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Gryphius, Andreas - An die Welt

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 2 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Gryphius, Andreas - An die Welt

In dem Gedicht „An die Welt“ von Andreas Gryphius geht es um das Grauen der Welt und die bessere Zeit im Jenseits.

Der Titel „An die Welt“ bringt zum Ausdruck, dass das Gedicht in gewisser Weise an die Welt gerichtet ist. Es wird ihr vorgeworfen, wie schlecht sie ist und wie gut es der Seele und dem Geist gehen wird, wenn sie sich endlich von der Welt getrennt haben und ins Jenseits gelangt sind. Das Gedicht ist in der Sonettform geschrieben, welche in der Barockzeit häufig verwendet wurde. Das Metrum ist ein 6-hebiger Jambus, also ein Alexandriner. In dem ganzen Gedicht wird das „Schiff“ als Metapher für das Leben, der „Port“ für das Jenseits oder das Paradies und Naturgewalten wie „Winde“, „Flut“, „Blitz“ oder „Stürme“ für äußere Einflüsse oder Geschehnisse, meistens für Krieg, verwendet.

In der 1. Strophe wird das „Schiff“ beschrieben, es ist das Spielzeug der „Winde“ und „Wellen“, das durch die „Flut“ fast zerteilt worden wäre. Das bedeutet, dass man das Leben nicht einfach so leben kann, wie man möchte, sondern dass andere es bestimmen. Der Krieg spielt mit dem Leben der Menschen. Durch die Adjektive „grimmen“ und „frechen“ betont das lyrische Ich, dass es ihm nicht gefällt, was mit ihm gemacht wird. In den folgenden Zeilen wird durch den Vergleich mit einem „schnellen Pfeil“ und „seinem Ziel“ veranschaulicht, dass das „Schiff“ schnell in den sicheren Hafen, das Jenseits, gelangen will, was auch der Wunsch der Seele ist.

In der 2. Strophe wird beschrieben, wie plötzlich und unvorhergesehen Schrecken über das „Schiff“ gekommen sind: am „Mittag“ wird es „schwarze Nacht“, ein „geschwinder Blitz“ setzt die „Segel“ - welche für den Lebensantrieb stehen, da es ohne sie nicht weitergeht - in Brand. Das Leben wird aber nicht ganz ausgelöscht, es kommt nur ein weiterer Schicksalsschlag hinzu, der das Leben nur noch schwerer macht. Das lyrische Ich beklagt sich auch darüber, wie kaputt das „Schiff“ schon ist. Alles ist beschädigt, rundherum: der „Mast“, der nach oben zeigt, das „Steuer“, das am Ende des „Schiffes“ befestigt ist, das „Ruder“ zur Seite, das „Schwert“ nach unten und der „Kiel“ an der Vorderseite des „Schiffes“. Alles hat Schaden genommen.

Die 3. Strophe ist an den Geist gerichtet. Sie ist eine Aufforderung, sich von dem Leben zu trennen („steig aus“), welche durch eine Wiederholung verstärkt wird. Es ist Zeit, sich zu lösen, da das „Schiff“ nun „am Lande“ angelangt ist. Es ist also der richtige Zeitpunkt, um zu sterben. Die rhetorische Frage „Was graut dir für dem Port?“ zeigt, dass der Geist keine Sorge tragen muss, es könne etwas Schlechtes folgen. Es wird auch noch gesagt, dass alles Schlechte und Schmerzhafte vorbei sein wird, wenn man ins Paradies gelangt.

Der 1. Vers der letzten Strophe ist an die Welt gerichtet. Es ist ein Abschiedsgruß an die „verfluchte Welt“, die „See voll rauher Stürme“. Dadurch wird abermals verdeutlicht, dass die Welt schrecklich und unfreundlich ist. Die letzten beiden Verse sprechen das Paradies an, das wahre, echte „Vaterland“ und „Schloß“, in dem immer Frieden herrscht und jeder geschützt ist. Durch die Metapher „Schloß“, wird schön gezeigt, dass das Jenseits beständig und ewig ist. Es kann nicht einfach untergehen wie ein Schiff.

Das Gedicht ist ganz im Sinne von „memento mori“ geschrieben, was typisch für die Barockzeit war. Andreas Gryphius lebte zur Zeit des 30-jährigen Krieges, was sich an seinen Gedichten auch deutlich erkennen lässt (à Thränen des Vaterlands). Auch in dem bearbeiteten Gedicht „An die Welt“ berichtet er von dem Grauen und Schrecken der Kriegszeit und der Hoffnung auf ein besseres, ewiges Leben nach dem Tod.

Mir gefällt das Gedicht sehr gut, obwohl ich mich nicht damit identifizieren kann, da wir in anderen Verhältnissen leben. Aber ich denke, dass ein Gedicht wie dieses den Menschen damals geholfen hat, sich in dieser schweren Zeit mit dem Tod auseinanderzusetzen und ihn als einen Teil des Lebens anzusehen, der eine Erlösung ist und kein Verlust.

Details

Seiten
2
Jahr
2000
Dateigröße
333 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100855
Note
1/2
Schlagworte
Gryphius Andreas Welt
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Titel: Gryphius, Andreas - An die Welt