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Eigenschaften von Freude. Ausdruck, Wirkung, Typen, Folgen und Bedeutung

Seminararbeit 2001 18 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Definition und Theorie

3. Ausdruck, Mimik und Gestik der Freude

4. Die Wirkung der Freude
4.1. Physiologie
4.2. Phänomenologie
4.3. Empfindung (aktiv und passiv)

5. Wodurch wird Freude beeinflusst?
5.1. Voraussetzungen
5.2. Kognitive Mediatoren
5.3. Korrelate

6. Typen der Freude

7. Folgen und Bedeutung der Freude

8. Die Entwicklung beim Kind

9. Glücks- und Persönlichkeitsentwicklung

10. Humorverständnis

11. Verminderung und Verhinderung der Freude

12. Interaktion mit anderen Emotionen
12.1 Auswirkungen auf Wahrnehmung, Kognition und Handlungen 12.2.Fehlangepasste Interaktion von Freude, Kognition und Handeln: Sucht

13. Manie

14. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Freude ist eine biologisch verankerte Emotion, die die biologischen Abwehrkräfte und Vitalität stärkt und zu psychischem Wohlbefinden und Stärkung des Selbstbewusstseins führt. Sie spielt als Bindungsemotion eine wichtige Rolle in der sozialen Interaktion.

Mimik, Gestik und Ausdruckverhalten zeigen typische Erscheinungsformen, die Freude erkennen lassen.

Freude ist ansteckend. Wir suchen die Nähe zu anderen Menschen, die gute Laune haben und es entsteht ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Freude schafft Vertrauen und Bindung.

Menschen so heranwachsen zu lassen, dass sie Freude erfahren, ist eine wichtige Aufgabe der Pädagogik.

Ich werde zunächst etwas zur Definition und Theorie der Freude schreiben. (2.) Danach werde ich auf Ausdruck, Mimik und Gestik eingehen. (3)

In Abschnitt 4 wird die Wirkung der Freude beschrieben werden, während sich Abschnitt 5 mit den Bedingungen und Voraussetzungen beschäftigt.

Dann folgen die Typen (6) und Bedeutung (7) der Freude.

In den folgenden Abschnitten geht es um die Entwicklung beim Kind (8), die Glücks- und Persönlichkeitsentwicklung (9) und das Humorverständnis (10).

In Abschnitt 11 gehe ich auf die Verminderung und Verhinderung der Freude ein. Zum Abschluss beschreibe ich die Interaktion mit anderen Emotionen (12. 1.), sowie die fehlangepasste Interaktion (12. 2.) und die Manie.

2. Definition und Theorie

Freude ist weder ein primärer Trieb, zum Beispiel Essen, Trinken oder Paarung, noch ein Sekundärer, der auf den eben genannten Prozessen beruht. Also ist sie nicht die Befriedigung der Sinnes- oder Trieblust, kann sich aber daraus ergeben. (Bad, Massage, Wein trinken etc.) Sie ist ein Nebenprodukt, das während einer anderen Tätigkeit entseht.

Freude ist nicht gleichbedeutend mit Spaß, kann aber durchaus daran beteiligt sein.

Sie ist eine Bindungs- und Vertrauenschaffende Emotion.

Es gibt viele Richtungen in der Erforschung von Freude. Die drei wichtigsten sind:

1. Die Sozialindikatorenforschung

Hier werden die subjektiven Bestandteile der Lebensqualität unter bestimmten gesellschaftlichen Bedingungen untersucht. (Meist durch Umfragetechnik, Glücks-Selbsteinschätzung in verschiedenen Bereichen, wie Finanzen, Freizeit, Sozialkontakte)

2. Die Gerontologie

Untersucht werden hier zentrale Indikatoren des erfolgreichen Alterns. Als Vorhersagekraft für das Wohlbefinden im Alter dienen biographische und aktuelle Variablen. Der Lebenszufriedenheitsindex beinhaltet Lebensfreude, Entschlossenheit, Lebensmut, Verwirklichung der Ziele, positives Selbstkonzept und die Grundstimmung.

3. Die psychologische Stimmungsforschung

Hierbei werden Versuchspersonen in eine freudige Stimmung versetzt und die Auswirkungen auf kognitive Prozesse untersucht.

Diese drei Forschungslinien ergeben zusammengeführt die

„Wohlbefindensforschung“.

Das subjektive Wohlbefinden dient hier als Überbegriff über emotionale Zustände des „sich gut Fühlens“.

Es setzt sich aus vier Komponenten zusammen, die sich im Zuge verschiedener Untersuchungen herausgebildet haben:

Die negative Komponente (Freiheit von subjektiver Belastung), die positive Komponente (Freude, Zufriedenheit, Glück),

die kognitive Komponente (Einschätzung des eigenen Lebens) und die affektive Komponente (Lebensgefühl).

Folgt man dieser Differenzierung, so kann man vier Aspekte das emotionalen Empfindens der Freude bestimmen:

1. Die Belastungsfreiheit ist weniger intensiv, eher ein angenehmer Zustand der Unbeschwertheit und wird durch den kognitiven Anteil der subjektiven Einschätzung bestimmt. Das Gegenteil ist Leiden oder Schmerz.
2. Die Freude ist ein starker emotionaler Zustand des sich gut Fühlens, ist an eine Situation gebunden und kurzfristig. Die Abgrenzung gegenüber der Lust fällt relativ schwer, bei der herrscht allerdings ein stärkerer Bedürfniszwang. Das Gegenteil ist Unwohlsein.
3. Die Zufriedenheit ist ein ruhiger, kognitiv gesteuerter Befindungszustand. Ein Produkt von Abwägungs- und Vergleichsprozessen, die sowohl allgemein als auch Bereichsspezifisch sein können. Meist laufen sie im Hintergrund ab. Das Gegenteil ist Unzufriedenheit.
4. Das Glück ist ein intensiver Wohlbefindenszustand, der die ganze Person betrifft und überdauender ist, als Freude. Es basiert auf einem allgemeinen positiven Lebensgefühl und überindividuellen Bezügen. Das Gegenteil ist Trauer oder Depression.

