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Vergleich der Gestaltung des Motivs Frau bei Macke und bei Renoir

Facharbeit (Schule) 2001 9 Seiten

Kunst - Malerei

Leseprobe

GLIEDERUNG

1.Klärung der Kunststile
1.1. Der Impressionismus
1.2. Der Expressionismus

2. Auguste Renoir - Vertreter des Impressionismus
2.1. Leben
2.2. Werke

3. August Macke - Vertreter des Expressionismus
3.1. Leben
3.2. Werke

4. Der Vergleich des Motivs „Frau“
4.1. Darstellung der Frau bei Auguste Renoir
4.2. Darstellung der Frau bei August Macke
4.3. Zusammenfassung

1. Klärung der Kunststile

1.1. Der Impressionismus

Im späten 19. Jahrhundert entstand in Frankreich eine Gegenreaktion zur akademischen Malerei: Der Impressionismus. Mit seiner Konzeption des „l’art pour l’art“ (Kunst um der Kunst willen) begründete der Impressionismus die ästhetische Moderne.

Die impressionistischen Maler zogen es vor, in der freien Natur statt im Atelier zu malen. Sie wählten Landschaften und alltägliche Straßenszenen als Thema. Im Mittelpunkt stand die Wiedergabe der natürlichen Lichtwirkungen, wobei die Maler den persönlichen Eindruck des Augenblicks festzuhalten suchten. Zu den bedeutendsten Impressionisten gehörten Edgar Degas, Claude Monet, Berthe Morisot, Camille Pissarro, Pierre Auguste Renoir und Alfred Sisley. Die Konzentration auf die Lichtwirkung führte dazu, dass die Impressionisten die Umrissformen der Objekte gezielt verwischten. Auch stellten sie erstmals die Farbigkeit von Schatten heraus. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau sowie deren Komplementärfarben Grün, Lila und Orange wurden mit kurzen Pinselstrichen nebeneinander gesetzt, so dass sich der Bildeindruck erst bei angemessener Betrachtungsentfernung ergab. Durch die Kontrastierung einer Primärfarbe (etwa Rot) mit ihrer Komplementärfarbe (etwa Grün) entstand der spezifisch „flirrende“ Charakter impressionistischer Gemälde. Auf diese Weise erreichten die Impressionisten eine größere Leuchtkraft der Farben und eine höhere Brillanz als bei einer Vermischung der Farben vor ihrem Auftrag auf die Leinwand.

1.2. Der Expressionismus

Der Expressionismus ist ein in jeder Hinsicht vielschichtiger und kaum präzise zu definierender Begriff.

Auch war für viele Künstler der Expressionismus nur eine zeitlich begrenzte und vielfach kurze Phase innerhalb ihrer gesamten künstlerischen Entwicklung. Obgleich die Bedeutung und der Einfluss des Expressionismus auf dem Gebiet der bildenden Kunst am stärksten ausgeprägt ist, findet sich der Ausdruck dieser Kunstrichtung ebenso in der Literatur, in Schauspiel, Bühnenbild und Tanz, im Film und in der Architektur wieder.

Das Gründungsjahr der Künstlergemeinschaft „Brücke“ 1905 in Dresden und das Ende der revolutionären Nachkriegsunruhen um 1920 werden allgemein als Eckpfeil für Beginn und Ende der expressionistischen Bewegung in Deutschland genannt. Dabei bedeutet dies keineswegs, dass nach 1920 nicht mehr expressionistisch gemalt, geschrieben oder gebaut wurde. Mit dem Zeitraum von 1905 bis 1920 sind also lediglich jene Jahre gemeint, in denen die politischen Ereignisse und das gesellschaftliche Klima im expressionistischen Stil ihren entsprechenden künstlerischen Ausdruck fanden.

Es kann allerdings nicht von einem einheitlichen, von typischen Merkmalen bestimmten expressionistischen Stil die Rede sein. Der Expressionismus erweist sich eher als der Ausdruck des Lebensgefühls einer jungen Generation, die sich lediglich in der Ablehnung herrschender gesellschaftlicher und politischer Strukturen einig war. Mit der einfachen, kreatürlichen und allein vom Rhythmus der Natur vorgegebenen Lebensgemeinschaft entwarfen die Expressionisten eine Gegenwelt zu der Gesellschaft, die vom industrialisierten Arbeitsprozess und dem wilhelminischen System beeinflusst war.

Dabei ging es für sie bei dieser Auseinandersetzung fast immer auch um die persönliche Selbstbestimmung bzw. Befreiung.

Das Ereignis des Ersten Weltkriegs wurde für die expressionistische Bewegung zu einem einschneidenden Erlebnis. Dem in ganz Deutschland mit nationaler Begeisterung begrüßten Krieg stimmten sie zu, da die alte, als bedrückend empfundene Ordnung zerstört und aus ihren Trümmern eine bessere Gesellschaft errichtet werden sollte. Als kämpfende Soldaten im Felde suchten sie das große Gemeinschaftserlebnis einer Jugend.

