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Der Prätor Sertorius als Anführer der rebellischen Spanier in ihrem Freiheitskampf (80-72 v. Chr.)

Seminararbeit 1999 12 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Der Prätor Sertorius als Anführer der rebellischen Spanier in ihrem Freiheitskampf 80-72 v.Chr.

1. Einleitung

Im Rahmen des Proseminars „Rom und Spanien vom 2. Punischen Krieg bis Augustus (218-19 v. Chr.)“ beschäftige ich mich mit dem Prätor Sertorius. Sertorius wurde in der antiken Geschichts- schreibung wenig Bedeutung beigemessen. Die meisten Informationen über ihn erhält man aus den Biographien des Plutarch. Plutarch bezieht sich dabei auf die Historien des Sallust. Weiteres erfährt man aus Fragmenten des Livius, bei Appian und Diodor. Auch in der Sekundärliteratur wird Sertorius oft nur kurz behandelt. Zwei Ausnahmen sind Wilhelm Ihne und Adolf Schulten. Vor allem auf diese beiden Autoren nehme ich in meiner Hausarbeit Bezug. Des Weiteren bediene ich mich einiger Werke über römische Geschichte und Sallusts Schriften. In dieser Arbeit möchte ich aufzeigen, wer Sertorius war und wie es ihm gelang die Iberer in seinen Kampf gegen Rom mit einzubeziehen. Zuerst gebe ich in meiner Hausarbeit einen kurzen Abriß über den römischen Bürgerkrieg, den ich sehr wichtig für meine weiteren Darstellungen halte. Danach verfolge ich chronologisch das Leben des Sertorius bis 80 v. Chr.1, um seine Verwicklungen in die Politik darzulegen. Dann beschäftige ich mich mit seinem Wirken in Spanien. Zum Ende meiner Arbeit schätze ich den Menschen Sertorius ein und spreche die Auswirkungen des sertorianischen Krieges an. In dieser Hausarbeit werde ich nicht auf den Aufbau des römischen Staatswesens eingehen und auch auf Kurzbiographien zu den anderen wichtigen Personen verzichten müssen, da dies sonst den Rahmen meiner Hausarbeit sprengen würde.

2. Der römische Bürgerkrieg

2.1. Marius erster Schritt auf die politische Bühne

Im Jahr 121 verstarb G. Sempronius Gracchus. Sein Tod2 bedeutete gleichzeitig das Ende der Grac- chenbewegung in Rom, und für die Popularen auch den Verlust ihres Einflusses auf die Politik. Die Adelspartei der Optimaten übernahm die beherrschende Rolle in der Politik. Die führenden Männer in der Partei der Popularen waren L. Appuleius Saturninus und G. Servilius Glaucia. Beide standen eher aus persönlichen Gründen auf der Seite der Popularen3. Diese beiden Männer hatten jedoch zu wenig Einfluß um den Popularen wieder zu politischer Macht zu verhelfen. Also suchten sie nach einem geeigneten, populären Führer für die Partei und fanden ihn in G. Marius. Dieser hatte großes Ansehen im Volk. Wegen seines Sieges im Krieg gegen die Kimbern und Teutonen von 113-101 galt er als Retter des Vaterlandes. Mit der Heeresreform hatte er das römische Militärwesen radikal verändert und auch eine große Anhängerschaft bei den Soldaten. Zudem war Marius ein Gegner der Aristokra- ten, da diese ihn, wegen seiner Herkunft als Bauerntrampel ohne Bildung4 verschrien, nicht in ihren Kreisen anerkannten. Für das Jahr 100 planten Marius, Saturninus und Glaucias die Macht zu über- nehmen. Marius bewarb sich um das 6. Konsulat, Saturninus um das 2. Tribunat und Glaucias um die Prätur. Nach ihrer Wahl stellten Marius und seine beiden Verschwörer die Appuleischen Gesetze zur Abstimmung. Diese Gesetze beinhalteten ein Getreidegesetz zur Herabsetzung des Preises bei Getrei- deverteilungen und 2 Gesetze zur Siedlungspolitik. Die binnenitalienische Kolonisation sollte für abgeschlossen erklärt werden. Für die Landverteilung an die Veteranen war Land in Afrika, d.h. das Land des besiegten Karthagos, und das noch zu erobernde Land der, von Marius besiegten, Kimbern und Teutonen vorgesehen. Mit den beiden Siedlungsgesetzen versuchten sich Marius und Saturninus die Unterstützung der italienischen Bundesgenossen zu sichern und auch die Veteranen auf ihre Seite zu ziehen. Mit Hilfe des Getreidegesetzes wollte man sich die Unterstützung der armen römischen Bürger sichern. Nach dem Beschluß der Gesetze wäre dann die Aufgabe der Eroberung des neuen Siedlungslandes der Kimbern und Teutonen sehr wahrscheinlich an Marius gefallen. Dieser hätte somit eine gewaltige, vielleicht sogar uneingeschränkte Macht gehabt und sich und Saturninus immer wiederwählen lassen können. Die Gesetze wurden dann gegen alle Bemühungen des Senates be- schlossen.

