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Hesse, Herrmann - Siddharta - Zusammenfassung, Interpretation und Vergleich mit Salinger, J.D. - Der Fänger in Roggen

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 10 Seiten

Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

1. Inhaltsverzeichnis

2. Aufgabe

3. Zusammenfassung „ Siddhartha

4. Zusammenfassung „ Der Fänger im Roggen

5. Sprachliche Vergleiche der beiden Bücher

6. Charakterisierung der Hauptpersonen
6.1 Charakterisierung von Holden
6.2 Charakterisierung von Siddhartha

7. Innere Konflikte der Hauptpersonen
7.1 Konflikte von Holden
7.2 Konflikte von Siddhartha

8. Äussere Konflikte der Hauptpersonen
8.1 Konflikte von Holden
8.2 Konflikte von Siddhartha

9. Interpretation der Bücher
9.1 Interpretation „Siddhartha“
9.2 Interpretation „Der Fänger im Roggen“

10. Der Autor und das Buch - Deutung des Werkes
10.1 Deutung „Siddhartha“
10.2 Deutung „Der Fänger im Roggen“

11. Hermann Hesse über „Der Fänger im Roggen“

12. Eigene Meinung

13. Textauszüge
13.1 Textauszug von Siddhartha
13.2 Textauszug von „Der Fänger Im Roggen“

12. Litteraturverzeichnis

2. Aufgabe

Die Bücher „Der Fänger im Roggen“ und „Siddhartha“ sind zwei Bücher welche beide die Probleme und das Erwachsenwerden zweier ganz verschiedener Jugendlichen auf ihre Art behandeln. Die beiden Hauptpersonen sind sich charakterlich oft sehr ähnlich, doch die Geschichten spielen sich in zwei grundverschiedenen Welten ab und führen darum in zwei ganz verschiedene Bücher. Die beiden Bücher werden im folgenden Text verglichen. Es werden Parallelen gezogen und Gründe gegeben warum die Geschichten in ganz andere Bücher enden.

3. Zusammenfassung „Siddhartha“

„Siddhartha“ ist die Geschichte Buddhas. Im weiteren Sinne ist es die Geschichte eines jungen Menschen, der sich von seinem Elternhaus öst um ein selbständiges Leben zu führen. Zu Beginn lässt ihn sein Vater nicht gehen, doch als er merkt, das der Sohn fest entschlossen ist, gibt er ihm seinen Segen. Mit ihm geht ein Freund, Govinda.

Zusammen schliessen sie sich den Samanas an und lernen dort zu fasten, zu warten und zu denken. Durch Meditation können sie ihren Geist vom Körper lösen, in der Hoffnung, so dem Nirwana näher zu kommen. Da sie so enthaltsam leben, verspüren sie immer mehr Verachtung gegenüber Menschen, welche sich mit „unwichtigen“ Dingen abgeben.

Nach einiger Zeit kommen Siddhartha Zweifel über den Weg, welche sie eingeschlagen haben. Gemeinsam beschliessen sie, die Samanas zu verlassen und Gotama, der „vollendet“ ist, zu folgen. Doch es schliesst sich nur einer der beiden Freunde endgültig dem Buddha an, Siddhartha sucht weiterhin seinen eigenen Weg. Traurig trennen sie sich.

Für Siddhartha beginnt nun ein ganz neuer Lebensabschnitt. Er lernt Kamala kennen, welche ihn in die Künste der Liebe und des Liebens einführt. Um seinen Lebens- unterhalt zu verdienen arbeitet er bei einem Kaufmann. Doch sein Lebensinhalt gehört nicht der Arbeit, er ist nie enttäuscht über einen Fehlschlag, nie erfreut über die guten Geschäfte, die er getätigt hat. Seine einzige Freude besteht in den wenigen Stunden, welche er mit Kamala verbringen kann. Er wird je länger, je unzufriedener und eines Nachts hat er einen Traum, welchen ihn wieder an die Suche nach der Erlösung erinnert. Kamala bemerkt dies und sucht ihn auch nach dem Verschwinden nicht.

Siddhartha schläft am Fluss zu welchem er gegangen ist ein, und als er erwacht, sieht er einen Mönch, der neben ihm sitzt. Es ist Govinda, der ihn fast nicht wiedererkannt. Nach einem kurzen Gespräch trennen sie sich wieder.

