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Risiken im Außenhandel und Instrumente zur Absicherung - ein Überblick

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 38 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinition und Abgrenzung des Themas

3. Risiken im Außenhandel und Instrumente zur Absicherung
3.1 Rechtliche Risiken
3.2 Politische Risiken und Instrumente zur Absicherung
3.2.1. Politische Risiken
3.2.2 Instrumente zur Absicherung politischer Risiken
3.3 Wirtschaftliche Risiken und Instrumente zur Absicherung
3.3.1 Permanente wirtschaftliche Risiken
3.3.2 Instrumente zur Absicherung permanenter wirtschaftlicher Risiken
3.3.3 Zeitlich bedingte wirtschaftliche Risken
3.3.4 Instrumente zur Absicherung zeitlich bedingter wirtschaftlicher Risiken

4. Zusammenfassung und Schlussbetrachtung

IV Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

3-1 Erklärung INCOTERMS

3-2 Ablauf eines Bestellerkredit

3-3 Arten des Dokumenten Akkreditivs

3-4 Ablaufschema eines Akkreditivs

3-5 Ablaufschema eines Dokumenteninkasso

3-6 Gewinn/ Verlustsituation bei unterschiedlichen Wechselkursen

3-7 Gewinn/ Verlustsituation bei unterschiedlichen Zinssätzen

3-8 Vergleich zwischen Fortfaitierung und Factoring

1. Einleitung

Mit in Kraft treten des Maastrichter Vertrages zum 1.1.1999 wurde in 11 (bzw. später mit Griechenland 12) EU Staaten der Euro als Buchgeld eingeführt. Seit dem 1.1.2002 ist der Euro in zwölf der fünfzehn EU Staaten offizielles Zahlungsmittel. Dies ist aber nur ein Beispiel der voranschreitenden Globalisierung. Die nächsten Meilensteine dürften die Osterweiterung der EU im Jahr 2004 sowie der Beitritt Chinas zur WTO sein. Als unterstützende Faktoren der Globalisierung sind der technologische Fortschritt (z.B. in der Transport- und Telekommunikationsindustrie) und der Abbau von Handelsbarrieren (z.B. GATT) zu nennen.[1] Immer mehr Unternehmen nutzen die sich bietenden Chancen auf den neuen Märkten. So verkauft BMW beispielsweise fast 75% seiner Fahrzeuge im Ausland, obwohl ca. 75% davon in Deutschland produziert werden.[2]

Im März 2002 wurde jedoch wieder einmal sichtbar, dass der Welthandel noch lange nicht unabhängig von der Politik und staatlichen Grenzen ist. US-Präsident George W. Bush verhängte Importzölle auf Stahl, um so amerikanische Stahlproduzenten vor Konkurrenz aus anderen Ländern zu schützen.[3] Dies ist aber nur ein Beispiel, das belegt, dass sich Binnen- und Außenhandel wesentlich voneinander unterscheiden. So treten die Risiken des Binnenhandels im Außenhandel verstärkt auf. Außerdem gibt es zusätzliche Risiken, die im inländischen Geschäftsverkehr nicht vorkommen.[4]

Ziel dieser Hausarbeit ist es, die Risiken des Außenhandels zu verdeutlichen und Instrumente aufzuzeigen die es ermöglichen diesen vorzubeugen und sich dagegen abzusichern. Dazu sollen zunächst die in diesem Kontext wichtigsten Begriffe erläutert und voneinander abgegrenzt werden. Anschließend werden rechtliche, politische und wirtschaftliche Risiken des Außenhandels dargestellt und am Ende des jeweiligen Abschnitts entsprechende Instrumente zur Absicherung aufgezeigt. Der Schwerpunkt soll hierbei auf den wirtschaftlichen Risiken liegen. Aus diesem Grund werden diese noch einmal in permanente und zeitlich bedingte wirtschaftliche Risiken unterteilt. Den Abschluss dieser Arbeit bildet eine Zusammenfassung sowie ein kurzer Ausblick auf andere, in diesem Kontext erwähnenswerte Aspekte.

2. Begriffsdefinition und Abgrenzung des Themas

Im Nachfolgenden sollen die zum Verständnis der Hausarbeit und die zur Abgrenzung des Themas notwendigen Begriffe definiert werden. Hier nicht genannte, aber im Verlauf der Hausarbeit verwendete Begriffe, werden bei deren erstmaligen Gebrauch erläutert. Wirtschaftliche Auslandsaktivitäten von Unternehmen lassen sich prinzipiell in zwei verschiede Vorgänge differenzieren. Unternehmen können zum einen im Rahmen des Außenhandels (i.S.v. Import und Export) tätig werden, zum anderen können sie direkt im Ausland investieren (Direktinvestition).[5] Direktinvestitionen haben die Gründung ausländischer Tochtergesellschaften und Zweigniederlassungen bzw. die Beteiligung oder den Erwerb ausländischer Unternehmen zum Ziel. Dabei geht es vorrangig um die Sicherung von Rohstoffquellen, die Nutzung von Kostenunterschieden sowie den erleichterten Zugang zu Absatzmärkten.[6] Von den Unternehmen getätigte Auslandsinvestitionen sind von anderen Aktivitäten im Rahmen des Außenhandels zu trennen und werden somit in dieser Hausarbeit nicht weiter behandelt. Dennoch treffen viele der aufgeführten Risiken auch für Direktinvestitionen im Ausland zu, einige sogar verstärkt.

