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Weiterentwicklung eines Umweltprogramms hinsichtlich der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung.

Diplomarbeit 2002 71 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort und Danksagung

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung und Ziele der Arbeit

2. Nachhaltigkeit
2.1 Definition Nachhaltigkeit
2.2 Ziele der Nachhaltigkeit
2.2.1 Klima und Luft
2.2.2 Ressourcen und Energie
2.2.3 Fläche und Natur
2.2.4 Wasser
2.2.5 Lärm
2.3 Zusammenfassung

3. Stadtwirtschaft GmbH Halle
3.1 Organisation und Stand im Unternehmen der Stadtwerke
3.2 Leistungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle
3.3 Materieller Input der Stadtwirtschaft GmbH Halle
3.4 Direkte und Indirekte Umweltbelastungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle
3.5 Vergleich Umweltprogramm mit den Zielen der Nachhaltigkeit

4. Vergleich von Umweltinstrumenten zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung: EMAS II und ISO 14001
4.1 Historische Entwicklung
4.2 Vorteile bei der Teilnahme am EG-ÖKO-Audit
4.3 Gegenüberstellung EMAS II und ISO 14001
4.3.1 Regionale Gültigkeit
4.3.2 Ziele der beiden Umweltmanagementsysteme
4.3.3 Aufbau des Umweltmanagementsystems
4.3.4 Elemente der EMAS II und ISO 14001
4.3.5 Weitere Unterschiede der EG-Öko-Audit-Verordung und der ISO 14001
4.4 Aufwands- und Kostenbetrachtung
4.4.1 Zeitlicher und Personeller Aufwand
4.4.2 Finanzieller Aufwand
4.4.3 Erzielte Kosteneinsparungen
4.5 Resonanz auf die Teilnahme am EG-Umweltaudit-System
4.6 Umweltmanagement in der Stadtwirtschaft GmbH Halle
4.7 Vorteile der beiden Umweltmanagementsysteme
4.7.1 Vorteile der ISO 14001
4.7.2 Vorteile der Öko-Audit-Verordnung
4.8 Zusammenfassung

5. Weiterentwicklung des Umweltprogramms der Stadtwirtschaft GmbH Halle hinsichtlich der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung
5.1 Definitionen und Hintergründe zum Umweltprogramm
5.1.1 Umweltprogramm
5.1.2 Umweltziele und Umwelteinzelziele
5.1.3 Darstellung direkter und indirekter Umweltaspekte
5.1.4 Bewertung der Umweltaspekte
5.2 Darstellung der einzelnen Umweltauswirkungen
5.2.1 Flächenverbrauch
5.2.1.1 Handlungsoptionen für den Flächenverbrauch
5.2.1.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.1.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2.2 Ressourcenverbrauch
5.2.2.1 Handlungsoptionen für den Ressourcenverbrauch
5.2.2.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.2.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2.3 Wasser und Abwasser
5.2.3.1 Handlungsoptionen für Wasser und Abwasser
5.2.3.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.3.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2.4 Abfallentstehung und Zusammensetzung
5.2.4.1 Handlungsoptionen zur Abfallreduzierung
5.2.4.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.4.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2.5 Emissionen
5.2.5.1 Handlungsoptionen zur Reduktion von Emissionen
5.2.5.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.5.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2.6 Schadstoffbelastung
5.2.6.1 Handlungsoptionen
5.2.6.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.6.3 Indirekter Umweltaspekt
5.2 7 Lärmbelastung
5.2.7.1 Handlungsoptionen gegen Lärmbelastungen
5.2.7.2 Direkter Umweltaspekt
5.2.8 Störfälle
5.2.8.1 Handlungsoptionen gegen Störfälle
5.2.8.2 Direkter Umweltaspekt
5.3 Bewertung des Umweltprogramms

6. Zusammenfassung

7. Ausblick

Literaturverzeichnis:

Anhang I

Anhang II

Anhang III

Vorwort und Danksagung

Ein Bild stand in diesem Jahr dafür, dass der rücksichtslose Umgang mit der Umwelt nicht ohne Folgen bleibt. Die Flutkatastrophe in weiten Teilen Deutschlands zeigte nur allzu deutlich, wie das Ökosystem Erde auf die Eingriffe des Menschen reagiert. Ergebnis waren Verluste von Menschenleben, zerstörte und vergiftete Landschaften sowie wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Folgen für Westeuropa.

Andere Regionen der Erde waren ebenso betroffen. Überschwemmungen in Teilen Asiens, Wirbelstürme in Nordamerika und Dürren auf dem afrikanischen Kontinent. Seit langem wird die Ursache in der durch den Menschen verursachten Erderwärmung angesehen.

Schon 1992 fand als Reaktion auf die zunehmenden globalen Probleme die Konferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro statt. Dabei verständigte sich die Staatengemeinschaft auf das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung.

Mittelpunkt dieses Leitbildes ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Erde unter Berücksichtigung ökologischer, ökonomischer und sozialer Aspekte, um den nachfolgenden Generationen die gleichen Entwicklungschancen zu ermöglichen.

In dieser Arbeit wird das Umweltprogramm der Stadtwirtschaft GmbH Halle dahingehend weiterentwickelt, dass Massnahmen getroffen werden, um die Ziele der Nachhaltigkeit zu erreichen.

Mein Dank gilt der Stadtwirtschaft GmbH Halle, die mir die Möglichkeit bot diese Arbeit praxisnah für das Unternehmen zu schreiben. Meinen besonderen Dank möchte ich dabei Herrn Dr. Lehmann und Herrn Wassermeyer für ihre Unterstützung aussprechen.

