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Fontane, Theodor Politische und Soziale Hintergründe / Lebneslauf

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 5 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Theodor Fontane

( 1819 - 1898 )

Politische und Soziale Hintergründe

Politik:

- 1848 Scheitern der liberalen Revolution
- Machkampf um Vorherrschaft in Dtld. zwischen Österreich und Preußen
- 1866 dt. - dt. Krieg; Preußen siegt
- 1870/71 dt. - franz. Krieg; Dtld. siegt
- Preußen wird führender Staat in Dtld.
- 1871 Reichsgründung
- Otto von Bismarck
- Junkertum hohe Bedeutung

Literatur:

- noch hoher Einfluss der vorhergehenden Klassik und Romantik ( kaum Entwicklung)
- ab 1830 Politisierung der Literatur
- es gab, nach Einführung der Pressefreiheit und Fortschritt von Technik und Wirtschaft, nach 1848 immer mehr Zeitschriften

Gesellschaft:

- Klassengesellschaft
- Besitz u. Einkommen entschieden über Lebensstil, Familienverhältnisse, Wohnsituation, Bildung, Stellung in der Gesellschaft
- Starkes Abgrenzungsverhalten nach unten hin, Aufstiegswille, Individualitätsstreben, ausgeprägte Titel- und Ordenhierarchie, große Opferbereitschaft

Aufstiegsmöglichkeiten:

- für Männer zum Teil in Militärkarriere
- für Frauen Aufstiegsmöglichkeiten durch Heirat
- wichtigste Voraussetzung: Bildung ( gute Bildung war sehr teuer, deswegen waren nur reiche Leute gut gebildet )

Klassen:

- Juden = wichtig für Handel- u. Bankwesen
- Militär u. Adel = höchste Stellung, gesamte politische Macht
- Bürgertum = zentrale Positionen in Wirtschaft u. Verwaltung, Industrie, Technik, Alltag, Kultur. Kein politisches Mitspracherecht, trotzdem sehr staatstreu, Liberalismus, Nationalismus

Kennzeichen des Bürgertums:

- gesicherte Lebenslage ( ohne körperliche Arbeit )
- Lebensstil, der auf Bildung, Erziehung, Familie und auf strengen Normen ( Fleiß, Leistung, Pflicht, Erfolg, Rationalität, Skepsis, Selbständigkeit, Eigenverantwortung ) aufbaute
- Staatstreue

>> In Gesellschaft des 19. Jhd. gab es wenig Platz f ü r Liebe und Tr ä ume <<

Theodor Fontane

( 1819 - 1898 )

Realismus

( 1830 - 1880 )

Roman = neue literarische Gattung des Realismus, bei Autoren, wie Balzac, Flaubert, Keller, Raabe, Fontane, Turgenjew, Leo Tolstoj, Dostojewskij, Dickens

Realismus = „ Wiederspiegelung alles wirklichen Lebens, aller wahren Kr ä fte und Interessen im Elemente der Kunst. “

Realismus war Ausdruck gegen idealistisch- romantische Kunstauffassungen und gegen Naturalismus.

- im deutschen Realismus werden Personen, Situationen und Konflikte eher verklärt ( trotz der Wirklichkeitstreue ) umschrieben.
- wenig Gesellschaftskritik
- Bürgerliche Welt steht im Zentrum des Interesses zeitgenössischer Autoren, wie Fontane
- Durch Industrialisierung, Technisierung wird Bürgertum immer wichtiger
- Durch subjektive Erzählperspektive, wird detailgetreuer Ausschnitt der Wirklichkeit gegeben
- Gefühle und Kritik der Verfasser bleibt verborgen. Verfasser bleibt unparteiisch und wollte keine Aktivität hervorrufen.

Poetischer Realismus (1840 - 1900):

- geprägt von Otto Ludwig
- der poetische Realismus betont Eigenständigkeit des Kunstwerks
- „Durch die Verklärung erst wird die Dichtung zur Kunst und unterscheidet sich von anderen Auseinandersetzungen mit der Wirklichkeit. Verklärung bezieht sich also nicht auf das Dargestellte, sondern auf die Art der Darstellung, die Schreibweise.“ (aus Weltbild Kolleg Abiturwissen Literatur S.90)

Im Realismus tauchen neben der lebensechten Wirklichkeit neue Werte, wie z.B. Die Bedeutung und Schönheit des Einfachen auf, außerdem das Leben der Bauern und Handwerker, des Dorfes und der Kleinstadt, und die Entdeckung des Abschreckenden (Häßlichen). Eben alles Dinge, die unvermeidlich zum Leben dazugehören.

Hauptthematik der Realisten ist der Mensch, insbesondere die Beziehung zwischen den Menschen, zwischen Mensch und Wirklichkeit, zwischen Mensch und Umwelt.

