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Perry Rhodan - der Erbe des Universums

Ausarbeitung 2001 13 Seiten

Germanistik - Linguistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Biografie

2. Der Inhalt

3. Linguistische Betrachtungen

4. Ein technischer Exkurs

5. Sozialer Hintergrund

6. Literaturhinweise

1. Biografie

Walter Ernsting alias Clark Darlton wurde am 13. Juni 1920 in Koblenz geboren. Nach Beendi- gung seiner Schulzeit und mit Beginn des Zweiten Weltkrieges versah er seinen Dienst bei einer Nachrichteneinheit. Es verschlug ihn nach Polen, Norwegen, Finnland und schließlich in die Sow- jetunion, wo er in Gefangenschaft geriet. 1950 durfte er schwerkrank in die Heimat zurückkehren und bewarb sich 1952 als Dolmetscher für die britischen Besatzungsbehörden. Dort lernte Ernsting erstmals britische Science-Fiction-Literatur kennen. Schon vor Ausbruch des Krieges hatte er sich für utopische Literatur, wie die von Dominik, Verne und deren Zeitgenossen inte- ressiert. Ernsting erkannte in der angloamerikanischen Variante der Utopie eine Marktlücke und initiierte eine Reihe mit Science-Fiction Romanen in Heftform. Die Übersetzung dieser Reihe, die den Titel „Utopia Großband“ erhielt, wurde größtenteils von ihm angefertigt. 1955 entstand Ernstings Romanerstling „UFO am Nachthimmel“, doch der Chefredakteur winkte, ohne einen Blick hineingeworfen zu haben, ab. Es sei niemand an einem Science-Fiction Roman eines deutschen Autors interessiert, hieß es. Aus diesem Grund griff Ernsting zu einem Trick. Er wähl- te ein englisch klingendes Pseudonym - Clark Darlton - und nannte seinen Namen als Überset- zer. Den Titel des Romans änderte er in „Tomorrow the future“, welcher sofort mit Begeisterung aufgenommen wurde und als „Utopia Großband 19“ erschien. Ernsting schrieb noch weitere Romane unter seinem Pseudonym, doch der Erfolg erlaubte ihm schon bald seinen Schwindel einzugestehen. Trotzdem behielt er das Pseudonym Clark Darlton bei, lediglich ein paar wenige Jugendbücher erschienen unter seinem wirklichen Namen. Mitte der fünfziger Jahre wurde Ernsting erstmals mit dem Hugo Gernsback Award für seine Science-Fiction-Tätigkeit in Deutschland ausgezeichnet. 1960 lernte er einen der beliebtesten und erfolgreichsten Autoren der deutschen Science-Fiction-Literatur, Karl-Herbert Scheer, kennen. Scheer und Ernsting kon- zipierten gemeinsam einen Roman, der schließlich zu einem Welterfolg wurde: „Perry Rhodan - der Erbe des Universums“. Die Erstauflage zu diesem Heftroman erschien am 8. September 1961 mit einer Druckauflage von 350000 Exemplaren. Die Werke waren so schnell vergriffen, dass schon bald mit dem Nachdruck begonnen werden musste. Inzwischen beschreibt die Perry Rhodan-Serie in 2049 Heftromanen eine Vision von der Zukunft der Menschheit.

Seit seinem Erstlingswerk im Jahre 1955 hat Ernsting mehr als dreihundert Romane und rund drei Dutzend Kurzgeschichten veröffentlicht.

2. Der Inhalt

Am 19. Juni 1971 landen Menschen zum ersten Mal auf dem Mond. - Jedenfalls, wenn man dem ersten von heute über 2000 Perry Rhodan-Heftchen Glauben schenkt. Es geht auf 63 Seiten um eben diese erste Mondlandung, um die Schwierigkeiten, die die Piloten erwarten, und um eine unglaubliche Entdeckung.

Der Space-Force Pilot Major Perry Rhodan macht sich mit drei weiteren Astronauten, Captain Reginald Bull, Captain Clark G. Flipper und Leutnant Dr. Eric Manoli, in der Ra- kete „Stardust“ auf den Weg zum Mond. Es gab zuvor schon mehrere Mondumkreisun- gen, doch im Wettlauf mit der „Asiatischen Föderation“ soll dieses Mal endlich der Mond betreten werden.

Eine Unmenge von teils übertriebenen, im Großen und Ganzen aber doch erstaunlich gut recherchierten technischen Daten vermitteln sogar dem heutigen, technisch nicht zu versierten Leser durchaus den Eindruck, ein wissenschaftlich absolut vertrauenswürdi- ges Werk zu lesen. Da wird mit Angaben zu Gewichten, Geschwindigkeiten und chemi- schen Verbindungen geprahlt, die 1961, zur Erstausgabe des Heftchens, wohl niemand anzuzweifeln gewagt hätte.

Die Charaktere der Piloten werden eingeführt, als sie kurz vor dem Start aus ihrem „Drogenschlaf“ geweckt werden, der es ihnen erspart hat, sich mit belastenden Gedan- ken zu beschäftigen. Der Leser erfährt, dass Captain Flipper in etwa drei Monaten Va- ter wird, was ihn zu einem offiziellen Unsicherheitsfaktor werden lässt, und dass Perry Rhodan einen später noch vielmals zitierten trockenen Humor besitzt, oder dass Dr. Manoli der Ruhepol der Crew ist, und dass Captain Bull die Rolle des Klassenclowns übernimmt.