Die Popularen hatten ihre Ziele erreicht. Doch jetzt zeigte sich die innenpolitische Unfähigkeit des Marius. Er schaffte es nicht, sich bei den Adligen oder den Rittern Verbündete zu verschaffen. Die römische Bürgerschaft, aufgeschreckt durch die Zugeständnisse an die Bundesgenossen, und der Rit- terstand, den Verlust seines materiellen Besitzes fürchtend, söhnten sich mit dem Senat aus. Somit stand eine machtvolle Opposition gegen die Politik von Marius. Auch innerparteilich gab es keine einheitliche Linie gegen die Optimaten. Marius überwarf sich mit Saturninus und Glaucias, da er ihre Methoden der politischen Agitation und des Terrors nicht mehr mittragen wollte. Das Bündnis war zerbrochen. Saturninus und Glaucia versuchten nun die Macht auf sich zu vereinigen. Bei den nächs- ten Wahlen bewarb sich Saturninus wieder um das Tribunat, Glaucia um das Konsulat. Bei den Kon- sulatswahlen kam es zu Gewalttätigkeiten durch die Popularen, Marius stellte sich nun auf die Seite der Optimaten. Er ging gegen die Popularen vor, Saturninus und Glaucia wurden getötet. Allein war Marius jedoch nicht in der Lage, seine politische Stellung aufrecht zu halten. Nach Ablauf seiner Amtszeit trat er von der politischen Bühne ab. Der Senat kassierte die, von Marius eingebrachten, Gesetze und erließ ein Verbot inhaltlich verschiedenen Gesetzen in einem Entwurf zusammenzubrin- gen.

2.2. Drusus und Sulpicius

Die Annäherung zwischen Senat und Ritterstand 5nach den Apulleischen Gesetze war nicht von langer Dauer. Bald entbrannte der Konflikt neu, diesmal um die Geschworenengerichte. Die Verwaltung der Provinzen, die senatorische Machtbasis, gelangte in die Abhängigkeit der ritterlich dominierten Ge- schworenengerichte. Die Geschworenengerichte untersuchten die Vorwürfe von Erpressungen gegen- über den Provinzverwaltern. 91 schlug der konservative Aristokrat M. Livius Drusus eine Reform vor. Sie beinhaltete die Aufhebung der Rittergerichte und die Erteilung aller Vollmachten in der Provinz- verwaltung an den Senat. Im Gegenzug wollte er den Senat auf 600 Mitglieder aufstocken, wobei die neuen Mitglieder aus den Reihen des Ritterstandes stammen sollten. Des weiteren gehörten zu seinem Reformpaket ein Getreidegesetz, die Verleihung des Bürgerrechts an die italienischen Bundesgenos- sen und die Kolonisation von noch freiem Ackerland des ager campanus6 und Teilen Siziliens. Gegen den Widerstand des Konsuls Philippus wurde der Reform zugestimmt. Als jedoch die Verstrickung Drusus in die Pläne der Italiker, z. B. der Mordplan gegen Philippus bekannt wurde, stellte sich der Senat gegen Drusus, kassierte das neue Gesetz wegen Formfehlern. Wenig später löst die Ermordung Drusus‘ den Marsischen Krieg aus.

Doch auch nach Ende des Krieges war noch immer keine Einigung zwischen Senat und Ritterstand zustande gekommen, zusätzlich traten jetzt Konflikte zwis chen Alt- und Neubürgern auf. Auch die ökonomische Krise, Verschuldung und Verarmung der Bürger verschlimmerte die Situation. 88 erhält P. Sulpicius Rufus das Volkstribunenamt. Auch er versuchte die Situation durch neue Gesetze zu verbessern. Sie beinhalteten die Gleichstellung von Alt-, Neubürgern und Freigelassenen, die Begna- digung der, am Anfang des Krieges verurteilten, Bürger, sowie den Ausschluß aller Senatoren mit mehr als 2000 Denar Schulden aus dem Senat. Gegen diese Gesetze, vor allem das letzte, kam es zu starkem Widerstand im Senat. Daraufhin stellte Sulpicius einen Gegensenat auf der Straße auf. Doch der einflußreiche Konsul Sulla versuchte mit allen Mitteln die Gesetzesabstimmung zu verhindern, scheiterte aber. Den Gesetzen des Sulpicius wurde zugestimmt. Danach verbündete sich Sulpicius mit Marius und enthob Sulla von dem Oberbefehl gegen Mithradates. Marius sollte nun das Heer nach Asien führen. Sulla erreichte diese Nachricht bei seinem Heer. Er formierte seine Armee, marschierte auf Rom und eroberte die Stadt. Er ließ Marius und einige Anhänger ächten, Sulpicius jedoch hinrich- ten. Sulla hatte wegen des Krieges gegen Mithradates keine Zeit die Situation wieder zu ordnen. Er konnte nur die Sulpicischen Gesetze wieder aufheben und die Macht der Volkstribunate einschränken. Deren Anträge mußten nun erst vom Senat gebilligt werden.

2.3. Cinna und Sulla

87 erhalten Octavius und Cinna,7 ein Anhänger des Sulpicius, das Konsulenamt. Nach der Einschif- fung Sullas beantragte Cinna eine Zurücknahme der sullanischen Restauration. Es kam zu erneuten Kämpfen zwischen Popularen und Optimaten in Rom. Cinna hatte jedoch nicht genügend Rückhalt in der Stadt, mußte aus Rom fliehen und wurde seines Amtes enthoben. Außerhalb der Stadt sammelte Cinna nun ein Heer aus Italikern, entschiedene Gegner der Optimaten, und freigelassenen Sklaven. Er verbündete sich, trotz Warnungen seiner Anhänger, mit Marius und konnte so sein Heer mit Marius Soldaten verstärken. Dann marschierten Cinna und Marius auf Rom, eroberten die Stadt und errichte- ten eine Schreckensherrschaft. Marius rächte sich nun an seinen Gegnern. Nach dem Tode Marius 86 war dann Cinna der führende Mann, der sich jedes Jahr zum Konsul erklären ließ. Sulla schloß unter- dessen 85 einen Friedensvertrag mit Mithradates und kündigte seine baldige Rückkehr nach Italien an.