Max Beckmann, Kirchner, Heckel, Macke, Marc, Kokoschka, Dix und viele andere meldeten sich als Freiwillige. Damit verbanden sie auch die Hoffnung, neue und unverbrauchte Eindrücke für ihre Malerei zu finden.

Nur wenig expressionistische Künstlern stimmten nicht in die allgemeine Kriegsbegeisterung mit ein. Zu ihnen gehörten Max Pechstein, George Grosz, Ludwig Meidner und Conrad Felixmüller.

Je länger sich der Stellungskrieg jedoch hinzog, desto mehr änderte sich bei den anderen Künstlern die Einstellung: Die Malerei von Dix wandelte sich zu einer Anklage von Militarismus und Bürgertum. Kirchner, Beckmann und Kokoschka ertrugen die Gräuel des Grabenkrieges nicht, brachen physisch und psychisch zusammen und wurden in die Heimat entlassen.

Viele andere unter den noch jungen Expressionisten - Marc, Macke oder Wilhelm Morgner - fielen im Feld.

2.Auguste Renoir

2.1.Leben

Pierre Auguste Renoir kam am 25. Februar 1841 in Frankreich, in Limoges, zur Welt. Sein Vater Léonard, ein Maßschneider, war damals einundvierzig Jahre und seine Mutter Marguerite, geborene Merlet, war dreiunddreißig. Auguste war das vorletzte von fünf Kindern. Wie jedes Kind in diesem Alter malte Auguste schon ein wenig und aus Neugierde ging er regelmäßig in den Louvre. Seine Laufbahn begann er mit dreizehn Jahren in einer Porzellanfabrik, in der er vier Jahre lang arbeitete. Seine Aufgabe war es, kleine Blumensträuße auf Porzellanteller zu malen. Es ergab sich, dass Auguste Renoir eine neue Anstellung bei einem Fabrikanten fand, der sich auf die Herstellung von Vorhängen spezialisiert hatte. Renoir war sehr gewandt und arbeitete ungeheuer flink, so dass er bei dieser Beschäftigung genug verdiente, um sogar etwas Geld beiseite legen zu können. Damit wollte er sich von dem biederen Handwerk verabschieden und erneut in eine Lehre gehen. Im Jahr 1862 trat Renoir in das Atelier Gleyre ein, wo er Bekanntschaft mit Claude Monet, Alfred Sisley und Frédéric Bazille machte. Renoir, Monet, Sisley und Bazille waren unzertrennlich geworden und besuchten gemeinsam den Salon des Refusés, der sie lehrte, den Akademismus abzulehnen und sich der Natur und dem Natürlichen zuzuwenden. Die finanziellen Probleme waren jedoch stets Wegbegleiter Renoirs. Es war beachtlich, dass er, vom materiellen Standpunkt gesehen, überhaupt existieren konnte. Als 1870 der deutsch-französische Krieg ausbrach und Renoir seine Einberufung erhielt, reiste er nach Bordeaux ab. Er wurde dem 10. Reitenden Jägerregiment zugeteilt und in Tarbes kaserniert. Es gelang ihm jedoch bei seinem Rittmeister und dessen Frau, deren Porträt er malte, Sympathie zu erwecken. Somit konnte er in die Hauptstadt zurückkehren. Renoir begann, sich für die menschliche Gestalt zu interessieren. In seinen Ausschnitten aus der Natur verlor er nie den Menschen aus den Augen. Von Anfang an war Renoir der am wenigsten impressionistische der Impressionisten. Die Aufteilung der Töne und die gleichzeitige Kontrastierung der Farben war bei ihm keine Entscheidung, die er fällte, sondern pure Spielerei.

1879 unternahm er mit Lestringuez seine erste Reise nach Algerien, wohin ihn zweifellos die alte Bindung an Delacroix zog. Renoir kehrte zu seinem Lieblingsthema zurück, dem Mädchen aus dem Volke, anstatt sich dem Porträtieren von Damen der großen Welt zu widmen.

Nach seiner Hochzeit mit 20 Jahre jüngeren Aline Charigot im Jahr 1881 reiste Renoir nach Guernsey, dann nach Italien und kehrte 1882 zurück. Sein erster Sohn, Pierre, wurde 1885 geboren. Seitdem entdeckte Auguste Renoir die Kunst neu und widmete sich der Darstellung seiner Familie. Er zeichnete mit rührender Unbeholfenheit und schränkte seinen Horizont zunehmend auf häusliche Bezirke ein.