Als nächstes wird der Start der Stardust beschrieben, und wieder einmal wimmelt es von technischer Terminologie. Die Piloten haben, genau wie die Kontrollstation auf der Erde, alles im Griff, obwohl Beschleunigungswerte dargestellt werden, die ein Mensch nicht aushalten kann. Lässt man aber diese Daten unbeachtet, so freut man sich mit den Helden, dass sie die Landung auf dem Mond fast vollbracht haben, doch dann fängt es erst an, richtig spannend zu werden: Etwas oder jemand stört die Datenübertragung von der Erde zur Stardust, und es ist nur dem heldenhaften Einsatz Perry Rhodans zu ver- danken, dass die Rakete mit lediglich geringem Schaden gelandet werden kann.

Auf der Erde wird vermutet, dass die am selben Tag gestartete Rakete der Asiatischen Föderation früher gelandet ist und deren Piloten die Störung verursacht haben. Als aber der Kommandant auf der Erde den gespannten Technikern mitteilt, dass das asiatische Raumschiff gleich nach dem Start explodiert ist, beschleichen den Leser zum ersten Mal unangenehme Vorahnungen.

Auf dem Mond kümmern sich die vier Männer derweil darum, die Stardust wieder start- fähig zu machen, und es wird allerlei Spielzeug eingeführt, wie zum Beispiel ein auf- blasbares Zelt, Gewehre, die raketenförmige Geschosse abfeuern, oder ein Raupen- panzer mit einer Kuppel aus Stahlplastik. Schließlich machen sich Rhodan und Bull in eben diesem Panzer auf den Weg, um den Störsender zu suchen, der sie zur Notlan- dung gezwungen hat, und als sie aus dem Fahrzeug einen Notruf zur Erde absenden wollen, wird dieses von einer seltsamen Energiestrahlung kommunikationsunfähig ge- macht.

Perry Rhodan als Mann mit Entschlusskraft macht sich mit Reginald Bull zu Fuß auf den Weg, um die Quelle der Strahlung zu suchen, und stößt auf - ein außerirdisches Raumschiff, das kugelförmig ist und einen Durchmesser von über 500 Metern hat. Die Besatzung des Schiffes reagiert erst nach einiger Zeit auf die Ankunft der Menschen und lässt ein Transportband zur Oberfläche hinab, auf dem die beiden Männer in das kugelförmige Schiff hinein gleiten.

Sie finden sich einer Rasse gegenüber, die wie Menschen aussehen, jedoch größer sind, weiße Haare und rote Augen haben. Es sind Arkoniden vom Planeten Arkon, 3700 Lichtjahre vom irdischen Sonnensystem entfernt. Sie mussten auf dem Mond notlanden und sind unfähig, das Raumschiff wieder flottzumachen. Rhodan bietet Crest, dem Wis- senschaftler des Schiffes, seine Hilfe an, doch Thora, die Kommandantin, hat eine sehr distanzierte Haltung gegenüber den Bewohnern des „dritten Planeten“, da sie der Mei- nung ist, dass diese sich noch auf einer niederen Entwicklungsstufe befinden, und will nichts mit den Menschen zu tun haben. Rhodan kann sie und Crest schließlich davon überzeugen, dass die Menschen sich weiterentwickelt haben, und da der Wissenschaft- ler krank ist, bietet Rhodan auch in dieser Hinsicht Hilfe an. Die beiden bei der Stardust verbliebenen Astronauten werden per Transportfeld zum arkonidischen Raumschiff ge- bracht, wo Dr. Manoli bei Crest Leukämie diagnostiziert und Hilfe durch ein auf der Erde erfundenes Serum verspricht.

Rhodan, Thora und Crest handeln einen Deal aus, und die vier Männer nehmen Crest auf der Stardust zurück zur Erde, Perry Rhodan landet jedoch manuell in der Mongolei und erklärt den anderen, dass er eine Abmachung mit Thora getroffen hat, Crest nicht auszuliefern, sondern sein Wissen allen zugänglich zu machen. Der Kommandant der Stardust hat die Vision von einer einigen, starken Erde, die sich zur großen Weltraum- macht aufschwingt.

So endet die erste Geschichte und macht mit einem kurzen Cliffhanger auch gleich Lust auf den nächsten Band, in dem es um die Einigung der Menschheit durch arkonidische Technik geht.

3. Linguistische Betrachtungen

Die Geschichte ist geradezu überladen mit technischen Begriffen, die zum Großteil so- gar eine Daseinsberechtigung haben, wenn man vom heutigen technischen Wissen ausgeht, die zur damaligen Zeit jedoch wie reinste Utopie geklungen haben müssen. Deshalb wird dieses Kapitel auch eher einer Physikvorlesung gleichen als einer linguis- tischen Arbeit.

Interessant ist, dass nie das Wort „Computer“ fällt. Es wird von Rechengehirnen, Re- chenmaschinen, Elektronengehirnen, Automaten und Robotgehirnen geredet. Im Rechtschreib-Duden von 1961 wird der Begriff auch tatsächlich nicht angeführt. Erst 1968 taucht er unter der Bezeichnung „elektronische Rechenanlage“ auf.