Siddhartha geht zu einem sehr weisen Fährmann. Er heisst Vasudeva. Siddhartha hilft Vasudeva und in der Zeit am Fluss, vollzieht sich der Wandel von Siddhartha zum Buddha.

Nach vielen Jahren wird Gotama ins Nirwana eingehen. Unter den Pilgern, die ihn noch besuchen möchten ist auch Kamala und ihr Sohn Siddhartha jun., den sie von Siddhartha hat. Auf dem Weg zur Furt wird sie von einer Schlange gebissen und stirbt.

Siddhartha nimmt seinen Sohn zu sich, doch der Jüngling läuft davon. Siddhartha ist untröstlich über diesen Verlust. Er spricht mit Vasudeva darüber und dieser rät ihm nochmals auf den Fluss zu hören. Siddhartha hört hin und er vernimmt viele Stimmen, die sich nach und nach zu einer einzigen vereinen: der Stimme Gottes.

4. Zusammenfassung „Der Fänger im Roggen“

Der 16jährige Holden Caulfield ist kurz davor wieder einmal von der Schule zu fliegen. Da ihn nichts mehr in der Schule hält flieht er schon vor Ferienbeginn. Da er aber noch nicht nach Hause kann, wird daraus eine Reise von drei Tagen durch die “grosse Stadt” (New York). Niemand ist da, an den er sich wenden kann und so wird diese Reise dann zu einer panischen Suche nach Leuten, mit denen er reden kann. Er lernt in der Hotellobby drei Mädchen kennen, mit welchen er einen Abend zusammen verbringt. Er will Kollegen und Freunde anrufen, doch entscheidet er sich immer im letzten Moment dazu, doch nicht anzurufen. Die wenigen Male, die er doch anruft und diese Versuche auch glücken stösst er immer wieder an die Wände der Zivilisation und zieht sich zurück. Für seine Verwirrung, Sehnsucht und Einsamkeit kennt diese Gesellschaft am Schluss nur den Psychoanalytiker als Heilmittel. Nach den drei Tagen in New York, traut er sich endlich zu seinen Eltern und zu seiner Schwester, welche er sehr gerne hat.

Holden setzt sich in diesem Buch mit der Welt der Erwachsenen auseinander, es begleitet ihn während knapp einer Woche auf dem Weg vom Kinder- ins Erwachsenenleben.

5. Sprachliche Vergleiche der Bücher

„Der Fänger im Roggen“ ist ein Buch mit 26 Kapiteln, kein Vorwort oder Anhang. Es ist in einfachen Sätzen in einer Jugendsprache geschrieben und hat wenige eigentliche sprachliche Bilder. Daraus folgt, dass das Buch einfach zu lesen und zu verstehen ist.

„Siddhartha“ hingegen ist in einer Sprache geschrieben, welche nicht immer ganz so einfach zu verstehen ist. Es ist oft sehr philosophisch geschrieben so das der Leser selber auch studieren muss.

Die Personen und das soziale Netzwerk sind in beiden Büchern recht ähnlich aufgebaut mit einer Hauptfigur (Siddhartha und Holden) und um diese beiden Darsteller ein Netz von Familie, Kollegen, Freunden und Bekannten. Dieses Netz ist auf Anhieb gesehen recht gross, doch beim näheren studieren gibt es nur wenige Personen, welche dem Hauptdarsteller nahe stehen und so die Geschichte und deren Verlauf beeinflussen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das soziale Netzwerk der Hauptpersonen

6. Charakterisierung der Hauptpersonen

In den folgenden zwei Abschnitten werden Holden und Siddhartha charakterisiert.

