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Die Geschichte des Vietnamkrieges von Marc Frey

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 4 Seiten

Geschichte - Asien

Leseprobe

Geschichte des Vietnamkriegs von Marc Frey

Der Französische Indochina-Krieg (1945-1954)

Als 1887 die Franzosen die Indochinesische Union (Vietnam, Laos und Kambodscha) gründeten, dachte niemand daran, dass dieser Ort einmal der Schauplatz des längsten Krieges des 20. Jahrhunderts werden würde.

Während des 2. Weltkrieges kämpften die Vietnamesische Armee an der Seite der Franzosen um die Japanischen Besetzer zu vertreiben. Die Motivation für die Vietnamesen in diesen Kolonialkrieg einzugreifen, war einzig und allein das Versprechen der Franzosen Vietnam nach dem Krieg in die Unabhängigkeit zu entlassen. Als die versprochene Unabhängigkeit nach dem gewonnen Krieg nicht gewährt wird nimmt die vietnamesische Befreiungsbewegung, der Viet Minh, unter der Führung von Ho Chi Minh gegen die Kolonialmacht Frankreich welche finanziell durch die USA unterstützt wurde auf.

Die Ideologie der Viet Minh wurzelte in Lenins Theorie eines nationalen Bedürfnisses aller fortschrittlichen und anti-imperialistischen Kräften in kolonialen Gesellschaften. Von Mao Tse-tung, der seit Ende der zwanziger Jahre einen Guerillakrieg gegen die Nationalchinensen führte, entlehnte sie die Übertragung des Kommunismus auf asiatische Verhältnisse.

Der Krieg wird am 7. Mai 1954 in Gegend um die Stadt Dien Bien Phu zu Gunsten des technisch und finanziell benachteiligtem Viet Minh entschieden. Als die letzten französischen Einheiten nach 55 Tagen Einkesselung und Dauerbeschuss kapitulierten, läutete diese Niederlage nicht nur den Rückzug aus Vietnam, sondern aus ganz Indochina ein.

Ein geteiltes Land (1954 - 1960)

Im Juli 1954 unterzeichneten die Demokratische Republik Vietnam (Nordvietnam) und die Franzosen unter Druck durch die USA, China und der Sowjetunion einen Waffenstillstandsvertrag. Man einigte sich darauf Vietnam längs des 17. Breitengrads zu Teilen. Als Pufferzone richtete man eine entmilitarisierte Zone ein. Des weiteren einigte man sich darauf, innerhalb von 2 Jahren gesamt- vietnamesische Wahlen zu veranstalten und das Land danach wiederzuvereinigen. Der Norden wurde fortan durch die Lao Dong (kommunistische Arbeiterpartei) regiert. Im Süden herrschte das unpopuläre Bao-Dai Regime.

Während der Folgejahre unterdrückt Ngo Dinh Diem die buddhistische Mehrheit im Land und gibt den Katholiken in allen Belangen den Vorzug. Des weiteren versucht Diem mit Unterstützung der USA gesamt-vietnamesische Wahlen zu verhindern, da er gegen den beliebten Ho Chi Minh in freien Wahlen keine Chance hätte.

Um die Jahreswende 1956/1957 entwickelte sich aus gelegentlichen Übergriffen unzufriedener oder aufgehetzter Bauern eine Bald an Schlagkraft gewinnende Widerstandsbewegung. Auch auf politischer Ebene verschärfte sich der Druck gegen Diem als sich im März ehemalige Führer der Viet Minh, Buddhisten sowie einige Katholiken zur Gründung einer National Libertin Front kurz NLF, eine Allparteienregierung aufriefen.

Vorentscheidungen (1961 - 1963)

Der 2527. Geburtstag von Buddha, der 8. Mai 1963, markierte den Anfang vom Ende der “begrenzten Partnerschaft” zwischen den USA und Ngo Dinh Diem. Im ganzen Land zogen die Buddhisten ihre Flaggen auf um Ihren Religionsstifter angemessen zu feiern. Die zahlreichen Fahnen mit den Farben des Vatikan, welche zu Ehren des Bruders von Diem, Erzbischof Ngo Dinh Thuc, gehisst worden waren, wurden heruntergenommen und verbrannt.