Theodor Fontane

( 1819 - 1898 )

Lebenslauf

„Leicht zu leben ohne Leichtsinn, heiter zu sein ohne Ausgelassenheit, Mut zu haben ohne Übermut, Vertrauen und wendige Ergebenheit zu zeigen ohne tückischen Fatalismus - das ist die Kunst des Lebens.“

- * am 30. Dezember 1819 in Neuruppin
- Fontane stammt aus einer Hugenottenfamilie ab, die in Preußen heimisch wurde
- Vater Louis Henri Fontane war Apotheker
- 1821 zieht die Familie aus beruflichen Gründen nach Swinemünde um
- 1827 Schulbesuch in Swinemünde, drei Monate später aber nur noch Heimunterricht
- ab 1832 besucht Fontane das Gymnasium in Neuruppin
- ab 1833 geht er auf die Gewerbeschule in Berlin
- 1834 schreibt er in seinem Buch „Meine Kinderjahre“ über Zeit in Swinemünde
- 1835 erste Begegnung mit Emilie Rouanet-Kummer
- 1836 lernt Fontane Theodor Storm kennen
- 1836 - 1840 macht er eine Apothekerlehre in Berlin
- 1841 Erkrankung Fontanes an Typhus ( Infektionskrankheit )
- 1841 Eintritt in demokratischen burschenschaftlichen Verein „Herwegh-Klub“
- 1843 Übersetzung von Hamlet
- von 1843 - 1865 Mitglied des literarischen Sonntagsverein „Tunnel über der Spree“
- 1844 erste Londonreise mit Schulfreund
- von 1844 - 1845 Militärdienst
- 1845 Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer
- 1847 macht er sein Staatsexamen zum Apotheker
- 1848 - 1849 Pharmazielehrer in Bethanien
- 1848 Teilnahme Fontanes an Barrikadenkämpfen auf Seiten der Revolutionäre
- 1849 gibt Fontane seinen Apothekerberuf auf
- 1849 wird er Berliner Korrespondent der demokratischen „Dresdner Zeitung“
- ab 1850 nimmt er journalistische Stellung bei der preußischen Regierung an
- 1850 Heirat mit Emilie Rouanet-Kummer, Fontane bekommt mit ihr 4 Kinder
- 1851 Anstellung an der Zentralstelle für Preßangelegenheiten
- ab 1852 wird er preußischer Pressereferent in England
- bis 1859 arbeitet er mit Unterbrechung als freier Mitarbeiter im Büro eines Ministeriums
- 1855 Berliner Korrespondent der „Westphälischen Zeitung“
- von 1855 - 1860 lebt er in England als Berichterstatter
- 1885 Reise mit einem Freund durch Schottland
- ab 1860 arbeitet er an „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“
- 1860 erscheinen „Aus England“ und „Jenseits des Tweed“
- von 1860 - 1870 ist er als Redakteur der Berliner „Kreuz-Zeitung“ tätig
- 1864 Reise zum dänischen Kriegsschauplatz und nach Kopenhagen
- von 1864 - 1866 Kriegsberichterstatter im Dienste Preußens
- 1868 Reisen nach Thale und Erdmannsdorf ( Schlesien)
- von 1870 - 1871 Kriegsberichterstatter im Deutsch-Französischen Krieg
- 1870 wird Fontane wegen Spionageverdacht festgenommen
- 1870 - 1889 schreibt er Theaterkritiken für die „Vossische Zeitung“
- 1874 vierwöchige Reise mit Frau nach Italien
- 1875 Reise in die Schweiz, nach Italien und Österreich
- 1876 arbeitet Fontane als Sekretär für die Akademie der Künste in Berlin und agiert gleichzeitig als freier Schriftsteller, die meisten seiner Romane entstehen
- 1878 „Vor dem Sturm“
- 1880 „Grete Minde“ erscheint
- 1882 „L´Adultera“ und „Schach von Wuthenow“
- 1884 „Graf Petöfy“ erscheint
- 1885 „Unterm Birnenbaum“
- 1887 stirbt Sohn George an Blinddarmdurchbruch
- 1888 erscheinen „Irrungen, Wirrungen“ und „Fünf Schlösser“
- 1891 erhält er den Schiller-Preis
- 1892 „Frau Jenny Treibel“
- 1892 schwere Erkrankung Fontanes an Gehirnanämie
- 1894 erscheint „Von vor und nach der Reise“
- 1894 wird er Dr.phil. h. c.
- 1895 ersche int „Effi Briest“
- 1896 „Die Poggenpuhls“
- 1898 „Der Stechlin“
- † am 20. September 1898 in Berlin

Wichtigste Werke:

1878 Vor dem Sturm

1880 Grete Minde

1880 Wanderungen durch die Mark Brandenburg

1882 L´Adultera

1885 Unterm Birnenbaum

1888 Irrungen, Wirrungen

1890 Stine

1891 Unwiederbringlich

1892 Frau Jenny Treibel

1894 Meine Kindejahre

1895 Effi Briest

1896 Die Poggenpuhls

1899 Der Stechlin

Romane:

Unterm Birnenbaum

Effi Briest

Ellernklipp

Der Stechlin

Frau Jenny Treibel

Grete Minde

Irrungen, Wirrungen

Meine Kinderjahre

Vor dem Sturm

Reisebeschreibungen:

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Aus England

Jenseits des Tweed

Novellen:

L´Aadultera

Die Poggenpuhls

Stine

Mathilde Möhring

Details

Seiten
5
Jahr
2000
Dateigröße
429 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v103009
Note
14 Punkte
Schlagworte
Fontane Theodor Politische Soziale Hintergründe Lebneslauf

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