6.1 Charakterisierung von Holden

Holden Caulfield kommt aus einer wohlhabenden Familie, jedoch hat er keine besonders enge Beziehung zu seinen Eltern. Er ist 16 Jahre alt, sehr mager und hat schon viele graue Haare auf dem Kopf. Er behauptet von sich selbst Kettenraucher zu sein (was sich im Buch bestätigt...), und verträgt auch viel Alkohol. Er verehrt seine jüngere Schwester Phoebe, so wie seinen verstorbenen Bruder Allie. Sie gehören zu den wenigen Leuten, die Holden als nicht verlogen und falsch bezeichnen würde. Ebenfalls scheinen sie die einzigen zu sein, mit denen Holden gerne redet. Mit Allie redet er in seiner Phantasie, und meist wenn es ihm schlecht geht. Das gibt ihm Kraft um durchzuhalten. Er bewundert auch seinen älteren Bruder D.B., ein talentierter Autor, den er auch nicht oft sieht, da er in Hollywood ist und sich prostituiert. Er mag es jedoch nicht, dass er in Hollywood ist, und Filme schreibt. Er mag überhaupt keine Filme. Er bezeichnet sie als unecht, verlogen und falsch, genauso wie viele andere Dinge. Fast seine ganze Umwelt scheint ihm so zu sein. Es ist klar festzustellen, dass Holden in seiner eigenen Welt lebt. Er hat Anpassungsschwierigkeiten, die es ihm nicht erlauben sich auch nur der „Aussenwelt“ zu nähern. Er sieht sich selbst als ein Aussenseiter in der Welt. Holden hat eine sehr komplizierte Persönlichkeit: es besteht immer ein grosser Unterschied, zwischen dem was er macht, und dem was er denkt. Zum Beispiel hält er sich selber für einen schlechten Schüler, schreibt in Wirklichkeit aber gute Aufsätze. Er möchte mit niemandem reden, versucht aber mit vielen Leuten Kontakt aufzunehmen, um sich mit ihnen zu treffen. Er freut sich über Kleinigkeiten, und doch ist er meistens deprimiert. Er hasst Leute die verlogen sind, gibt aber gleichzeitig zu, der grösste Lügner der Welt zu sein. Er befindet sich in einer Entwicklung, und hat deutliche Schwierigkeiten mit dem Erwachsen werden.

6.2 Charakterisierung von Siddhartha

Siddhartha ist noch jung als er sich selbständig machen will und mit seinem Freund die Heimatstadt verlässt. Er ist eine starke Person, ein eher zurückgezogener junger Mann, der aber genau weiss, was er will. Für Govinda ist er immer wie ein grosser Bruder, die beiden sind unzertrennliche Jugendfreunde.

Als sie sich trennen, hat Govinda einen anderen „grossen Bruder“ gefunden, welchem er folgen kann. Siddhartha macht sich alleine auf den Weg, zwar traurig über die Trennung von seinem Freund, aber glücklich darüber, dass er seine eigenen Ziele verfolgen kann ohne auf andere Rücksicht nehmen zu müssen.

Siddhartha macht zwar den Eindruck eines offenen Menschen, doch ist er ebenso verschlossen in seiner Art. Er kann zu dem Kaufmann gehen, er trifft Kamala und hat sofort guten Kontakt geknüpft. Doch ihm genügt nicht ein Kontakt, er will mehr, er will das Leben verstehen, er will leben ohne auf jemanden Rücksicht zu nehmen und begreift, dass er dies nur kann, wenn er seine schwangere Freundin verlässt.

Seine Person zeichnet sich aus durch Selbstbewusstsein und Zurückgezogenheit. Er spricht weise und überlegt.

7. Innere Konflikte der Hauptpersonen

Die Hauptpersonen der beiden Bücher schauen am Schluss beide aus einer anderen Position und Perspektive (Sanatorium, Fährmann) auf ihr Leben und versuchen das Vergangene zu verarbeiten. Beiden gelingt es auf ihre Art, Siddhartha wird zu Buddha und Holden Erwachsen.

7.1 Konflikte von Holden

Holden wird erwachsen, doch er will dies nicht. Er kann zu Rechenschaft gezogen werden für seine miserable Schulleistung, für seine Fehler und genau das macht ihm Angst. Er bliebe lieber ein Kind, ein Muttersöhnchen, dem alles verziehen wird. Im Sanatorium sollen seine Ängste auskuriert werden. Am Schluss schafft er die Welt ihren den Problemem zu akzeptieren und wird in seiner Denkweise älter und erwachsener.

Er will sich überall mitteilen, sucht vergeblich Freunde und zieht sich darum immer mehr in sich zusammen wo er alleine „Erwachsen werden“ kann. Er arbeitet diese schwierige Zeit auf, indem er dieses Buch schreibt.