Weiterhin danke ich Prof.Dr.Engelfried von der Fachhochschule Merseburg, der sich bereitstellte diese Arbeit zu betreuen und mir nützliche Hinweise zum Inhalt und der Gestaltung gab. Besonders danke ich ihm für die Verbesserung meiner wissenschaftlichen Denkweise.

Ebenso danke ich Prof.Dr.Wilhelm von der Fachhochschule Merseburg, der sich trotz seines engen Zeitrahmens als Zweitbetreuer zur Verfügung gestellt hat.

Ein grosses Dankeschön für meine Eltern, die mich während meines Studiums unterstützt und ermutigt haben.

Letztendlich danke ich auch meiner Freundin für ihre Unterstützung und Geduld.

Rehmsdorf, den 27. November 2002 Heiko Färber

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Konzept Nachhaltigkeit

Abbildung 2: Reichweiten verschiedener Energieträger

Abbildung 3: Die Stadtwirtschaft in der Stadtwerke Halle GmbH

Abbildung 4: Organigramm Stadtwirtschaft GmbH Halle

Abbildung 5: Leistungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle

Abbildung 6: Gegenüberstellung zertifizierte Standorte nach EMAS bzw. ISO 14001 innerhalb der europäischen Union

Abbildung 7: Modell des Umweltmanagementsystems

Abbildung 8: Formale und inhaltliche Umsetzung von EMAS

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Ökologische Ziele

Tabelle 2: Fahrzeugbestand (Stand 2001)

Tabelle 3: Sammel- und Transportbehältnisse (Stand 2001) )

Tabelle 4: Gebäudetypen

Tabelle 5: Materieller Input in Form von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bzw. Gütern

Tabelle 6: Direkte und indirekte Umweltauswirkungen durch die unternehmerische Tätigkeit des Unternehmens

Tabelle 7: Vergleich Umweltprogramm mit den Zielen der Nachhaltigkeit

Tabelle 8: Elemente der Umweltmanagementsysteme

Tabelle 9: Kosten für das Umweltmanagementsystem

Anhang

Tabelle 10: A II - Kohlendioxidemissionen

Tabelle 11: A II – Luftschadstoffemissionen

Tabelle 12: A II – Luftschadstoffemissionen des Unternehmens

Tabelle 13: A III - Schadstoffemissionen des Pkw-Verkehrs (Stand 2000)

Tabelle 14: A III - Luftschadstoffemissionen durch den Mitarbeiterverkehr

1. Einleitung und Ziele der Arbeit

Immer höhere Umweltstandards, die gestiegene Sensibilisierung des Verbrauchers hinsichtlich seines Umweltbewusstseins und ein starkes öffentliches Interesse an betrieblichen Umweltfragen führten dazu, dass sich in der jüngeren Vergangenheit der Umweltschutz neben der Wirtschaftlichkeit zu einem der wichtigsten Ziele der Unternehmensstrategie etablierte. (UBA 1995, S.79)

Mit Umweltschutz als ein strategisches Unternehmensziel hat auch die Stadtwirtschaft GmbH Halle ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt bekräftigt. Um dem gerecht zu werden, nahm das Unternehmen 1998 erstmals am EG-Öko-Audit teil. Durch einen externen Prüfer wurde die Einhaltung der Richtlinien nach der Verordnung Nr.1836/93 (EMAS I) bestätigt. Seither ist das Umweltmanagementsystem fester Bestandteil neben dem Qualitätsmanagementsystem. Im Jahr 2001 wurde das Umweltmanagementsystem dann erstmals nach der neuen Verordnung (EG) Nr.761/2001 (EMAS II – European Management Audit Scheme) validiert.

Seit dem Jahr 2000 ist das Unternehmen Stadtwirtschaft GmbH Halle nun auch Mitglied der Umweltallianz Sachsen-Anhalt. Damit hat sie sich einer freiwilligen Vereinbarung mit der Landesregierung unterzogen, die Rahmenbedingungen für eine umweltverträgliche Wirtschaftsentwicklung im Land Sachsen-Anhalt unter den Bedingungen einer wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Entwicklung zu verbessern. (Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt 1999, S.1; 4)

Als Hilfestellung für die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung soll diese Arbeit dienen, deren übergeordnete Arbeitsaufgabe die Weiterentwicklung des Umweltprogramms der Stadtwirtschaft mit Hinblick auf die Ziele einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist.

Dazu wird im ersten Teil im Kapitel 2 der Arbeit der Begriff „Nachhaltigkeit“ und seine Bedeutung bei heutigen politischen Entscheidungen definiert und erläutert. Hier werden u.a. die von der Bundesregierung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitspolitik festgelegten Ziele im weiteren Verlauf der Arbeit von Bedeutung sein.

Daran anschliessend wird im zweiten Teil der Arbeit im Kapitel 3 das Unternehmen Stadtwirtschaft GmbH Halle näher betrachtet. Zum einen wird das Unternehmen bezüglich des Unternehmensaufbaus und der Unternehmensleistungen vorgestellt.

Danach wird der Input, der für die Realisierung der unternehmerischen Tätigkeit in Form von Maschinen, Material usw. benötigt wird, betrachtet. Diesem werden die entsprechenden Umweltauswirkungen zugeordnet. Zweck dieser Betrachtung ist es, alle relevanten Umweltauswirkungen des Unternehmens, Direkte als auch Indirekte, zu erfassen. Das Ergebnis dient im vierten Teil der Arbeit als Grundlage für die Verbesserung des Umweltprogramms hinsichtlich Nachhaltigkeit.

Als letztes wird ein Soll–IST-Vergleich angestrebt, der die Ziele des gegenwärtigen Umweltprogramms des Unternehmens denen der Bundesregierung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitspolitik gegenüberstellt. Mit dieser Untersuchung sollen Ansatzpunkte im Unternehmen gefunden werden, die im Sinne der Nachhaltigkeit noch verbessert und ins Umweltprogramm eingebracht werden müssen.

