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Lucius Annaeus Seneca - Elisabeth von Thüringen

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 2 Seiten

Theologie - Religion als Schulfach

Leseprobe

Elisabeth von Thüringen

"Ich habe Euch immer gesagt, ihr müßt die Menschen froh machen" (Elisabeth)

Seligkeiten - christliche Ethik. Leben in christlicher Tradition, nach chrisitlich-ethischen Idealen. Gottvertrauen, Gerechtigkeit, Sanfmut, Nächstenliebe, Fürsorge - Barmherzigkeit. Allein diese 6 Begriffe schaffen ein eindrucksvolles Bild eines Verständnisses und einer Lebensart, welches durch die chrsistliche Ethik nachdrücklich gefordert, nur durch wenige Menschen aber in nahezu vollkommener Ausprägung gelebt wird, gelebt wurde.

Zu eben dieser Menge durch ihr Leben nach genannten Grundsätzen zählenden Menschen gehört auch die heute weltweit verehrte Heiliggesprochene Elisabeth von Thüringen. Eine unüberschaubare Anzahl an karitativen Einrichtungen zur Ausübung praktischer Nächstenliebe tragen den Name von Elisabeth von Thüringen.

Es stellt sich nun natürlich die Frage: Wer war Elisabeth von Thüringen, was machte sie so besonders, so ehrwürdig? Nach welchen Grundsätzen christlicher Ethik handelte sie, lebte sie? Im Folgenden sollen diese Fragen geklärt werden, es soll versucht werden, das Besondere an Leben und Werk aufzuzeigen.

Elisabeth von Thüringen wurde am 7.7.1207 auf einer Burg in Nordungarn geboren. Ihr genauer Geburtsort ist nicht zweifelsfrei bestimmt. Sie war die Tochter von König Andreas II. von Ungarn sowie seiner Frau Gertrude. Enge verwandtschaftliche Beziehungen genoßihre Familie zu Fürstenhäusern in Schlesien und Portugal. 1208 wurde sie auf Initiative des Fürstenhauses Thüringen mit Hermann II, dem Sohn vom thüringischen Landgraf Hermann I., verlobt und gelangte so 1211 zur Erziehung an den dortigen Hof, auf die Wartburg. In ihr Elternhaus sollte sie nicht mehr zurückkehren. Auf Grund des Todes von Hermann II. wurde Elisabeth wenig später zum zweiten Mal verlobt, mit Ludwig IV, und wuchs mit diesem auf der Wartburg auf. Quellen beschreiben die kindliche Elisabeth als ein Kind voller Lebensfreude, die ganz und gar nicht der höfischen Norm entsprochen habe, Spielen, Ausritte und Herumtollen seien ihr entgegen geforderter höfischer Mäßigung am liebsten gewesen. Früh wurde sie jedoch bereits von harten Schicksalsschlägen wie dem Tod ihrer Mutter 1213 getroffen. Ihre kindliche Freude wechselte immer mehr in erste und kritische Beobachtung. Sie erkannte die höfische Verschwendung und das ländliche Leid und versuchte als zukünftige Landesherrin die Not der Bevölkerung zu mildern. Ganz unbewußt folgte sie ethisch wertvollen Grundlagen von Barmherzigeit und Mitgefühl in aktiver Weise.

1221 wurde Elisabeth schließlich mit Ludwig IV., inzwischen Landgraf von Thüringen, vermählt. Wahre Liebe und Zuneigung haben ihre Ehe, frei von allen politischen Gedanken, bestimmt. Zudem war seit 1221 Bruder Rodeger, einer der ersten deutschen Fanziskaner, den Nachfolgern von Franz von Assisi, eine zeitlang ihr religiöser und ethischer Berater am Hof. Christlicher Werte wie Liebe und Zuneigung in ihr wurden nicht unterdrückt und bestimmten bereits ihre jungen Ehejahre. Ihren Willen zur christlichen Tradition verdeutlichen auch ihr Bestreben und Mithilfe, 1225 ein Franziskanerkloster in Eichenau zu gründen. Bis 1227 gebar Elisabeth 3 Kinder. Es begann die Zeit ihres ehrwürdigen Schaffens. Elisabeth nutzte ihren Einfluss und ihre Stellung als Landgräfin zur Unterstützung von Armen in besonderer Weise. In den Jahren 1225/26 überzogen Thüringen Hunger und Pest aufgrund von Überflutungen. Auf Initiative von Elisabeth hatte das einst verschwenderische Treiben ein Ende. In Sanftmut und Nächstenliebe stand sie in barmherziger und aufopfernder Weise Armen und Kranken bei, nahm Quellen zur Folge zahlreiche Waisenkinder auf. Der Hof öffnete auf ihr unablässiges Bestreben sogar seine Kornkammern und verteilte die großen Vorräte an die Bevölkerung. 1226 gründete sie unterhalb der Wartburg ein Hospital und konnte so nachhaltig den Kranken oft in eigener Mithilfe helfen. Der Hofadel kritisierte sie hart: „sie eigne sich weniger zur deutschen Fürstin, als vielmehr zur Dienstmagd...“ (1)

