Sexualität wird anders einbezogen, sie besteht nicht mehr als das abzulehnende, tierische Element im Menschen, sondern sie kann unter der Akzeptanz eines neuen Naturbegriffes als Passion dem Individuum zugeschrieben werden; mithin bietet sie die Möglichkeit, für leidenschaftliche Gefühle „einen gemeinsamen Nenner zu finden“9. Ermöglicht durch die Errungenschaft des Buchdruckes, kann sich dieses neue Gefühl für Individualität in einer neuen Dimension der Kommunikation niederschlagen: in der Literatur. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts beginnen die Literarischen Epochen „Sturm und Drang“, Weimarer Klassik und die Romantik.

Intimität bedeutet nunmehr auch nicht mehr Sensibilisierung gegen das abzulehnende, tierische im Menschen, sondern wird zur Verschmelzung des Glücks zweier Liebender, ihn einem reflexiven Verhältnis zueinander. Es geht somit um eine Sonderwelt zwischen zwei liebenden, die sich um ihrer selbst willen reproduzieren muß, die immer wieder aufs Neue verdient werden muß.

Insbesondere der Begriff des Zufalls, in seiner paradoxen Verbindung mit der Notwendigkeit löst auch die Schichtorientierung der Liebessemantik ab; die Liebe, weil auf einem individuellen Gefühl, auf Passion, Leidenschaft beruhend wird weiterer Voraussetzungen und Bedingungen enthoben

„Die Ausdifferenzierung von Intimbeziehungen ist gewiß nur mit Hilfe von Kommunikation möglich. Sie setzt Spezialcodierung voraus und Vertrautheit mit sehr anspruchsvollen semantischen Formen. Sie führt zur Bildung von (wie immer temporären) sozialen Systemen, die die Interaktion zweier Menschen reproduzieren.“10

3.3 Inkommunikabilität

Jedoch stößt Intimität auf Grenzen der Kommunikabilität. Hier führt Luhmann den Begriff der Inkommunikabilität ein. Er beschreibt nicht nur die Beschränkungen des sprachlichen Ausdrucksvermögens, und auch nicht nur, daß Ereignisse schneller ablaufen, als Kommunikation operieren kann, sondern bezeichnet ein dem neuen Begriff der Intimität inhärentes Problem. Das Medium Liebe produziert einen Kommunikationszusammenhang, eine Form der Reflexivität, die dem jeweils anderen ein „Ich-sein“ ermöglicht, das ohne Liebe nicht Wirklichkeit sein würde11. Das Mitteilungsverhalten des Partners wird somit ständig daraufhin überprüft, inwiefern sie die gemeinsame Welt (kommunikativ) reproduziert. Insofern birgt der Intimcode, die Liebessemantik eine hohe Konfliktträchtigkeit in sich. Eben weil jede Mitteilung des anderen im Kontext der Liebe - weil über dieses Medium kommuniziert - registriert wird, kann die (empfangene) Information eine verzerrte , eine von der ursprünglichen Intention abweichende Aussage haben.12 Trotz aller Intimität, Vertrautheit und Liebe ist das Begreifen der Welt des anderen, in der man ja vorkommt, durch die Selektivität der Kommunikation in Grenzen verwiesen, und so auch einem latenten Zweifel ausgesetzt. Systemtheoretisch gesprochen heißt das: das eine System kann nie auf die emergente Komplexität des anderen voll regieren, Information setzt Selektion voraus.13 Insofern entziehen sich bestimmte Mitteilungen der Kommunikation. Die Entdeckung der Intimität bedeutet somit gleichwohl die Entdeckung der Grenzen des Kommunikablen, der Inkommunikabilität.

[...]


1 Nach: LUHMANN, Niklas: Die Gesellschaft der Gesellschaft. 2 Bände. Frankfurt am Main : Suhrkamp 1998, S. 60,ff

2 Nach: Ebenda, S. 634 - 743

3 PARSONS, Talcott: Das System moderner Gesellschaften. Weinheim ; München : Juventa Verlag 2000 / VII

4 nach: ders.: Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität. Frankfurt am Main : Suhrkamp 1999 / VI , S. 153,ff

5 hierzu: GOETHE, J.W.v.: Das Göttliche

6 zu diesem Übergang: SCHILLER, F.v.: Kabale und Liebe

7 LUHMANN, Niklas: Liebe als Passion. Zur Codierung von Intimität. Frankfurt am Main : Suhrkamp 1999 / VI, S. 135, 136

8 Ebenda, S. 43

9 Ebenda, S. 139

10 Ebenda, S. 155

11 Ebenda, S. 160

12 Es darf vielleicht in diesem Zusammenhang an die „Vier Seiten einer Botschaft“ im Sinne F. Schulz von Thun erinnert werden, hier wohl die Beziehungsseite: THUN, Friedeman Schulz von. Miteinander Reden; Störungen und Klärungen. Hamburg : Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH 1998, S. 44,ff

13 siehe hierzu: LUHMANN, Niklas: Soziale Systeme; Grundriß einer allgemeinen Theorie. Frankfurt am Main : Suhrkamp 1999 / VII

Details

Seiten
7
Jahr
2000
Dateigröße
349 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103368
Institution / Hochschule
Europa-Universität Flensburg (ehem. Universität Flensburg)
Note
erfolgreic
Schlagworte
Luhmann Liebe als Passion Barske Liebesbegriff Theologie Pädagogik Flensburg

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