Holden hat nicht viel Selbstvertrauen, er findet die ganze Welt kindisch und langweilig. Für ihn selber ist er die Hauptperson der Welt, die aber nicht beachtet wird und somit ihre Rolle als Aussenseiter hat. Doch als er seinen Prozess des „Erwach- senwerdens“ abgeschlossen ist, merkt er, dass nicht er die Hauptrolle von Gott bekommen hat, sondern dass alle Menschen in ihrem jeweiligen Umfeld Hauptrollen spielen.

7.2 Konflikte von Siddhartha

Siddhartha ist ähnlich. Er lernt auf Dinge zu verzichten, zu fasten zu denken und zu warten. Im Laufe der Zeit beginnt er eine Missachtung gegenüber den „Kinder- menschen“ zu empfinden, welche Dinge tun, die er nicht als wichtig einstufen würde. Er kann nicht verstehen was für Lappalien die Leute aus der Fassung bringen kön- nen. Er wirkt - auch wenn er zurückgezogen ist - fast ein bisschen überheblich. Siddhartha bleibt einsam, auch wenn er in Gesellschaft ist. Er versteht die Menschen nicht und sie verstehen ihn nicht.

Eigentlich sind bei Siddhartha sowohl die inneren als auch die äusseren Konflikte „innerlich“, das heisst sie werden von ihm innerlich verarbeitet und in vielen Monologen mit sich selbst und wenigen Dialogen mit anderen Personen gelöst.

8. Äussere Konflikte der Hauptpersonen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

8.1 Konflikte von Holden

Äussere Konflikte hat Holden eine Menge. Oft werden diese Probleme mit Gewalt gelöst. Als z.B. Holden Strandlater nervt, hat dieser keine andere Idee und schlägt Holden mit der Faust in den Bauch und ins Gesicht, so dass er blutend liegen bleibt. Als Holden das Geld für seine Prostituierte nicht bezahlen will, kommen sie und ihr Zuhälter ins Zimmer und während er Holden droht, stiehlt sie ihm das Geld. Der Abschluss des „Besuches“ ist ein Faustschlag von Maurice in Holden’s Bauch.

Die Eltern möchten, dass ihr Sohn eine erfolgreiche Schulzeit verbringt und als sie merken, dass es schwierig sein wird, stecken sie ihn einfach in ein Sanatorium.

8.2 Konflikte von Siddhartha

Siddharthas Aufbruch ist als Zweifel an den überlieferten Praktiken der Religion und der Tradition zu verstehen. Das Beten und die Meditation mit Hilfe des Wortes "Om" zu Hause bei den Brahmanen, geben Siddhartha aber nicht das Gefühl, dass er dem Göttlichen, der Wahrheit näher komme.

Siddharthas Vater ist ein beherrschender, ruhiger und frommer Mann, der von seinem Sohn vor eine sehr schwierige Situation gestellt wird, da er von ihm verlassen wird. Auch der alte Samana ist nach Siddharthas erneutem Aufbruch zornig auf ihn, da er dessen Ziel nicht verstanden hat.

Grundsätzlich gilt aber auch hier: Die äusseren Konflikte werden nur am Anfang mit dem Vater, und in der Mitte mit dem Geschäftsmann ausgetragen. Und selbst bei den Kindermenschen im Geschäftsleben sind dies eher innere Konflikte, da sich Siddhartha mehr zu Hause fühlt bei sich selber als z.B. bei seinem Chef und sich darum auch nicht über den Geschäftsverlauf freuen kann oder ihn traurig stimmt.

9. Interpretation der Bücher

Eines haben die beiden Bücher auf jeden Fall gemeinsam: Es sind zwei Menschen auf der Suche nach „ihrem“ besten Weg.

Man kann sowohl Siddharthas wie auch Holdens Leben mit einem Pendel vergleichen, das von Extrem zu Extrem schwingt und schlussendlich ruhig in der Mitte stehen bleibt. Zwar begleitet der Leser Siddhartha während einer längeren Zeitspanne als er Holden begleitet, doch finden beide Hauptdarsteller am Schluss des Buches die Ruhe, die sie sich erhofft haben zu finden.