84 töteten meuternde Soldaten Cinna. Im folgenden Jahr kehrte Sulla nach Italien zurück, marschierte auf Rom und besiegte die Popularen in der Schlacht am Collinischen Tor. In Rom ließ Sulla Proskrip- tionslisten mit den Namen der zu tötenden Bürger veröffentlichen. Dieser Verfolgung fielen eine große Zahl Ritter und Senatoren zum Opfer, an deren Vermögen sich die Optimaten bereicherten.

3. Sertorius bis 80

3.1. Sertorius bis zum Bürgerkrieg

Das genaue Geburtsdatum des Sertorius ist nicht bekannt.8 Er mußte aber spätestens 1229 geboren sein. Sertorius entstammte einer sabinischen Familie des Ritterstandes. Seine Jugend war geprägt von der Erziehung durch seine Mutter, da sein Vater früh verstarb10. Aus dieser Erziehung heraus entwickelte er ein sehr enges Verhältnis zu seiner Mutter, das ihn ein ganzes Leben lang prägte. Des weiteren wurde er als sehr gewandter Redner charakterisiert11. 105 nahm er an der Schlacht bei Arausio gegen die Kimbern und Teutonen teil, in der die Römer eine Niederlage erlitten. 104 erfolgte dann sein Ein- tritt in die Armee des Marius, wo er die Marianische Heeresreform mitmachte und seine soldatische Ausbildung erhielt. Er erwarb sich die Anerkennung des Marius durch seine Listigkeit, als Spion in gallischer Tracht erkundete er ein feindliches Lager, und seinen Mut. Sertorius nahm an den siegrei- chen Schlachten gegen die Kimbern und Teutonen teil. 98 wurde er tribunus militum im Heer des Konsuls Didius und folgte diesem nach Spanien12. In Spanien waren die Keltiberer im Aufstand. Sie hatten 100/99 die eingedrungenen Kimbern und Teutonen besiegt. Einmal unter Waffen wandten sie sich nun gegen ihre römischen Besatzer und besiegten mehrere prätorianische Armeen. Der Krieg mit den Keltiberern dauerte 5 Jahre. In dieser Zeit machte sich Sertorius mit Land und Leuten vertraut. Er bildete sich in der römischen Kriegführung weiter und erlernte zusätzlich auch die iberische Kriegs- taktik. Auch in Spanien zeichnete er sich wieder durch seine Listigkeit im Krieg aus. Bei einem Über- fall auf das, im Winterlager in Castulo liegende, feiernde römische Heer behielt Sertorius den Über- blick in der Krise. Er konnte die Truppen ordnen und den Feind zurückschlagen. Danach ließ er seine Soldaten sich verkleiden und eroberte so auch die benachbarte, am Überfall beteiligte, Stadt. Für diese Tat wurde er höchstwahrscheinlich mit dem corona graminea, dem Graskranz, ausgezeichnet13. Dies war die höchste militärische Auszeichnung, nur verliehen für die Rettung eines ganzen Heeres. 93 kehrte Sertorius dann aus Spanien nach Rom zurück und nahm am Triumphzug des siegreichen Didi- us teil.

Er war zu dieser Zeit ein in Rom bekannter und geachteter Mann und beschloß die curulische Ämter- laufbahn einzuschlagen. Im darauffolgenden Jahr bewarb sich Sertorius um die Quästur. Er erhält 91 die Quästur der Provinz Gallia cisalpina. Auch am Marsischen Krieg nahm Sertorius teil. Wahrschein- lich diente er als Legat im Heer des Didius oder des Marius. Er zeichnete sich erneut durch Mut aus, verlor aber bei den Kämpfen eines seiner Augen. 88 bewarb sich Sertorius nun um das nächste curuli- sche Amt, das Volkstribunat. Doch seine Wahl wurde durch den Einspruch des Sulla vereitelt. Über die Gründe der Ablehnung durch Sulla läßt sich nur spekulieren14. Zu dieser Zeit war Sertorius noch kein Anhänger der Popularen oder mit ihnen verbündet. Doch er entstammte dem Ritterstand, war also auch kein Adliger. Höchstwahrscheinlich wollte Sulla keinen so populären, nichtadligen Mann in diesem Amt, da er selbst versuchte, die Macht der Volkstribunen einzuschränken. Erst durch diese Ablehnung wurde Sertorius ein Gegner Sullas und der Optimaten.

3.2. Sertorius im Bürgerkrieg

Nachdem Sulla Italien verlassen hatte, wurde Sertorius 1587 Prätor. In den folgenden Kämpfen schloß er sich Cinna an, warnte ihn aber davor, sich mit Marius einzulassen. Er führte eine der Armeen gegen Rom, beteiligte sich jedoch nicht an den Ausschreitungen gegen die Optimaten. Er ließ sogar 4000 von Marius freigelassene, plündernde Sklaven töten16. Nach der Machtübernahme drängte man Serto- rius jedoch zur Seite, denn er war den Popularen zu unangenehm, da er Marius ablehnte und vor der Rückkehr des Sulla warnte. Bei der Rückkehr Sullas erhielt Sertorius deshalb auch kein Kommando über Truppen, er war nur Berater und man schickte ihn 83 als Proprätor nach Hispania citerior17. Hier rüstete er in der folgenden Zeit ein Heer aus Römern und Iberern von etwa 9000 Mann und baute eine Flotte auf. Nach dem Sieg Sullas stand auch Sertorius als einer der ersten auf den Proskriptionslisten.

