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Harnacks Darstellung des Judentums im Wesen des Christentums

Hausarbeit (Hauptseminar) 1999 22 Seiten

Theologie - Historische Theologie, Kirchengeschichte

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Das Judentum im „Wesen des Christentums“
2.1. „Das Wesen des Christentums“
2.2. Das Evangelium Jesu Christi und das Judentum

3. Harnacks Christentum
3.1. Harnack und das Luthertum
3.2. Harnack und Albrecht Ritschl (1822-1889)
3.3. Harnack und Julius Wellhausen (1844-1918)
3.4. Harnack und der moderne Antisemitismus

4. Schluß

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Das Wesen des Christentums“ – Vor fast 100 Jahren zog diese Vorlesung ein Semester lang Woche für Woche ca. 600 Studierende in seinen Bann; das Buch wurde ein Bestseller – es erlebte schon zu Harnacks Lebzeiten (1851-1930) eine Verbreitung in mehr als 70000 deutschsprachigen Exemplaren[1] und war bereits 1927 in 15 Sprachen übersetzt[2] – und unter Theologen und Laien, Juden und Christen löste es vielfältige Zustimmung und Kritik aus. Bis heute ist dieses Werk nicht in Vergessenheit geraten, sondern wird zum Thema theologischen Denkens. Eine in Arbeit befindliche Neu­auflage, Seminare und wohl auch dieses Referat zeugen dafür. Was mag der Grund für den Bestand dieses Werkes sein? Für mich ist es zweierlei: Zum einen der oft streitbare und zur Auseinandersetzung herausfordernde Inhalt und zum anderen die Persönlichkeit Harnacks. Dieser spricht hier zwar auch als Kirchenhistoriker und Theologe aber vor allem als Mensch und Christ. Damit macht er „Das Wesen des Christentums“ zu einem Bekenntnis, zu einem Zeugnis seines Glaubens. Den Menschen Harnack hinter diesem Werk zu entdecken, das ist es, was ich der Arbeit an diesem Referat verdanke.

2. Das Judentum im „Wesen des Christentums“

2.1. „Das Wesen des Christentums“

Unter diesem Titel veröffentlichte Harnack 16 Vorlesungen, die er im WS 1899/1900 „vor Studierenden aller Facultäten … an der Universität Berlin gehalten“[3] hat. Einem der ca. 600 Hörer ist das Erscheinen dieses Buches geschuldet: Der Theo­logiestudent Walther Becker hat die freien Vorträge Harnacks stenographisch aufgezeichnet. Diese Mitschrift wurde Grundlage des „Wesen des Christentums“. Die Gliederung des Buches in Vorlesungen, entgegen den inhaltlichen Themeneinheiten, und der Stil, der viel mehr Rede ist als ausgearbeiteter wissenschaftlicher Vortrag, weisen darauf hin, daßwir es in diesem Werk mit einem Stück „ursprünglichen Harnack“ zu tun haben. „Ursprünglich“ deshalb, weil Harnacks Gedanken nicht auf dem reflektierenden Weg schriftlicher Fixierung und mehrfacher Redaktion zu uns gefunden haben, sondern uns in der weniger kontrollierten, ursprünglicheren Form der freien Rede überliefert sind. Aber nicht nur der Form nach ist dieses Werk ursprünglich. Auch sein Inhalt kann mit diesem Begriff charakterisiert werden. Denn „Das Wesen des Christentums“ ist weniger eine historische oder exegetische Darstellung des christlichen Glaubens; es ist viel mehr Glaubenszeugnis, „echte persönliche Frömmigkeit“[4] des Theologen und Historikers Adolf Harnack und damit das Ergebnis seiner bis dahin geleisteten historischen und theologischen Arbeit.

Meinem Referat liegt nicht die bereits 1900 erschienene Erstauflage des „Wesen des Christentums“, sondern die Ausgabe von 1903 zugrunde. Im Vorwort der ve­rwendeten Auflage des 45. bis 50. Tausend betont Harnack aber, daßdas Buch „auch diesmal unverändert aufs neue erscheine“[5]. Mit wesentlichen Unterschieden zur Erstauflage ist also nicht zu rechnen[6]. Harnack betont, daßdieses Buch unverändert erscheine, weil oder besser obwohl diesem Werk viel Kritik widerfahren ist. Er schreibt: „Die Mißverständnisse, denen jede lebendige Darstellung ausgesetzt ist, sind, wie mich die Kritiken belehrt haben, nicht solche, die mich zu Korrekturen des Textes zwingen mußten“. Und weiter verwirft er die „tendenziöse und übelwollende Auslegung“, die einem „Kampf gegen das Buch“[7] gleicht.

DaßHarnack diese Worte speziell in Richtung jüdischer Kritiker[8] geschrieben hat, bezweifle ich. Harnack wird diese Sätze wohl eher an die katholischen und evangelisch-orthodoxen Gegner gerichtet haben, die ihm vor allem seine relativierende Betrachtung der Dogmen und die monophysitische Darstellung Jesu als Menschen vorwarfen.[9]

Die Frage nach dem „Wesen des Christentums“ stellt Harnack konkret als Frage nach dessen „Wesen und Wert“[10]. Da Harnack nur das Christliche als Religion anerkennt – „die anderen [Religionen – R.L.] bewegen uns im Tiefsten nicht mehr“[11] – ist die Frage nach Wesen und Wert des Christentums zugleich die Frage nach Wesen und Wert der Religion.

Harnack will diese Frage rein historisch, „d. h. mit den Mitteln der geschichtlichen Wissenschaft und mit der Lebenserfahrung, die aus erlebter Geschichte erworben ist,“[12] beantworten. Das bedeutet für ihn, das Wertvolle und Bleibende, den Kern es christ­lichen Glaubens sichtbar zu machen, indem er ihn von den verhüllenden Schalen befreit. Diesen Kern sieht Harnack im Evangelium Jesu Christi und dessen Meta­morphosen in Urchristentum und christlicher Geschichte. Dabei nimmt das Evangelium Jesu den größten Raum ein. Harnack stellt es in drei Kreisen dar, die jeweils die ganze Verkündigung enthalten:

„Erstlich, das Reich Gottes und sein Kommen, Zweitens, Gott der Vater und der unendliche Wert der Menschenseele, Drittens, die bessere Gerechtigkeit und das Gebot der Liebe.“[13]

Mit diesen drei Themenkreisen beschreibt Harnack das Wertvolle und Bleibende der Verkündigung Jesu für den Menschen, der „mitten in allem Wandel und Fortschritt der Dinge sich immer gleich bleibt“[14]. In der Person Jesu vereinen sich der Kern des Evangeliums und das Bild des immer gleich auf die Religion bezogenen Menschen. Deshalb mußsie von den zeitgeschichtlichen Hüllen befreit werden, um „das Wesent­liche der Erscheinung zu fassen“, selbst wenn diesem Unternehmen „viele ursprüng­liche Züge zum Opfer fallen müssen – auch solche, die in ihrer Zeit wesentlich erschienen und es waren“[15]. So schreibt Harnack im Vorwort zum 45. bis 50. Tausend; und vielleicht reagiert er diesmal vorwiegend auf jüdische Kritik. Denn wie das folgende Kapitel zeigen wird, besteht die Besonderheit Jesu und damit auch seiner Botschaft zu einem Großteil in Überbietung und Differenz durch Abwertung des Judentums.