9.1 Interpretation „Siddhartha“

Siddhartha sucht den Frieden, den Weg, die Erlösung, in welcher er zu Buddha wird und so ins Nirwana aufgehen kann. Er ist auf der Suche nach seiner Lösung das Leben zu bewältigen, er geht seine Wege und er findet im Fährmann seinen Weg mit seiner Lösung. Er ist kritisch gegenüber allen totalitären Lösungen, welche den Weg genau vorgeben.

Falls es ein Buch geben würde, in dem der Weg zur Erleuchtung beschrieben wäre und nehmen wir an, dass alles was in diesem Buch steht stimmen würde, so wäre auch das Lesen dieses Buches keine Garantie die Erleuchtung zu finden. Auch wenn man alles was in diesem Buch steht verstanden hätte, so müsste man zuerst all die Aussagen dieses Buches emotional, gefühlsmässig begreifen, da reine Geistigkeit noch kein Leben ist und nur Lebendes die Erleuchtung finden kann.

Ohne all die Fehler, die Siddhartha begangen hat, hätte Siddhartha die Erleuchtung wie er sie sich vorstellt, wohl nicht gefunden, wie sollte er denn auch bemerken, wie man die Erlösung findet, wenn er nicht weiss, wie man sie nicht findet. Der richtige Weg ist versteckt zwischen unzählbar vielen anderen, den man, vorausgesetzt man verliert sich nicht oder hört auf zu suchen, irgendwann zwangsläufig finden muss.

9.2 Interpretation „Der Fänger im Roggen“

Holden sucht ebenfalls nach „seiner“ Lösung, auch wenn diese nicht ganz so ist, wie andere Menschen seine Probleme lösen würden.

Holden ist auf der Suche nach sich selber, über sich sagt mehrere Male er sei ein „elender Lügner“. Er weiss aber, dass er auch anders kann, er schafft es nur nicht. Er sucht nach dem Weg seine psychologischen Probleme zu bewältigen, seine emotionale Entwicklung in den Griff zu bekommen und nicht immer die Verliererrolle einnehmen zu müssen. Sein Weg führt ihn über viele Steine und Berge, doch gegen Ende des Buches bekommt man den Eindruck, dass Holden es geschafft hat.

Fast während der gesamten Erzählung ist es Holdens Ziel, weg, in den Norden zu gehen, um dort zurückgezogen und allein als durchschnittsverdienender Bürger sein Leben zu leben. Er möchte allein sein.

10. Der Autor und das Buch - Deutung des Werkes

10.1 Deutung „Siddhartha“

Hermann Hesse (Siddhartha) sagte einst, er habe sich diese „indische Dichtung“ nicht einfach ausgedacht und niedergeschrieben, sondern habe sie selbst durchlebt. Er meint, es sei unsinnig etwas schreiben zu wollen, was man nicht selbst durchlebt habe.

Hesse hat sich ein Leben lang dagegen gewehrt sich irgendwelchen Normen unterzuordnen, die ihm die Suche seines eigenen Weges untersagten. Hesse versuchte die Einmaligkeit jedes menschlichen Wesens zu verteidigen:

„ Darum ist jedes Menschen Geschichte wichtig, ewig, göttlich, darum ist jeder Mensch, solange er irgend lebt und den Willen der Natur erfüllt, wunderbar und jeder Aufmerksamkeit würdig, in jedem ist der Geist Gestalt geworden. “ (1)

Hesse unternahm den Versuch, die Jugend darauf aufmerksam zu machen, dass es darauf ankommt sich zu entfalten und selbst zu verwirklichen. In der indischen Religion scheint er einiges gefunden zu haben was diesen Vorgang unterstützt. Diese Erzählung sollte aber keineswegs eine Art von Anweisung zur Weisheit und zum richtigen Leben sein.

In der indischen Glaubensform scheint Hesse das gefunden zu haben, was er lange suchte. Sei es Buddhismus oder Hinduismus, in beiden Richtungen wird jedem Menschen die Gelegenheit gegeben, seinen Weg zu gehen, um am Ende zur Wahrheit zu gelangen. Dieser Selbstverwirklichungsprozess gelingt auch in Asien nur sehr wenigen, aber im Denken dieser Völker ist die Möglichkeit potentiell vorhanden. Nach Hesse gab es nur einen einzigen Weg, der doch auch so verschieden wie einzigartig ist: Jeder Mensch sollte über sich selbst, über seine Begabungen und Möglichkeiten Klarheit suchen. Diese Art Selbstverwirklichung und Selbstwerdung bildet für Hesse den Grundstein aller kulturellen Werte.