81 wurde der Prokonsul G. Annius Luscus von Sulla als Prokonsul ins diesseitige Spanien geschickt. Annius zog über den Landweg und so ließ Sertorius seinen Unterbefehlshaber mit 6000 Mann den Übergang über die Pyrenäen versperren. Durch Verrat geriet diese Abteilung jedoch in einen Hinter- halt und wurde vernichtet, der Weg nach Spanien war für Annius frei. Sertorius blieben nur noch 3000 Mann. Er wußte, daß er mit seiner kleinen Armee keinen Sieg gegen die etwa 2 Legionen starke Ar- mee erringen konnte. Er floh mit seinen Truppen aufs Meer, doch 2 Landungsversuche in Mauretanien und Spanien mißlangen. Auch eine Seeschlacht im Bündnis mit kilikischen Piraten gegen Annius vor Ibiza ging verloren. Nach diesen Mißerfolgen landete Sertorius wieder in Mauretanien und wurde in die Machtkämpfe der dortigen Fürsten verstrickt. In Mauretanien besuchte ihn eine Gesandtschaft aus Lusitanien, die ihn bat, die Lusitanier in einem Aufstand gegen die Römer anzuführen18. Dieses An- sinnen mag im ersten Moment überraschen. Doch für diese Bitte sprechen einige gute Gründe. Serto- rius war mit den Herrschern in Rom zerstritten. Er war geächtet, sein Name stand auf den Proskripti- onslisten, und er war heimatlos. Der Ruf seiner Feldherrenkunst war auch nach Lusitanien gelangt. Aber noch viel entscheidender war wohl der Ruf seiner Persönlichkeit. Er galt als ehrlich und gerecht, war mit Land und Leuten vertraut, kannte ihre Eigenarten. Er hatte als Prätor die Steuern gesenkt, um die Iberer für sich zu gewinnen19. Nach langem Überlegen beschloß Sertorius das Angebot anzuneh- men. Er sah in Spanien das letzte Bollwerk gegen Sulla und wollte sich dort eine neue Machtbasis aufbauen, um von dort aus weiter gegen die Optimaten kämpfen zu können und sie irgendwann aus Rom zu vertreiben. Er vertraute auch den Völkern Spaniens. Sie waren treu, und er hoffte aus diesem Material eine gewaltige Armee aufbauen zu können. Zusätzlich gab es auch keine Alternative für ihn, wollte er nicht für den Rest seines Lebens in den Machtkämpfen der Fürsten Mauretaniens verstrickt werden. Ein weiterer Grund für seine Entscheidung war wahrscheinlich die Nachricht vom Tod seiner Mutter. Zu ihr hatte er ein enges Verhältnis und mit ihrem Tod zerbrach jede Bindung an die Heimat.

4. Sertorius in Spanien 80-72

4.1. Ausbau der Herrschaft in Spanien 80-76

80 landete Sertorius mit seiner Armee in Spanien 20 bei Baelo (Bolonia)21, nachdem er eine römische Flotte, die seine Überfahrt verhindern wollte, geschlagen hatte. Danach besiegte er den Statthalter von His pania ulterior und marschierte nach Lusitanien. Hier begann Sertorius sofort mit den Rüstungen für die bevorstehenden Kämpfe. Sulla erkannte die Gefahr, die Sertorius in Spanien darstellte. Der Prokonsul Q. Caecilius Metellus Pius wurde 79 Statthalter von Hispania ulterior und mit dem Krieg gegen Sertorius beauftragt22. Zusammen mit den Truppen des Statthalters von Hispania citerior M. Domitius Calvinus standen etwa 40000 Legionäre plus Auxilien, im ganzen wohl etwa 80000 Mann23, Sertorius gegenüber. Dieser verfügte nur über eine kleine Streitmacht von 8000 Mann, hauptsächlich leichtbewaffnete Iberer. Metellus wollte zusammen mit Domitius einen gemeinsamen Schlag von zwei Seiten führen, um Sertorius in die Zange zu nehmen. Doch Sertorius kam ihnen zuvor. In 2 Schlachten wurden Domitius und der Legat Thorius besiegt. Domitius fand den Tod, die 40000 Mann starke Ostarmee war zerschlagen und Hispania citerior ohne Schutz. Sertorius Quästor L. Hirtuleius fiel nun mit 3000 Mann in die Provinz ein, während sich Sertorius mit den verbliebenen Truppen gegen Metellus stellte. Es gelang Sertorius durch seine Guerillataktik der ständigen Überfälle und Scharmützel und durch das Abschneiden der Versorgung Metellus in die Defensive zu drängen24. 78 besiegte Hirtuleius auch das Heer des gallischen Statthalters L. Manilus, das zum Schutz nach Hispa- nia citerior beordert worden war und eroberte die Provinz mit Ausnahme einiger befestigter Plätze. Auch in diesem Jahr gelang es Sertorius wieder die Armee des Metellus durch Guerillataktik zu be- hindern. Im folgenden Jahr eroberte Sertorius den Rest von Hispania citerior, während diesmal Hirtu- leius den Metellus beschäftigte. In diesem Jahr stieß auch M. Perperna Vento mit 20000 Soldaten und 1500 Reitern zu Sertorius. Perperna war auch Anhänger der Popularen. Er hatte sich an dem geschei- terten Aufstand des Lepidus in Ligurien angeschlossen und war danach nach Spanien geflüchtet. Hier schloß er sich dann, wohl auf Drängen seines Heeres, Sertorius an25.