2.2. Das Evangelium Jesu Christi und das Judentum

„Lediglich im historischen Sinn“[16] will Harnack die Frage nach dem „Wesen des Christentums“ beantworten. Trotzdem sieht er davon ab, einleitend über das Judentum und die griechisch-römische Welt zu sprechen. Denn die Predigt Jesu führt sofort in eine Höhe, „auf welcher ihr Zusammenhang mit dem Judentum als ein lockerer erscheint … und Fäden, die in die ‚Zeitgeschichte‘ zurückführen, unbedeutend werden“[17]. In diesem Zusammenhang verwirft Harnack auch die These, daßdie Predigt Jesu nur im Bezug zu den damaligen jüdischen Lehren verstanden werden könne. Verfechter dieser religionsgeschichtlichen Theorie können in einen äußeren Vorhof einführen, „an den Kern der Sache reichen ihre Jünger nicht heran“[18]. Der Kern ist das Neue, das Jesus verkündigt. Nach Wellhausen, auf den Harnack hier verweist, war das „auch bei den Propheten, … sogar in der jüdischen Überlieferung seiner Zeit zu finden. Selbst die Pharisäer hatten es; aber sie hatten leider noch sehr viel anderes daneben. … Es war bei ihnen beschwert, getrübt, verzerrt, unwirksam gemacht… durch tausend Dinge, die sie auch für Religion hielten. … Nun aber brach der Quell frisch hervor und brach sich durch Schutt und Trümmer einen neuen Weg, durch jenen Schutt, den Priester und Theologen angehäuft hatten, um den Ernst der Religion zu ersticken.“[19] Immerhin, den Quell, dem Jesus einen neuen Weg gebahnt hat, lokalisiert Harnack noch im Judentum. Welchen Weg der alte, der ursprüngliche Quell genommen hat, erfahren wir leider nicht. Um so eindrücklicher schildert er jedoch den Schutt und die Trümmer, die in ihren Kult verstrickten Juden. Diesen stellt er hell den neuen Quell in Jesus entgegen, wenn er schreibt:

„Sie [die Führer des Volkes und in ihnen das gemeine Menschenwesen – R.L.] dachten sich Gott als den Despoten, der über dem Zeremoniell seiner Hausordnung wacht, er atmete in der Gegenwart Gottes. Sie sahen ihn nur in seinem Gesetze, … er sah und fühlte ihn überall. Sie besaßen tausend Gebote von ihm und glaubten ihn deshalb zu kennen; er hatte nur ein Gebot von ihm und darum kannte er ihn. Sie hatten aus der Religion ein irdisches Gewerbe gemacht – es gab nichts Abscheulicheres –, er verkündete den lebendigen Gott und den Adel der Seele.“[20]

Deutlich tritt in diesem Zitat das Bestreben hervor, die Person Jesu von Schutt und Trümmern abzuheben und ihn frei von jüdischen Einflüssen darzustellen. Dies kommt auch in folgendem Urteil Harnacks zum Ausdruck:

„Es ist sehr unwahrscheinlich, daßer [Jesus – R.L.] durch die Schulen der Rabbinen gegangen ist; nirgendwo spricht er wie einer, der sich technisch-theologische Bildung und die Kunst der Exegese angeeignet hat.“[21]

Vehement setzte sich Leo Baeck gegen dieses Fehlurteil zur Wehr. Er betonte gegen Harnack, daßJesus eine „Persönlichkeit… des jüdischen Idealismus [sei], des Besten, was es im Judenthum gab und giebt, aber nur im Judentum damals gab. Er war ein Jude unter Juden. Aus keinem anderen Volke hätte ein Mann wie er hervorgehen können“[22]. Weiterhin bedauert Baeck die Verkennung der Pharisäer durch den „Mann, der die Dogmengeschichte verfaßt hat. Wenn man es nicht schwarz auf weißsähe, würde man es nicht glauben. Herr H. hätte nur einen Blick in die Litteratur jener Zeit zu werfen brauchen, um das Gegenteil zu erfahren.“[23] Das Gegenteil von solchen Aussagen wie:

„Die herrschenden Klassen, zu welchen vor allem die Pharisäer und auch die Priester gehörten – diese zum Teil verbunden mit den irdischen Machthabern -, besaßen wenig Herz für die Not des armen Volkes.“[24]

„Die Priester und Pharisäer hielten das Volk in Banden und mordeten ihm die Seele. Gegen diese unberufene Obrigkeit zeigte Jesus seine wahrhaft befreiende und erquickende Pietätlosigkeit. Er ist nicht müde geworden, … diese ‚Obrigkeit‘ zu befehden, ihre Wolfsnatur und Heuchelei aufzudecken und ihr das Gericht anzukündigen.“[25]

Das sind harte Worte und starke, eindrückliche Bilder, die Harnack gebraucht, um die Pharisäer zu schildern, um den riesigen Schutthaufen vor den Augen der Hörer und Hörerinnen zu malen. Jesus bahnt dem frischen Quell einen neuen Weg durch die Trümmer des Judentums. Vollständig kann Harnack also den jüdischen Hintergrund Jesu nicht leugnen. Und so gesteht er dann auch zu, daßdie jüdische Religions­geschichte die „tiefste und reifste, die ein Volk erlebt hat,“ ja die „eigentliche Religionsgeschichte der Menschheit“ sei. Allerdings nur, weil sie den Messiastitel zur Verfügung stellte. „Aber eben darin, daßsie dies leistete“, so schränkt Harnack sofort ein, „war auch ihre Aufgabe erschöpft“[26]. Denn Jesus Christus hat die „antike Form der Religion niederster Ordnung“, nämlich die von der „Zeremonie beherrschte“ Religion überwunden. „Um diese Art von Religion aufzulösen, hat sich Jesus Christus ans Kreuz schlagen lassen.“[27] Diese Art von Religion sieht Harnack nun unter Jesu Namen und Autorität wieder aufgerichtet in Form der katholischen und orthodoxen Kirche. Harnack kritisiert am orthodoxen, katholischen und protestantischen Kirchentum den Verfall von lebendiger Empfindung zur Gesetzesreligion. Da dies „phänomenologisch auch im Judentum der neutestamentlichen Zeit vorhanden“ war und die jüdische Religion nach seinem Verständnis „ihr göttliches Urteil durch Jesu Umgang mit ihr schon erhalten hat“[28], steht die jüdische Religionsgeschichte para­digmatisch für die menschliche Religionsentwicklung überhaupt. Dieser Interpretation Deines stimme ich im Großen und Ganzen zu, jedoch nicht ohne darauf hinzuweisen, daßHarnack sich – im Gegensatz zu seiner Beschreibung des Judentums – bei seiner Charakteristik der orthodoxen und katholischen Kirche darum bemüht, auch positive Seiten aufzuzeigen. Das einzig wirklich Positive seiner Darstellung des Judentums sehe ich darin, daßHarnack den Juden nicht den Vorwurf macht, Christusmörder zu sein.

