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Remarque, Erich Maria - Im Westen nichts Neues

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 8 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Erich Maria Remarque : ,,Im Westen nichts Neues"

In meinem Referat möchte ichüber den Schriftsteller Erich Maria Remarque und sein Werk ,,Im Westen nichts Neues" sprechen.

Das Thema lautete:

,,Zeigen Sie am Beispiel von Erich Maria Remarque und seinem Werk ,,Im Westen nichts Neues", auf welche Art und Weise Vergangenheit durch den Autoren aufgearbeitet wird !"

Meine Gliederung sieht wie folgt aus:

Zuerst möchte ich auf den Autoren eingehen, d.h. ich nenne in Pkt. 1.1. kurz seine Lebensdaten und im Pkt.1.2. einige seiner Werke.

Ich habe das auch noch einmal zum Abnotieren auf einer Folie zusammengefasst.

Im zweiten Pkt. komme ich kurz auf den Ersten Weltkrieg zu sprechen, um das Geschehen des Romans zeitlich einzuordnen.

Im Gliederungspkt. 3 spreche ich zum Werk ,,Im Westen nichts Neues" und möchte kurz in 3.1. auf die Zeit, in der der Roman entstanden ist und in 3.2. auf die Folgen, die dieser Roman mit sich brachte, eingehen.

Im Pkt. 3.3. stelle ich dann den Inhalt dar und zeige auf, wie der Autor in seinem Werk die Vergangenheit aufgearbeitet hat.

In meinem letzten Gliederungspkt. fasse ich noch einmal kurz zusammen, auf welche Art und Weise die Vergangenheit aufgearbeitet wurde.

1.1. Lebensdaten (Folie):

Erich Maria Remarque wurde als Erich Paul Remark am 22.06.1898 in Osnabrück geboren. Als Sohn eines Buchbinders wuchs er in kleinbürgerlichen Verhältnissen auf. Nach der Schulausbildung besuchte Remark das katholische Lehrerseminar in Osnabrück und wurde 1916 zum Kriegsdienst eingezogen. Sein Einsatz an der Front war allerdings nur kurz, aufgrund einer Verwundung. Nach dem Krieg arbeitete er zunächst als Volksschullehrer in der Umgebung seiner Heimatstadt, dann als Grabsteinverkäufer. In dieser Zeit entstehen seine ersten Veröffentlichungen. Nach zwei Jahren als Werbetexter einer Gummifabrik in Hannover, wurde Remark Redakteur der Zeitschrift ,,Sport im Bild" in Berlin. 1922änderte er seinen Namen zu Erich Maria Remarque.

1925 heiratete er die Tänzerin J.I.Zambona. Die Ehe scheiterte allerdings noch ehe sie richtig begonnen hatte - Scheidung 1930.

1933 verließ Remarque mit vielen anderen Künstlern Deutschland, um sich in der Schweiz niederzulassen. 1938 wurde er offiziell aus Deutschland ausgebürgert. Remarque ist nie wieder deutscher Bürger geworden. Ab 1939 lebte er zumeist in den Vereinigten Staaten und wurde 1947 amerikanischer Staatsbürger, nachdem er schon im Zweiten Weltkrieg für die USA gegen die Nazis tätig war.

Am 25. September 1970 starb er im schweizerischen Locarno.

1.2. Werke (Folie):

1920 ,,Die Traumbude" (ein Künstlerroman, in dem Remarque die künstlerischen Umkreise um F. Hörstemeier verarbeitet)

1929 ,,Im Westen nichts Neues" 1941 ,,Liebe deinen Nächsten"

1945 ,,Arc de Triomphe" (einer der populärsten Romane Remarques) 1952 ,,Der Funke Leben" (Roman um die Verbrechen in einem KZ) 1953 ,,Zeit zu leben und Zeit zu sterben"

1955 ,,Der letzte Akt" (Drehbuchüber Hitlers letzte Tage in der Reichskanzlei) 1956 ,,Die letzte Station" (Theaterstücküber Berlin kurz vor der Kapitulation) 1957 ,,Der schwarze Odelisk"

1961 ,,Der Himmel kennt keine Günstlinge" (Roman um Liebe einer todkranken Sanatoriumspatientin und einem Rennfahrer)

1962 ,,Die Nacht von Lissabon"

1971/72 ,,Schatten im Paradies"

2. Erster Weltkrieg

Der Erste Weltkrieg ging von 1914 bis 1919 und nach den Maßstäben der Zeit war es ,,ein totaler Krieg" mit einem ungeheueren Einsatz an Menschen und Materialien. Die Verwendung verheerender Waffen, die es bis dato nicht gegeben hatte, war ausschlaggebend, dass die Zahl von Toten und Verstümmelten schon nach kurzer Kriegsdauer sehr hoch war.