Im Winter 77/76 ist Sertorius auf dem Höhepunkt seiner Macht26. Er herrschte in Spanien über Lusi- tanien und Hispania citerior. Durch sein Bündnis mit den kilikischen Piraten kontrollierte er auch die Küsten und schnitt die römischen Truppen von ihrer Versorgung ab, während er selbst übers Meer Nachschub heranschaffte. Die Stadt Osca (Huesca), am Rand der Pyrenäen gelegen, wurde seine Hauptstadt. Hier tagte der, aus 300 Mitgliedern bestehende, Senat des Sertorius, dessen Mitglieder zum Teil geflohene Senatoren waren. Dieser Senat galt als Gegensenat zum Senat in Rom und war gleichzeitig auch der Staatsrat von Spanien. Sertorius ernannte auch selbst Quästoren und Prätoren. In Osca ließ er eine Schule für die Erziehung der Söhne des iberischen Adels gründen. Unterrichtet wur- den römisch-griechische Bildung, Grammatik und Rhetorik, die Schüler trugen die Toga und erhielten bei guter Leistung die Goldene Bulla27. Durch diese Beteiligung der Iberer an der römischen Kultur sicherte sich Sertorius ihre Treue und Dankbarkeit. Zusätzlich zog er sich auch eine neue Elite für die spätere Verwaltung seines geplanten Reiches heran. Doch die Söhne der iberischen Adligen stellten als Geiseln auch ein Unterpfand für die Gefolgschaft der Iberer dar28. Im militärisch Bereich war Ser- torius klar, daß sich seine iberischen Verbündeten nicht für einen langwierigen Kampf eigneten. Also schulte er seine Soldaten in der römischen Kriegstaktik, um sich ein schlagkräftiges Heer aufzubauen, mit dem er auch in die Offensive gehen könnte29. Denn die iberische Kampfweise war zwar geeignet den Gegner mürbe zu machen, man konnte aber keine erfolgreichen Angriffe mit ihr führen. So ver- ging der Winter mit Rüstung für den neuen Waffengang.

4.2. Kämpfe zwischen Sertorius, Metellus und Pompeius 76-75

76 erwuchs dem Sertorius ein neuer Gegner auf den Schlachtfeldern Spaniens. Der römische Senat war über die 30 Geschehnisse in Spanien beunruhigt. Der bisher so erfolgreiche Metellus schien kein Mittel gegen die Aufständischen zu finden. Durch die Verstärkung der sertorianischen Streitkräfte durch Perperna war eine ernste Gefahr entstanden. Man sah in Sertorius schon einen zweiten Hanni- bal, der über die Alpen nach Italien einfallen könnte. Zu diesem Zeitpunkt betrat ein junger Feldherr die Bühne der Politik, Gn. Pompeius. Dieser forderte vom Senat die Statthalterschaft in Hispania citerior. 77 übertrug der Senat, auf Zuraten des Senatsvorsitzenden Philippus und aus Angst vor dem Heer des Pompeius, diesem das prokonsularische Amt über Hispania citerior31. Pompeius rüstete dar- auf aus seinem Privatvermögen eine Armee von 30000 Soldaten und 1000 Reitern32. Mit dieser mar- schierte er über die Alpen nach Gallien. Dort schlug er einen, durch Gesandte des Sertorius geschür- ten, Aufstand der Gallier nieder. Danach marschierte er weiter und verbrachte den Winter 77/76 in Katalonien. Sutherland, S. 92

Sertorius hatte nun im Jahre 76 etwa 80000 Mann in 4 Armeen unter Waffen33. Eine Armee stand unter Hirtuleius in Lusitanien gegen Metellus, um zu verhindern, daß dieser zur Ostküste vorrücken konnte. Die anderen 3 Armeen stellte Sertorius gegen Pompeius. Pompeius zog im Frühjahr 76 mit seiner Armee an der Ostküste nach Süden. Gleichzeitig sollte sein Quästor Memmius in Cartagena landen, nach Norden marschieren und so den Gegner in die Zange nehmen. Doch der Plan mißlang, da Memmius in Cartagena eingeschlossen wurde und Pompeius nun auf sich allein gestellt war. Die Armee des Pompeius gelangte auf ihrem Vormarsch bis auf die Ebene von Valencia, wurde aber dort von Sertorius vernichtend geschlagen, die römische Stadt Lauro fiel und Pompeius mußte sich zu- rückziehen34. Doch nur wenige Tage später änderte sich das Kriegsglück. Metellus besiegte Hirtuleius und sicherte die Grenze seiner Provinz Hispania ulterior35. Er begab sich mit seiner Armee zur Ost- küste und nahm in Katalonien Winterquartier, um im nächsten Jahr gemeinsam mit Pompeius agieren zu können. Während des Winters fiel Pompeius in Keltiberien ein, eroberte einige Städte, erreichte aber nichts. Gleichzeitig rüstete Sertorius in Lusitanien ein neues Heer für Hirtuleius. In diesen Winter fanden auch die Verhandlungen zwischen Sertorius und Mithradates statt36. Mithradates sicherte Ser- torius Geld und Schiffe zur Unterstützung seines Feldzuges zu. Im Gegenzug sollte Sertorius die, von Mitradates gemachten, Eroberungen in Asien anerkennen. Sertorius lehnte dies jedoch ab, er könnte doch kein römisches Provinzgebiet an Mithradates abtreten. Er bestätigte ihm jedoch die autonomen Königreiche Bithynien und Kappadokien als Besitzungen. Mithradates war durch den Patriotismus des Sertorius beeindruckt und stimmte dem Vorschlag zu. Er schickte 3000 Talente und 40 Schiffe.