Für die USA war nun klar das Diem Zeit gekommen war. Sie unterstützten den Putschversuch von hohen Generälen der Armee der Republik Vietnam kurz ARVN. Von nun an regierte eine korrupte und instabile Militärführung in Südvietnam.

Der “Amerikanische Vietnamkrieg” (1964 - 1967)

Bis 1964 führten die Amerikaner in Vietnam nur verdeckte Operationen durch. Zum Teil führten Sie auch Operationen unter Laotischer Flagge von Laos aus, in Nordvietnam durch.

Am 2. August 1964 änderte sich aber diese Situation, als im Golf von Tonkin der amerikanische Zerstörer “Maddox” angeblich mehrere Male von nord-vietnamesischen Torpedobooten angegriffen wird. Nach amerikanischen Angaben befand sich die “Maddox” in internationalen Gewässern, aber gemäss Anspruch der nord-vietnamesischen Führung in Hanoi, welche eine 12 Meilen Seezone beanspruchte, befand sich die “Maddox” in feindlichen Gewässern. Dieser Zwischenfall reichte aus, dass der Senat der USA die “Golf von Tonkin-Resolution” ohne Gegenstimme verabschiedete. Die “Tonkin-Resolution” war nicht eine eigentliche Kriegserklärung, sondern in ihr wurde nur das amerikanische Interesse an Vietnam bekräftigt.

Vorerst dachte man in Washington man könnte den Krieg durch gezielte Luftangriffe gewinnen und so startete man am 7. Februar 1965 die Operation „Rollender Donner“. Die Operation war nicht ein isolierter Vergeltungsanschlag auf einen Anschlag der NLF auf einen amerikanische Helikopterbasis, sondern eine Luftoffensive ohne zeitliche Begrenzung, doch diese Tatsache verschwieg man der amerikanischen Bevölkerung.

Die Operation „Rollender Donner“ konzentrierte sich zunächst auf Ziele in der entmilitarisierten Zone. Im verlauf es Jahres 1966 bewegten sich aber die Luftangriffe Richtung Norden. Um eine chinesische Intervention zu vermeiden, schreckten die USA jedoch vor Angriffen gegen Hanoi und die Hafenstadt Haiphong zurück. Im Vietnamkrieg wurden 5x mehr Bomben abgeworfen als insgesamt im 2. Weltkrieg.

Angesichts des mässigen Erfolges der Luftangriffe, wurden immer mehr amerikanische Truppen nach Vietnam einberufen. Zeitweise waren bis zu über 550’000 amerikanische Soldaten im Vietnam stationiert. Bei 11 % Schwarzen in den USA stellte Sie etwa 20 % der Truppen in Vietnam und auch die Verluste waren bei Ihnen um ein vielfaches grösser als bei den Weissen. Weil viele schwarzen nur über eine geringe Bildung verfügten, waren die Aufstiegschancen für sie völlig unbefriedigend. Viele hatten das Gefühl als Kanonenfutter missbraucht zu werden. Dieser Umstand führte dazu, dass sich in den USA unter Martin Luther King eine afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung bildete.

Der Vietnamkrieg war der erste militärische Auseinandersetzung, die Amerikaner zu hause am Bildschirm verfolgen konnten. Dies geschah weil die „Golf von Tonkin-Resolution“ nicht eine eigentliche Kriegserklärung war und es somit von Seiten der Regierung her nicht möglich war die Kriegsberichterstattung zu zensieren. Durch die Programmgestaltung und Bildauswahl trug das Fernsehen in den ersten Jahren des Krieges nicht zur Förderung einer Antikriegsstimmung bei, im Gegenteil: Es unterstützte die Kriegspolitik der Regierung. Erst als die amerikanischen Truppen erhebliche Verluste tragen mussten, änderte sich auch die Berichterstattung der Medien und man kritisierte nun die Politik Johnson’s.