Umsetzungsmechanismen für eine nachhaltige Wirtschaftsweise sind die Umweltmanagementsysteme nach ISO 14001 oder EMAS II. In Kapitel 4 der Arbeit folgt ein Vergleich der beiden Verordnungen in Bezug auf Vor- und Nachteile, Kosten und Aussenwirkung. Ziel dieser Gegenüberstellung ist es, dass für die Stadtwirtschaft GmbH Halle geeignetere Umweltmanagementsystem zur Umsetzung der Ziele hinsichtlich einer nachhaltigen Wirtschaftsweise zu finden.

In Kapitel 5 werden anknüpfend an den gewonnenen Ergebnissen der vorangegangenen Kapitel Vorschläge zur Weiterentwicklung des Umweltprogramms gebracht. Es folgt eine Zusammenfassung wie das Unternehmen auch in Zukunft kontinuierlich an der Verbesserung seines betrieblichen Umweltschutzes im Rahmen der Ziele einer nachhaltigen Wirtschaftsweise arbeiten kann.

2. Nachhaltigkeit

2.1 Definition Nachhaltigkeit

Als Mitglied der Umweltallianz ist die Stadtwirtschaft GmbH Halle auch deren Politik verpflichtet. Dies beinhaltet gleichfalls die Umsetzung der Ziele, welche sich die Allianz im Rahmen ihrer Politik gesetzt hat.

Zusammenfassend betrachtet können diese Ziele wie folgt beschrieben werden:

Durch die Umsetzung des Kreislaufwirtschaftsprinzips, der Durchführung eines integrierten Umweltschutzes in den Unternehmen, sowie eines verstärkten Einsatzes von nachwachsenden Rohstoffen und erneuerbaren Energien soll zur weiteren Entlastung für die Umwelt als auch zur Ressourcenschonung beigetragen werden. In diesem Zusammenhang gilt es auch, die Eigenverantwortung der Unternehmen zu fördern und anzuerkennen. Für Mitglieder der Allianz sollen durch Verwaltungsvereinfachungen die Belastungen hinsichtlich Vorschriften und Gesetze reduziert werden. Letztendlich gilt es auch den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt zu stärken. (Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt 1999, S.1; 4)

Ein grosser Teil dieser Ziele ist ebenso Bestandteil des Nachhaltigkeitsprinzips. Zum weiteren Verständnis wird der Begriff dazu im nächsten Teil definiert und näher erläutert.

Im Jahre 1992 haben sich in Rio de Janeiro auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung die Mitglieder der Staatengemeinschaft, 150 teilnehmende Länder, zum Leitbild der nachhaltigen Entwicklung bekannt. Zur Umsetzung dieses Leitbildes wurde mit der Agenda 21 ein zukünftiges Aktionsprogramm vorgegeben. (BMU 2001, S.1ff)

Darin wird der Begriff nachhaltige Entwicklung folgenderweise definiert:

„Unter nachhaltiger Entwicklung ist eine Entwicklung zu verstehen, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.“ (UBA 2002, S.1)

Als Anlass für die Konferenz waren zunehmende Probleme mit globalem Charakter vorangegangen. Zu nennen sind hierbei unbedingt die Belastung der Umwelt mit Emissionen und Abfällen, woraus u.a. die Klimaveränderung und der Rückgang der Ozonschicht resultiert. Weiterhin ist der hohe Verbrauch an weltweiten endlichen Ressourcen anzuführen, dessen Ursachen im global steigenden Wohlstands- und Konsumverhalten sowie hohem Energieverbrauch und -nutzung zu finden sind. Letztendlich sind es ebenso Probleme wie die Verschmutzung und Überfischung der Weltmeere, Bodendegradation, Süsswasserverknappung, steigender Flächenverbrauch, Biodiversitätsverlust und zunehmende Verarmung in vielen Regionen der Welt, welche den Anstoss für die UNO-Konferenz über Umwelt und Entwicklung (UNCED) in Rio gaben. (BMU 2000, S.6)

Auf der Konferenz wurde festgestellt, dass im Mittelpunkt des Nachhaltigkeitskonzeptes allerdings nicht nur der Schutz der Umwelt steht, sondern dass dieser einhergeht mit sozialer Verantwortung und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit. (UBA 2002, S.1)

Die nachfolgende Abbildung verbildlicht diesen Gedanken:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Konzept Nachhaltigkeit (Quelle: in Anlehnung an UBA 2002, S.1)

Zu verstehen ist die Aussage so, dass die wirtschaftliche Entwicklung sich nur innerhalb in den von der Natur vorgegebenen Grenzen bewegen kann, um zukünftigen Generationen die gleichen Chancen und Möglichkeiten zu geben. Ziel ist es deshalb mit Hilfe von Umweltzielen die wirtschaftliche und soziale Entwicklung innerhalb dieser Grenzen zu bewegen . (UBA 2002, S.1)

Begründet wird dieses Handeln durch die Aussage von ROCHLITZ. Dieser trifft in seinem Sondervotum zum Kapitel 2 des Abschlussberichtes der Enquete – Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ zum Begriff „sustainable develpoment“ folgende Aussage: „Was sich mit diesem Leitbegriff verbindet, ist nichts geringeres als die Erkenntnis, dass weltweit ökonomische, soziale und ökologische Entwicklungen notwendig als eine innere Einheit zu sehen sind. Denn soziale Not kann einem verantwortungslosen Umgang mit den Ressourcen der Natur ebenso Vorschub leisten wie rücksichtsloses wirtschaftliches Wachstumsdenken.“ (ENQUETE KOMMISSION 1998, S.222)