Fazit: Wenn Harnack auf das Judentum zu sprechen kommt, und das geschieht in den ersten elf Vorlesungen über das Evangelium und die christliche Religion im apostolischen Zeitalter häufig, dann schildert er das Judentum zur Zeit Jesu in dunklen Farben und fällt ungerechtfertigte Urteile. Die Darstellung des Judentums ist im Gegen­satz zum Postulat seiner Eingangsvorlesung weitestgehend unhistorisch; man kann Harnack vielmehr mit Recht eine „überaus ungerechte Polemik“[29] vorwerfen. Diese Polemik zielt darauf, das Leuchtende und Neue des Evangeliums von dem negativen Hintergrund des Judentums, der „antiken Form der Religion niederster Ordnung“[30], abzuheben und somit eine Höherentwicklung des Christentums deutlich zu machen.[31]

Zu fragen ist deshalb, wie Harnack zu dieser Darstellung des Judentums kommt. Was hat den Theologen, der aufgrund seiner „Dogmengeschichte“ als ein Lehrer der Religionsgeschichtlichen Schule gilt[32], zu einer solch polemischen Darstellung veranlaßt? Weshalb legt der Kirchenhistoriker, wenn es um die Zeit des Neuen Testaments geht, plötzlich eine „geschichtliche Bremse“ ein?

3.Harnacks Christentum

Wie ich oben dargelegt habe, stellt „Das Wesen des Christentums“ nicht nur theo­logische Vorlesung, sondern auch – und vielleicht vor allem – Glaubenszeugnis Harnacks dar. Deshalb möchte ich im diesem Kapitel den theologischen Hintergrund Harnacks, den Einflußvon Elternhaus und Lehrern auf seinen Glauben, aufzeigen[33]. Ich habe diesem Kapitel in Anlehnung an Leo Baeck die Überschrift „Harnacks Christen­tum“ gegeben. Baeck erkannte ebenso wie Agnes von Zahn-Harnack die persönliche Dimension des „Wesen des Christentums“ und schlägt deshalb vor, daßder Titel der Vorlesungen besser „‚meine Religion‘ oder ‚mein Christenthum‘ hätte heissen sollen“[34].

3.1. Harnack und das Luthertum

Harnack wuchs in einem streng lutherisch geprägten Elternhaus auf. Seinem Vater Theodosius Harnack gelang es, als religiöser Berater seines Landes die lutherische Kirche Livlands „von sektiererischen, insbesondere herrenhutischen Einflüssen freizu­machen und sie zu einem reinen Luthertum zurückzuführen“[35]. Außerdem legte er unter anderem ein zweibändiges Werk über Luthers Theologie mit besonderer Beziehung auf seine Versöhnungs- und Erlösungslehre vor. Auch die sehr gebildete Mutter Harnacks, war vom lutherischen Glauben geprägt.

„Ihr ganzes inneres Leben, ihr ganzes Fühlen und Denken war erfüllt und durchströmt von Religion; ihre Seele lebte im Ewigen, immer, … in ihrer Liebe und Ehe, in der Erziehung der Kinder. … Jeder Tag begann für sie mit einer Vertiefung in einen Abschnitt der Bibel oder in eine Lutherische Schrift.“[36]

DaßHarnack durch die Frömmigkeit seiner Familie beeinflußt wurde und in ihrer Tradition steht, unterstreichen seine Aufzeichnungen über seinen Großvater. Dort urteilt er, daßes ihm schon als Student wertvoll erschien, in der „Frömmigkeit des väterlichen Hauses, wie sie der Großvater zeitlebens festgehalten und überliefert hat“[37], zu stehen.

In seiner Kindheit und Jugend, aber auch während seiner Dorpater und Leipziger Studentenzeit, lernte Harnack, an dem Wort der lutherischen Bekenntnisschriften und der Bibel festzuhalten. Letzteres galt als „lauterste Quelle und einzig untrügliche Norm christlicher Wahrheit“[38]. Deshalb wurde als einziger Ausgangspunkt christlicher Wissenschaft die in der Bibel gegebene Offenbarung gesehen, durch welche das Wort in der Gegenwart Aktualität besitzt. Im Glauben erfuhr der einzelne die göttliche Kraft des Wortes nicht nur subjektiv sondern auch objektiv als Werk Gottes. Die gesammelte christliche Erfahrung kommt in den Bekenntnissen der Kirche zum Ausdruck, welche als „die wahre Fortsetzung der Entwicklung der kirchlichen Lehre“[39] betrachtet wurden.

Mit dieser konservativen Spielart des Protestantismus, die sich unter dem Einflußvon Romantik, philosophischen Idealismus und Erweckungsbewegung vor allem gegen den Rationalismus wandte, wuchs Harnack auf. Obwohl er sich mit seiner Dogmen­geschichte vom Luthertum löste – das wird im folgenden Kapitel zu zeigen sein –, sind in seiner späteren Theologie doch immer noch konservative Züge festzustellen. Ich sehe diese insbesondere in Harnacks Stellung zum Alten Testament, die er pointiert in seinem „Marcion“ zusammenfaßt[40]. Seine geringe Achtung der alttestamentlichen Schriften wurzelt in der Lehre der lutherischen Theologie, die das Gesetz als Heilsweg zugunsten des Evangeliums verwarf. Dem steht eine Ethik gegenüber, die mit ihren festen Vorschriften einen fast gesetzlichen Charakter hat.

3.2. Harnack und Albrecht Ritschl (1822-1889)

Albrecht Ritschl gehörte zu den deutschen Theologen, denen Harnack geniale Begabungen bescheinigte[41]. Kennengelernt hat er ihn wie die meisten Schüler Ritschls nicht in dessen Collegs, sondern vor allem durch seine Veröffentlichungen. „Schon in Dorpat hatte Harnack Ritschl gelesen.“[42] Persönlich lernten sie sich erst 1877 kennen. Ihre Bekanntschaft setzte sich in Besuchen und Briefwechsel fort.

Ritschl prägte die protestantische Theologie, indem er dem gesamten Neuprotestan­tismus bis Barth seinen Stempel aufdrückte. Als Theologe arbeitete er vor allem historisch. Aus geschichtlichen Studien wie „Die Entstehung der altkatholischen Kirche“ (1850) und der dreibändigen „Geschichte des Pietismus“ (1880-1886) entwickelte er seine dogmatischen Thesen, wie er sie in der Schrift „Unterricht in der christlichen Religion“ zusammenfaßt. Die große Bedeutung der historischen Forschung für die theologische Arbeit findet sich bei seinen Schülern wieder. Auch Harnack ist in dieser Hinsicht stark von Ritschl geprägt. Die Entstehung der „Dogmengeschichte“ geht nicht zuletzt auf den ermutigenden Zuspruch Ritschls zurück.