Hesse fand diese Gedanken nicht nur im Indischen. Er verwies die jungen Leute die Rat suchten, auf die Werte des alten China aus der Antike, auf die Bibel und das Christentum.

10.2 Deutung „Der Fänger im Roggen“

Jerome David Salinger war ein durchschnittlicher Schüler. Er verliess jedoch vorzeitig die bekannte McBurney school in Manhatten, die er von 1932 - 1933 besuchte. Ab 1938 besuchte er die „Ursinus University“, wo er als Kolumnist des „Ursinus Weekly“ kritische Anmerkungen unter dem Titel „The skipped Diploma“ (das geschwänzte Diplom) schrieb. Doch wie er in einem Interview sagte, war ihm diese Tätigkeit bald zu langweilig, und Salinger ging nach dem ersten Semester nach New York zurück, um an der „Columbia University“ einen Kurs in „Kurzgeschichten schreiben“ zu belegen.

Nach dem „Fänger“ wuchs das Interesse an ihm immer mehr, und er versuchte sich der Publicity um ihn zu entziehen, in dem er sich zurück zog und Interviews, sowie das Erscheinen zu Preisverleihungen ablehnte. Doch das führte nur zu mehr Ehrungen und Auszeichnungen.

Da sich das Interesse der Öffentlichkeit an Salinger nicht legte, floh dieser schliesslich in das abgelegene Cornish in New Hampshire, wo heute noch (wieder) verheiratet wohnt. Er hat zwei Kinder.

Auch hier sehen wir, das Salinger seine eigene Jugend verarbeitet, in welcher er selber zwei Colleges besuchte. Er hat eine Schule abgebrochen - so wie Holden dies auch macht - und wollte schon immer weg von seiner Heimat. Durch den Medienrummel wird er dann auch „gezwungen“ dies zu tun. Holden spricht in seinem ganzen Buch davon, dass er in den Norden ziehen will und alleine, zurückgezogen als Durchschnittsbürger leben will.

Die Person von Holden könnte auch als Abbild von Salinger betrachtet werden, Salinger hat sein ganzes Leben „ausserhalb“ der Gesellschaft verbracht, er ist ein zurückgezogener Mensch, der die Ruhe liebt, aber doch das Gefühl hat, unter die Menschen gehen zu müssen.

1986 hat er in einem seiner wenigen Interviews gesagt :

„ Ich liebe es sehr zu schreiben. Aber nur für mich selbst, zu meinem eigenen Vergnügen “ (3)

11. Hermann Hesse über „Der Fänger in Roggen“

Was Hermann Hesse über das Werk „Der Fänger im Roggen“ sagt:

„ In einer problematischen Welt und Zeit kann Dichtung nichts höheres erreichen. Keine andere Romanfigur durchlebte und durchlitt den Schmerz, erwachsen zu werden, so eindringlich und symbolkräftig dargestellt wie Salingers jugendlicher Held Holden Caulfield, der zum Mythos, zum ersten Popstar der Weltliteratur wurde. Wenn man jung ist, gibt es Dinge, nach denen das Leben nicht mehr so ist wie vorher: Der erste Kuss, das erste Geld, die erste Droge, der erste Sex und „ Der Fänger im Roggen “ . (2)

12. Eigene Meinung

„Siddhartha“ ist ein Buch, welches viel über Menschen und deren Verhalten aussagen kann. In dem Buch stecken viele Lebensweisheiten, mit welchen man - würde man alle beachten - ein weiser Mensch wäre.

Das Buch zu lesen ist es sicher wert, es ist in einer Sprache geschrieben, die nicht jedem Leser liegt.

„Der Fänger im Roggen“ ist ein sehr amüsantes Buch, auch wenn es keine eigentliche „Action“ hat. Doch ist es ein Buch, das nur schon wegen der sprachlichen Gewandtheit von Salinger ein „must“ ist für jeden Litteraturinteressierten. Das Buch ist einfach zu lesen, es werden nicht schwierige Wörter verwendet, ganz einfache Sätze mit einfachen Wörtern sowie eine einfache Struktur und ein klarer Aufbau zeichnen dieses Buch aus.