Zur Umsetzung der nachhaltigen Entwicklung in Deutschland wurde deshalb am 1.Juni 1995 durch den 13. Deutschen Bundestag neben dem Staatssekretärausschuss für nachhaltige Entwicklung und den Rat für nachhaltige Entwicklung die Enquete – Kommission „Schutz des Menschen und der Umwelt“ eingesetzt.[1] (UBA 2002, S.3)

Von der Kommission wurden 5 Handlungsgrundsätze formuliert, die ein Leben und Wirtschaften in den von der Natur vorgegebenen Schranken und im Sinne der Nachhaltigkeit gewährleisten sollen. Die darin getroffenen Aussagen können wie folgt wiedergegeben werden:

1. Die Nutzung einer Ressource darf auf Dauer nicht grösser sein als ihre Regenerationsrate oder die Rate der Substitution aller ihrer Funktionen.
2. Die Freisetzung von Stoffen darf auf Dauer nicht grösser sein als die Tragfähigkeit der Umweltmedien oder als deren Assimilationsfähigkeit. (...Tragfähigkeit bzw. Aufnahmefähigkeit der Umwelt)
3. Gefahren und unvertretbare Risiken für den Menschen und die Umwelt durch anthropogene (menschliche) Einwirkungen sind zu vermeiden.
4. Das Zeitmass anthropogener (menschlicher) Eingriffe in die Umwelt muss in einem ausgewogenen Verhältnis zur Zeit stehen, die die Umwelt zur selbst stabilisierenden Reaktion benötigt.
5. Gefahren und unvertretbare Risiken für die menschliche Gesundheit und die Umwelt durch menschlich verursachte Einwirkungen sind zu vermeiden.

(ENQUETE KOMMISSION 1998, S.25)

Zusammenfassend betrachtet ist die Hauptaussage dieser Punkte, dass die Belastbarkeit der Ökosysteme nicht überschritten werden darf, die natürlichen Lebensgrundlagen müssen erhalten bleiben und die Gesundheit der Menschen zu schützen ist. (ENQUETE KOMMISSION 1998, S.25)

Zur Umsetzung der Nachhaltigkeit hat sich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitspolitik Ziele gesetzt. Diese und Ziele anderer Institutionen werden im nächsten Abschnitt dargestellt.

2.2 Ziele der Nachhaltigkeit

In Anlehnung an den Vorschlägen des Umweltbundesamtes und der Öko-Audit-Verordnung, welche die Beurteilung aller signifikanten Umwelteinwirkungen verlangt, müssen folgende wichtigen Umweltaspekte bei der Zielstellung berücksichtigt werden (UBA 1999b, S.16):

- Klima und Luft
- Ressourcen
- Fläche
- Wasser
- Lärm
- Natur.

2.2.1 Klima und Luft

Seit Beginn der Industrialisierung stieg der Kohlendioxidgehalt in der Atmosphäre um 25 Prozent. Das führte zu einer Verstärkung des Treibhauseffektes woraus letztendlich die Erhöhung der globalen Temperaturen resultierte. (BMU 2000, S.9)

Die Bundesregierung hat sich mit ihrer Klimaschutzpolitik verpflichtet, eine Reduzierung der Kohlendioxidemissionen bis 2005 um 25% gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen. Im Jahr 2000 waren es schon 15,1 Prozent. Bis 2050 ist eine Reduzierung von 80 Prozent vorgesehen. (UBA 2002, S.5)

Bezüglich anderer Luftschadstoffe, welche hauptsächlich für die Versauerung von Böden verantwortlich sind, wird bis zum Jahr 2010 eine Reduzierung von Schwefeldioxid (SO2), Stickstoffoxid (NOx), Ammoniak (NH3) und flüchtigen organischen Verbindungen (VOC) um bis zu 70% gegenüber dem Referenzjahr 1990 angestrebt. (UBA 1999b, S.16)

Die ENQUETE KOMMISSION beschreibt in ihrem Abschlussbericht, dass Massnahmen, die zur Verminderung von Kohlendioxidemissionen führen im gleichem Masse auch zur Verringerung der anderen Luftschadstoffe führen. Mögliche Massnahmen wären die Substitution von Kohle durch Gas. Wird bis 2005 das Ziel erreicht, die Kohlendioxidemissionen um 25 % zu verringern, können gleichzeitig Einsparungen an SO2 in Höhe von ca.36% erzielt werden. (ENQUETE KOMMISSION 1998, S. 73f)

2.2.2 Ressourcen und Energie

Ein weiteres globales Problem wird in der Endlichkeit der Ressourcen gesehen. Dies resultiert insbesondere auch aus der Tatsache, dass endliche Energieträger den überwiegenden Teil der weltweiten Energiebereitstellung ausmachen. Aber unter den Bedingungen, zukünftigen Generationen die gleichen Möglichkeiten und Chancen zu bieten, muss die seit Beginn der Industrialisierung begonnene Ausbeutung der Ressourcen unbedingt eingestellt werden.

Zur Verdeutlichung des Sachverhaltes wird in Abbildung 2 die statistische Reichweite der weltweit nachgewiesenen Energiereserven dargestellt. Besonders dramatisch stellt sich dabei die Lage bei konventionellen Erdöl dar, wenn man betrachtet, dass dieses mit 35 Prozent an der globalen Energieversorgung beteiligt ist. (BMU 2000, S.7)

Von vielen Stellen wird deshalb häufig die Reduktion des Ressourcenverbrauchs um den Faktor 10 für ein nachhaltigeres Wirtschaften gefordert. (BMBF 2002, S.29)

Sparsamer Umgang mit Ressourcen geht mit dem von Energie einher. Ein erster Erfolg konnte in Deutschland mittlerweile mit der Entkopplung des Energieverbrauchs vom Wirtschaftswachstum erzielt werden. Die gleiche Wirtschaftsleistung wird somit heute mit weniger Energie erreicht als noch im Jahre 1980. (BMU 2000, S.11)