Ursache für millionenfachen Tot waren: Panzer, die jedes Hindernisüberwinden konnten; Flugzeuge, die in kurzer Zeit Truppen verlegen und den Krieg am Boden entscheidend beeinflussen konnten; der Einsatz von Minen mit grausamer Wirkung; Flammenwerfer, Giftgase und U-Boote.

Die härtesten Kämpfe wurden an der Westfront geführt. Die Schlacht an der Somme, vom Juli bis November 1916 ist als eine der unerbitterlichsten und schrecklichsten in die Geschichtsbücher der großen Kriege eingegangen.

Zum endgültigen Waffenstillstand kam es am 11. November 1918. 1919 wurden in Versailles die Friedensverträge unterzeichnet.

3. ,,Im Westen nichts Neues"

3.1. Entstehungszeit

Dadurch, dass der Roman ,,Im Westen nichts Neues" erst zehn Jahre nach Ende des Ersten Weltkrieges veröffentlicht wurde, hatte die Öffentlichkeit das Interesse an diesem Thema eigentlich schon längst verloren.

Eine neue Epoche hatte begonnen, die der ,,Weimarer Republik". Sie neigte sogar schon wieder dem Ende zu, als Remarques Roman erschien.

Deutschland stand vor einem schroffen Wechsel der Verhältnisse:

die NSDAP rüstete sich zur Übernahme der Regierungsgeschäfte, und es würde nicht mehr als vier Jahre dauern, bis Adolf Hitlerüber Deutschlands bestimmen würde. Gewiss war es eine bewegte Zeit, aber der Krieg schien in weite Ferne gerückt zu sein. Der Autor selbst litt unter ziemlich heftigen Anfällen von Verzweiflung, aufgrund der persönlichen Erlebnisse des Krieges, die er versuchte zu verdrängen.

Aus diesem Grund begann er zu schreiben, 6 Wochen lang, ohne Pause, bis das Buch fertig war. Danach fühlte er sich befreit und erklärte in einem Interview: ,,Die Erkenntnis einer Lage ist das beste Mittel, sich aus ihr zu befreien."

3.2. Folgen

Derüberwältigende Erfolg seines Romans ,,Im Westen nichts Neues" brachte dem Autor Ruhm und finanzielle Unabhängigkeit.

Das Werk ist in einer Gesamtauflage von mindestens 20 Millionen in 50 Sprachen verbreitet und soll nach der Bibel das meistgedruckte Buch der Welt sein.

Allerdings zog er sich auch den Hass der Nazis zu, die ihn fortan verhetzten , verfolgten und seine Bücher verbrannten.

Als ende Januar 1929 der Propyläen-Verlag den Roman herausbrachte, haben sich auch viele kritische Stimmen zu Wort gemeldet. Immer wieder gab es unterschiedliche Stellungsnahmen.

So meinte z.B. Stefan Zweig zu diesem Roman: ,,Ein vollkommenes Kunstwerk und unzweifelhafte Wahrheit zugleich:"

Remarque traf den schmerzenden Nerv der Zeit, das verdrängte und ungeklärte Kriegstraume der Weimarer Republik.

Er versicherte immer wieder glaubhaft, dass er weder ein politisches, noch ein pazifistisches Buch schreiben wollte. Aber die Realitäten des Krieges in der Schilderung Remarques sind durchschlagende Argumente, die vielerlei Menschen zu Pazifisten machten. Remarques Roman steht zeitlich genau in der Mitte zwischen dem Ende des Ersten Weltkrieges und dem Beginn des zweiten. Dabei wird die Unmenschlichkeit des zurückliegenden Krieges noch einmal vergegenwärtigt und gleichzeitig bereits ein warnendes Zeichen gegen den neuen Krieg gesetzt, ohne dass Remarque die weitere Entwicklung Europas und der Welt hätte voraussehen können.