Als Außenhandel wird der grenzüberschreitende Waren- und Dienstleistungsverkehr, dem entgegengesetzte Zahlungsströme zugrunde liegen bezeichnet. Dabei ist in Import, Wareneinfuhr und in Export, Warenausfuhr zu unterscheiden. Das Volumen des Außenhandels ist u.a. von der Ausstattung mit Produktionsfaktoren, dem technischen Entwicklungsstand, dem Wechselkurs, sowie von Transportkosten und Käuferpräferenzen abhängig.[7] Die Bundesrepublik Deutschland belegte 2001 im Welthandel nach den USA den zweiten Rang. Der Wert der Ausfuhren betrug insgesamt 637,3 Milliarden Euro, der der Einfuhren 550,3 Milliarden Euro. Demnach erreichte Deutschland im Jahr 2001 ein Ausfuhrüberschuss (Differenz zwischen Export und Import) von 87 Milliarden Euro.[8]

Die später noch darzustellenden Risiken des Außenhandels, werden verdeutlichen, dass dieser einer besonderen Abwicklung und Besicherung bedarf. Diese Abläufe werden unter dem Begriff Außenhandelsfinanzierung zusammengefasst. Unter Außenhandelsfinanzierung versteht man „alle Vorgänge und Instrumente der Zahlung, Refinanzierung und der (finanzwirtschaftlichen) Absicherung, die im Zusammenhang mit dem grenzüberschreitenden Handels- und Dienstleistungsverkehr der Industrie-, Handels-, und Bankbetriebe stehen“.[9] Hierbei ist in Export- und Importfinanzierung zu unterscheiden. Unter Exportfinanzierung versteht man die „Finanzierung von Exportgeschäften.“[10] Entsprechend definiert sich die Importfinanzierung als die „Finanzierung von Importgeschäften.“[11] Ausgehend von der Exportfinanzierung stellt die Importfinanzierung häufig nur die entgegengesetzte Sichtweise auf Finanzierungs- und Sicherungsinstrumente dar. Daher wird in der Literatur vielfach nur von Exportfinanzierung gesprochen, auch wenn damit regelmäßig ebenso Importfinanzierung gemeint ist.[12] Eine weitere Unterteilung der Außenhandelsfinanzierung kann in kurz- (bis zu einem Jahr), mittel- (ein bis vier Jahre) und langfristig (länger als vier Jahre) erfolgen.[13] Der goldenen Finanzierungsregel entsprechend werden auch im Außenhandel, Konsumgüter kurzfristig und Investitionsgüter und Anlagenexporte vorwiegend langfristig finanziert.[14] Die Finanzierung erfolgt dabei einerseits in den von der inländischen Finanzierung her bekannten Kreditformen, andererseits haben sich auf Grund der speziellen Anforderungen zahlreiche Sonderformen herausgebildet. Auch aus diesem Grund haben die Kreditinstitute eigenständige Geschäftsfelder für diesen Bereich eingerichtet (Auslandsgeschäft). Ferner gibt es Institute, die sich auf die Finanzierung, Sicherung und Abwicklung der Geschäfte mit dem Ausland spezialisiert haben. Stellvertretend hierfür sind die KfW sowie die Hermes Kreditversicherungs- AG zu nennen.

Auch wenn der Begriff Risiko häufig im allgemeinen Sprachgebrauch verwand wird, soll eine Definition den Ausführungen vorangestellt werden. „Risiko beschreibt Situationen, in denen äußere Faktoren auf nicht im einzelnen vorhersehbare Weise auf die Existenz, das Vermögen oder das Ansehen eines Individuums oder einer Institution einwirken.“[15] Diese Faktoren und Mittel zu deren Absicherung werden im folgenden ansatzweise dargestellt werden.

3. Risiken im Außenhandel und Instrumente zur Absicherung

3.1 Rechtliche Risiken

Auf der Erde gibt es 271 souveräne Staaten[16]. Geht man davon aus, dass jedes dieser Länder ein selbstständiges Rechtssystem hat, gibt es entsprechend ebenso viele unterschiedliche Rechtssysteme. Darin sind aber noch nicht die Gesetze eingerechnet, die auf bundes- bzw. kommunaler Ebene erlassen werden. Auch wenn der Großteil der Unternehmen nur mit Geschäftspartnern aus einigen der 271 Staaten verkehrt, so muss auf die Verschiedenheit der Rechtssituation besondere Rücksicht genommen werden. Selbst in Ländern der EU ergeben sich schon bei Grundsätzlichem erhebliche Unterschiede. So ist ein vereinbarter Eigentumsvorbehalt in Italien nur dann rechtskräftig, wenn er in ein bestimmtes öffentliches Register eingetragen ist.[17]

