Lade Inhalt...

Das Bild vom Bösen: Mythos und Wirklichkeit

Referat (Handout) 2000 9 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Humboldt-Universität zu Berlin Philosophische Fakultät IV Institut für Allgemeine Pädagogik

Abteilung Soziologie und Pädagogik

Seminar: Die Psychologie des Bösen/ Wintersemester 2000

Referat: Psychologie des Bösen/ Text von Roy F. Baumeister (1996): EVIL. Inside Human Cruelty and Violence/ Kapitel 1: The question of Evil, and the Answers (S. 1-30).

Übersetzung des Textes

Die Frage des Bösen und die Antworten

-Frage nach dem woher das Böse kommt, beschäftigt die Menschheit trotz der unzähligen Bemühungen der Wissenschaft noch heute
-das Böse existiert primär im Auge des Opfers, es entsteht wenn man die Tür öffnet und es herein lässt. Das Böse wird als handelndes Unrecht definiert. Eine Gesellschaft ohne das Böse als Vorstellung !! Gäbe es dann noch die Polizei ??
-die Opfer von Bösem hinterfragen warum ihnen dieses wiederfahren ist. Zufall, Unvermeidlichkeit etc. befriedigen die Opfer nicht, sie verlangen nach genauen Erklärungen. Sie definieren ihre Täter als Böse. Aber das Böse verlangt irgendwann eine Erklärung.
-das Böse wird schon in unserer Vorstellung abgelehnt. St. Thomas von Aquinas sagte, daß dem christlichen Glauben die Existenz des Bösen gegenübersteht, anders wie kann Gott das Böse zulassen, wenn er doch so gut ist.
-Sozialwissenschaftler haben festgestellt, daß die Menschen mit enormen positiven Glaubenssätzen (die Welt ist ein schöner Platz, das Leben ist fair, sie verdienen ein gutes Leben etc.) leben. Wenn das Böse jedoch zuschlägt, wird der fundamentale Glauben getroffen.
-die Frage des Warum existiert/ entsteht das Böse kann unterschiedlich betrachtet werden:

1. aus Tätersicht bestimmter Zweck wird verfolgt; das recht haben - Rassismus
2. moralische Erklärungen
3. böse Handlungen nach ihren Gründen zu beurteilen ?????
4. theologische Begründung (es muss das Böse geben)

-das Buch betrachtet nicht die theologische noch die moralische Begründung sondern die wissenschaftliche Ebene (Methode der Sozialwissenschaft). Es soll geklärt werden, wie es passieren konnte, daß das Böse in die Welt kam (also das Woher). Eine Frage in drei Teilen:

1. wie kommen best. Ereignisse zustande
2. was veranlasst Menschen Ereignisse als „Böse“ wahrzunehmen
3. wie kommt es zu der großen Lücke zwischen Wahrnehmung und Realität des Bösen Ein Pinsel mit Bösem

-Geschichte über Frau die am Flughafen auf Flug wartet. Hunger hat, sich Chips und ne Cola

kauft. Alle Plätze in der Wartehalle sind besetzt und sie muß sich an einen Tisch zu einem Mann setzten. Sie öffnet die Chipstüte und beginnt zu essen, bis der Mann einfach auch in die Tüte greift, beide essen, bis die Tüte leer ist. Die Frau ist über das Verhalten des Mannes entsetzt. Im Flugzeug bemerkt sie, daß sie ihre gekaufte Chipstüte in die Tasche gesteckt hat. Somit hat sie die Chips des Mannes mit Selbstverständlichkeit gegessen, als wären es ihre.