Mit der „Dogmengeschichte“ ist zugleich ein Wendepunkt in Harnacks Leben erwähnt. Ihr Erscheinen schließt seine religiös-theologische Entwicklung in gewisser Weise ab. Im Dezember 1885 schreibt Harnack an seinen Freund und Schüler Friedrich Loofs (1858-1928):

„Ich kann Ihnen sagen, daßich meinem Gott und Herrn danke, daßich von Berufs wegen die Gelegenheit in diesem Buche [der „Dogmengeschichte“ – R.L.] gehabt habe, zu sagen ungeschminkt zu sagen, wie ich über entscheidende Fragen denke.“[43]

Im wesentlichen gehören zu diesen „entscheidenden Fragen“ drei Gedankenkreise: „die Lehre von der Person Jesu, die Bewertung der kirchlichen Tradition und die Sakramentslehre. Hiermit verband sich eine veränderte Auffassung von den Bekennt­nisschriften und von dem Begriff Sünde.“[44] Damit löste sich Harnack endgültig von der lutherischen Orthodoxie seiner Dorpater Lehrer und seines Elternhauses. Letzteres schlug sich auch in einem Bruch der Beziehung zu seinem Vater nieder. Dieser reagiert in einem Brief vom 29.1.1886 mit folgenden Worten auf das Werk seines Sohnes:

„Unsere Differenz ist keine theologische, sondern eine tiefgehende, direkt christliche, so daßich, wenn ich über sie hinwegsähe, Christum verleugnete…“ Wer so über das Auferstehungszeugnis und die Trinität denkt, „ist in meinen Augen kein christlicher Theologe mehr“[45].

Trotz der radikal historischen Beschäftigung mit der christlichen Geschichte, tendiert Ritschl zu einem biblizistischen Umgang mit der Bibel. Der unkritische Umgang bei der Führung des Schriftbeweises und die „relative Uninteressiertheit an der historischen Kritik des Urchristentums setzt sich dann bei namhaften Ritschlianern“[46] wie Harnack fort[47]. Letzteres wird vor allem in dessen Pharisäerbild deutlich.

Der Person Jesu widerfährt von Seiten Ritschls wie auch Harnacks hohe Wert­schätzung. Der allgemeine Zweck seiner Verkündigung ist das Reich Gottes, welches vor allem eine ethische Größe darstellt und in Jesus sein sittliches Vorbild hat[48]. Allerdings gibt es auch wesentliche Unterschiede in der Sicht des Religionsstifters. Ritschl betont, daß„Jesus im allgemeinen sich darstellt als von Gott gesandten Propheten“, der jedoch über den Propheten steht, weil er „sich als den Sohn Gottes … zu erkennen gibt“[49]. Hier deutet sich schon seine hohe Meinung vom Alten Testament an, das Ritschl „als unumgängliches Hilfsmittel des Verständnisses [der] im Neuen Testament gesammelten Urkunden des Christentums“[50] ansieht.

Harnacks „von Ritschl abweichende Stellung zum Neuen Testament“ und die „Erweiterung des religionsgeschichtlichen und deshalb auch des systematischen Feldes“[51] zeigt sich vor allem in der Interpretation der Person Jesu und seiner Haltung gegenüber dem Alten Testament. Letztere kommt wohl am authentischsten in einem Brief über den Religionsunterricht zum Ausdruck. Am 31.12.1920 schreibt Harnack an Holl (1866-1926):

„Ich habe meine Kinder, denen ich z. T. selbst den ersten Religionsunterricht gegeben habe, ohne Schwierigkeiten so belehren können, daßich ihnen sage, das Alte Testament ist veraltet und nur in Einzelheiten schön und wertvoll; es ist der Juden Gesetz und Geschichte; unser Testament ist das Neue. Das kann und soll man auch in der Volksschule sagen.“[52]

Eine letzte Linie von Ritschl zu Harnack, die für uns von Bedeutung ist, sehe ich in dem gestuften Religionsmodell. Wenn Harnack davon spricht, daßChristus am Kreuz die „antike Form der Religion niederster Ordnung“[53] überwunden hat, dann ist sein Christentum – und nun zitiere ich Ritschl – „von dem Anspruch erfüllt, die vollkom­mene Religion über den anderen Arten und Stufen derselben zu sein“, weil sie diejenige Religion ist, „in welcher die vollkommene Erkenntnis Gottes möglich ist“[54].

Weitere Elemente in Harnacks Theologie – nämlich das Pharisäerbild, die Heraus­lösung der Person Jesu aus zeitgeschichtlichen Bindungen und seine radikal mensch­liche Interpretation – führen weg von Ritschl, hin zu einem weiteren Theologen und Lehrer, dessen Begabungen Harnack für genial hielt[55]: zu Julius Wellhausen.

3.3. Harnack und Julius Wellhausen (1844-1918)

Auch Wellhausen war Harnack vor allem aus seinen Veröffentlichungen bekannt. Diese müssen ihn jedoch stark beeindruckt haben, da Harnack in seinem „Wesen des Christentums“ mehrmals speziell auf den „bedeutenden Gelehrten“[56] verweist und in seinen freien Vorträgen längere Passagen Wellhausens zitiert[57].

Zwei Bücher Wellhausens sind es, die Harnacks Interpretation des Judentums geprägt haben: Zum einen „Die Pharisäer und die Sadduzäer“ (1874) und zum anderen seine Israelitische und Jüdische Geschichte“ (1894). Dort beschreibt er die Pharisäer als theokratische Partei, deren Macht darauf beruhte, „dass sie den Juden vorstellten, wie er sein soll“[58]. Diesen zeichnet nach ihrer Ansicht insbesondere seine Gesetzestreue aus. Deshalb bauten die Pharisäer die Religion zu einem bürgerlichen und geistlichen Rechtsgefüge aus, welches lebendige Frömmigkeit zu frommer Karikatur verkommen ließ. Solch einen wahren „Götzendienst des Gesetzes“[59] beschreibt Wellhausen folgendermaßen:

„Die Pharisäer ertödteten die Natur durch die Satzung.“[60] „Die Pharisäer kennen nur eine Aufgabe, die, das Gesetz zu erfüllen. Das ist das einzige Ziel ihrer Arbeit. Praktische Ziele verfolgen sie nicht, sie wollen nicht etwelche wünschenswerten Zustände auf Erden herstellen. … Sie tun das Gebotene, mag dabei herauskommen was da will.“[61]

Diese negative Sicht der Pharisäer kommt vor allem in seinem vorletzten Kapitel der „Israelitischen und Jüdischen Geschichte“ über „Das Evangelium“ zum Tragen.[62] Denn ganz ähnlich wie später Harnack setzt Wellhausen dort den „toten Werken“ und der „vielgeschäftigen Gesetzlichkeit“ der Pharisäer die „Gesinnung“ und „höchste sittliche Idealität“[63] Jesu entgegen. Dieser ist, und ebenso lesen wir es auch bei Harnack, „Sohn des himmlischen Vaters…, nicht weil er einzigartiger Natur, sondern weil er Mensch ist. … Was ihn auszeichnet ist nur, dass er sich des Kindesverhältnisses zu Gott bewusst gewesen ist und die Frömmigkeit genossen hat, wie vor ihm niemand.“[64] Denn er hat nicht studiert. „Er liest in seinem eigenen Herzen und in den Herzen Anderer. … Er kann die Schrift, ohne sie gelernt zu haben.“ So findet er „tief unter dem Schutt die Quelle“[65] des „Ewiggültigen“.