Im Frühjahr marschierte Pompeius wieder an der Ostküste nach Valencia. Metellus wendete sich gegen Lusitanien. Erneut stand er Hirtuleius gegenüber. Es gelang ihm diesen in einer Can- naeschlacht37 bei Segovia vollständig zu vernichten, wobei Hirtuleius in der Schlacht fiel38. Metellus war nun frei und eilte zur Ostküste, um Sertorius von der anderen Seiten in die Zange zu nehmen. Pompeius hatte inzwischen die beiden Unterbefehlshaber Perperna und Herennius bei Valencia be- siegt und die Stadt erobert. Am Sucro stellte sich Pompeius Sertorius und wurde geschlagen. Doch durch das Herannahen von Metellus konnte Sertorius seinen Sieg nicht nutzen. Er zerstreute sein Heer und sammelte es erneut bei Sagunt. Auch die Heere von Metellus und Pompeius vereinigten sich. Bei Sagunt kam es zur Schlacht zwischen Pompeius, Metellus und Sertorius. Diese Schlacht endete unent- schieden39. Sertorius wandte erneut die Zerstreuungstaktik an und zog sich nach Keltiberien zurück. Hier verstärkte er seine Armee, und es gelang ihm Valencia zurückzuerobern. Die römischen Truppen zogen sich wieder nach Norden in ihr Winterquartier zurück, da das Land verwüstet war und die Ver- sorgung nicht sichergestellt werden konnte40. Auch in diesem Winter unternahm Pompeius wieder einen Feldzug nach Keltiberien. Doch die Lage auf dem Kriegsschauplatz hatte sich nicht verändert41.

4.3. Das Ende der sertorianischen Herrschaft 74-72

In den folgenden Jahren wendete sich das Kriegsglück.42 Im Winter 75/74 schrieb Pompeius einen Brief an den römischen Senat43. In diesem klagte er „... habe ich all meine Mittel und persönlichen Hoff- nungen aufgezehrt, während mir unterdessen von euch während drei Jahren kaum der Bedarf eines Jahres gewährt wurde...“44. Des weiteren drohte er dem Senat „... mich nicht in meiner Notlage zu zwingen, auf eigene Faust für mich zu sorgen...“45, da sonst „... gegen meinen Willen, aber gemäß meiner Voraussage, das Heer und mit ihm der ganze Krieg in Spanien von hier nach Italien hinüber- gehen...“46 werde. Den Senat schreckte dieser Brief auf. Im Osten herrschte Krieg mit Mithradates und nun war zu befürchten, daß sich Pompeius mit Sertorius zusammentun könnte und sie gemeinsam nach Italien marschieren würden47. Der Senat reagierte sofort und verstärkte das Heer des Pompeius auf 40-5000048 Mann. Metellus und Pompeius änderten nun ihre Taktik49, denn sie erkannten, daß durch die bisherige Taktik eine Endscheidungsschlacht an der Ostküste zu suchen nichts erreicht wor- den war. Diesmal stießen sie gemeinsam gegen das keltiberische Hochland vor, um den Krieg in ser- torianisches Gebiet zu tragen. Es gelang ihnen das diesseitige Keltiberien zu erobern. Gleichzeitig wurde ein Feldzug gegen die Piraten an der Ostküste durchgeführt. Im Lager des Sertorius mehrten sich die Zeichen für eine Niederlage. Immer mehr Römer fielen von ihm ab und liefen zu Metellus und Pompeius über. Sertorius reagierte mit harten Strafmaßnahmen gegen Deserteure50. 73 unternahm Pompeius diesmal alleine einen Feldzug, Metellus war vielleicht durch diesen gekränkt worden51. Pompeius eroberte das restliche Keltiberien, das Ebrotal und die Ostküste. Gleichzeitig verließen viele Römer nach der Verkündigung der Lex plautia Sertorius52. Die Lex plautia beinhaltete die Amnestie für alle Anhänger des Lepidus, die sich ergaben53. Doch auch die Iberer standen nicht mehr zu Serto- rius. Sie waren kriegsmüde, denn seit Jahren kämpften sie in ihrem eigenen Land, das durch beide Kriegsparteien verwüstet und zerstört war54. Am Ende des Jahres beschränkte sich die Macht von Sertorius auf wenige Städte im Ebrotal und an der Ostküste. Im folgenden Jahr fiel die sertorianische Macht endgültig auseinander. Auf den zunehmenden Abfall seiner Getreuen reagierte Sertorius rigo- ros. Er ließ die Söhne der vornehmen Iberer in seiner Schule in Osca töten55. Auch eine erste Ver- schwörung unter seinen Offizieren wurde aufgedeckt. Doch dabei ließ Sertorius den Anführer Perper- na nicht bestrafen. Diese ungerechte Handlung führte zu weiterer Unruhe Es kam zu einer weiteren Verschwörung. Perperna ließ Sertorius eine fingierte Siegesnachricht zukommen. Auf dem anschlie-ßenden Bankett wurde Sertorius dann von seinen Offizieren getötet56. Ein Teil der Armee lief darauf- hin zu Pompeius über, die Reste stellten sich unter Perperna zur Entscheidungsschlacht. Diese ging verloren und Perperna wurde gefangengenommen. Perperna bot Pompeius Dokumente an, die die Verbindung von Sertorius mit römischen Senatoren belegten, doch Pompeius richtete Perperna hin und vernichtete die Briefe57. Mit dem Tod des Sertorius endete der Widerstand in Spanien endgültig. Die Armeen zerstreuten sich oder liefen zu Pompeius über58. Die bis zum Schluß bei Sertorius geblie- benen Römer flohen nach Afrika, Gallien und Sizilien.