Im Verlaufe des Krieges bildete sich in den USA auch eine eigentliche Antikriegsbewegung, die im wesentlichen von den Studenten und der jungen, aufstrebenden Bildungselite getragen wurde. Durch den Umstand, dass aber dicht diese Bevölkerungsschicht den Krieg hautnah erleben mussten sondern eher die untere Mittelschicht, erklärt sich auch warum sie bis 1968 nie mehr als drei bis vier Millionen aktive Anhänger gewinnen konnte. Die „schweigende Menge“ an die Präsident Johnson während der Kriegsjahre immer apellierte war um ein vielfaches grösser als die eigentliche Antikriegsbewegung.

Die Wende im Kriesenjahr 1968

Wie in jedem Jahr feierten am 31. Januar 1968 die Bewohner Saigons und anderer Städte das buddhistische Neujahrsfest Tet. Diesen Umstand nützte die NLF um mit ihrer Tet-Offensive zu beginnen. Sie NLF Soldaten griffen fünf der sechs grossen Städte, 36 der 44 Provinzhauptstädte, 64 lokale Verwaltungssitze und zahlreiche Ortschaften an. Die ARVN konnten die Offensive erst nach einigen Tagen mit Unterstützung der Amerikaner erfolgreich zurückdrängen, die amerikanischen Truppen erhielten aber einen erheblichen Imageschaden an der Front Zuhause. Den erstmals zeigen sich die waren Bilder des Krieges, zerstörte Gebäude, herumliegende Leichen, usw. Ab diesem Zeitpunkt änderte sich in den USA auch die Berichterstattung welche jetzt zunehmend negativer ausfiel.

Militärisch war die Tet-Offensive für die NLF eine Niederlage, weil sie hohe Verluste hinnehmen musste und weil die erhofften Ausstände in den Städten ausblieben. Politisch hingegen war die TetOffensive ein durchschlagender Erfolg. Sie markierte den Wendepunkt des Krieges. Denn die Druckwelle von Tet bewirkte im fernen Washington ein politisches Erdbeben.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges machten sich seit 1967 in einem sprunghaft ansteigenden Zahlungsbilanzdefizit bemerkbar. Die sogenannte Goldeinlösungsgarantie, auf deren Grundlage der Dollar seit 1944 die internationale Leit- und Reservewährung war, ermöglichte es den europäischen Zentralbanken ihre Dollarbestände zu einem Fixkurs gegen Gold umzutauschen. Dies führte zu einem grossen Abfluss an Dollar Investitionen, was den Dollarkurs enorm schwächte.

Vietnamisierung (1969-1973)

Im Wahlkampf um das Präsidentenamt im Jahr 1968 versprach Richard Nixon die Beendigung des unpopulären Krieges in Vietnam. Das er den Einzug nur mit Hilfe Manipulationen schaffte, stellte sich Jahre später in der „Watergate“ Affäre heraus, aufgrund welcher Nixon vorzeitig zurücktreten musste.

Schrittweise zogen sich die Amerikaner aus Vietnam zurück und gleichzeitig versuchte man die ARVN noch entscheidend Aufzurüsten. Die Truppenstärke wurde bis auf über 1’000’000 Man angehoben und die Truppenverbände wurden mit neuster Waffentechnik ausgerüstet um nach dem vollständigen Abzug der Amerikaner gut gerüstet zu sein. Durch erneute Bombenangriffe versuchte die USA noch einmal Nordvietnam zu schwächen und an den Verhandlungstisch zu bomben.

Im März 1972 drangen 120’000 nord-vietnamesische Soldaten in den Südvietnam ein. Zu dieser Zeit befanden sich noch etwa 95’000 amerikanische Soldaten in Südvietnam, davon aber nur 6’000 Kampftruppen. Die Osteroffensive gab Nixon den Anlass noch einmal starke Luftangriffe zu fliegen. Mit Hilfe modernster Technik und sogenannten „gescheiten Bomben“ gelang es den Amerikanern den Nachschub für die nord-vietnamesischen Truppen abzuschneiden und die ARVN konnten die Angreifer bis zum Sommer zurückschlagen. Die Nordvietnamesen erlitten gewaltige Verluste und mussten 100’000 Tote beklagen, die ARNV dagegen „nur“ 25’000 Opfer.