Der Begriff Robot, der in Verbindungen wie Spezial robot, Robot -Koordinator (beide Seite 2), Robot gehirn oder Zentral robot verwendet wird, kommt laut dem Fremdwörter- Duden aus dem Tschechischen, wo er früher den Frondienst in slawischen Ländern be- zeichnete. Der Roboter hingegen wird als umgangssprachlicher Ausdruck für einen Schwerarbeiter oder einen Maschinenmenschen geführt. Im Duden-Lexikon von 1968 wird die allgemeinere Anwendung des Wortes zur Bezeichnung jeglicher elektronischer Geräte nur in einem Nebensatz erwähnt. Erst in modernen Lexika wird die heutige Defi- nition einer Arbeitsmaschine mit beweglichen Gliedern gegeben.

Im Roman scheint das Wort Robot jede Art von Computer zu beschreiben, ohne den Aspekt der Bewegung zu beachten.

Der Begriff des Astro-Elektronischen Rechengehirns spezialisiert die Aufgaben des entsprechenden Computers offensichtlich auf die Berechnung aller Daten, die mit dem All zu tun haben, denn A stro stammt vom griechischen „Astron“[Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]und bedeutet „Gestirn“, „Himmel“ oder auch „Stern“.

Auf den ganzen 63 Seiten taucht jedoch nicht ein einziges Mal das Wort Astronauten auf, sondern es ist immer nur von Piloten die Rede. Dabei wird das Wort im Duden der Zeit ohne größere Erklärungen als „Weltraumfahrer“ angegeben.

Ein mindestens genauso häufig verwertetes Wort wie Robot ist allerdings der Automat. Es gibt Rechen automaten, Selbststeuer- und Fernsteuer automaten, und am Ende ist gar von elektronischen Super automaten die Rede. Auch hier ist den Autoren jedoch der gleiche linguistische Fehler unterlaufen wie bei den Roboten. Denn Automaten haben immer etwas mit Bewegung zu tun, wie die Übersetzung des griechischen Wortes „Automatos“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] mit „sich selbst bewegend“ zeigt. Automaten bezeichnen im Text allerdings immer nur Computer, Rechenmaschinen.

Die Piloten werden im Text in einen tiefen Schlaf versetzt, und das mit Hilfe von Psy- chonarkotin. Narkotin wird im Fremdwörter-Duden als eine Form von Opium beschrie- ben, die als schwaches Betäubungsmittel verwendet werden kann. Im Roman soll es vor allem die Gedanken der vier Männer zur Ruhe kommen lassen. Das Wort setzt sich aus zwei griechischen Substantiven zusammen, nämlich „Psyche“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], was „Seele“ oder „Verstand“ bedeutet, und „Narke“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], dem Wort für „Krampf“ oder „Lähmung“.

Als nächstes ist von „hydropneumatischen Konturbetten“ die Rede. Hydropneumatisch bezeichnet etwas, das von Wasser (griechisch: „Hydor“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Luft (griechisch:

„Pneuma“ [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] gleichzeitig angetrieben wird. Wie das bei Betten aussehen soll, bleibt wohl der Fantasie des Lesers vorbehalten.

Mehrmals ist auch von Radar-Relieftastern die Rede, die, wie es das Radar auch da- mals schon lange Zeit tat, Oberflächen oder Objekte auf einen Bildschirm zeichnen. Ra- dar ist ein amerikanisches Kurzwort aus dem Begriff „radio detection and ranging“, was so viel bedeutet wie „Mit Radiowellen Entdecken und Entfernungen Messen“.

Während des Fluges beißt einer der Piloten sich beim Beschleunigen auf die Zunge, doch die Wunde wird innerhalb kürzester Zeit mit Plasmakonzentrat quasi geklebt. „Plasma“ ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Gebildetes, Geformtes), ein Wort aus dem Spätgriechischen, ver- stehen wir heute in oben genanntem Zusammenhang als Blutplasma, den flüssigen Teil des Blutes. Ein „Konzentrat“ ist eine hochprozentige Lösung und wäre in Verbindung mit Plasma wahrscheinlich tatsächlich eine Art Klebstoff für Verletzungen, wurde allerdings meines Wissens nach bisher noch nicht auf den Markt gebracht.

Vom Mond aus wollen die Piloten zur Erde funken und benutzen dabei einen ParabolRichtstrahler. Eine Parabel ist eine Kurve, bei der jeder Punkt von einem Brennpunkt auf der Achse die gleiche Entfernung hat wie von einer Geraden, die senkrecht auf der Achse steht. Parabol antennen und Parabol spiegel werden im militärischen und zivilen Wasser- und Luftfahrtbereich schon seit langer Zeit eingesetzt, da sie Strahlen und Wellen perfekt in ihrem Brennpunkt bündeln.

So viel zur Abstammung der verwendeten Fremdwörter. Natürlich gibt es noch eine gro- ße Menge von Worten, die sich mit Raumfahrt und Technik allgemein beschäftigen, die aber heute eine solche Allgemeingültigkeit erlangt haben, dass jeder weiß, was sie be- zeichnen. Ich kann hier nicht die Herkunft jedes einzelnen Wortes aufführen, das im Zu- sammenhang mit kerntechnischen Triebwerken steht, deshalb komme ich zur allgemei- nen Sprachbeobachtung.