5. Sertorius, der Mensch

Die römische Geschichtsschreibung war sich über das Bild des Sertorius uneinig. Sallust beklagte die Verdunklung der Taten des Sertorius59. Auch Plutarch, der sich vor allem auf Sallust bezog, zeichnete ein positives Bild von ihm60. In seinen Biographien verglich er ihn mit Eumenes, dem Privatsekretär von Philipp II. und Alexanders III. von Makedonien. Für Plutarch war Sertorius der große Vertreter der Demokratie. Durch sein Ansehen ordneten sich ihm die Menschen unter. Bei Livius, Appian und Diodor findet man ein anderes Bild von Sertorius61. Diese waren, im Gegensatz zu Sallust, eher oli- garchisch eingestellt. Vor allem Livius als Pompeianer zeigte Sertorius viel negativer. Sie ließen ihn zum Tyrannen und Lüstling werden, der als ungerecht und grausam geschildert wurde. Auch die spä- tere Geschichtsschreibung sah in ihm einen Verräter des Vaterlandes, gleich neben Catalina stehend62.

Sertorius war die ganze Zeit seines Lebens Soldat, ein einfacher und ehrlicher Mensch63. Er verachtete das ausschweifende Leben, seine Freizeit verbrachte er mit Jagen und Umherstreifen. Er gewöhnte seinen Körper durch Schlafmangel und wenig Nahrung an alle Strapazen64. Von seinen Soldaten ver- langte er Disziplin, deshalb ließ er auch 4000 freigelassen Sklaven, die plündernd durch Rom zogen, hinrichten. Er galt als verfassungstreu und war somit auch gegen die Ausschreitungen gegen die Op- timaten65. Als Parteigänger Cinnas, den er auch vor der Verbindung mit Marius warnte, zählte er zu den Gegnern der Aristokraten, die ihn, ähnlich dem Marius, wegen seiner Herkunft nicht achteten. Auch seine Treue zeichnete ihn aus66. Obwohl Cinna seine Mahnung nicht beachtete, hielt er weiter- hin an der Sache der Demokratie fest, auch als er auf der Seite der Popularen als ständig Mahnender beiseite gedrängt wurde. Durch seine einfache und ehrliche Art gelang es ihm immer wieder die Men- schen zu beeindrucken, sogar Cicero spricht von ihm als einem Naturredner. Die Herzen der Iberer gewinnt er, indem er sie als Menschen behandelt und ihnen Zugang zur Bildung verschafft. Er nutzte jedoch auch ihren Aberglauben, indem er seine weiße Hirschkuh als Verkünderin von Botschaften ausgab67. Ein weiterer Punkt war sein militärisches Genie. Er beherrschte sowohl die römische Feld- herrenkunst, als auch die iberische Kriegstaktik des Guerillakampfes perfekt. Eine weitere Eigenart war seine listenreiche Kriegsführung, mit der er sich immer wieder aus komplizierten Situationen erretten konnte. Sein diplomatisches Geschick zeigte sich bei seinen Verhandlungen68. Als aus Spa- nien Flüchtender, schloß er ein Bündnis mit kilikischen Piraten, denen er selber nichts zu bieten hatte, aber die ihn voll unterstützten. Bei seinem Bündnis mit Mithradates erhielt er von diesem Geld und Schiffe zur Unterstützung nur gegen die Anerkennung der mithradatischen Eroberung der beiden Königreiche Bithynien und Kappadokien. Obwohl Feind Roms stand er doch mit vielen Senatoren im Briefverkehr. Es zeigt sich aber noch ein weiteres Bild von Sertorius, das des einsamen und ,gleich Sulla, Lucullus und Cicero, weltflüchtigen Menschen. Die einzige Bindung in seinem Leben hatte er zu seiner Mutter. Nach deren Tod verzweifelte er so, daß er sich für einige Tage keinem Menschen zeigte69. Und als er auf seiner Irrfahrt zwischen der spanischen und afrikanischen Küste von einer einsamen, paradiesischen Insel hörte, verhinderte nur sein Bündnis mit den Piraten und seine Verant- wortung gegenüber seinen Soldaten seine Weltflucht70.

6. Auswirkungen des Krieges

Mit dem Ende des sertorianischen Krieges endete auch der keltiberisch-lusitanische Widerstand gegen Rom. Fast alle Städte hatten sich den Römern, erst Sertorius, dann Metellus und Pompeius unterwor- fen und nur noch wenige Ortschaften mußten besiegt werden. Das Land lag zerstört nieder. Beide Seiten hatten es im Laufe des Krieges verwüstet71. Die keltiberischen und lusitanischen Stämme wa- ren in diesem langen Krieg ausgeblutet. Spanien wurde zu einer Provinz, die fest in römischer Hand lag. Die Optimatenpartei ging gestärkt aus diesen Kämpfen hervor. Nach Italien, Sizilien und dem Osten, hatte sie jetzt Spanien den Popularen entrissen, den Widerstand im Popularenlager endgültig gebrochen. Für Pompeius bedeutete dieser Krieg den endgültigen Aufstieg als Feldherr. Hatte er sich schon im Bürgerkrieg einen Namen gemacht, Sulla verlieh ihm wohl den Beinamen Magnus72, so galt er jetzt als Retter. Des Weiteren bildete Spanien von nun an seine Machtbasis, vor allem im Krieg mit Caesar.

Beenden möchte ich meine Hausarbeit mit einem Zitat Mommsens über Sertorius aus seinem Werk über die römische Geschichte „... Die Geschichte liebt die Coriolane nicht; auch mit diesem hochherzigsten, genialsten, bedauernswertesten unter allen hat sie keine Ausnahme gemacht.“73

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1 Alle Daten dieser Arbeit beziehen sich auf die Jahre vor dem Jahr 0, deshalb wird das Kürzel v. Chr. weggelassen

2 Th. Mommsen, Römische Geschichte, Bd. 2, Berlin 91903 S. 189-208 A. Heuss, Römische Geschichte, Braunschweig, 41976, S. 158-62

3 Heuss, S. 161 Mommsen, Bd. 2, S. 199-200

4 Mommsen, Bd. 2, S. 191

5 Mommsen, Bd. 2, S. 211-17/249-59 Heuss, S. 163-66/168-73

6 Campanien

7 Mommsen, Bd. 2, S. 305-32 Heuss, S. 173-77

8 A. Schulten, Sertorius, Leipzig 1926, S. 26-33

9 105 diente Sertorius in der Armee. Römische Bürger traten ihre Dienstpflicht mit 17 Jahren an.