Im Pariser Abkommen vom Januar 1973 einigten sich die nord-vietnamesische Führung und die USA auf einen Waffenstillstand. Die USA mussten binnen 60 Tagen alle Truppen aus dem Vietnam zurückziehen und die Nordvietnamesen billigten dem Thieu-Regime das Recht auf Fortbestand zu.

Für die Nordvietnamesen kam trotz Waffenstillstand vom Januar 1973 ein geteiltes Vietnam nicht in Frage. Aus den Lehren die man aus der Tet- und aus der Frühjahrsoffensive von 1972 resp. 1968 gezogen hatte, machte man sich an die Vorbereitung für eine entscheidende Offensive. Weil Ende 1974 die USA mit internen Problemen beschäftigt war (Watergate Affäre, Amtsrücktritt Nixon's) entschied sich die nord-vietnamesische Führung im März 1975 nochmals für einen Offensive. Weil die ARNV schlecht organisiert war oder und weil es Ihnen befohlen wurde sich in die Städtereiche Küstenregion zurückzuziehen, konnten die Nordvietnamesen rasch relativ grosse Territorien Gewinne verzeichnen. Bereits am 1. Mai 1975 zogen Hanois Truppen in Saigon ein und nahmen die Kapitulation General Minh's, dem neuen Südvietnamesischen Führer, entgegen. Damit ging der dreissigjährige Krieg um die Macht in Vietnam zu Ende.

Da die amerikanische Botschaft in Saigon die Evakuierung zu spät einleitete, mussten viele Militärs und über 100'000 Vietnamesen durch die US-Streitkräfte ausgeflogen werden.

Auswirkungen des Krieges

Im Vietnamkrieg wurden schätzungsweise zwei Millionen Vietnamesen getötet, drei Millionen verwundet und Hunderttausende von Kindern als Waisen zurückgelassen; etwa zwölf Millionen Menschen verloren ihrer Heimat. In den von politischer und Repression und massiven wirtschaftlichen Nachkriegsjahren von 1975 bis 1982 emigrierten rund 1,2 Millionen Vietnamesen und liessen sich in über 16 anderen Ländern nieder, Etwa 500'000 Vietnamesen, die sogenannten „Boat People“ versuchten in kleinen Booten über das Südchinesische Meer aus Vietnam zu entkommen; viele kamen dabei ums Leben. Jene, die überlebten sahen sich selbst in den Ländern, die zuvor Vietnamesen aufgenommen hatten, mit Einwanderungsverboten oder zumindest -beschränkungen konfrontiert.

„Vietnam gewann den Krieg und Verlor den Frieden“ kein anderer Satz kann das Schicksals Vietnams genauer treffen. Unter der im Vietnamkrieg total zerstörten Wirtschaft und Infrastruktur werden die Vietnamesen noch Jahrzehnte zu leiden haben. Trotz des Wirtschaftsaufschwungs der späten 80er Jahren in Asien, gilt Vietnam weiterhin als eines der ärmsten Länder der Welt. Durch den Einsatz von Napalm und dem Entlaubungsmittel „Agent Orange“ wurden zum Teil irreparable ökologische Schäden angerichtet. Bis heute ist kommen in Vietnam jährlich mehrere Tausend Kinder als Missgeburten zur Welt und die Krebserkrankungen sind in fast keinem anderen Land der Welt so hoch.

Für die Vereinigten Staaten endete der Konflikt mit der ersten militärischen Niederlage ihrer Geschichte. Das „Vietnam-Syndrom“ und die „Dolchstosslegende“ prägen die Aussenpolitik der USA bis heute. Der Krieg beeinflusste die Einstellung vieler Amerikaner zu ihrem Land und führte zu einer Kritischen Überprüfung des amerikanischen „Exzeptionalismus“ - der Überzeugung, dass die Nation der Einwanderer anderen Staaten und Völkern ein Vorbild sein muss.

Details

Seiten
4
Jahr
2001
Dateigröße
334 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102471
Note
1
Schlagworte
Geschichte Vietnamkrieges Marc Frey Schlussprüfung

Autor

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