Um diesen Vorgang fortzuführen, ist das erklärte Ziel der Bundesregierung, die Energie- und Rohstoffproduktivität bis zum Jahr 2020 auf das 2,5 fache des Jahres 1993 steigen zu lassen. (UBA 1999b, S.16)

Eine weitere Strategie der Bundesregierung für eine zukünftige ressourcenschonende Energieversorgung ist es u.a., die konventionellen Energieträger durch erneuerbare zu ersetzen. (BMU 2000, S.9)

Dazu soll bis 2010 der Anteil erneuerbarer Energien am Primärenergiebedarf gegenüber 2000 auf 4,2 Prozent und am Stromverbrauch auf 12,5 Prozent verdoppelt werden. (UBA 2002, S.5)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Reichweiten verschiedener Energieträger (Quelle: vgl. BMU 2000, S.7)

2.2.3 Fläche und Natur

Durch die Inanspruchnahme von Flächen als Siedlungs- und Verkehrsflächen werden grundlegende Veränderungen in der natürlichen Bodenfunktion und Eingriffe in den Naturhaushalt vorgenommen. (ENQUETE KOMMISSION 1997, S.24 ff)

Gegenwärtig werden täglich 120 ha pro Tag für die oben genannten Zwecke verbraucht. Ziel ist es diesen Wert bis zum Jahr 2020 auf 30 ha pro Tag zu reduzieren. (BMU 2001, S.7)

Dazu sollen u.a. versiegelte Flächen zurückgebaut werden, nicht mehr benötigte Gewerbe-, und Industrie- und Infrastrukturflächen für wohnbauliche Zwecke bzw. naturnahe Erholungsflächen saniert werden und ein Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs zur Reduzierung von Verkehrsflächen erfolgen. Weitere Verringerungen sollen durch den Rückgang des Baus und der Nutzung von Parkflächen erzielt werden. (ENQUETE KOMMISSION 1997, S. 42-43)

Für die Nutzung von Naturflächen ist als Umwelthandlungsziel vorgesehen, 10-15% der nicht besiedelten Fläche des Jahres 1998 als der Vorrangflächen für den Naturschutz zu sichern. Weiterhin soll ein funktionsfähiger Biotopverbund aufgebaut werden, der mindestens 10% der Gesamtfläche Deutschlands beträgt. (ENQUETE KOMMISSION 1997, S.42)

2.2.4 Wasser

Grundwasser wird heute zu zwei Dritteln für die Trinkwasserversorgung eingesetzt. Die Neubildung von Grundwasser erfolgt dabei hauptsächlich durch Regenwasser-versickerung und teilweise auch durch Infiltration von Bodengewässern. (DREWES 1996, S.156ff)

Grundsätzliches Problem hierbei ist zum einen, dass u.a. durch Bodenversieglung die Grundwasserneubildung verringert wird, und zum anderen, dass Schadstoffeinträge in den Boden das Grundwasser belasten. Hauptsächliche Ziele der Bundesregierung sind deshalb die Möglichkeiten der Regenwasser-Versickerung zu verbessern und anthropogene Einträge zu vermeiden. (ENQUETE KOMMISSION 1997, S.36, 43)

Für den Schutz der Fliessgewässer ist als Ziel bis 2020 ein Anteil von Fliessgewässern mit der chemischen Güteklasse für AOX und Gesamt-Stickstoff von 100% geplant. (UBA 1999b, S.16)

2.2.5 Lärm

Nachweislich kann Lärm neben Herz-Kreislauferkrankungen zu weiteren gesundheit-lichen Schäden wie Stoffwechselüberlastungsschäden und Verminderung des Hörvermögens führen. Als häufigste Quelle für die Lärmentstehung wird der Strassenverkehr genannt. Danach folgt die Beeinflussung durch die Lärmarten Flugverkehr, Schienenverkehr und Industrie und Gewerbe. (SCHULZ W.F., BURSCHEL C. u.a. 2001, S. 209ff)

Genaue Ziele hinsichtlich der Verminderung bzw. Vermeidung von Lärm werden von der Bundesregierung nicht genannt. Mit dem Erlass der „Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA-Lärm)“ ist aber ein Instrument vorhanden, um die Auswirkungen auf den Menschen zu verringern. Inwieweit sich diese mit dem Konzept der Nachhaltigkeit verträgt konnte vom Autor nicht festgestellt werden.

2.3 Zusammenfassung

Seit der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung 1992 in Rio de Janeiro hat der Begriff „Nachhaltige Entwicklung“ (sustainable developement) immer mehr an Bedeutung gewonnen. Der ursprünglich aus der Forstwirtschaft stammende Begriff Nachhaltigkeit zielt auf eine dauerhafte Nutzbarkeit der natürlichen Ressourcen ab. (MARZ F, SEEBER G, STIPPROWEIT A (Hrsg.) 1998: S.37)

Folgende wesentliche Denkansätze beinhaltet das Nachhaltigkeitskonzept:

1. Den zukünftigen Generationen sind die Funktionsfähigkeit und Nutzbarkeit der natürlichen Lebensgrundlagen nachhaltig zu sichern. In diesem Zusammenhang ist die Belastung der Ökosysteme auf ein vernünftiges Level zu verringern. Das heisst, nicht unbegrenzt zur Verfügung stehende Ressourcen sind schonend zu behandeln oder durch Regenerative zu ersetzen. (MARZ F, SEEBER G, STIPPROWEIT A (Hrsg.) 1998: S.13)
2. Eine weltweit gerechtere Verteilung der Lebenschancen unter ökonomisch, sozialen und kulturellen Bedingungen. Ein Fünftel der Weltbevölkerung verbraucht noch immer etwa 80% der weltweiten Ressourcen. (MARZ F, SEEBER G, STIPPROWEIT A (Hrsg.) 1998: S.39)

Die Konsequenz dieser Einschätzung führte dazu, dass die Bundesregierung klare Handlungsvorgaben in ihre zukünftigen Politik einbaute.