10 W. Drumann, Geschichte Roms, Bd. 4, Leipzig 21908, S. 357

11 C. H. V. Sutherland, The Romans in Spain 217 B. C.-117 A. D., London 1939, S. 95 Th. Mommsen, Römische Geschichte, Bd. 3, Berlin 91904, S. 19

12 Sutherland, S. 90

13 Schulten, S. 31

14 W. Ihne, Römische Geschichte, Bd. 6, Leipzig 1886, S. 16 Drumann, S. 361

15 Schulten, S. 34-53

16 Ihne, S. 16 Drumann, S. 362

17 Ihne, S. 16

18 Sutherland, S. 91-92

19 J. S. Richardson, The Romans in Spain, Oxford 1996, S. 97

20 Schulten, S. 53-86

21 In Klammern stehen die heutigen Namen.

22 Ihne, S. 19

23 In Quellen wird die Gesamtstärke mit 120000 Mann angegeben, auch Mommsen, Bd. 3, S. 23, doch ist diese Zahl sehr unwahrscheinlich. Legionäre und Auxilia standen im römischen Heer etwa im Verhältnis 1:1, so ergibt sich die Zahl 80000.

24 Sutherland, 92 Ihne, S. 19

25 Drumann, S. 370 Ihne, S. 27

26 Ihne, S. 20-21

27 Mommsen, Bd. 3, S. 22 Sutherland, S. 95

28 Ihne, S. 21 Richardson, S. 101

29 Sutherland, S. 94 Schulten, S. 86

30 Schulten, S. 95-127

31 Ihne, S. 23 bemerkt dazu, daß Pompeius nicht nur anstelle eines Konsuls, sondern für beide gehen mußte. Dasselbe auch bei Schulten, S. 97.

32 Ihne, S. 23 Schulten, S. 99

33 Schulten, S. 99-100

34 Ihne, S. 25-26 Sutherland, S.93

35 Ihne, S. 28 Sutherland, S. 93

36 Ihne, S. 31-32 behauptet, daß die Verhandlungen erst 74 stattgefunden hätten und bezweifelt auch deren Ergebnis. Anders Schulten, S. 106-07, dessen Meinung ich mich anschließe, da ich auch bei Mommsen und Drumann nichts anderes gelesen habe.

37 Dies bedeutet vollständiger Einschluß des Gegners, wie durch Hannibal 216 v. Chr. bei Cannae vorgemacht.

38 Ihne, S. 28 Schulten, S. 109

39 Richardson, S. 99 meint jedoch, daß die Schlacht für Sertorius verloren ging.

40 Mommsen, S. 32 Ihne, S. 30

41 Für Sutherland, S. 93 kündigt der Sieg von Metellus über Hirtuleius und der Zusammenschluß von Metellus und Pompeius schon die Niederlage des Sertorius an. Ich kann diese Meinung, anhand Schulten und Ihne, nicht teilen.

42 Schulten, S. 126-39

43 Ihne, S. 26 bezweifelt die Richtigkeit dieses Briefes, auch Schulten, S. 123 zweifelt an der Echtheit, aber beide sind der Meinung, daß dieser Brief so ähnlich im Sinne des Pompeius geschrieben worden wäre.

44 Sallust, Historische Schriften, München 1991, S. 211

45 Sallust, S. 212

46 Sallust, S. 213

47 Ihne, S. 31

48 Schulten, S. 126

49 Ihne, S. 33 läßt Metellus weiter im Süden operieren, doch Sutherland, S. 93 und Schulten, S. 126 sind einer anderen Meinung.

50 Drumann, S. 359 Ihne, S. 36

51 Schulten, S. 130

52 Ihne, S. 14

53 Schulten, S.131

54 Sallust, S. 213

55 Ihne, S. 38

56 Ihne, S. 36-37 Sutherland, S. 94

57 Drumann, S. 389 Ihne, S. 40

58 Richardson, S. 100

59 Schulten, S. 1

60 Schulten, S. 5-7. Nach Drumanns, S. 359 Meinung zeichnete Plutarch jedoch ein negativeres Bild von Sertorius.

61 Ihne, S. 36 Schulten, S. 13-14

62 Schulten, S. 1

63 Ihne, S. 39

64 Schulten, S. 159

65 Schulten, S. 153

66 Ihne, S. 39

67 Drumann, S. 358-59

68 Ihne, S. 39 bezweifelt Sertorius staatsmännisches Können, doch alle anderen Autoren sind anderer Meinung, z. B. Schulten, S. 153.

69 Schulten, S. 54

70 Richardson, S. 97

71 Richardson, S. 116-17

72 Richardson, S. 98. Heuss, S. 192-93 behauptet, daß der Beiname Magnus nicht von Sulla, sondern von Pompeius Soldaten verliehen worden sei.

73 Mommsen, Bd. 3, S. 37

Details

Seiten
12
Jahr
1999
Dateigröße
368 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v101026
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2+
Schlagworte
Prätor Sertorius Anführer Spanier Freiheitskampf Proseminar Spanien Punischen Krieg Augustus

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Titel: Der Prätor Sertorius als Anführer der rebellischen Spanier in ihrem Freiheitskampf (80-72 v. Chr.)