Die Stardust startet von einem Raumhafen aus, da aber die Rakete auch als Raum schiff oder auch nur als Schiff bezeichnet wird, kann man diese Metapher sehr schön ableiten. Rein technisch gesehen ist die Rakete heute sowieso nur noch der Teil des Gebildes, der den Treibstoff speichert. Das eigentliche Raumschiff befindet sich in der Spitze der Trägerrakete.

Wenn man 1961 die Leute gefragt hätte, wie sie sich ein Raumschiff vorstellten, hätte sicherlich das Aussehen der damaligen Raketen die Antworten geprägt. Umso verwunderlicher ist es, dass die Autoren auch das fremde Gebilde auf dem Mond als Schiff bezeichnen, obwohl es geradezu monströs und zudem auch noch kugelförmig ist. Woher wissen die Menschen auf dem Mond, dass es nicht vielleicht eine Waffe, eine Forschungsstation oder gar eine intelligente Lebensform ist?

Abgesehen von der technischen Detailverliebtheit ist die Sprache des Romans doch sehr einfach gehalten, um vielleicht eine möglichst große Bandbreite an Lesern anzusprechen, die sich von den Begriffen zwar beeindrucken aber nicht verscheuchen lassen wollen. Die Wortwahl sowohl der Beschreibungen als auch der Sprache der Protagonisten ist sehr pathetisch ausgefallen und erweckt den Eindruck, dass vor allem die Hauptperson Perry Rhodan über eine gewisse Omnipotenz verfügt. Außerdem gibt es immer wieder Zitate, die keinen Zweifel daran aufkommen lassen, dass die menschliche Rasse die wahren Herrscher des Universums sein werden:

„Ich bin stolz auf mein Menschtum, und auf unsere Rasse, auf unsere schnelle Entwicklung und auf unsere Zukunft. Wir haben den kleinen Mond bezwungen, und wir werden auch einmal die Sterne erobern Wir Menschen sind eine junge, gesunde Rasse. Unsere Gehirne sind wie Schwämme. Es geht noch allerhand hinein, mein Wort darauf “ (S. 37)

„Was sagten Sie? Womit haben Sie begonnen?“

„Mit der Eroberung des Raumes“, wiederholte Rhodan ungerührt. „Stört Sie der Ausdruck? Wir werden unseren Weg gehen, und eines Tages werden wir auch solche Riesenschiffe besitzen. Viel schneller, als Sie es jemals für möglich halten dürften.“ (S. 47)

1961, im Veröffentlichungsjahr, war es scheinbar noch ein Tabu, Flüche zu verschriftlichen, denn Perry Rhodan „gebrauchte einen harten Ausdruck“ (S. 41), und Reginald Bull „schluckte einen harten Ausdruck hinunter“ (S. 51). Heute, oder auch schon vor dreißig Jahren, hätte man nicht lange darüber nachgedacht, „Scheiße“ zu schreiben. Nur als kleine Anmerkung: Der Film „Bullitt“ von 1968 war der erste Film überhaupt, in dem der Protagonist, Steve McQueen, „fuck“ sagen durfte!

Das Verständigungsproblem haben die Autoren übrigens ganz einfach gelöst, indem sie die Arkoniden schon seit vier Monaten auf dem Mond gestrandet sein ließen, so dass diese genügen Zeit hatten, die auf der Erde „vorherrschende Sprache“ zu lernen, was in diesem Fall natürlich Englisch ist. (Da gefällt mir die Idee mit dem „Babelfisch“ aus „Per Anhalter durch die Galaxis“ schon besser! - Anm. von S.F.)

Leider haben die Autoren technische Unwissenheit zu oft hinter vagen Formulierungen versteckt, wie zum Beispiel, wenn sie von „relativ leichten“ Raumanzügen reden. In Wahrheit ist so ein Anzug mit 100 Kilo schwerer als der ganze Astronaut, was man nun wirklich nicht als „leicht“ bezeichnen kann, nicht einmal als „relativ leicht“. Wenn für ein Gerät kein passender Terminus gefunden werden konnte, wurde es ganz einfach zum „Spezialgerät“, so wie bei dem Spezialpanzer, der Spezialuhr, dem Spezialger ä t, mit dem die Arkoniden funken, oder den Spezialger ä ten, die die Stardust zurück auf die Erde bringt. Es werden sogar Spezialbefehle ausgesprochen!

Ich fand es auch sehr amüsant, dass Perry Rhodan Thora mit „Madam“ anredet. Auch, wenn das die militärisch korrekte Form ist, scheint es hier doch sehr deplatziert, eine unbekannte Lebensform so anzureden.

Abschließend kann man sagen, dass es, abgesehen von aus bestehenden Teilen zusammengesetzten technischen Begriffen, keine sprachlichen Neuerungen gibt, die auf uns heute utopisch wirken. In der Zeit von Star Trek, wo Worte wie „Transwarp-Spule“ oder „Antimateriefluss“ zum Grundwortschatz gehören, birgt ein „überlichtschneller Antrieb“ keine Rätsel mehr.