Dieser letzte Abschnitt soll zeigen, wie sehr Harnack von Wellhausen bis hin zum Gebrauch gleicher Bilder geprägt ist. Dabei darf jedoch nicht übersehen werden, daßWellhausen über große Strecken ein weitaus differenzierteres Pharisäerbild hat, als ich es hier schildern konnte[66]. Interessant ist jedoch, daßHarnack lediglich bestimmte Gedanken Wellhausens übernimmt: nämlich nur die, welche geeignet sind, als Kontrastfolie zur Botschaft Jesu Jesus zu dienen. Darin zeigt sich, daßHarnack Wellhausens mit einem dogmatischen Vorurteil rezipiert hat. Er sieht und gebraucht, was seine Ansicht stützt, übersieht und mißachtet aber, was seinen Vorstellungen entgegensteht.

3.4. Harnack und der moderne Antisemitismus

Den modernen Antisemitismus der Wilhelminischen Zeit prägte ein Miteinander von politischen, wirtschaftlichen, rassischen, nationalen und religiösem Antisemitismus. Die Vielfalt der verschiedenen Arten deutet auf die Komplexität des Antisemitismus hin. In der neueren Forschung ist umstritten, inwieweit die verschiedenen Formen der Judenfeindschaft eigenständige oder voneinander abhängige bzw. aufeinander auf­bauende Entwicklungen sind. Dabei ist – nicht nur im Hinblick auf dieses Referat – der Einflußdes religiösen Antijudaismus von besonderem Interesse[67]. Ich bin der Ansicht, daßder religiöse Antisemitismus einen wesentlichen Einflußauf das Entstehen des modernen Antisemitismus hatte. Lehr[68] zeigt an vielen Beispielen, wie wirtschaftlicher, politischer, rassischer usw. Antisemitismus mit religiösem Judenhaßverquickt ist. Dieses Zusammenspiel möchte ich am Beispiel Adolf Stoeckers (1835-1909) schildern, da dessen Wirken Harnack zu einer Stellungnahme zum zeitgenössischen Anti­semitismus bewogen hat.

Der wirtschaftliche Aufschwung im 19. Jahrhundert und die Liberalisierung führten zu Gesetzen, die den jüdischen Emanzipationsbestrebungen Rechnung trugen und ihre Integration in das deutsche Wirtschaftsleben ermöglichten.[69] Ihren Höhepunkt erreichte die Judenemanzipation im Gesetz des Norddeutschen Bundes vom 3. Juli 1896. Mit diesem wurden die „aus der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Bestrebungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte“[70] aufgehoben.

Nun strebten Juden nicht nur in Positionen der Wirtschaft, sondern auch in Ämter der Politik, des Rechts und des Bildungsbereichs – und das mit der Energie, die sich in jahrelanger Ausgrenzung angestaut hatte. Die „Große Depression“ nach 1873 führte jedoch zu einer „Wiederkehr des alten Hasses“[71]. Breite Schichten der Arbeiterschaft, welche die Hauptlast des Börsenkraches zu tragen hatte, suchten im „finanzmächtigen Judentum“ einen Sündenbock für die schlechte wirtschaftliche Situation. Antiliberale Kreise nutzten diese judenfeindliche Stimmung, um gegen die Integrationsbestrebungen Front zu machen. Sie propagierten, daßder „jüdische Internationalismus… ‚jeden Versuch nationaler Verschmelzung‘“[72] unmöglich macht. Diese Tendenz wurde von antisemitischen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Kulturkampf unterstützt. Katholische Blätter stempelten die Juden als Verkörperung des Liberalismus zum eigentlichen Feind im Kulturkampf. Auf diesem Weg gelangten natürlich auch religiös motivierte Argumente in die Diskussion.[73]

Diese antisemitische Stimmung am Ende des 19. Jahrhunderts nutzte Adolf Stoecker, Dom- und Hofprediger (1874-1890) sowie Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses (1879-1898 und des Reichstages (1881-1883, 1898-1908), zur „Durchsetzung seines theologischen und kirchenpolitischen Konzepts“. Seine kirchlichen und politischen Aktivitäten zielten „auf die Erneuerung und Belebung des evangelischen deutschen Volksgeistes und auf eine Geltendmachung der Lebensmächte des Evangeliums für das gesamte öffentliche … Leben“[74]. Um dieses zu erreichen gründete Stoecker 1879 die „Christlich-soziale Arbeiterpartei“[75], die ihren politischen Hauptgegner in der fortschrittlichen Sozialdemokratie sah. Da die Stöcker-Partei anfangs nicht sonderlich erfolgreich war – bei ihrer ersten Reichstagswahl stimmten nicht einmal alle Mitglieder für diese – bediente sich der begnadete Redner alsbald antisemitischer Schlagworte, um die Arbeiterschaft und vor allem die bürgerliche Mittelschicht hinter sich zu bringen. Die Juden eigneten sich besonders als Feindbild, weil ihr liberales Engagement dem „konservativ-christlichen Idealbild einer christlichen, entschieden national gesinnten … Gesellschaftsordnung“[76] Stoeckers widerstrebte.

Auf die Dauer gelang Stoecker der Spagat zwischen kirchlichem Amt und partei­politischer Aktivität nicht. 1890 wurde er endgültig als Hofprediger entlassen, obwohl er im Vorjahr sein politisches Wirken zugunsten des kirchlichen Amtes eingeschränkt hatte. Trotz allem hatte Stoecker als Prediger und (Kirchen-) Politiker weiterhin großen Einfluß. Kennzeichnend dafür ist sicherlich der Erfolg des „Evangelisch-Sozialen Kongresses“, an dem Wissenschaftler unterschiedlicher Richtungen mitarbeiteten und dem Harnack von 1903 bis 1911 vorstand.