Bei der Analyse der Freude gibt es verschiedene Perspektiven.

- Phänomenologische Ansätze versuchen durch konkrete Beschreibung zum Wesenskern durchzudringen. Rümke hat zum Beispiel 1924 das Glückserlebnis als im „Erlebnisstrom autochthon entstehenden positiven Gefühlszustand der psychisch reifen Person bei wachen Bewusstsein, der von bestimmten Vorstellungen begleitet ist“ gekennzeichnet.

Lersch (1938) sieht Freude als ein den seelischen Schwerpunkt des Menschen betreffendes, die ganze Persönlichkeit erfassendes Gefühl des lebendigen Daseins an, dem das Glück als Hintergrundbestimmung zugrunde liegt.

- Psychoanalytische Ansätze beschreiben Glücksgefühle auf dem Hintergrund der Freudschen Theorie psychischer Instanzen. Sie sind die kurzfristige Einheit, Harmonie und Aufhebung von Abhängigkeiten des Ich-Es-Überich.

Ein aktives sich öffnen ist notwendig, um Freude erleben zu können.

- Humanistische Ansätze halten die Freude für die produktive Realisation eigener Potentiale. Sie stellt sich als Höhepunkterlebnis als Folge sich selbst verwirklichenden Aktivitäten ein, die sich nach eigenen Fähigkeiten und Wünschen aktualisieren.
- Persönlichkeitspsychologische Ansätze sehen das Glück als eine Eigenschaft des sich Wohlfühlens. Entweder man hat eine Neigung zum Guten Befinden, oder nicht.

Costa und McCrae haben 1984 eine Studie zur Konstanz von Glück und Wohlbefinden im Lebenslauf durchgeführt. Die Frage war, in welchem Verhältnis Glück und Wohlgefühl als Eigenschaft zu Wohlgefühl und Freude bei spezifischen Ereignissen steht. Es gibt zwei Antwortmöglichkeiten, die in Unterschiedliche Richtungen gehen. Für beide lassen sich

Belege finden:

Einerseits das „Bottom up-Modell“, in dem sich das allgemeine Lebensgefühl aus dem Aufsummieren spezifischer Erlebnisspezifischer Emotionen ergibt. Andererseits das „Top down Modell“, bei dem die spezifischen Glückserfahrungen aus dem biographisch verankerten Lebensgefühl entstehen (bzw begünstigt werden).

- Handlungstheoretische Modelle gehen davon aus, dass man mit belastenden Lebensereignissen (Krisen oder alltägliche Sorgen) aktiv und befindensverbessernd umgehen kann. Allerdings müssen auch positive Erlebnisse verarbeitet werden (profitieren, ausnützen). Die Handlungsebene ist zentral für das Befinden: intrinsisch motivierte Tätigkeiten, die weder unterfordern (Langeweile würde entstehen), noch überfordern (Angst) erzeugen ein Zeitvergessenes Verschmelzen mit der Tätigkeit („flow“).

3. Der Ausdruck

Der Ausdruck von Freude und Glück im Gesicht eines Menschen ist unmittelbar und in allen Kulturen gleichermaßen und eindeutig zu identifizieren. Selbst Säuglinge erkennen Freude. Ihr Blick bleibt signifikant länger auf ein lächelndes Gesicht gerichtet. Ein erfreutes Gesicht ist daran zu erkennen, dass die Mundwinkel nach oben gezogen werden (Zygomatikusmuskel) und die Zähne sichtbar sind.

Bei stärkerer Freude zieht sich auch der Ringmuskel um die Augen zusammen, sodass die oberen Teile der Wangen nach oben gehen und dadurch die Krähenfüsse seitlich der Augen entstehen. Die Augen blitzen, da sie sich mit Tränenflüssigkeit füllen.

Der Zygomatikusmuskel kann willkürlich aktiviert werden, wohingegen der Ringmuskel nur in Aktion tritt, wenn die Person echt Freude empfindet.

Die Abstufungen der Freude sind Schmunzeln, Kichern, Lächeln und Lachen. Auch die freudigen Gestiken und Laute sind leicht erkennbar: Die Aktivität und Motorik eines Menschen ist gesteigert. Er macht ausladende Bewegungen, tanzt, singt, springt, stampft und klatscht möglicherweise in die Hände. Sein Mitteilungsbedürfnis steigt, er ist sowohl bereit, anderen etwas zu geben, als auch, sie an seiner Freude teilhaben zu lassen.

4. Die Wirkung der Freude

4. 1. Physiologie

Wenn ein Mensch Freude empfindet, verändert sich nicht nur sein Ausdruck, sondern es finden auch verschiedene Vorgänge innerhalb des Körpers statt: Die Herzfrequenz und die Aktivität bestimmter Muskeln nimmt zu (Frontalis,

Currogator, Depressor- und Massetermuskel) und die Pupillen erweitern sich. Des weiteren findet eine Modifikation der Atembewegung statt. Beim Lachen wird die Luft in mehreren dicht aufeinander folgenden Stößen herausgepresst. Das Einatmen ist auch beschleunigt, aber kontinuierlich.

Es werden Endorphine und Phenyläthylamin ausgeschüttet, was zur Folge hat, dass das Schmerzempfinden abnimmt und Euphorie eintritt.

Details

Seiten
18
Jahr
2001
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101293
Note
1,0
Schlagworte
Freude

Autor

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