4. Ein technischer Exkurs

Wenn man nur das erste Drittel des ersten Perry Rhodan-Heftchens liest, dann fragt man sich, warum es denn nicht schon viel früher zur ersten Mondlandung kam. - So ü- berzeugend klingen die technischen Ausführungen der beiden Autoren.

Liest man dann weiter, ist man gezwungen, immer öfter über Ungereimtheiten hinweg zu lesen, bis man am Ende genau weiß, warum es dann eben doch erst 1969 so weit war, dass die ersten Menschen den Mond betreten konnten. Es ist interessant zu sehen, in welchen dramaturgisch völlig unwichtigen Details Scheer und Darlton sich irrten. Hätten sie völlig utopische Geschwindigkeiten angegeben, um den Leser zu beeindrucken, wäre dies ja noch verständlich gewesen. Die Welt der Fantasie setzt aber bei solchen Dingen an, wie beim oben erwähnten Plasmakonzentrat, oder bei einer Waffe mit Rake- tenmunition, die dem Verlauf der Geschichte nicht im Geringsten weiter hilft, da sie nie zum Einsatz kommt, außer bei einem Probeschießen, das völlig unmotiviert erscheint. Was jetzt folgt, ist eine kurze Abhandlung darüber, wie es wirklich war, am 16. Juni 1969, im Vergleich zur Fantasie zweier Deutscher. Ich werde den Roman von vorne bis hinten durchgehen und versuchen zu erklären, wo schwerwiegende oder auch amüsante Fehler gemacht wurden.

Interessant ist es zu sehen, dass der tatsächliche Start der ersten Mondlandefähre ziemlich genau zwei Jahre früher stattfand als Scheer und Darlton sich das ausdachten. Bis zum Erscheinen des Heftchens hatte es 1961 gerade mal die ersten bemannten Raumflüge zuerst der Sowjets und dann der Amerikaner gegeben, die jedoch nicht mehr schafften als eine einzige Erdumrundung.

Die bemannte Raumstation, die gleich zu Beginn erwähnt wird, ist das, was die Russen erst 1986 in Form der MIR ins All schossen; lange, nachdem alle Mondmissionen been- det waren.

In einem Nebensatz sei erwähnt, dass im Gegensatz zur Stardust statt vier nur drei Astronauten die Apollo flogen.

Die Tatsache, dass die Stardust für einen vierwöchigen Aufenthalt auf dem Mond gerüs- tet ist, scheint utopisch. Allein die unglaublichen Mengen an Sauerstoff, die vier erwach- sene, arbeitende Männer in vier Wochen verbrauchen, ist nur schwer transportabel. Der längste je durchgeführte Mondaufenthalt bei einer Apollo-Mission dauerte gerade mal 75 Stunden, bei Apollo XI sogar nur 21 Stunden.

Exakte Maße der Saturnrakete, die Apollo XI zum Mond brachte, sind nicht zu beschaffen gewesen, jedoch dürften die im Roman angegebenen gut 90 Meter ziemlich genau stimmen. Doch hier ist der erste absolut utopische Wert zu finden, nämlich die Nutzlast der Stardust von 64 Tonnen. Am Ende des Textes kehrt das Raumschiff mit 60 Tonnen an Geräten, die es vom Mond mitgebracht hat, zurück. Die Mondlandefähre der Apollo XI wog gerade mal 18 Tonnen, von denen 10 Tonnen Treibstoff waren. Und zur Erde zurück brachte sie nur 22 Kilo Mondgestein.

Ein weiterer Fehler aus heutiger Sicht, aber durchaus nicht aus damaliger, ist die Treib- stoffart. Die Stardust wird in der ersten Stufe mit Flüssigbrennstoff angetrieben, in den Stufen zwei und drei gar mit Atomkraft. Es gab flüssigkeitsgetriebene Raketen, doch wurden die nicht in der bemannten Raumfahrt eingesetzt, sondern nur Feststoff- Triebwerke. Die Idee mit dem kerntechnischen Triebwerk ist alt, wurde aber ebenfalls bisher nur in Versuchen praktiziert. Für den bemannten Raumflug gibt es zu viele unbe- kannte Variablen. Wenn aber von Ausströmgeschwindigkeiten von 10 102 m/s geredet wird, sind das durchaus realistische Werte.

Als nächstes ist die Rede von einem Spezialpanzer, der in der Stardust mitgeführt wird, um weite Fahrten auf dem Mond unternehmen zu können. Ein solcher Spezialpanzer, der, wie später beschrieben, eine komplette Stahlkarosserie und ein Kuppeldach aus einem „Stahlplastik“ genannten Stoff hat, sowie einen Elektromotor und den panzerübli- chen Kettenantrieb, würde in einer ausreichenden Größe für vier Personen selbst unter Verwendung von Titan und Aluminium noch immer mindestens zwei Tonnen wiegen. Da die Stardust 60 Tonnen Zuladung hat, ist das bloß ein Klacks, doch für Apollo XI wären das utopische Werte. Der skelettartige zweisitzige Buggy, den man von Bildern kennt, wurde erst bei einer späteren Apollo-Mission mitgeführt und wog schätzungsweise nicht mehr als 400 Kilo.