Unter den Punkten 2.2.1 – 2.2.5 wurden die wesentlichen Umweltaspekte beschrieben und die dazugehörigen politischen Zielvorgaben genannt.

Tabelle 1 stellt die wichtigsten Ziele aus Sicht des BUND/MISEREOR zusammen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1: Ökologische Ziele ( vgl. BUND/MISEREOR (Hrsg.) 1996: S. 80)

3. Stadtwirtschaft GmbH Halle

3.1 Organisation und Stand im Unternehmen der Stadtwerke

Geschichtlich gesehen nahm die Stadtwirtschaft GmbH Halle im Jahre 1907 die ersten Tätigkeiten als Unternehmen mit der Gründung der „Stadtreinigung“ war. 1927 folgte dann die Gründung der städtischen Müllabfuhr. Diese beiden Sparten zählen auch heute noch zu den wichtigsten Geschäftsfeldern im Unternehmen. Seit 1991 besteht hier mit der Stadt Halle ein Konzessionsvertrag, der die Stadtwirtschaft GmbH Halle als kommunalen Entsorgungsbetrieb beauftragte, sämtliche Entsorgungs- und Stadtreinigungsaufgaben wahrzunehmen. (SGH 2001a, S.5)

Auf Grundlage dieses Vertrages in Verbindung mit der Abfallwirtschaftssatzung der Stadt Halle übernimmt die Stadtwirtschaft GmbH Halle die Entsorgung des gesamten Aufkommens an Haus- und Sperrmüll sowie an Bioabfall. Zusätzlich dazu entsorgt die Stadtwirtschaft GmbH Halle im Auftrag der Wertstofferfassung und –recycling GmbH das Aufkommen an Leichtverpackungen und Papier, Pappe und Kartonagen. Zusätzlich zum Entsorgungsgeschäft betätigt sich das Unternehmen auch an Stadtreinigungsaufgaben. (SGH 1998, S.7)

1993 wird das Unternehmen Tochterunternehmen der Stadtwerke Halle GmbH.

Abbildung 3 zeigt die Stellung der Stadtwirtschaft GmbH Halle im Mutterunternehmen Stadtwerke Halle GmbH als Teil der Sparte Entsorgung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Stadtwirtschaft GmbH Halle gliedert sich in zwei Geschäftsbereiche: dem kaufmännischen Bereich und dem technischen Bereich. Der kaufmännische Geschäftsbereich unterteilt sich in die einzelnen kaufmännischen Aufgaben des Unternehmens wie Vertrieb/Marketing, Finanzen, Rechnungswesen usw. .

Im technischen Geschäftsbereich sind die einzelnen Dienstleistungsbereiche des Unternehmens Behälterentsorgung, Reinigung, Entsorgungsdienste u.a. angesiedelt.

Abbildung 4 gibt einen übersichtlichen Blick über alle Bereiche und ihre Positionen im Unternehmen.

Alle Unternehmensbereiche sind durch einen einheitlichen Qualitäts- und Umweltstandard miteinander verbunden. Die Richtlinien dafür werden letztendlich in dem im Unternehmen bestehenden Qualitäts- und Umweltmanagementsystem festgelegt.

Das bestehende Qualitätsmanagementsystem beschreibt, wann, wie und mit welchen Mitteln die Realisierung der Dienstleistungen des Unternehmens erfolgen soll. Damit soll eine systematische und strukturierte Arbeitsweise vorgegeben werden, die mit der Motivation der Mitarbeiter durch die Übertragung von Verantwortung einhergeht. Ziel ist es, das Vertrauen der Kunden in die Fähigkeiten des Dienstleisters zu erhöhen, um erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen. (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Um bei allen Tätigkeiten die zur Erfüllung der Dienstleistungen notwendig sind negative Auswirkungen auf die Umwelt zu vermeiden, wurde ins Unternehmen ein Umweltmanagement nach EG-Öko-Audit integriert. Darin enthalten sind insbesondere Dienst-, Organisations- und Arbeitsanweisungen die als Richtlinien für die Mitarbeiter gelten. (SGH 2001a, S.4)

Das Unternehmen plant seine Umweltschutzaktivitäten durch die Definition von Umweltschutzzielen und der Aufstellung eines Umweltprogramms. Damit soll die Umweltpolitik des Unternehmens verwirklicht werden. Seit 1998 werden die Massnahmen und die Ergebnisse in einer Umwelterklärung festgehalten. (SGH 2001a, S.22)

Zur Weiterentwicklung des Umweltmanagementsystems wurden von der Geschäftsführung die Mitglieder des Beauftragtenwesens berufen. Unter dem Beauftragtenwesen werden die Verantwortlichkeiten für das Qualitätsmanagement, das Umweltmanagement, das Abfall- und Gefahrgutrecht, die Arbeitssicherheit, den Brand- und Datenschutz zusammengefasst. Eine wichtige Rolle dabei hat der Umweltbeauftragte. Er wurde von der Geschäftsführung eingesetzt, um bei allen relevanten Fragen welche die Umwelt betreffen tätig zu werden. Zur Einhaltung aller gesetzlichen Vorschriften und deren Überwachung wurde der Betriebsbeauftragte für Abfall und der Gefahrgutbeauftragte berufen. Die Mitglieder des Umweltausschusses treffen sich in regelmässigen Abständen um alle Fragen des Umweltschutzes zu erörtern und die Massnahmen zur Umsetzung des Umweltprogramms zu besprechen. (SGH 2001a, S.23)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Organigramm Stadtwirtschaft GmbH Halle (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

3.2 Leistungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle

Wie Anfangs beschrieben, nimmt die Stadtwirtschaft im Rahmen des Konzessionsvertrag Entsorgungs- und Reinigungsleistungen in der Stadt Halle war. Neben der Realisierung kommunaler Aufgaben betätigt sich das Unternehmen aber auch auf dem privatwirtschaftlichen Sektor.