13. Textauszüge

Im Folgenden sind zwei Textauszüge, je einer von „Siddhartha“ und einer von „Der Fänger im Roggen“.

13.1 Textauszug von „Siddhartha“

Siddhartha spricht zu Govinda:

„ Dies hier “ , sagte er spielend, „ ist ein Stein, und er wird in einer bestimmten Zeit vielleicht Erde sein und aus Erde wird Pflanze werden oder Tier oder Mensch. Früher nun hätte ich gesagt ‚ dieser Stein ist bloss ein Stein, er ist wertlos, er gehört bloss der Welt der Maja an; aber weil er vielleicht im Kreislauf der Verwandlungen auch Mensch und Geist werden kann, darum schenke ich ihm auch Geltung. ‘ So hätte ich früher vielleicht gedacht. Heute aber denke ich: Dieser Stein ist ein Stein, er ist auch Tier, er ist auch Gott, er ist auch Buddha, ich verehre und liebe ihn nicht, weil er einstmals dies oder jenes werden könnte, sondern weil er alles längst und immer ist - und gerade dies, dass er Stein ist, das er mit jetzt und heute als Stein erscheint, gerade darum liebe ich ihn, und sehe Wert und Sinn in jeder von seinen Adern und Höhlungen, in dem gelb, in dem Grau, in der Härte, im Klang, den er von sich gibt, wenn ich ihn beklopfe, in der Trockenheit oder Feuchtigkeit seiner Oberfläche. “ (...)

Schweigend lauschte Govinda. (4)

13.2 Textauszug von „Der Fänger im Roggen“

Holden zu Phoebe:

„ Kennst du das Lied 'Wenn einer einen andern fängt, der durch den Roggen läuft? “ Phoebe: „ Es heisst 'Wenn einer einen andern trifft der durch den Roggen läuft'. Das ist ein Gedicht von Robert Burns. “

„ Das weiss ich auch, dass es ein Gedicht von Robert Burns ist. “

Sie hatte aber ganz recht. Es heisst 'Wenn einer einen andern trifft, der durch den Roggen läuft'. Damals wusste ich das allerdings noch nicht.

„ Ich dachte es hiess 'Wenn einer einen andern fängt der durch den Roggen läuft.' “ sagte ich. „ Aber jedenfalls stell ich mir immer kleine Kinder vor, die in einem Roggenfeld ein Spiel machen. Tausende von kleinen Kindern, und keiner wäre in der Nähe - kein Erwachsener, meine ich - ausser mir. Und ich würde am Rand einer verrückten Klippe stehen. Ich müsste alle festhalten, dieüber die Klippe hinauslaufen wollen - ich meine, wenn sie nicht achtgeben, wohin sie rennen, müsste ich vor- springen und sie fangen. Das wäre alles, was ich den ganzen Tag tun würde. Ich wäre einfach der Fänger im Roggen. Ich weiss schon, dass das verrückt ist, aber das ist das einzige, was ich wirklich gern wäre. Ich weiss natürlich, dass das verrückt ist. “ (5)

14. Litteraturverzeichnis

[...]


(1) Hermann Hesse, „Materialien zu Hermann Hesses Siddhartha“, 2. Band, S. 247

(2) Internet Seite: http://www.mardou.de/beat/wfanger.htm

(3) Internet Seite: http://members.aol.com/fhornig/salinger.html

(4) Hermann Hesse, „Siddhartha“, Suhrkamp Verlag, ISBN 3-518-36682-3, S.115/116

(5) J.D. Salinger, „Der Fänger im Roggen“ rororo, ISBN 3-499-10851-8, S.127

Details

Seiten
10
Jahr
2001
Dateigröße
358 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103021
Note
2
Schlagworte
Hesse Herrmann Siddharta Zusammenfassung Interpretation Vergleich Salinger Fänger Roggen

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Titel: Hesse, Herrmann - Siddharta -  Zusammenfassung, Interpretation und Vergleich mit Salinger, J.D. - Der Fänger in Roggen