Als nächstes ist von Molverdinstahl die Rede, einem „Oberflächen-molekülverdichteten“ Stahl, der angeblich erst bei 7000 Grad Celsius „zur Verformung neigt“. Egal, wo ich mich umgesehen habe, gibt es diesen Stahl nicht, und es gab auch keinen Menschen namens Molverdin, nach dem Scheer und Darlton das Material benannt haben könnten. Das, was dem Wort am nächsten kommt, ist Molybdän, ein Schwermetall, dessen Schmelzpunkt allerdings schon bei 2600 Grad Celsius liegt. Apollo XI bestand zum größten Teil aus Titan, weil das leicht, stabil und hitzebeständig genug für die Anforde- rungen ist.

In „Perry Rhodan“ besitzen die Piloten das Privileg, ohne Raumanzüge zu starten, in Wirklichkeit wurden die Raumanzüge jedoch sowieso erst vor dem Auststieg angelegt, was bei dem Gewicht auch nicht weiter verwunderlich ist. Außerdem ist die Stardust mit Betten, mit einem Aufenthaltsraum, einer Küche und sogar mit sanitären Anlagen ausgerüstet. Tatsächlich aber gab es aus Platzgründen ausschließlich Hängematten zum Schlafen, Kochen kann man in der Schwerelosigkeit schon mal gar nicht, und Toiletten oder Duschen fallen ebenfalls weg. Man kann bestenfalls die Finger desinfizieren, und auf sonstige Körperpflege muss verzichtet werden.

Kommen wir nun zum Begriff der „Gravos“, den Scheer und Darlton einführten, wahr- scheinlich um der Maßeinheit der Erdbeschleunigung, nämlich „G“, ein Wort zuzuordnen, das sich nicht zu wissenschaftlich anhört. Ein Gravo ist, wie auch ein G, die einfache Erdbeschleunigung, das heißt, knapp 10 m/s2. Scheinbar ist es Pflicht für die Piloten der Stardust, in der Zentrifuge 18 Gravos durchgestanden zu haben. Der normale Wert, der einen Piloten bei einem Raketenstart allerdings erwartet, sind 6 bis 10 G, und ganz bestimmt nicht über 15, wie im Text beschrieben. 18 G würde man jedenfalls mit Si- cherheit nicht so schadlos überstehen, wie die Helden der Geschichte das tun.

Auf Seite 10 werden „schalldicht abschließende Kopfhörer“ erwähnt, die ich gerne gezeigt bekommen würde, denn schalldicht können nur vollkommen geschlossene Systeme sein, Kopfhörer hingegen können höchstens schalldämpfend wirken. Da dies eine linguistische Arbeit ist, bin ich in diesem Fall sehr gerne penibel.

In der Mitte des Buches ist es schließlich zur Bruchlandung auf dem Mond gekommen, und die radioaktive Strahlung, die das Triebwerk auf dem Boden hinterlassen hat, ist auf 35 Milliröntgen gesunken. Die heute übliche Einheit, um atomare Strahlung zu messen, ist „Becquerel“. Es gibt zwar auch Röntgen als Einheit, doch sie drückt etwas ganz An- deres aus.

Es werden im Text verschiedene Orte auf dem Mond namentlich erwähnt, und einige konnte ich auf einer Mondkarte sogar finden, andere allerdings auch wieder nicht.

Wie gute, alte Cowboys, wagen auch die vier Piloten der Stardust sich nicht ohne ihre Waffen auf die Oberfläche. 1969 war der Mond allerdings hinlänglich bekannt genug, um zu wissen, dass es keiner Waffen bedurfte, außerdem war man sich wohl auch bewusst, dass man, selbst wenn man zufällig auf zwischengelandete Außerirdische stoßen würde, keine Chance gegen deren Technologie hätte, falls sie böse Absichten hegten. Die Stardust landet auf dem Mond zwar, wie 1969 auch die „Eagle“, senkrecht auf dem eigenen Triebwerksstrahl, doch ist sie zur Landung auf der Erde mit Delta-Tragflächen, wie zum Beispiel die Concorde, ausgerüstet. Diese Technik der Raumfähre wurde erst 1982 mit der „Challenger“ in die Tat umgesetzt, die nahezu baugleich, aber unter ver- schiedenen Namen, bis heute regelmäßige Flüge zur ISS durchführt und immer wieder verwendet werden kann.

Eine weitere linguistische Fehlleistung haben Scheer und Darlton sich geleistet, als sie den „Trockenschaumlöscher“ erwähnen. Schaum kann nur entstehen, wenn man eine Flüssigkeit mit einem Gas reagieren lässt, und das Ergebnis kann und wird niemals trocken sein! Ich schätze, die Autoren haben sich hier Anleihen beim Trockeneis geholt, das ja vom festen direkt in den gasförmigen Zustand übergeht, wenn man es erhitzt. Trockenschaum soll wohl wie Dichtungsschaum an der Luft augenblicklich fest werden. Die Piloten der Stardust haben in ihren transparenten Kugelhelmen einen Ventilator, der das Beschlagen der Scheibe verhindern soll. Gleichzeitig ist aber auch von einer Kli- maanlage die Rede, die das Beschlagen eigentlich schon ausreichend verhindern soll- te. Wo könnte denn wohl ein solcher Ventilator sitzen? Über der Stirn, so dass man nach zehn Sekunden Kopfschmerzen bekommt, oder unter dem Kinn, wo er mehr die Nase als die Scheibe trocknet...?