-die Geschichte zeigt, daß das Böse im Auge des Betrachters liegt. Als sie glaubte, sie sei das Opfer sah sie den Mann als böse an. Die Herausforderung des Buches besteht darin, zu verstehen, wie die Täter dazu kommen Dinge zu tun, die andere als „Böse“ betrachten.
-die Geschichte wird als Fehler oder Unfall bezeichnet, aber die meisten bösen Dinge in der Welt werden nicht so betrachtet.
-wenn man die Frau gefragt hätte, ob sie so was tun würde, hätte sie verneint. So ist es mit vielen sogenannten „Bösem“. Niemand fühlt sich imstande Böses zu tun aber in einer wahren Situation sieht die Realität oft anders aus.
-Verstehen von „Bösem“ beginnt mit der Realisierung selbst auch fähig zu sein Böses zu tun.
-Die Flughafen Geschichte deutet auf zwei Kerne/ Aspekte des Bösen hin:

1. Zufügung von Unrecht (an eine andere Person)
2. Verwirrung/ Chaos (Zerstörung der freundlichen, netten Welt) Was ist „Böse“ ?

-Baumeister u. Frau haben überlegt ein schwarzes Kind zu adoptieren, u.a. weil ein privilligiertes,

gut erzogenes schwarzes Kind mehr wert in der Gesellschaft darstellt, als ein weißes Kind.

-die nationale Vereinigung von schwarzen Sozialarbeitern erklärte die Adoption von schwarzen Kindern an weiße Eltern als eine Form von Gruppen- bzw. Völkermord. Baumeister u. Frau hatten eher an eine freigiebige Liebe und viele Vorteile für das Kind gedacht um auch Vorurteile in der Gesellschaft zu minimieren.
-Er hat gedacht etwas Akzeptables, etwas Gutes zu tun, aber auch hier liegt das Böse wieder im Auge des Betrachters. Das „Böse“ ist im eigenen Selbst des Täters zu finden und wird in der Meinung von anderen gebildet.
-die die Böses tun sind sich darüber bewusst und empfinden es nicht als Böse, so wie Frederick Treesh, ein Mörder, der sagte er hätte bei einem Überfall zwei Menschen erschossen, weitere verletzt etc, er hätte niemanden verletzt. Oder die Entführung eines 11jährigen Mädchens, die ein 14jähriger Junge kommentierte mit die beiden Jungs hätten nichts zu tun gehabt, die hatten nicht mal Kabel, was würdest du da tun ?!
-die Bezeichnung Völkermord wird inzwischen auf alles projeziert, eine Frage der Definition. Es ist schwer eine allgemeingültige Definition des Wortes Völkermord zu finden und genauso schwer ist es eine Definition von „Böse“ zu finden, wo alle mit zufrieden wären
-in vielen Fällen werden bei einer Beschreibung eines besonderen positiven Umstandes böse Wörter gebraucht um den Umstand zu positivieren (bad good; scheiß lecker etc.). Weiterhin kann man sagen, daß z.B. Chirurgen ihren Patienten Leid zufügen, und Prostituierte tun schreckliche Sachen für ihre Klienten usw., all das scheint böse zu sein für das Opfer.
-verlieren von Selbstkontrolle resultiert aus emotionalem Erschöpfung/ Not das ist ein wichtiger Faktor des Bösen, aber wenn Menschen ihre Selbstkontrolle aufgeben und gewaltsam reagieren, dann ist das kein „Wahnsinn“
-das Buch behandelt keine großen Grausamkeiten sondern die alltäglichen immer wiederkehrenden Grausamkeiten, also die kleinen immer wiederkehrenden Überschreitungen, auch weil diese vorsätzliches Unrecht bezeichnen, die kleinen Grausamkeiten (Versprechen

brechen etc) sind für die Sozialforscher besser zu studieren als die großen (Massenmörder etc.), vielleicht erklärt der kleine Akt den großen Akt.

[...]

Details

Seiten
9
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638166843
Dateigröße
387 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10175
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Allgemeine Pädagogik
Schlagworte
Baumeister Psychologie des Bösen

Autor

Zurück

Titel: Das Bild vom Bösen: Mythos und Wirklichkeit