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Friedrich Dürrenmatts 'Es steht geschrieben' - eine Werkbetrachtung

Hausarbeit (Hauptseminar) 2002 21 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Die Wiedertäuferbewegung und ihre „Helden“ in der Kritik

2. Die Theaterform der Komödie – das Komische, die Parodie und das Groteske
2.1 Die Komödie als Ausdrucksmittel des Dürrenmattschen Weltbilds
2.2 Die Komödie als Theater der Nicht-Identifikation
2.3 Parodie, Paradoxie und das Komische in Es steht geschrieben

3. Es steht geschrieben und Die Wiedertäufer – ein Vergleich

Nachwort

Bibliographie

Vorwort

In den Jahren 1945 und 1946 als erstes seiner Theaterstücke verfasst, erlebt das Drama Es steht geschrieben im Frühjahr 1947 seine Premiere im Zürcher Schauspielhaus. Ziemlich genau zwanzig Jahre später und am selben Ort folgt die Erstaufführung des Stückes Die Wiedertäufer . Eine Komödie, einer Neufassung des frühen Werkes.

Unter den frühen, weniger bekannten Werken Friedrich Dürrenmatts bietet das Drama in besonderem Maße eine Basis für die Analyse des Gesamtwerkes, gibt es doch im Vergleich zur überarbeiteten Fassung von 1967 einen Einblick in die dramaturgische Entwicklung des schweizerischen Autors. Bei einer Untersuchung des ersten Werkes liegt es also nahe, die überarbeitete Fassung in eine Betrachtung mit einzuschließen, und so die Gelegenheit eines anschaulichen Vergleiches zwischen dem „genialen Wurf des Neulings“ und dem „reifen Werk des prominent gewordenen Dramatikers“[1] zu ergreifen. Dürrenmatt selber schreibt im Nachwort zu der 1967 erschienenen Komödie Die Wiedertäufer, das Stück sei die „Wiederaufnahme eines Versuchs [...], den [er] im Jahre 1946 unternommen habe“, und bei dem „einzelne Teile des frühen Werks [...] übernommen werden [konnten]“. Er bezeichnet die Wiedertäufer als eine Begegnung „meiner heutigen Dramatik mit meiner ersten Dramatik“; es habe ihn verlockt, „noch einmal das alte Spiel, bewußter jetzt, durchzuspielen“[2]

In diesem Sinne soll in dieser Arbeit zuerst das Drama mit seinen bestimmten, kennzeichnenden Elementen besprochen werden und im letzten Teil eine Gegenüberstellung der beiden Stücke folgen, in der zum einen Gründe gesucht werden sollen, was Dürrenmatt zu einer Neuaufnahme veranlasste, zum anderen die Entwicklung vom Werk eines Nachkriegsautors zur Neubearbeitung nach 20 Jahren schriftstellerischer Erfahrung und vielzähligen erfolgreichen Werken betrachtet werden soll.

Es steht geschrieben, wie demnach auch Die Wiedertäufer, befasst sich mit der Geschichte des Wiedertäuferreiches, das Mitte des 16. Jahrhunderts in Münster, Westfalen errichtet wurde, ist aber nach Dürrenmatts eigenen Angaben weder ausreichend historisch fundiert, noch als geschichtliches Drama anzusehen. „... es sei nicht [seine] Absicht gewesen, Geschichte zu schreiben, wie [er] denn auch Dokumenten nicht nachgegangen [sei], kaum dass [er] einige wenige Bücher gelesen habe über das, was sich in jener Stadt zugetragen“[3], heißt es im Vorwort zu Es steht geschrieben. Die Meinungen der Kritiker gehen auseinander, ob es sich um ein religiöses Problemstück handelt, ist Dürrenmatt als Sohn eines protestantischen Schweizer Pfarrers doch in einem Umfeld aufgewachsen, in dem die „Schrulligkeit gewisser Täufer“[4] sich bis heute erhalten hat. Dürrenmatt selber hat keine Erklärungen über die Bedeutung des Stückes gegeben und so haben Kritiker bis zum heutigen Tage „vom Nihilismus bis zur gnadenhaften Erleuchtung so ziemlich alles in das Stück hineininterpretiert“[5]

Nachdem eine Besprechung dieser religiösen Grundthematik den Einstieg in eine weitere Arbeit geben soll, wird im Folgenden das bei einer Untersuchung des Dürrenmattschen Werkes nicht zu überschätzende Element des Komischen näher beleuchtet. Hier sollen die verschiedenen Stilformen der Groteske, des Komischen, des Paradoxen und der Parodie zusammenfassend besprochen werden, da eine ausführlichere Beschäftigung zwar dem Werk eher gerecht würde, den Rahmen dieser Arbeit allerdings sprengen würde. Im letzten Teil der Arbeit soll, wie schon erwähnt, der Vergleich der beiden ‚Fassungen’ gezogen werden.

Die vorliegende Untersuchung bezieht sich auf die Werkausgaben Band 1 (Es steht geschrieben) und Band 10 (Die Wiedertäufer), die 1980 im Züricher Verlag der Arche erschienen sind. Zitate der Theaterprobleme habe ich der Kopie des Werkes aus dem Seminarapparat entnommen, bei der mir leider die bibliographischen Angaben fehlen. Es handelt sich um die Ausgabe, mit der im Seminar gearbeitet wurde.

[...]


[1] Josef Schmidt, Das Drama ‚Es steht geschrieben’ und die Komödie ‚Die Wiedertäufer’ in: Zu Friedrich Dürrenmatt, Hrsg.: Armin Arnold. Stuttgart: Klett, 1982, 42

[2] Friedrich Dürrenmatt, Dramaturgische Überlegungen zu den Wiedertäufern. Anhang zu: Die Wiedertäufer. Eine Komödie in zwei Teilen. Werkausgabe Band 10. Zürich: Verlag der Arche, 1980, 137

[3] Friedrich Dürrenmatt, Vorwort zu: Es steht geschrieben. Ein Drama. Werkausgabe Band 1. Zürich: Verlag der Arche, 1980.

[4] Hans Bänzinger, Frisch und Dürrenmatt. Zit. in Schmidt 47

[5] Schmidt 45

Details

Seiten
21
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638167345
Dateigröße
516 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10251
Institution / Hochschule
Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover – Institut für deutsche Literatur und Sprache
Note
noch keine
Schlagworte
Friedrich Dürrenmatts Werkbetrachtung Dürrenmatt Erzählungen

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Titel: Friedrich Dürrenmatts 'Es steht geschrieben' - eine Werkbetrachtung