Die von mir mit großer Spannung erwartete Beschreibung der Arkoniden fällt doch etwas unspektakulärer aus als erhofft:

„Er war sehr groß und schmal, wenigstens um Kopfeslänge höher gewachsen als Perry Rhodan. Er besaß zwei Arme und zwei Beine, einen schmalen Rumpf und das durchgeistigte Gesicht eines sehr alten Mannes, dessen Haut unwahr- scheinlich jung und straff geblieben ist. Unter der ragenden, hochgewölbten Stirn saßen zwei große Augen von eindringlicher Ausdruckskraft. Nach der Hautfarbe zu urteilen, hätte er zu einem samthäutigen Insulanerstamm gehören können. Der Eindruck wurde jedoch durch die albinotische Rotfärbung seiner Augen und das weißlich Haupthaar getrübt.“ (S 42)

Diese Aliens sehen also mal wieder aus wie wir Menschen, und das wird mit der Achso-zweckmäßigen Bauart der menschlichen Gestalt begründet. Ich denke, die Vorstellungskraft der Menschheit reicht einfach nicht aus, und ich beziehe mich da mit ein, auch völlig andersartige Lebensformen für intelligent und technisch fähig zu halten.

Arkon liegt 3700 Lichtjahre von der Erde entfernt, und die Erde liegt „in einem unbedeutenden Nebenarm der Galaxis“. Um diese Entfernung annähernd begreiflich machen zu können, hier eine kleine Erklärung: Ein Lichtjahr ist die Entfernung, die das Licht in einem Jahr zurücklegt, und das sind etwa 9 461 000 000 000 Kilometer. Die Entfernung der Erde zur Sonne beträgt etwa 149 600 000 Kilometer, und somit ist ein Lichtjahr annähernd 63 242 Mal der Abstand der Erde zur Sonne. Und das ist, wie gesagt, nur ein Lichtjahr! 3700 Mal so weit entfernt leben die Arkoniden.

Sie haben in ihrem Raumschiff einen überlichtschnellen Antrieb, aber auch der wird nicht weiter beschrieben. Nach Einsteins Relativitätstheorie ist es unmöglich, schneller als das Licht zu sein, da man dafür eine unendliche Menge Energie bräuchte. Der einzi- ge Weg, so schnell so weit zu kommen, ist es theoretisch, Einfluss auf den Raum zu nehmen.

Eine sehr amüsante Bemerkung macht Crest, der Wissenschaftler, auf Seite 50:

„Die Frauen unserer Rasse werden von dem allgemeinen Zerfall weniger betroffen als die männlichen Wesen. Daher kommt es, daß sehr viele wichtige Positionen von Frauen besetzt wurden. Das geschieht nun seit Jahrhunderten, nachdem die Frau vorher nur häusliche Pflichten hatte.“

Da die Rasse der Arkoniden Millionen von Jahren alt ist, und der geistige Zerfall erst vor wenigen tausend Jahren begann, ist es doch ein erstaunlicher Fortschritt der Menschheit, die Emanzipation der Frau in derart kurzer Zeit geschafft zu haben, wenn man von dem Bestehen der Menschheit in ihrer heutigen Form von einer Zeitspanne von nicht über 20 000 Jahren ausgeht.

Eine Phantasie der Autoren, die von außerordentlichem Optimismus zeugt, ist das „Anti- Leukämie-Serum“, das angeblich 1969 entwickelt wurde und anscheinend zur vollstän- digen Genesung führen soll. Selbst heute, 40 Jahre nach Erscheinen des Romans, ist man in der Medizin nicht näher an ein spontanes Allheilmittel für Leukämie gerückt. Aber wahrscheinlich gab es zur Zeit der Entstehung der Geschichte derart große Fortschritte auf diesem Sektor, dass die Autoren zuversichtlich waren, die Forscher haben in acht Jahren eine Lösung gefunden.

Das arkonidische Raumschiff, in späteren Heften als „Kugelraumer“ bezeichnet, ist mit einer Energiekanone ausgerüstet, deren Arbeitsweise aber nicht weiter erörtert wird. Waffen gehörten für die NASA nie an Bord ihrer Raketen, und es dürfte noch eine lange Zeit vergehen, bis Waffen im Weltraum zum Ausfechten interstellarer Kriege zwischen Menschen und anderen Lebensformen zum Einsatz kommen könnten.

Die Tage der Mondlandungen sind lange vorbei. Die letzte Apollo Mission fand Ende 1972 statt. Der Mond birgt keine Geheimnisse mehr, für die sich die Investitionen lohnen würden.

Im Erdorbit befinden sich zur Zeit übrigens etwa 9000 Objekte wie Satelliten, Raketenstufen etc. Von den 2800 Satelliten sind zwei Drittel defekt.

5. Sozialer Hintergrund

Clark Darltons Perry Rhodan entstand zu Beginn der 60er Jahre. Hier sind gewisse gesellschaftliche und politische Hintergründe zu beachten.

Die Kommandantin des arkonidischen Schiffes, Thora, ist bei Darlton eine Frau.

