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Der Schimmelreiter - Theodor Storm

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 3 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

DEUTSCH REFERAT - „DER SCHIMMELREITER“

Lieber Herr Professor, liebe Mitschüler ich möchte heute über die Novelle „ Der Schimmelreiter “ von Theodor Storm referieren. Vorweg möchte ich noch einen kurzen Überblick über das Leben von Theodor Storm bringen.

Theodor Strom wurde am 14. September 1817 in der Stadt Husum, das ist eine Stadt im heutigen Norddeutschland, als Sohn des Advokaten Johann Casimir Storm und seiner Gattin Lucie Woldsen als erstes von 13 Kindern geboren. Er verbrachte eine sorglose Jugend, er selber liebte das Land zwischen der Marsch und der Geest, er wurde sehr stark von den Örtlichkeiten die er dort wahrgenommen hat geprägt. Er studierte Rechtswissenschaften in Kiel und Berlin, was seinem persönlichen Gemüt vermeintlich wenig gegeben hat, er interessierte sich eher mehr für die Landschaft in der Umgebung seines Heimatdorfes. Im Jahre 1843 kehrte Storm wieder nach Husum zurück, um sich dort als Rechtsanwalt selbstständig zu machen. In den folgenden Jahren verliebt er sich in Constanze Esmarch welche er dann schließlich im Jahre 1846 heiratete und sieben Kinder hat. Im Jahr 1865 stirbt Constanze an Kindbettfieber, in Jahr darauf heiratet er seine Jugendliebe Dorothea Jensen. Im Laufe seines Lebens musste Storm nach weitere Schicksalsschläge neben dem Tod seiner Frau Constanze hinnehmen, Storm und seine Familie mussten ihr Heimatland in der Zeit der dänischen Besatzung (In der Zeit von 1853-1864) für 11 Jahre verlassen. Storm empfand dieses Leben fern ab seiner Heimatstadt als „ Elend “. Als er und seine Familie nach Husum zurückkehren durften, wurde er zum Landvogt gewählt. Im Jahre 1880 bezog Storm seinen Ruhesitz in Hademarschen, einem abseits gelegenen Dorf. In dieser Zeit schrieb er seine bedeutendsten Werke, wobei sein letztes und größtes Werk der Schimmelreiter war. Er begann bereits 1885 mit der Vorbereitung für sein Werk, aber er wurde von einer schweren Krankheit geplagt, die die Ursache für die Unterbrechung seines Werkes war. Erst im Herbst 1887 nahm er das schreiben wieder auf, um das Werk dann am 9. Februar 1888 zu vollenden. Noch im selben Jahr 4.Juli 1888 verstarbt Storm in Hademarschen an einem langwierigen Krebsleiden.

INHALT:

Zum Inhalt des Schimmelreiters. Das Werk beginnt damit, das der Autor Theodor Storm erzählt wie er auf den Schimmelreiter durch eine Zeitung die er in seiner Jugendzeit gelesen hat aufmerksam geworden ist.