Stoecker verstand es, dort 1890 erstmals Theologen aller Couleur zu vereinen, um über die Aufgaben der evangelischen Kirche in der industrialisierten Massengesellschaft zu beraten. Er tat dies in der Absicht, eine Bewegung gegen die Sozialdemokratie zu inszenieren. Obwohl Harnack wußte, daßder Kongreßin der Tendenz stand, „im Namen des evangelischen Christentums der ‚dämonischen‘ Sozialdemokratie die christliche Sozialreform“ gegenüberzustellen, um als „christliche Weltordnung … die Sozialmonarchie“[77] durchzusetzen, nahm Harnack an dem Kongreßteil. Seine Erwartungen, die den Zielen Stoeckers entgegenliefen, stellte er jedoch vorab in einem Artikel in den Preußischen Jahrbüchern[78] dar. Dort betont Harnack, daßder Kongreßdie ausgleichende Mitte suchen muß, indem das Institut Kirche dazu aufgefordert wird, Gemeinden so zu gestalten, daßsie den Dienst der Nächstenliebe verrichten können. Dazu gehört auch der Abbau sozialer Mißstände. Schon in diesem Artikel vor Beginn des Kongresses warnt Harnack vor einer Beschäftigung mit der Judenfrage:

„Es mag eine Judenfrage im nationalen und wirtschaftlichen Sinn geben – ich weißdas nicht und bin darüber nicht kompetent –, das aber weißich, daßden Antisemitismus auf die Fahnen des evangelischen Christentums zu schreiben, ein trauriger Skandal ist. Die, welche das getan haben, haben freilich immer das nationale und wirtschaftliche Interesse mithinein gezogen, weil sie als Christen hätten schamrot weren müssen, wenn sie einfach im Namen des Christentums die Parole des Antisemitismus ausgegeben und das Evangelium in einen neuen Islam verwandelt hätten.”[79]

Harnack findet hier deutliche Worte gegen eine antisemitische Propaganda auf dem Kongreß, wenngleich er seine Unentschiedenheit hinsichtlich einer Judenfrage im nationalen und wirtschaftlichen Sinn gesteht. Allerdings weist er einen christlichen Antisemitismus, wie ihn Stoecker paradigmatisch repräsentiert, entschieden zurück. Weitere pro-jüdische Äußerungen Harnacks aus den zwanziger Jahren im Zusammen­hang mit einer steigenden Zahl judenfeindlicher Ausschreitungen[80] belegen ebenso wie seine bewegende alttestamentliche Gedächtnisrede auf den Juden Geheimer Kommerzienrat Eduard Arnhold von 1925[81], daßdie kulturprotestantische Haltung Harnacks mit dem modernen Antisemitismus nicht vereinbar ist.

4. Schluß

Obwohl Harnack sich gegen die Judenfeindschaft seiner Zeit wehrt, ist sein „Wesen des Christentums“ nicht frei von einem religiösen Antisemitismus. Angesichts der großen Verbreitung dieses Werkes mußman es als einen – wenn wohl auch unbewußten – Beitrag zum modernen Antisemitismus ansehen. Harnacks „historischer Anti­judaismus“ äußert sich in einer negativen und dunklen Darstellung der jüdischen Religion, der Pharisäer und des Alten Testamentes, um Religion, Person und Botschaft Jesu positiv und hell davon abzuheben. Der Grund für diese Sicht des Judentums ist nicht allein dem Einflußseiner theologischen Lehrer zuzuschreiben. Denn wie wir gesehen haben, hätte Harnack von Ritschl durchaus eine positive Bewertung des Alten Testamentes und von Wellhausen ein differenzierteres Bild der Pharisäer gewinnen können. Daßdies nicht geschah, hängt nur zu Teil mit dem konservativen Luthertum zusammen, welches ihn bis zur „Dogmengeschichte“ prägte. Wesentlicher scheint mir, was die Berliner Fakultät in ihrer Beurteilung Harnacks vor dessen Berufung folgendermaßen ausdrückt:

„Allerdings können wir uns nicht verhehlen, … daßdie Ergebnisse aus seinen sonst wohlfundamentierten Prämissen oft vorschnell gezogen, vielleicht auch (wenigstens nach Ansicht Einiger unter uns) durch seinen dogmatischen Standpunkt zu stark beeinflußt sind.“[82]

Harnacks dogmatisches Vorurteil, das ihn in seiner Interpretation Jesu und seinem Religionsverständnis leitete, und so zu seiner Beurteilung des Judentums kommen ließ, macht „Das Wesen des Christentums“ zu dem, was es ist: einem Stück ursprünglichen Harnack.

5.Literaturverzeichnis

Adolf von Harnack als Zeitgenosse: Reden und Schriften aus den Jahren des Kaiserreichs und der Weimarer Republik / hrsg. und eingeleitet von Kurt Nowak. Mit einem bibliogr. Anh. von Hanns-Christoph Picker. – Berlin; New York: de Gruyter, 1996.

Baeck, Leo: Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums: Sonderabdruck aus der „Monatszeitschrift für Geschichte u. Wissenschaft des Judentums. – 2., vermehrte Aufl. – Breslau: Verlag v. Wilhelm Koebner, 1902. [Harnacks Vorlesungen]

Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus: theologische und kirchliche Programme deutscher Christen / hrsg. von Leonore Siegele-Wenschkewitz. – Frankfurt (M): Haag und Herchen, 1994. (Arnoldshainer Texte; 85) [Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus]

Deines, Roland: Die Pharisäer: ihr Verständnis im Spiegel der christlichen und jüdischen Forschung seit Wellhausen und Graetz. – 1. Aufl. – Tübingen: Mohr Siebeck, 1997. (Wissenschaftliche Untersuchungen zum Neuen Testament; 101) [Die Pharisäer]

Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit: Band III Umstrittene Integration 1871-1918. / hrsg. im Auftrag des Leo Baeck Instituts v. Michael A. Meyer – Lizenz­ausgabe für Frankfurt (M); Wien: Büchergilde Gutenberg, 1997.

Englemann, Hans: Kirche am Abgrund: Adolf Stoecker und seine antijüdische Bewegung. – 1. Aufl. – Berlin: Selbstverlag Institut Kirche und Judentum, 1984. (Studien zu jüdischem Volk und christlicher Gemeinde; 5)

Fagerberg, H.: Art.: Luthertum II. Neuluthertum. In: RGG[3], Sp. 536-540.

Gestalten der Kirchengeschichte, Bd. 9,2 Die neueste Zeit II / hrsg. von Martin Greschat. – Stuttgart; Berlin; Köln; Mainz: Kohlhammer, 1985. [GdKG]

Harnack, Adolf von: Aus der Werkstatt des Vollendeten: Abschlußseiner Reden und Aufsätze / hrsg. von Axel v. Harnack. – Gießen: Töpelmann, 1930.

Harnack, Adolf von: Marcion: Das Evangelium vom fremden Gott / Eine Mono­graphie zur Geschichte der Grundlegung der katholischen Kirche. – unveränderter Nachdruck der 2., verb. Aufl. – (Leipzig, 21924) Berlin: Akademie-Verlag, 1960.

Harnack, Adolf: Das Wesen des Christentums: Sechzehn Vorlesungen vor Studierenden aller Facultäten im Wintersemester 1899/1900 an der Universität Berlin gehalten von. – 45. Bis 50. Tausend. – Leipzig: Hinrichs’sche Buch­handlung, 1903.