Das gesamte Leistungsspektrum des Unternehmens lässt sich in die 3 Hauptgebiete Abfallentsorgung, Abfallbehandlung und Reinigung aufteilen. Zusätzlich dazu werden Beratung bei Fragen hinsichtlich Abfall sowie der Verkauf von abfallspezifischen Säcken angeboten. (SGH 2001a, S.20)

Die Gebiete Abfallentsorgung und Reinigung werden zum grössten Teil von kommunalen Aufgaben dominiert. Aber neben der Behälterentsorgung werden auch Privatpersonen und Gewerbetreibenden Möglichkeiten zur Entsorgung ihrer spezifischen Abfälle angeboten. Dazu können verschiedene Containergrössen aus dem Sortiment des Unternehmens geordert werden. Auch für die Reinigung von Privatwegen und -geländen ist es möglich, neben der städtischen Reinigung, diese Leistungen bei der Stadtwirtschaft abzurufen. (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Weitere Entsorgungsleistungen beinhalten die Sammlung von Altelektrogeräten. Diese werden im Anschluss an verschiedene Verwerter ausgeliefert, wo sie in ihre verschiedenen Komponenten zerlegt werden und diese dann einer Weiterverwertung bzw. Beseitigung zugeführt werden. (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Bei der Abfallbehandlung werden auf dem Gelände u.a. gesammelter bzw. von Bürgern der Stadt Halle angelieferter Sperrmüll nach den Wertstoffen Holz und Schrott sortiert. Das Holz wird im Nachgang gebrochen und an einen Verwerter geliefert. Gleiches gilt auch für Grünschnitt, welcher nach dem Brechen in einer Behandlungsanlage zu Kompost verarbeitet wird. (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Einen kompletten Überblick über alle angebotenen Leistungen gibt Abbildung 5.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Leistungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

3.3 Materieller Input der Stadtwirtschaft GmbH Halle

Im folgenden Abschnitt wird der Input betrachtet, der für die Realisierung der unternehmerischen Tätigkeit in Form von Maschinen, Material usw. benötigt wird.

Im Jahr 2001 wurden in der Auftragsannahme des Unternehmens ca. 31.000 privatwirtschaftliche Aufträge ausgelöst. (TORNACK 2002) Ein Beispiel hierfür wäre das Stellen eines Containers für die Entsorgung von spezifischen Abfällen. Zur Realisierung dieser Aufträge ist eine umfangreiche Betriebsausstattung vorhanden. Die Hauptlast der Auftragserfüllung wird dabei vom Fuhrpark des Unternehmens getragen. Dieser setzt sich aus verschiedenen Spezialfahrzeugen zusammen. In der folgenden Tabelle werden die Fahrzeuge benannt und quantifiziert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 2: Fahrzeugbestand (Stand 2001) (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Neben dem Fahrzeugbestand ist der Behälter- und Containerbestand ein weiterer wichtiger logistischer Bestandteil des Unternehmens. Tabelle 3 gibt eine Übersicht über den Bestand wieder.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 3: Sammel- und Transportbehältnisse (Stand 2001) (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Zur Gewährleistung der Einsatzbereitschaft der Fahrzeuge und Behälter sind die Bereiche Fahrzeugservice und Behälterservice im Unternehmen verantwortlich. Diese Bereiche sind in separaten Gebäuden auf dem Firmengelände untergebracht. Nebenher existieren allerdings noch eine Anzahl anderer Gebäude, welche in der Gesamtheit alle zur Aufgabenerfüllung des Unternehmens von Bedeutung sind. Eine Gesamtübersicht über alle vorhandenen Gebäude gibt die nächste Tabelle.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 4: Gebäudetypen (SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

Im Verwaltungsgebäude sowie im Technik- und Logistikgebäude werden alle Aktivitäten in und um die Stadtwirtschaft geplant, koordiniert und ausgewertet.

Abgesehen von diesen Gebäuden und denen, in denen sich die Servicebereiche befinden, befindet sich auf dem Gelände der Stadtwirtschaft GmbH Halle eine Behandlungsanlage, welche ein wichtiges Element zur unternehmerischen Leistungserbringung darstellt. In der Anlage wird Papier und Pappe nach drei Wertstoffklassen sortiert. Nach der Behandlung werden die gepressten Papierballen bis zur Auslieferung an die Abnehmer in den Lagerhallen aufbewahrt.

Die erst in diesem Jahr neu errichtete Schadstoffannahmestelle dient zur zeitlich begrenzten Lagerung von Schadstoffen. Das Gebäude erfüllt alle derzeit gesetzlichen Sicherheitsanforderungen, um den Austritt von schädlichen Emissionen zu verhindern und den sicheren Umgang mit den Stoffen zu gewährleisten. Angrenzend daran befindet sich das Gelände der Annahmestelle, an die die Bürger der Stadt Halle ihre Abfälle anliefern.

Die bisher noch nicht beschriebenen Gebäude dienen für Lager- bzw. Abstellzwecke und zur Unterstützung der logistischen Aufgabenerfüllung.