Bei den letzten Ausstellungen der Impressionisten fehlte er. Sodann reiste Renoir mit Gallimard nach Spanien. 1888 malte er mit Cézanne und die ersten Anzeichen des Rheumatismus machten sich bemerkbar. 1893 kam sein zweiter Sohn, Jean, zur Welt. Im Jahr 1894 lernte Auguste Renoir Vollard kennen und hatte im selben Jahr den ersten schweren Anfall von Rheumatismus. 1896 starb Renoirs Mutter, was ihn sehr mitnahm. 1901 erblickte Claude Renoir das Licht der Welt. Auguste Renoir verewigte ihn mit dem Bild Coco, was gleichzeitig der Spitzname des jüngsten Sohnes war. Von 1910 an konnte Renoir sich nur noch mit Hilfe von Krücken fortbewegen. 1912 versagten seine Arme und Beine ihren Dienst, doch seine Heiterkeit blieb ungetrübt. Er arbeitete mit dem Pinsel zwischen den einzigen beiden Fingern, die er noch einigermaßen bewegen konnte: dem Daumen und dem Zeigefinger.

Seine Frau starb 1914. Renoir überlebte sie nicht lange, denn sein Gesundheitszustand verschlechterte sich zunehmend. Er musste von seinem Rollstuhl ins Bett gehoben werden. Gegen Ende des Jahres 1918 besuchte er den Louvre ein letztes Mal. Am 30. November malte er noch ein kleines Stillleben und am 3. Dezember, um zwei Uhr früh, verschied er.

Renoir liegt in Essoyes neben seiner Frau begraben.

2.2. Werke

„Lise mit Sonnenschirm“ , 1867 „Frau aus Algier“ , 1870 „Die Loge“ , 1874

„Bal du moulin de la Galette“ , 1876 „La balancoire“ , 1876

„Madame Charpentier und ihre Kinder“ , 1878 „Das Frühstück der Ruderer“ , 1881 „La danse à la ville“ , 1883

„Die großen Badenden“ , 1884-1887 „Filles“ , 1890

„Ruhe nach dem Bad“ , 1918/19

3. August Macke

3.1. Leben

August Macke wurde am 3. Januar 1887 im sauerländischen Meschede an der Ruhr geboren. Gleich nach seiner Geburt zog seine Familie nach Köln um. Von 1893 bis 1904 ging er zur Schule in Köln und Bonn. Mit Ausnahme des Kunstunterrichts interessierte sich August recht wenig für die Schule.

Es zeigte sich schon früh sein künstlerisches Talent. Er verließ 1904, gegen den Willen seiner Eltern, das Gymnasium vorzeitig und trat in die königliche Kunstakademie in Düsseldorf ein. Doch bald wurden seine Erwartungen bald enttäuscht und so wechselte er 1905 zur Kunstgewerbeschule, wo er bei Fritz Helmut Ehmcke arbeitete und von seinem Unterricht sehr begeistert war. Noch im selben Jahr lernt er die Intendantin des Schauspielhauses, Louise Dumont, kennen. Sie erkannte sein Talent und veranlasste ihn dazu, Bühnenbilder und Kostüme zu entwerfen. Er bekam Aufträge für die Dekorationen und Kostüme zu Shakespeares „Macbeth“ und Büchners „Leonce und Lena“.

Dank der Unterstützung durch Bernhard Koehler besuchte August Macke 1907 zum ersten Mal Paris, welches ihn schon lange stark anzog. Dort machte er erstmals Bekanntschaft mit der Malerei des Impressionismus. Von 1907 bis 1908 besuchte er Lovis Corinths Malschule in Berlin, erneut dank der finanziellen Unterstützung von Bernhard Koehler.

Am 1. Oktober 1908 wird Macke als Einjährig-Freiwilliger zum Militärdienst in Bonn eingezogen. Ein Jahr später kam die Heirat mit seiner Jugendfreundin Elisabeth Gerhardt und die Hochzeitsreise in die Schweiz und nach Paris. Nachdem sie zurückgekehrt waren, siedelte Familie Macke für ein Jahr an den Tegernsee über, was sich als äußerst produktiv erwies. Innerhalb eines Jahres entstanden ca. 200 Bilder. Am 13. April 1910 wurde Walter, der erste Sohn von August Macke, geboren. Eine Matisse-Ausstellung im selben Jahr beeindruckte den Künstler sehr und veranlasste ihn, die reinen Farben noch flächiger einzusetzen und auf zusätzliche Schattierungen sowie Abgrenzungen zu verzichten. Durch Franz Marc knüpfte Macke Kontakte zur „Neuen Künstlervereinigung München“, wo er unter anderem Wassily Kandinsky, Alexej Jawelensky und Gabriele Münter kennenlernte. Animiert durch Franz Marc, beteiligte sich August Macke an der Ausstellung des Blauen Reiters in München und verfasste außerdem einen Artikel für den Almanach der Künstlergemeinschaft.