Hübner, Thomas: Adolf von Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums unter besonderer Berücksichtigung der Methodenfrage als sachgemäßer Zugang zu ihrer Christologie und Wirkungsgeschichte. – 1. Aufl. – Frankfurt (M); Berlin; Bern; New York; Paris; Wien: Lang, 1994 (Europäische Hochschulschriften: Reihe 23, Theologie; 493). [Adolf von Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums]

Juden im Wilhelminischen Deutschland 1890-1914; ein Sammelband / hrsg. von Werner E. Mosse unter Mitwirkung von Arnold Paucker. – 1. Aufl. – Tübingen: Mohr, 1976. (Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo-Baeck-Instituts; 33)

Lehr, Stefan: Antisemitismus – religiöse Motive im sozialen Vorurteil: Aus der Frühgeschichte des Antisemitismus in Deutschland 1870-1914. – München: Kaiser Verlag, 1974.

Lüdemann, Gerd; Özen, Alf: Art.: Religionsgeschichtliche Schule. In: TRE, Bd. 28, S. 618-624.

Nowak, Kurt: Kulturprotestantismus und Judentum in der Weimarer Republik. – Göttingen: Wallstein, 1991. (Kleine Schriften zur Aufklärung; 4)

Osten-Sacken, Peter von der: Rückzug ins Wesen und aus der Geschichte: Anti­judaismus bei Adolf von Harnack und Rudolf Bultmann. In: WPKG, 67. Jg., 1978, S. 106-122.

Versuche des Verstehens: Dokumente jüdisch-christlicher Bewegung aus den Jahren 1918-1933 / hrsg. Von Robert Raphael Geis und Hans-Joachim Kraus. – München: Kaiser Verlag, 1966.

Ritschl, Albrecht: Unterricht in der christlichen Religion. – Nachdruck der 1. Aufl. von 1875 – Gütersloh: Mohn, 1966. (Texte zur Kirchen- und Theologiegeschichte; 3)

Schäfer, Rolf: Art.: Ritschl, Albrecht (1822-1899)/Ritschlsche Schule. In: TRE, Bd. 29, S. 220-238.

Tschainer, Sabine: Die zeitgenössischen Debatten um Adolf von Harnacks „Wesen des Christentums“ 1899/1900. – Leipzig, 1987.

Wellhausen, Julius: Israelitische und Jüdische Geschichte. – 2. Aufl., Berlin: Reimer, 1895.

Wellhausen, Julius: Die Pharisäer und die Sadduzäer: Eine Untersuchung zur inneren jüdischen Geschichte. – 3. Aufl. –Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1967.

Wolff, Christian: Predigt über Matthäus 12,38-40 / Reminiscere. – Thomaskirche zu Leipzig, 28. Februar 1998 (? – richtig mußes heißen: 1999).

Zahn-Harnack, Agnes von: Adolf von Harnack. – 2., verb. Aufl. – Berlin: de Gruyter, 1951.

[...]


[1] Thomas Hübner: Adolf von Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums, S. 312-338.

[2] Roland Deines: Die Pharisäer, S. 169, bes. A. 7.

[3] Das Wesen des Christentums, S. I.

[4] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 185.

[5] Das Wesen des Christentums, S. IV.

[6] Die vielen kleinen Änderungen, die Harnack vorgenommen hat, können für diese Arbeit vernachlässigt werden, da sie keine Aussagen über das Judentum betreffen. Vgl. dazu Thomas Hübner: Adolf von Harnacks Vorlesungen über das Wesen des Christentums, S. 312-338.

[7] Das Wesen des Christentums, S. IV.

[8] Einen Eindruck über die vielfältigen Reaktionen auf „Das Wesen des Christentums“ von jüdischer Seite vermittelt die Diplomarbeit von Sabine Tschainer: Die zeitgenössischen Debatten um Adolf von Harnacks „Wesen des Christentums“ 1899/1900, S. 46-77.

[9] Daßer die jüdische Kritik trotzdem mit im Blick hatte, ist anzunehmen. Denn eine Vielzahl von Autoren wehrte sich dagegen, wie Harnack das Judentum darstellt. Unter ihnen der damals noch weniger bekannte, später jedoch bedeutende Rabbiner und Religionsvertreter Leo Baeck.

[10] Das Wesen des Christentums, S. 3.

[11] Das Wesen des Christentums, S. 4.

[12] Das Wesen des Christentums, S. 4.

[13] Das Wesen des Christentums, S. 33.

[14] Das Wesen des Christentums, S. 5.

[15] Das Wesen des Christentums, S. VI.

[16] Das Wesen des Christentums, S. 4.

[17] Das Wesen des Christentums, S. 10.

[18] Das Wesen des Christentums, S. 11.

[19] Das Wesen des Christentums, S. 30f.

[20] Das Wesen des Christentums, S. 33.

[21] Das Wesen des Christentums, S. 20f.

[22] Leo Baeck: Harnacks Vorlesungen, S. 28.

[23] Leo Baeck: Harnacks Vorlesungen, S. 15.

[24] Das Wesen des Christentums, S. 58.

[25] Das Wesen des Christentums, S. 66.

[26] Das Wesen des Christentums, S. 89.

[27] Das Wesen des Christentums, S. 148.

[28] Roland Deines: Die Pharisäer, S. 202.

[29] Leo Baeck: Harnacks Vorlesungen, S. 14.

[30] Das Wesen des Christentums, S. 148.

[31] Wie dieses Schema kontrastierender Polemik bis heute fortwirkt, zeigt eine Predigt, die ich am 28.2.1999 (!) in der Leipziger Thomaskirche hörte. Dankenswerter Weise stellte mir Pfarrer Wolff seine Predigt zur Verfügung, so daßich dem Referat eine Kopie derselben als Anlage beifügen kann.

[32] Vgl. Gerd Lüdemann, Alf Özen: Art.: Religionsgeschichtliche Schule. In: TRE Bd. 28, S. 619.

[33] Vor allem der EinflußRitschls und Wellhausens kann im Rahmen dieses Referates nur im Hinblick auf Harnacks Sicht der Juden thematisiert werden.

[34] Leo Baeck: Harnacks Vorlesungen, S. 8.

[35] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 5.

[36] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 7.

[37] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 2.

[38] H. Fagerberg: Art. Luthertum II. Neuluthertum. In: RGG3, Sp. 538.

[39] H. Fagerberg: Art. Luthertum II. Neuluthertum. In: RGG3, Sp. 539.

[40] Dort heißt es: „das AT im 2. Jahrhundert zu verwerfen, war ein Fehler, den die große Kirche mit Recht abgelehnt hat; es im 16. Jahrhundert beizubehalten, war ein Schicksal, dem sich die Reformation noch nicht zu entziehen vermochte; es aber seit dem 19 Jahrhundert als kanonische Urkunde im Protestantismus zu konservieren, ist die Folge einer religiösen und kirchlichen Lähmung.“ Adolf von Harnack: Marcion, S. 217.

[41] Vgl. Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. VIII.

[42] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 64.

[43] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 101.