Alle Gebäude befinden sich auf dem ca. 65.000 m² grossen Betriebsgelände. Auf einem Grossteil dieser Fläche werden Tätigkeiten, die zum Aufgabengebiet der Abfallbehandlung zählen, durchgeführt. Andere Flächen dienen als Lager-, Park-, Strassen- und Grünflächen. Die Flächen können nach folgenden Eigenschaften in ihrer Oberflächenbeschaffenheit aufgeteilt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zum Betreiben von Fahrzeugen und Arbeitsmaschinen, zur Versorgung der Gebäude mit Elektro- und Wärmeenergie, zur Unterstützung der Planung und Verwaltung und zu anderen mit der betrieblichen Leistungserbringung verbundenen Aktivitäten sind eine Anzahl anderer materieller Dienstleistungen, in Form von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen und anderen Gütern notwendig. In Tabelle 5 wird der Versuch unternommen, diese zu erfassen und den wichtigsten Bedarfsstellen zuzuordnen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 5: Materieller Input in Form von Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen bzw. Gütern

(in Anlehnung an SGH 2001a: S. 27ff; SGH 2001b, ohne Seitenangabe)

3.4 Direkte und Indirekte Umweltbelastungen der Stadtwirtschaft GmbH Halle

Die umfangreiche Betriebsausstattung, die für die Erbringung der unternehmerischen Leistung von Nöten ist, geht mit einer Reihe von Auswirkungen auf die Umwelt einher. Diese können neben dem Verbrauch von Ressourcen, einen Ausstoss von Emissionen und die Entstehung von Abfall beinhalten.

So werden beispielsweise durch den Verbrauch von Gas für die Beheizung von Büroräumen, die Bereitstellung von Elektroenergie zum Betreiben elektrischer Geräte und Maschinen als auch den Einsatz von Kraftstoff für Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge Ressourcen verbraucht und dadurch Emissionen freigesetzt. Im Werkstattbereich entstehen problematische Abfälle in Form von Altöl, ölverschmutzten Betriebsmitteln und anderen werkstattspezifischen Schadstoffen. Im Verwaltungs-bereich hingegen sind es typische Büroabfälle aber auch ausgediente Büromöbel, alte Rechner und anderer Elektronikgeräte.

Aber nicht immer ist das Unternehmen Hauptverursacher dieser Umweltauswirkungen. Auch Umweltleistungen von Auftragnehmern, Unterauftragnehmern oder Lieferanten können dem Unternehmen als Umweltauswirkungen angerechnet werden. Zur Unterscheidung dieses Sachverhaltes wurde in der Verordnung (EG) Nr. 761/2001 die Einteilung in direkte und indirekte Umweltaspekt des Unternehmens vorgenommen und näher beschrieben.

Direkte Umweltaspekte: „Diese betreffen die Tätigkeiten der Organisation, deren Ablauf sie kontrolliert, und können sich unter anderem auf Folgendes erstrecken“:

a) Emissionen in die Atmosphäre,
b) Einleitungen und Ableitungen in Gewässer,
c) Vermeidung, Verwertung, Wiederverwendung, Verbringung und Entsorgung von festen und anderen Abfällen, insbesondere gefährlichen Abfällen,
d) Nutzung und Verunreinigung von Böden,
e) Nutzung von natürlichen Ressourcen und Rohstoffen (einschließlich Energie)
f) Lokale Phänomene (Lärm, Erschütterungen, Gerüche, Staub, ästhetische Beeinträchtigungen usw.),
g) Verkehr (sowohl im Hinblick auf Waren und Dienstleistungen als auch auf die Arbeitnehmer),
h) Gefahren von Umweltunfällen und von Umweltauswirkungen, die sich aus Vorfällen, Unfällen und potenziellen Notfallsituationen ergeben oder ergeben können,
i) Auswirkungen auf die Biodiversität.

(vgl.: EMAS II: Verordnung (EG) Nr. 761/2001 , Anhang VI Absatz 6.2.)

Indirekte Umweltaspekte: „Tätigkeiten, Produkte und Dienstleitungen einer Organisation können auch zu wesentlichen Umweltauswirkungen führen, die die Organisation unter Umständen nicht in vollem Umfang kontrollieren kann.“

Diese können sich unter anderem auf Folgendes erstrecken:

a) produktbezogene Auswirkungen (Design, Entwicklung, Verpackung, Transport, Verwendung und Wiederverwertung/Entsorgung von Abfall)

[...]

g) Umweltleistungen und Umweltverhalten von Auftragnehmern, Unter-auftragnehmern und Lieferanten.

(EMAS II: Verordnung (EG) Nr. 761/2001 , Anhang VI Absatz 6.3.)

In Tabelle 6 werden bestimmten Umweltaspekten Umweltbelastungen zugeordnet, die durch die ganz normale unternehmerische Tätigkeit direkt und indirekt verursacht werden. Als Grundlage dafür dienen die im Punkt 2.2 genannten Umweltaspekte, welche hier noch erweitert werden.

Zweck dieser Betrachtung ist, neben der Erfassung aller relevanten direkten und indirekten Umweltauswirkungen des Betriebes, als Ergebnis eine Grundlage für die Verbesserung des Umweltprogramms im vierten Teil der Arbeit zu erhalten.

[...]


[1] Angela Merkel, ehemalige Bundesumweltministerin und derzeitige Parteivorsitzende der CDU, stufte die Thematik Nachhaltigkeit in der zukünftigen Politik durch folgende Aussage ein: „Die Nachhaltigkeit, um die es ja insgesamt geht, Soziales, Ökologie und Ökonomie zusammenzubringen, das ist vielleicht eine der spannensten Aufgaben des 21.Jahrhunderts.“ (Aussage Angela Merkel zum Punkt „Anteil des Menschen an dem Klimawandel“ am 18.08.2002, 22:00 ARD)

Details

Seiten
71
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638166201
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v10078
Institution / Hochschule
Hochschule Merseburg – FB Umweltmanagement
Note
1,7
Schlagworte
Weiterentwicklung Umweltprogramms Ziele Entwicklung

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Titel: Weiterentwicklung eines Umweltprogramms hinsichtlich der Ziele einer nachhaltigen Entwicklung.