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Zu Aebli: Mit Schülern lesen (Grundform 4)

Seminararbeit 2000 7 Seiten

Psychologie - Lernpsychologie, Intelligenzforschung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Zum Umgang mit Texten anleiten

2 In den Text eindringen

3 Lesen im Rahmen umfassender Unterrichtseinheiten

4 Textverarbeitung im Unterricht

5 Überlegungen zur Vorbereitung der Lektüre

6 Zur Praxis des Lesens mit Klassen

7 Zusammenfassen und Interpretieren

8 Die Integration der Deutung in das Wissen des Schülers

9 Die Wiedergabe von Texten

10 Literatur

1 Zum Umgang mit Texten anleiten

Aebli fordert, daß im Leseunterricht ein neues Gleichgewicht zwischen schöngeistiger und realistischer Literatur gefunden werden soll.[1] In den von ihm als „Realfächer“[2] bezeichneten Unterrichtsfächern soll fach- und problembezogene Fachliteratur („realistisches Lesen“[3]) gelesen werden. Dagegen soll im Deutschunterricht sollen die Schüler die Fähigkeiten der Textarbeit an schöngeistiger aber auch an realistischer Lektüre erwerben.

2 In den Text eindringen

Beim Lesen eines Textes muß sich der Leser dem Gehalt des Textes stellen. Als Versagen des Leseunterrichts sieht Aebli, daß unzureichende lehren von Beurteilen und Kritisieren von Texten. Nur wer die Fähigkeit zu beurteilen und zu kritisieren besitzt, kann sich einen Text aneignen. Daher legt Aebli als Kern der vierten Grundform fest, daß der Lehrer mit den Schülern zusammen in den Sinngehalt der Texte eindringen soll, um sich diesen klar, lebendig und ernsthaft zu vergegenwärtigen. Klarheit über den Gehalt bedeutet das Verstehen der Textzusammenhänge, Sachstrukturen zu erkennen. Um sich den Text lebendig zu vergegenwärtigen, sollen die Schüler versuchen, die Gefühle, die der Autor beim Schreiben des Textes hatte, nachzuempfinden. Die Ernsthaftigkeit der Vergegenwärtigung besteht darin, eine Norm an den Inhalt des Textes zu legen, da der Text einen „normativer Prozeß“[4] beim Lesen auslöst. Die Frage, die sich nun stellt, ist folgende: Wie kann man die drei Formen der Vergegenwärtigung erreichen? Um die das Verständnis der einzelnen Worte im jeweiligen Kontext zu erlangen, sollen die Schüler selbst ihre Fragen stellen. Nicht nur das Verständnis der einzelnen Wort sondern die Makrostruktur des Textes soll gesehen werden[5]. Die Klärung der Sachstrukturen erfordert, daß die Schüler den Inhalt des Textes in ihr bereits vorhandenes Wissen integrieren. Um in den Gefühlsgehalt einzudringen, sollte man mit den Schülern über die Handlungen der Menschen und ihre Erfahrungen sprechen oder sich in die Lage der handelnden Personen versetzen, da somit die Gefühle, die die Personen der Geschichte bewegen geweckt werden.

3 Lesen im Rahmen umfassender Unterrichtseinheiten

Die Lesemotivation ist nicht allein von der Art der Texterschließung abhängig, deshalb muß das Lesen eine Funktion erhalten. Man unterscheidet das rekreative Lesen und das arbeitsbezogene Lesen. Das Ziel des rekreativen Lesen ist unterhaltend, der Leser versucht durch das Lesen seinem Leben, der Wirklichkeit zu entfliehen, deshalb wird das rekreative Lesen auch als evasorisches Lesen bezeichnet.[6] Das Ziel des arbeitsbezogenen Lesen ist die Beschaffung und Aneignung von Informationen. Im Unterricht ist diese Situation wiederzufinden: interessieren sich die Schüler für ein Thema, sind sie motiviert, darüber zu lesen. So ist es für den Lehrer leicht, den späteren Umgang mit Fachliteratur anzubahnen, indem er den Schülern nicht die gefragten Informationen nennt, sondern sie auf Literatur hinweist. Am Ende einer Lektüre sollte immer Zeit zur Diskussion sein. Als klassische Bezüge für die Einordnung eines Textes in theoretische Perspektiven vor allem an höheren Schulen sind folgende zu nennen: Textvergleich, Text und eigene Beobachtungen/ Erfahrungen, Text und Autor, Text und Leser[7].

4 Textverarbeitung im Unterricht

Betrachtet man die Textverarbeitung im Unterricht wird deutlich, daß es verschiedene spezifische Methoden der Textverarbeitung gibt. Der Grundgedanke bei allen Methoden ist jedoch der gleiche: die Schüler sollen ein Methodenbewußtsein und die entsprechenden Fertigkeiten erwerben.

5 Überlegungen zur Vorbereitung der Lektüre

Vor der Behandlung eines Textes sollte sich der Lehrer die Frage nach dem Ziel oder dem mutmaßlichen Ertrag der Lektüre stellen.[8] Ebenso muß der Lehrer den Umgang und die Bearbeitung der Lektüre planen. Zur Planung gehört z.B. die Überlegung, ob ein längerer Text in Abschnitten oder als Ganzschrift gelesen werden soll, ist das Vorwissen der Schüler zum Verständnis des Textes ausreichend oder muß vorher noch grundlegendes geklärt werden? Um die Integration der neuen Informationen zu erleichtern und ein „Schubladisieren“[9] der neuen Informationen zu verhindern, sollten sich die Schüler einen Überblick über ihr bisheriges Wissen verschaffen. Lesen in der Schule soll auch Hilfestellung für privates Lesen geben. So sollen die Schüler lernen, sich selbst mach ihren eigene Interessen zu fragen, um sich z.B. in Bibliotheken zurechtzufinden und die Wahl ihrer Lektüre nicht vom Zufall bestimmen zu lassen. Wenn im Unterricht Fragen nach dem Interesse ihren festen Platz bekommen, wird es sich einstellen, daß die Schüler sich früher oder später selbst diese Fragen stellen.

[...]


[1] vgl. Aebli, Hans: Zwölf Grundformen des Lehrens. Eine Allgemeine Didaktik auf psychologischer Grundlage. Medien und Inhalte didaktischer Kommunikation, der Lernzyklus. Stuttgart: Klett-Cotta, 10. Auflage 1998, S. 131

[2] Aebli, Hans. S. 131

[3] Aebli, Hans. S. 114

[4] Aebli, Hans. S. 134

[5] vgl. Aebli, Hans. S. 135

[6] vgl. Aebli, Hans. S. 137

[7] vgl. Aebli, Hans. S. 137

[8] vgl. Aebli, Hans. S. 140

[9] vgl. Aebli, Hans. S. 145

Details

Seiten
7
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638166744
Dateigröße
357 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10162
Institution / Hochschule
Universität Lüneburg – Institut für Psychologie
Note
1,0
Schlagworte
Aebli Schülern Unterrichtspsychologie Hans Aeblis

Autor

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