[44] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 65.

[45] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 105.

[46] Wolfgang Trillhaas: Albrecht Ritschl. In: GdKG, Bd. 9/2, S. 185.

[47] Baeck weist Harnack in seiner polemischen Antwort an mehreren Stellen einen homiletischen Umgang mit dem Evangelium nach, der nicht Exegese ist. Vgl. Leo Baeck: Harnacks Vorlesungen, S. 13f.

[48] Vgl. Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion, S. 15-33, bes. §§ 5, 21f, 55. Und: Das Wesen des Christentums, S. 34-47.

[49] Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion, S. 25, § 20, auch S. 13, § 1.

[50] Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion, S. 13, § 3.

[51] Adolf Harnack: Ritschl und seine Schule. In: Adolf von Harnack als Zeitgenosse, Teil 1, S. 768.

[52] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 245.

[53] Das Wesen des Christentums, S. 148.

[54] Albrecht Ritschl: Unterricht in der christlichen Religion, S. 13, § 2.

[55] Vgl. Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. VIII. Weiterhin nennt Harnack dort Troeltsch, F. Ch. Baur, Schleiermacher und Leibnitz.

[56] Das Wesen des Christentums, S. 82.

[57] Das Wesen des Christentums, S. 30f, 111.

[58] Julius Wellhausen: Pharisäer und Sadduzäer, S. 43.

[59] Julius Wellhausen: Israelitische und jüdische Geschichte, S. 286.

[60] Julius Wellhausen: Pharisäer und Sadduzäer, S. 19.

[61] Julius Wellhausen: Pharisäer und Sadduzäer, S. 21.

[62] In späteren Auflagen bildet „Das Evangelium“ das Schlußkapitel des Buches! (So 5. Aufl. 1904).

[63] Julius Wellhausen: Israelitische und jüdische Geschichte, S. 342.

[64] Julius Wellhausen: Israelitische und jüdische Geschichte, S. 346.

[65] Julius Wellhausen: Israelitische und jüdische Geschichte, S. 350f.

[66] Vgl. dazu Roland Deines: Die Pharisäer, S. 41-67, bes. S. 66f.

[67] Vgl. zu diesem Problem: Christhard Hoffmann: Christlicher Antijudaismus und moderner Anti­semitismus: Zusammenhänge und Differenzen als Problem der historischen Antisemitismusforschung. In: Christlicher Antijudaismus und Antisemitismus, S. 293-317. Die politik- und sozialgeschichtliche Inter­pretation betont die Unterscheidung des modernen Antisemitismus vom religiösen aufgrund seiner sozial-ökonomischen Entstehungsbedingungen, seiner Organisation in politisch-sozialen Parteien und Verbän­den, sowie seiner rassischen, antikapitalistischen und antisozialistischen Ideologisierung. (a.a.O., S. 301). Auch die ideen- und mentalitätsgeschichtlichen Vertreter der Transformationsthese holen folgende „Sprünge“ in der Entwicklung der Judenfeindschaft nur ein, indem sie den rassich-nationalen Anti­semitismus als überhöhte antisemitische Weltanschauung denken: (1) Im christlichen Selbstverständnis können Juden durch Bekehrung Mitglied der christlichen Gemeinschaft werden; im rassischen Anti­semitismus bleibt der Gegensatz zwischen Juden und Nichtjuden unaufhebbar. (2) Die christliche Lehre kann in Unkenntnis des göttlichen Geschichtsplanes die Fortexistenz der Juden trotz ihrer „Verwerfung“ auf das Ende der Geschichte vertagen; In der menschlich-selbstbestimmten Erlösungserwartung säkularer Ideologien dagegen führt der Totalitätsanspruch des rationalen Denkens zur „Beseitigung“ von Aus­nahmen und Widersprüchen. (3) Der christliche Triumphalismus beinhaltet das integrative Möglich­keiten beim Bau einer „neuen Welt“; Die zukünftige Dekadenzerwartung des rassischen Antisemitismus setzt jedoch aggressive Energien gegen die Zersetzung traditioneller Strukturen durch „Verjudung“ frei. (a.a.O., S. 305, 307).

[68] Stefan Lehr: Antisemitismus – religiöse Motive im sozialen Vorurteil. Lehr geht davon aus, daßder „fundamentale Vorwurf jeder antisemitischen Argumentation die Anklage des Gottesmordes“ (a.a.O., S. 17) sei, weil die vollkommene Internalisierung dieser Vorstellung zum Vorurteil des Antisemitismus führt. (a.a.O., S. 7ff.) Ob diese These nicht doch etwas zu pauschal für das vielschichtige Phänomen des Antisemitismus ist, mag dahingestellt bleiben. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang jedoch, daßHarnack in seiner neunten Vorlesung über den Tod Jesu (Das Wesen des Christentums, S. 98-106) den Vorwurf des Messiasmordes nicht erhebt.

[69] Vgl. Reinhard Rürup: Emanzipation und Krise: Zur Geschichte der „Judenfrage“ in Deutschland vor 1890. In: Juden im Wilhelminischen Deutschland 1890-1914, S. 11-27.

[70] Reinhard Rürup: Emanzipation und Krise: Zur Geschichte der „Judenfrage“ in Deutschland vor 1890. In: Juden im Wilhelminischen Deutschland 1890-1914, S. 20.

[71] So der Titel des VII. Kapitels in: Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Bd. III, S. 193-248.

[72] Peter Pulzer: Die Wiederkehr des alten Hasses. In: Deutsch-jüdische Geschichte in der Neuzeit, Bd. III, S. 198.

[73] Vgl. Hans Engelmann: Kirche am Abgrund, S. 39-50.

[74] Hans Engelmann: Kirche am Abgrund, S. 69.

[75] Ab 1881 nur „Christlich-soziale Partei“

[76] Martin Greschat: Adolf Stoecker. In: GdKG, Bd. 9/2, S. 273.

[77] Der Evangelisch-soziale Kongreßzu Berlin. In: Adolf von Harnack als Zeitgenosse, Teil 2, S. 1274.

[78] Veröffentlicht in: Adolf von Harnack als Zeitgenosse, Teil 2, S.1270-1285.

[79] Der Evangelisch-soziale Kongreßzu Berlin. In: Adolf von Harnack als Zeitgenosse, Teil 2, S. 1282f.

[80] Vgl. dazu: Kurt Nowak: Kulturprotestantismus und Judentum in der Weimarer Republik, S. 23f.

[81] Adolf von Harnack: Aus der Werkstatt des Vollendeten, S.269-274.

[82] Agnes von Zahn-Harnack: Adolf von Harnack, S. 115.

Details

Seiten
22
Jahr
1999
ISBN (Buch)
9783656589990
Dateigröße
555 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10206
Institution / Hochschule
Universität Leipzig – Theologische Fakultät
Note
1,7
Schlagworte
Adolf von Harnack Harnack Wesen des Christentums Wesen des Judentums Leo Baeck Antismitismus Judentum Christentum Juden Pharisäer

Autor

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