Dann beginnt das eigentliche Werk, es erzählt von einem Lehrer der auf seinem Pferd auf den Weg in die Stadt ist, aber auf halbem weg kommt ein Unwetter auf, in diesem Unwetter erkennt er plötzlich einen Schatten eines Reiters der ihm entgegenkommt, aber dann genauso plötzlich wie er gekommen ist wieder verschwindet. Da erblickt er ein kleines Dorf in der nebelverhängenden stürmischen Abenddämmerung, er reitet schleunigst in dieses Dorf und findet dort Unterkunft in einem Gasthaus in welchem gerade ein Versammlung des Deichgrafen stattfindet. Als er dann erzählt, dass er einen unheimlichen Reiter gesehen hat, wird ihm zum ersten Mal die Sage des Schimmelreiters erzählt. Der alte Schulmeister, der in einer Ecke sitzt, beginnt schließlich nach Aufforderung des Lehrers mit dem Erzählen der Geschichte. Einst lebte ein Mann namens Tede Haien, der als klügster Mann des Dorfes galt mit seinem Sohn Hauke Haien zusammen in einem kleinen Haus. Der Sohn Hauke Haien interessierte sich bereits in seiner Jugendzeit für die Mathematik und Geometrie, schließlich wird auch Hauke immer älter und muss sich schließlich eine Arbeit suchen. Er beginnt als Kleinknecht im Hause des Deichgrafen, da er sehr interessiert am Deichbau ist nicht zuletzt durch seine Vorliebe für Deichprofile. Auch der Deichgraf namens Volkers ist an Hauke sehr interessiert, da dieser ihm bei den Rechenarbeiten helfen kann. Er hat zwar ein Tochter namens Elke die ihn unterstützt, doch ein guter Rechner ist immer gewünscht. Der Großknecht des Hauses Ole Peters, sieht in Hauke einen Rivalen, den er am liebsten aus dem Weg schaffen würde, aber Hauke wird von Elke und ihrem Vater unterstützt. Im nächsten Jahr kündigt Ole Peters seinen Dienst beim Deichgrafen und heiratet, dadurch steigt Hauke zum Großknecht auf. Hauke muss nun immer öfter dem Deichgrafen bei seinen Rechenarbeiten helfen. Er bleibt aber nicht lange Großknecht beim Deichgrafen, da sein Vater krank ist. Er kehrt nach Hause zurück, bald darauf stirbt Tede Haien, Hauke erbt von ihm einen kleinen Grundbesitz. Hauke weis das er der richtige Mann für die Position des neuen Deichgrafen wäre, aber sein Besitz ist viel zu klein um mit anderen mithalten zu können. Bei einer Hochzeit von Haukes Verwandten sind Hauke und Elke auch eingeladen, bei dieser Gelegenheit gesteht Hauke ihr seine Liebe. Kurz darauf stirbt der Deichgraf Volkers, und bei dessen Leichenmahl wird dann besprochen wer sein Nachfolger werden soll. Der Pate von Elke Jeve Manners schlägt Hauke vor, doch man hat bedenken wegen seines Besitzes, doch da erklärt sich Elke kurzentschlossen bereit Hauke zu heiraten. So wird dann Hauke Haien dann tatsächlich der neue Deichgraf. Doch er hat mehr Feinde als Freunde. Das Misstrauen gegen Hauke wurd durch den Kauf eines halbverhungerten Schimmels, den er dann aufpäppelt nicht minder verstärkt. Die Tatsache, dass sich das Erscheinen des störischen Schimmels mit dem Verschwinden eines Knochengerüstes auf einer kleinen, strandnahen Insel deckt, lässt den Aberglauben rund um den Schimmel weiter anwachsen. Doch Hauke glaubt nicht an irgendwelche Geisterpferde und dergleichen. Schließlich kommt dann Hauke auf die Idee einen neuen Damm zu errichten um einen Landstreifen vom Meer abzugewinnen. Doch der Plan stößt auf Widerstand bei den Dorfbewohnern, da die Verwirklichung eines solchen Dammes eine gewaltige Summe an Geld und Arbeit mit sich bringen würde. Er konnte sein Ansuchen beim Oberdeichgrafen zum Bau des Dammes dann aber doch durchsetzen. Nach neun Jahren Ehe brachte dann Elke ein Mädchen namens Wienke zur Welt, dass aber wie sich dann später herausstellte schwachsinnig war. In den folgenden Jahren wurde der neue Damm dann schließlich fertiggestellt. Beim letzten Abschnitt des Dammbaues wollten die Arbeiter einen kleinen Hund in den Damm eingraben, da sie im Aberglauben leben, dass etwas lebendiges im Damm begraben werden muss damit der Damm dichtet. Doch Hauke rettet das Hündchen und bringt es seiner kleinen Wienke als Spielkamerad nach Hause mit. Der Dann bewährte sich einige Jahre, dann entdeckte der kranke Hauke einen geschwächten Dammteil. Um diesen Teil zu reparieren geht er zum Gevollmächtigten Ole Peters, dieser und die restliche Dorfbevölkerung wollen nichts von ihm wissen, und da er von einer Krankheit geschwächt ist hat er auch nicht die Kraft die Reperaturen mit der nötigen Durchsetzungskraft zu veranlassen. Er hat aber große Zweifel, dass der Damm halten würde. Im Herbst des selben Jahres setzte eine unerwartete Sturmflut ein. Hauke war in Sorge um den Damm und ritt mit seinem Schimmel zum Damm hinunter. Er kommt gerade noch rechtzeitig um den Abtrag des neuen Dammes zu verhindern, dadurch hat man sich erhofft, dass der alte Damm hält. Kurz darauf bricht der alte Damm tatsächlich und das Hinterland wird überflutet. Hauke versucht zu retten was noch zu retten ist, aber es was zu spät. Im selben Augenblick als der Damm bricht kommen Elke und Wienke mit einem Wagen den Hang herab. Hauke war zu weit weg um ihnen helfen zu können. Beide ertranken in den Fluten, aus Verzweiflung stürzte sich Hauke mit seinem Schimmel ebenfalls in den Fluten und ertrank. Die Leichen wurden niemals gefunden, vermutlich wurden sie ins offene Meer hinausgetrieben. Dann beendet der Schulmeister seine Erzählung, und weist den Lehrer darauf hin, dass der Hauke - Haien - Deich heute noch steht, und die Geschichte endet damit, dass der Lehrer über den Hauke - Haien - Deich in die Stadt reitet.