Elisabeth als Demutsgestalt in Demutshandlungen erzeugten vielfach Abneigung und heftige Missachtung. "Weiter vollzog sie am Gründonnerstag das feierliche Mandatum an den Armen. Einmal aber sammelte sie am Gründonnerstag viele Leprosen, wusch ihnen die F üße und Hände, küsste insbesondere die Geschwüre und was absto ßend an ihnen war und warf sich ihnen demütig zu F üßen. Und später, wo immer sie Leprosen fand, setzte sie sich zu ihnen, bestärkte sie in der Geduld, das ihre Leibespein ihnen zum Verdienst werde; nicht schreckte sie fortan mehr vor ihnen zurück [...] und tat ihnen viel Gutes." (Libellus de dictus quatuor ancillarum). (1)

Ludwig unterstützte sie jedoch und hielt ihr „den Rücken frei“. Er schuf ihr die nötigen Freiräume. (1) Sie sprach mit Armen in hoher Achtung und Mitgefühl, hielt nichts von traditionellem Standesdünkel und Mißachtung Niederer. Vielmehr folgte sie starker Nächstenliebe, teilte, half und entsprach so gar nicht dem Erwartungsbild des Hofes. Ihre Milde und Güte ging soweit, das sogar die Burgvorräte während der Hungerkrise fast zum Erliegen kamen.

Immer wieder erschien Wunderbares: „Der Aussätzige, den sie zur Pflege in ihr Bett hat legen lassen, wurde aufgedeckt, aber statt Elisabeth zu ertappen wurde das Bild des Gekreuzigten gesehen. Als sie im Hungerjahr 1226 alles verfügbare Korn austeilen ließund auch Geld aus der Staatskasse zur Hilfe verwandte, wurden heftige Vorwürfe erhoben - da bedeckte sich plötzlich der Boden des Saales mit Korn, und Korn füllte alle Kammern.„ (2) Als sie, mit einem Korb voll Brot den Turm hinabsteigend, einst von Ludwig IV. gefragt wurde, was sie im Korb hätte, deckte sie diesen auf und es erschien ein Korb voller roter Rosen.

Konrad von Marburg tritt in ihr Leben als Nachfolger von Bruder Rodeger und wirkt in strenger Weise einflussreich und bestärkend auf ihre barmherzige Lebensführung. Er selbst Asket verlangte von ihr absoluten Gehorsam und zwingt sie zu täglichen strengen Bußübungen. Elisabeths Überzeugungen wandeln sich trotz seiner stabilisierenden Wirkung ins Extreme: sie verlangt nach absoluter Armut, möchte bettelnd von Haus zu Haus gehen, das Leid der Armen mitfühlen, verstehen, ein Teil von ihnen sein. Sie verteilte ihre fürstlichen, warmen Kleider und trat in einfachsten Kitteln auf. Sie wollte ihrem weltlichen Reichtum entsagen - im September 1227 war ihr Mann Ludwig IV. in Italien während des Sechsten Kreuzzuges der Pest erlegen - Konrad von Marburg verhinderte - sie bzw. die Kirche schützend - die formelle Entsagung.

Dieser Lebensabschnitt der Landgräfin Elisabeth von Thürigen macht sie so zu etwas ganz besonderem. Frei von aller erwarteter Standestugend, in absoluter Selbstbestimmung und Gottvertrauen und in Vertrauen auf Richtigkeit und Notwendigkeit der eigenen Taten steht sie für Mitgefühl, Hilfe in der Not, Barmherzigkeit und Gerechtigkeit. Die Wahrheit suchend versucht sie mit aller Kraft, das Leid zu bekämpfen. Sie erscheint bereits in jungen Jahren ernst, betrübt, unglücklich. Dem frohen Hofleben kann und will sie nicht folgen. Sie erntet Mißgunst und zahlreiche Feinde wünschen sie vertrieben. Sie scheint als wahre gütige Landherrin des Volkes.