Prinzipiell können rechtliche Risiken auf globalen, elementaren und externen Gründen beruhen. Globale Gründe sind z.B. Gesellschafts-, Handels- und Normrecht, aber auch neue Im- und Exportregelungen werden hierzu gezählt.[18] Unter elementaren Risiken versteht man die Handhabe zur Um- und Durchsetzung vertraglicher Vereinbarungen[19], also das anwendbare Recht, den Gerichtsstand und die Möglichkeit einer Rechtsverfolgung.[20] Die dritte Gruppe der rechtlichen Risiken ergibt sich aus externen Aspekten. So verzichtet bspw. die Weltbank bei Krediten auf dingliche Sicherheiten, räumt sich jedoch durch die „Negative Pledge Clause“ (ähnlich der deutschen Negativerklärung), das Recht ein, nicht schlechter als andere Gläubiger gestellt zu werden. Somit können z.B. Verpfändungen von Konten als Verstoß gegen diese Auflage gesehen werden.[21] Unabhängig von den drei genannten Risikoarten gibt es bei Verträgen in einer fremden Sprache regelmäßig Probleme mit der Übersetzung und Missverständnisse durch Fehlinterpretationen. Somit werden die genannten Risiken noch durch ein sprachliches Risiko ergänzt.[22]

Um die genannten Risiken zu minimieren, sollte man sich mindestens vor erstmaligem Abschluss eines Vertrages mit einem ausländischen Geschäftspartner von einem Sachverständigen beraten lassen. Neben hierauf spezialisierten Anwälten können auf Grund ihrer Erfahrungen auch die Kreditinstitute beitragen. Auch wenn auf dem Gebiet des internationalen Kaufrechts Vertragsfreiheit besteht, so ist zu international bekannten standardisierten Verträgen zu raten. Denn diese haben sich meist über längere Zeit bewährt und sind den Auslegungen und Urteilen der Gerichte angepasst.[23] Standardisierte Verträge können bspw. dem UN-Kaufrecht unterliegen. Im „Übereinkommen der Vereinten Nationen über Verträge über den internationalen Warenkauf“ sind die einzelnen Modalitäten, bspw. der Anwendungsbereich, geregelt.[24]

Die Folgen aus rechtlichen Risiken können grundsätzlich nicht durch Versicherungen oder andere Institutionen abgedeckt werden.[25] Aus diesem Grund zählen sie mit zum unternehmerischen Risiko des Export- bzw. Importeurs. Es ist somit von besonderer Wichtigkeit, sich ausführlich damit zu beschäftigen, sich beraten zu lassen und alle maßgeblichen Merkmale z.B. die Zahlungsbedingungen im Kaufvertrag festzuhalten. Es empfiehlt sich hierbei, die INCOTERMS (International Commercial Terms) zu verwenden. Diese beinhalten internationale Regeln zur Auslegung von Vertragsformeln im Außenhandelsgeschäft. Von besonderer Bedeutung sind die Regelungen bezüglich des Kosten- und Gefahrenübergangs vom Verkäufer auf den Käufer[26] (siehe Abb. 3.1).

[...]


[1] vgl. Hill, 2001, S.4 - 22

[2] Vgl. Geschäftsbericht BMW Group 2001, S.14 und S.18

[3] vgl. http://www.ftd.de/pw/in/1014398914394.html?nv=sl

[4] vgl. Jonach, 1995, S. 25

[5] vgl. Krumnow und Gramlich (2000), S. 349

[6] vgl. Krumnow und Gramlich (2000), S. 349

[7] vgl. Krumnow und Gramlich (2000), S. 106 u. 107

[8] http://www.dihk.de/inhalt/themen/international_neu/news/meldung00050.html

[9] Häberle, 1998, S.1

[10] Krumnow und Gramlich 2000, S. 349

[11] Krumnow und Gramlich 2000, S. 700

[12] vgl. Häberle, 1998, S.1

[13] vgl. Krumnow und Gramlich 2000, S. 495

[14] vgl. Kuttner, 1995, S.1

[15] Spreman, zitiert nach Eichhorn, o.J., S.3

[16] vgl. http://www.cia.gov/cia/publications/factbook/index.html

[17] vgl. Jonach, 1995, S. 28

[18] vgl. Keßler, 1996, S. 247

[19] vgl. Keßler, 1996, S. 247

[20] vgl. Stolzenburg, 1991, S.9

[21] vgl. Keßler, 1996, S. 248

[22] vgl. Jonach, 1995, S. 29 und Stolzenburg, 1991, S. 9

[23] vgl. Stolzenburg, 1991, S.9

[24] vgl. Häberle, 1998, S. 59

[25] vgl. Stolzenburg, 1991, S. 9

[26] vgl. Grill, Perczynski, 1996, S. 515

Details

Seiten
38
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638167666
Dateigröße
929 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10306
Institution / Hochschule
Hochschule Harz - Hochschule für angewandte Wissenschaften (FH) – FB Wirtschaftswissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Risiken Außenhandel Akkreditiv Zinsrisiko Wechselkursrisiko politisches Risiko rechtliches Risiko wirtschaftliches Risiko

Autor

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