HAUPTPERSONEN:

Nun möchte ich noch kurz die Hauptpersonen des Werkes besprechen.

Die Hauptperson schlechthin ist Hauke Haien, der sein ganzes Leben äußerst zielstrebig und sorgfältig ist. Er ist den meisten anderen geistlich überlegen. Seine Überheblichkeit treibt ihn in die Einsamkeit. Als er die Natur durch seinen Damm herausfordern will, reagieren seine Mitmenschen mit Ablehnung, sie leisten sogar fast Widerstand. Doch die Unterstützung von Elke lässt ihn immer wieder als Sieger hervorgehen.

Elke Volkerts, hat ähnliche Charakterzüge wie Hauke aufzuweisen. Sie ist mit Hauke durch eine langsam gewachsene Liebe bis in den Tod verbunden.

Elkes Vater Tede Volkerts wird gekennzeichnet von seiner Schwerfälligkeit, er benötigt die Hilfe von Hauke in seinen lezten Lebensjahren.

Ole Peters ist der Widersacher Haukes, es beneidet Hauke in jeder Weise, er wollte auch Elke zur Frau nehmen. So versucht er alles um Haukes Leben zu zerstören.

Jewe Manners ist Elkes Pate und gleichzeitig der Oberdeichgraf.

Tede Haien ist Haukes Vater, der in alleine aufzieht, da seine Frau bei Haukes Geburt stirbt. Er ist ein ehrlicher und tüchtiger Mann, der in wichtigen Lebensabschnitten in Haukes Leben eingreift und so Haukes Leben entscheidend verändert.

AUFBAU DES WERKES:

Der Schimmelreiter ist prinzipie ll in drei Rahmen unterteilt. Im ersten Rahmen, dem äußeren, welcher sich 1888 abspielt, erzählt Storm eingangs wie er auf die Geschichte des Schimmelreiters aufmerksam geworden ist. Im zweiten, inneren Rahmen kommt der eigentliche damalige Erzähler zu Wort, der um 1830 am Deich entlang ritt und den Schimmelreiter gesehen hat. Der alte Schulmeister erzählt dann die eigentliche Geschichte des Schimmelreiters in der Innenhandlung die sich wahrscheinlich in der Mitte des 18. Jahrhunderts abgespielt hat. Viermal unterbricht der Schulmeister seine Erzählungen und gönnt sich eine Verschnaufpause. Durch diese Unterbrechungen wird die gesamte Innenhandlung unterbrochen und gegliedert. Der Höhepunkt wird hinausgezögert, dadurch wird die Geschichte spannender und fesselnder. Der Schimmelreiter tritt sowohl in der Innenhandlung als auch im Inneren Rahmen als Gespenst auf. Dadurch werden die Rahmen miteinander verknüpft.

INTERPRETATION:

In diesem Werk wird besonders gut auf den Aberglauben der Menschheit eingegangen. Der Aberglaube verleiht dem Deichgrafen etwas unheimliches und lässt ihn so auf enormen Widerstand bei der Dorfgemeinschaft stoßen. Als dann Hauke einen ihrer Aberglauben, nämlich das Eingraben eines lebendigen Tieres durchbrechen will, reagieren die Menschen mit besonderer Ablehnung gegen ihn. Die Menschen verknüpfen den Schimmelspuck auf einer landnahen Insel mit dem mysteriösen Schimmelkauf des Deichgrafen. Auch nach des tragischen Todes lässt die Sage den Schimmelreiter immer dann erscheinen, wenn Unwetter die Deiche bedrohen.

Beim diesem Werk Storms lässt sich gut der Kampf gegen die Natur erkennen. Hauke will die Natur besiegen, doch der Aberglaube der Menschen lässt sein Werk schlussendlich nicht verwirklichen.

Details

Seiten
3
Jahr
2001
Dateigröße
330 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101786
Note
1
Schlagworte
Schimmelreiter Theodor Storm Referat

Autor

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Titel: Der Schimmelreiter - Theodor Storm