Heinrich Raspe IV. übernahm das Amt des Landesherren, da Ludwigs erster Sohn erst 5 Jahre alt war. Er, einer der Feinde Elisabeths Verhalten und Taten, soll Quellen nach diese von der Burg verwiesen haben, sie ihrer Witwengüter beraubt haben. Er soll so das Verlangen des Adels auf Zurückkehren zur standesgemäßen Tradition befriedigt haben. Andere Quellen stehen mehr im Einklang mit Elisabeths grundsätzlicher Einstellung. Sie soll es am Hof aufgrund von Falschheit und Betrug, Mißgunst und Neid nicht mehr ausgehalten haben. Zu sehr schien sie in Gottvertrauen und nach sittl. Moralvorstellungen, denen am Hof in keiner Weise gefolgt wurde.

In Eisenach fand die nun ausgesetzte Elisabeth keine Unterkunft, sie ging nach Bamberg. Dort wurde ihr von ihrem Onkel eine neue Heirat angeboten. In Treue zu ihrem erst vor kurzem verstorbenen Mann schlug sie dieses Angebot aus. Sie maßso dem Gebot der Ehebruchs und dem Gehalt des Wortes „Ehe“ höchste Bedeutung bei. Sie blieb sich und ihren Prinzipien selbst in solchen Schicksalszeiten treu und standhaft.

In all ihren gütigen Taten sah sie die Rechtmäßigkeit der christlich-franziskanischen Ethikgrundsätze und trat am Karfreitag 1228 als eine der ersten Deutschen dem Dritten Orden des Heiligen Franziskus bei. Jedoch trotz ihrer Ordenszugehörigkeit blieb sie trotz schwindender Kräfte voller Schaffensenergie. In weltlicher Hinsicht kämpfte sie teils erfolgreich für die Rückgewinnung ihrer Güter - und verteilte sie selbstlos an wiederum Arme sowie inverstierte Gelder in den Aufbau eines Hospitals in Marburg. Selbstlosigkeit und Aufopferung kennzeichen demnach ihren Lebensabend - sie war zu der Zeit erst 21 Jahre alt. Elisabeth von Thüringen starb am 17.11.1231 in Marburg, wurde am 19.11. beigesetzt.

In 24 Lebensjahren war Elisabeth von Thüringen 9 Jahre intensiv nur für die arme Bevölkerung da. Trotz ihrer Stellung hebt sie sich so eindeutig von anderen Versuchen der Obrigkeit ab, Leid zu mindern. Sie opferte sich Jahr für Jahr mit maximalem Einsatz und aller Kraft für die Hilfe direkt an den Hilfsbedürftigen, scheute nie direkten Kontakt, suchte diesen. Teils in extremster Ausprägung folgte sie urchristlichen, ethischen Forderungen nach Barmherzigkeit, Tat, Hilfe, Güte, Sanftmut und Gerechtigkeit. Sie ertrug die Schere zwischen Arm und Reich nicht stillschweigend, rief zur Tat und ging mit so positiven, aufopferndem Beispiel voran.

Bald ereigneten sich an ihrem Grab zahlreiche Wunder. Wallfahrten zu ihrem Grab gehören zu den bedeutendsten und berühmtesten des Mittelalters. Bereits 4 Jahre nach ihrem Tode wurde sie von Papst Gregor IX. heilig gesprochen. Zahlreiche Spenden in der Folgezeit ermöglichten bald die Grundsteinlegung der Elisabethkirche zu Marburg.

Als „eine der zartesten, innigsten und liebenswertesten“ Heiligen im Mittelalter charakterisierte sie Friedrich Heer, Alban Stolz fasst sie in eins der bedeutendsten und beeindruckendsten Bilder:

"dass außer der Mutter Gottes Maria noch keine weibliche Person eine größere, weiter verbreitete Verherrlichung auf Erden gefunden hat als die heilige Elisabeth".

Quellen: Encarta Enzyclopädie, Internet, Rüdiger Müller: „Die heilige Elisabeth. Das Leben der Landgräfin von Thüringen.“, (1) br-online.de (2) heiligenlexikon.de

Details

Seiten
2
Jahr
2001
Dateigröße
335 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103121
Note
15

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