3.3. Inhalt und Analyse

Der Roman ist ein Dokument von hohem zeitgeschichtlichen Rang.

Das heißt, der Autorüberliefert in vielen eindrucksvollen Episoden den Alltag des Grabenkampfes an der Westfront, wo Deutschland gegen Frankreich kämpfte. Remarque schildert den Krieg aus der Perspektive des einfachen Soldaten Paul Bäumer Die Handlung des Romans erstreckt sichüber einem Zeitraum von ca. 2 Jahren. Erzählt wird vom Untergang der 2.Kompanie, welcher Bäumer und seine Klassenkameraden angehörten.

Sie konnten der Kriegsbegeisterung, die der Klassenlehrer Kantorek auf sieübertrug, nicht widerstehen. So zogen sie als 16 und 17-jährige voller Euphorie und Enthusiasmus los, um für das geliebte Vaterland treu und ergeben zu kämpfen.

Doch die Begeisterung wird ihnen schon durch die Schikanen bei der Ausbildung ausgetrieben. Ihr ehemaliger Postbote Himmelstoß ist zum Unteroffizier geworden und ist als solcher ein wahrer Kasernenhoftyrann.

Himmelstoß ist der verfremdete Name für Himmelreich, dem Ausbilder von Erich Maria Remarque. Man merkt also sehr deutlich die Verbindung zu den eigenen Kriegserlebnissen des Autors.

Am Ende der Ausbildung haben die jungen Soldaten zwar gelernt, im Gleichschritt zu marschieren und sich bei Kommando in den Dreck zu werfen, aber das half ihnen nicht für das Überleben in wirklicher Gefahr.

Das einzig Positive des Krieges scheint die Freundschaft zu sein, die sich an der Front quer durch alle Dienstgrade gebildet hat.

Bis zu seinem Tod schildert der Ich - Erzähler Paul Bäumerüber den gesamten Roman seine eigenen Erlebnisse, Beobachtungen und Empfindungen. Dies geschieht zwar in einer subjektiven Ausschnitthaftigkeit, aufgrund der Situation und Rolle des Erzählers, aber dennoch in beeinduckender Vollständigkeit.

Durch die Erzähltechnik nimmt der Romanüber weite Phasen impressionistische Züge an, d.h. dass eigene Umwelteindrücke bzw. eigene Erlebnisse vom Autor wiedergegeben werden. Remarque lässt seine Helden nacheinander auftreten und stattet sie mit klar abgrenzten Wesensmerkmalen und Charakterzügen aus.

Ein ganzes Panorama an Gestalten und Ereignissen, ohne jegliche Haupthandlung zieht so an den Augen des Lesers bzw. Zuschauers vorbei.

Durch die gestaltende Kraft seiner Sprache, seiner Bilder, Metaphern, Themen und Motive erzeugt Remarque eine Wirkung, die er so vielleicht gar nicht beabsichtigt hat. Er setzt diese differenziert, sehr natürlich und souverän ein.

Mit der Verwendung von Symbolen ist er eher sparsam, aber dort, wo sie vorkommen, sind sie sehr eindringlich, da sie schlicht (wie aus dem Leben gegriffen) sind. Ein solches Symbol sind zum Beispiel die Stiefel, die von einem Soldaten zum nächsten wandern und mit ihnen der Tod.

Immer wieder betont Remarque die Subjektivität der Darstellungen aus eigenem Erleben und eigener Sicht. Er selbst hält sein Buch, welches ein Werküber den Krieg sein soll, für unvollständig, weil es die Ereignisse nur aus der Perspektive des Grabensoldaten sieht.

Die militärischen, strategischen, politischen, sozialen und religiösen Gesichtspunkte bleiben außer Betracht.

Nur ein einziges Mal entfacht zwischen den Soldaten eine Diskussionüber die Ursache von Kriegen. Man machte sich Gedanken darüber, was ein Kaiser davon hätte, wenn er Kriege führt.

Sie kommen zu dem Entschluss, dass die Tatsache, dass jeder Kaiser mindestens einen Krieg geführt haben muss, um in die Geschichte einzugehen, schuld an allem ist. Aber gerade in dieser thematischen Begrenztheit des Buches und den sparsam, aber wirkungsvoll eingesetzten stilistischen Mitteln liegt seine Stärke. Solche Mittel sind zum Beispiel:

Die nüchterne und sachliche Sprache, der Soldatenjargon mit seinen Sarkasmen, die Dynamik der abwechselnden Front- und Ruheszenen, sowie Bilder des höchsten Grauens, die sich mit idyllischen Bildern der Kameradschaft ablösen.