„...sehr viele wichtige Positionen von Frauen besetzt (...) nachdem die Frau vorher nur häusliche Pflichten hatte“ (Darlton, 1961, S. 50).

Denkt man sich in die 60er Jahre zurück, so begann dort erst die Emazipation der Frau im ei- gentlichen Sinne mit der 68er - Bewegung. Seit 1945 wurde die Frau von der „Gebärmaschine“ zur „Trümmerfrau“ am Ende des 2. Weltkrieges und übernahm schließlich wieder häusliche Pflichten, bis 1968 die „neue Frauenbewegung“ entstand. Darlton griff diese „neue Frauenbe- wegung“ schon 1961 auf und machte Thora zur Kommandantin des fremden Raumschiffes. Das männliche Geschlecht der Arkoniden hingegen macht er von einem Simulator-Spiel abhängig. Nur die Frau besitzt noch einen klaren und scharfen Geist, da „...die Frauen unserer Rasse (...) von dem allgemeinen Zerfall weniger betroffen sind als die männlichen Wesen“ (Darlton 1961, S. 50).

In der heutigen Zeit übernehmen Frauen nicht mehr nur ausschließlich häusliche Pflichten. Frau- en machen Karriere und sind gesellschaftlich genauso angesehen wie Männer.

Der Zerfall der männlichen Arkoniden geschieht, wie schon gesagt, durch ein Simulator-Spiel, das „...am geistigen und willensmäßigen Untergang maßgeblich beteiligt ist“ (S. 50). Es handelt sich um ein sehr kompliziertes System von „Fiktiv-Spielen“. Millionen Arkoniden liegen täglich vor den Schirmen und werden mit der Zeit „...gleichgültig gegen alles“ (S. 50). Überträgt man diese „Fiktiv-Spiele“ in das Jahr 2000, so stößt man zweifelsohne auf die heutige Computer - Spiele - Ära mit Play-Station und Nintendo. Millionen von Kids und Erwachsenen liegen tagtäg- lich vor den Bildschirmen und „zocken“ in Spielen wie „Tomb Raider“ oder „Super Mario“. Die Bewegung und Kommunikation wird immer nebensächlicher. Der einzige Unterschied zu Darlton ist, dass in der heutigen Zeit nicht nur das männliche Geschlecht von diesem Spielewahn betrof- fen ist.

Am Ende des Romans bringt Perry Rhodan den kranken Crest auf die Erde, um ihm bei der Heilung der Krankheit Leukämie zu helfen. Da Rhodan verhindern möchte, dass der Unbekannte zu Versuchen in Laboratorien gebracht wird und die Technologie der Arkoniden, die die weltliche Technologie bei weitem übertrifft, nur einer Weltmacht zufällt, landet er mit der Stardust in der Wüste Gobi. Er möchte damit einen Atomkrieg auf der Erde verhindern, der entstehen würde, falls die Stardust ordnungsgemäß in Nevada-Fields landen würde. Rhodan begründet das damit, dass die Mitarbeiter der amerikanischen Föderation schon wüssten, dass auf dem Mond irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugegangen sei, wohingegen die Asiatische Föderation lediglich von einer Notlandung ausgehen würde. Rhodan möchte die wundersame Technologie der Arkoniden dazu nutzen, den Weltfrieden für alle Zeit zu erreichen.

Man kann davon ausgehen, dass Darlton sich hier auf den Kalten Krieg bezieht, da die Literatur der 60er Jahre stark von diesem Thema geprägt war. Außerdem hält er anscheinend einen weltweiten Atomkrieg für möglich und nicht für ausgeschlossen.

6. Literaturhinweise

- „WE against the Future“ - Festschrift zum 70. Geburtstag von Walter Ernsting / Clark Darlton, hrsg. R. Gustav Gaisbauer, PABEL-Verlag, Passau 1990
- „Perry Rhodan der Erbe des Universums“, K.H. Scheer u. Clark Darlton, Nachdruck des Ban- des „Unternehmen „Stardust““, Moewig-Verlag, München 1988
- „Der Brockhaus - In einem Band“, 9. Auflage, hrsg. F.A. Brockhaus GmbH, Leipzig 2000
- „Duden-Lexikon in drei Bänden“, 3. Auflage, Bibliographisches Institut Mannheim, Dudenver- lag, Mannheim 1967
- „Duden Rechtschreibung“, 15. Auflage, Bibliographisches Institut Mannheim, Dudenverlag, Mannheim 1961
- Griechisch-Deutsches Schul- und Handwörterbuch, Wilhelm Gemoll, G. Freytag Verlag, Mün- chen/Wien 1988
- „Menschen auf dem Mond“, Literarische Abteilung und Graphisches Atelier der Firma Carl Zeiss, Stuttgart 1970
- http://www.perry-rhodan.net
- http://www.perry-rhodan.net/html/s/schrittumschritt.html
- http://www.comz.asfh-berlin.de/goedde/sozfrau.htm#ZurGeschichte
- http://www.sternwarte.de/infobl/1989/03/

Details

Seiten
13
Jahr
2001
Dateigröße
365 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102369
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1-
Schlagworte
Perry Rhodan Erbe Universums Sprache Sience Fiction Visionen

Autor

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Titel: Perry Rhodan - der Erbe des Universums