Auf jegliche Beschönigung oder Verharmlosung wurde verzichtet. Im Gegenteil, an manchen Stellen wirkt die Darstellung der Ereignisse sogar brutal, da manches sehr genau beschrieben wird. Wie z.B. in Kapitel 4, Seite 50/51 ,in einem von vielen Frontgeschehen, in dem es heißt...

Angesichts der Gewalt der Ereignisse und des vielfachen Todes sind die jungen Soldaten nahe daran, sich selbst aufzugeben.

An den rasch wechselnden Tonlagen ist die jeweilige Stimmung abzulesen.

(Als sie einmal zusammensaßen und sich Gedanken darüber machten, was sie tun würden, wenn plötzlich Frieden wäre, waren alle ratlos. Keiner konnte sich etwas vorstellen, was sein Leben erfüllen könnte.

Die Aussichtslosigkeit und Verzweiflung steigt an und so heißt es in Kapitel 5, Seite 67: ...) Der Roman ist kunstvoll-symetrisch in 12 Kapitel aufgebaut, wobei die Kapitel 6 (mit dem Trommelfeuer und Grabenkampf) und Kapitel 7 (mit den Frauenerlebnissen und dem desillusionierten Heimaturlaub Bäumers) die Zentralkapitel des Romans bilden. Gegen Ende wird die Zeitraffung immer stärker und das Sterben der Kameraden häuft sich an. Der Roman endet schließlich mit dem Tod des jungen Infanteriesoldaten Paul Bäumer, der fast als friedlich erscheint, denn es heißt im letzten Absatz: Seite 197

4. Zusammenfassung

Das Vorwort diesen Romans lautet:

,,Dieses Buch soll weder eine Anklage noch eine Bekenntnis sein. Es soll nur den Versuch machen,über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde - auch wenn sie seinen Granaten entkam."

Dennoch wurde es zur furchtbaren Anklage, durch seine Sachlichkeit, mit der der Autor den kriegerischen Wahnsinn beschrieb.

Erich Maria Remarque klagte nicht nur den Krieg an, sondern auch die Menschen, die ihn unterstützen. Darunter zählen die Lehrer, wie die Väter, denn es waren fast ausschließlich die Männer, die die Jugend mit chauvinistischen Reden in den Krieg trieben. ,,Im Westen nichts Neues", so lautete die häufig wiederkehrende Feststellung in den Heeresberichten der letzten Jahre des ersten Weltkrieges.

Remarques Buch zeigt, was sich hinter dieser Formulierung eigentlich verbarg. Es bedeutete viel Neues, Neues an Entbehrungen, menschlichem Leid und an Zerstörung von unerfülltem und erwartungsvollem Leben.

Der Autor möchte mit seinem Roman den Menschen die Augenöffnen.

Diesen Menschen, denen durch Propaganda und Kriegsverherrlichung der Bezug zur Realität genommen wurde, sowie allen anderen soll gezeigt werden, wie grausam der Krieg in Wirklichkeit ist und dass es nicht lieblich und schön ist fürs Vaterland zu sterben. Durch die sachliche und stellenweise brutale Darstellung des Kriegsgeschehens, ohne jegliche Verharmlosung, verwirklicht er seine Absicht.

Dies beruht natürlich auf den eigenen Erfahrungen, die der Autor erleben musste.

Meine Quellen waren:

- der Roman ,,Im Westen nichts Neues" vom Ullstein-Verlag
- der Roman ,,Im Westen nichts Neues" vom Kiepenheuer&Witsch Verlag
- die Broschüre ,,Blickpunkt" vom Beyer-Verlag
- Encarta Enzyklopädie ´99
- Kindlers Neues Literatur Lexikon
- Literatur Lexikon vom Bertelsmann-Verlag

Gibt es jetzt noch Fragen? Gut, dann möchte ich hiermit mein Referat für beendet erklären. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit.

Details

Seiten
8
Jahr
2000
Dateigröße
401 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v102045
Note
13
Schlagworte
Remarque Erich Maria Westen Neues

Autor

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Titel: Remarque, Erich Maria - Im Westen nichts Neues