1912 war er mit der Sonderbundausstellung in Köln beschäftigt, die eine erste umfassende Darstellung der neuen europäischen Kunst darbot. Ende des Jahres fuhr Macke zusammen mit dem Ehepaar Marc nach Paris, um unter anderem Robert Delaunay zu besuchen. Am 8. Februar 1913 wurde der zweite Sohn, Wolfgang, geboren. Im selben Jahr zog er mit seiner Familie nach Hilterfingen am Thuner See in der Schweiz. Dort lernte August Macke Louis Moilliet und Paul Klee kennen, woraus sich eine enge Freundschaft entwickelte. Zusammen unternahmen die drei Maler im April 1914 eine Studienreise nach Tunesien, welche im Ganzen 38 Aquarelle und zahlreiche Zeichnungen ergab. Anfang Juni 1914 zog August Macke mit seiner Familie zurück nach Bonn.

Als der erste Weltkrieg am 4. August ausbricht, wurde Macke zum Militärdienst eingezogen. Er fiel schließlich im Alter von 27 Jahren am 26. September 1914 an der Westfront, bei Perthe-les-Hurlus, in der Champagne.

3.2. Werke

„Rheinbrücke am Abend“ , 1906 „Porträt mit Äpfeln“ , 1909 „Indianer auf Pferden“ , 1911 „Kinder im Garten“ , 1912

„Großer Zoologischer Garten“ , 1913 „Das Modegeschäft“ , 1913

„Dame in grüner Jacke“ , 1913 „Türkisches Cafe I“ , 1914 „Türkisches Cafe II“ , 1914

4. Der Vergleich des Motivs „Frau“

4.1. Darstellung der Frau bei Auguste Renoir

Inhalt: Auguste Renoir war ein Maler der Lebensfreude, Sinnlichkeit und des unbeschwerten Seins. Er bevorzugte, im Gegensatz zu seinen Zeitgenossen, Porträts oder Figurenkompositionen. Seine Bewunderung für das Weibliche ist unverkennbar.

Komposition/ In seinen Werken stellt er die Frauen sehr bewegt dar, wodurch Bewegung: sie natürlich und lebendig wirken. Ab 1883 wendete sich der Künstler einer Malweise mit festen Strukturen und vereinfachter Komposition zu. Auguste Renoir bemühte sich, alles mit seiner Vorstellung vom Menschen in Einklang zu bringen. Zusammen mit seiner Liebe zum Stofflichen, seinem Gespür für das Räumliche sowie seiner großzügigen Darstellungsweise gelang es ihm so, seine Werke der Wirklichkeit sehr nah werden zu lassen. Der Betrachter scheint das pulsierende Leben des Bildes zu spüren.

Farbgestaltung: Durch die Verwendung von hellen und warmen Farben wirken Renoirs Bilder heiter und gefühlvoll. Das Bild Badende auf einem Felsen (S. 19) beispielsweise ist von warmen Rottönen ergriffen und bei dem PortrÄt Madame Henriot (S. 18) wurden wiederum zarte Rosétöne verwendet. Beide Werke drücken auf diese Weise sehr viel Gefühl aus. Die Farbwahl beruht auf der Ablehnung Renoirs Dunkelheit, Unheil oder Hässlichkeit in seinen Bildern darzustellen. In seiner, wie Renoir selbst zu sagen pflegte, „trockenen Periode“ beschränkte er seine Farbpalette auf Erdtöne und Kobaltblau. Ein Meisterwerk aus dieser Zeit ist zweifellos Die groß en Badenden.

Form: Aufgrund seiner früheren Tätigkeit als Porzellanmaler achtete Auguste Renoir auf klare und feine Züge. Er betont sehr die Körperkonturen, um deutlich die schönen Seiten der Frau aufzuzeigen. Sein Anliegen war stets, bei den Frauen dieselbe Darstellungsweise anzuwenden, wie bei den Früchten. Aus diesem Grund besitzen seine Frauenkörper eine rosig glänzende Haut, feste Brüste sowie relativ kleine runde Gesichter mit Stupsnase und mandelförmigen Augen. Durch die zarten Pinselstriche, die typisch für diese Stilrichtung sind, schaffte Renoir weiche Formen.

Technik/Material: Bei einigen Bildern vermischte er die Farben mit ein wenig Öl, um sie so glatt und durchsichtig erscheinen zu lassen. Eine Trennung der einzelnen Farbflecken sollte, so sagte er selbst, bewirken, „dass der Laie sich einbildet, an der Arbeit des Künstlers teilzuhaben, was wiederum dessen Meisterschaft größer erscheinen lässt“. Aber auch den Aquarelle widmete er sich. Seine Technik war weder streng noch verächtlich. Auguste Renoir war ein viel zu sensibler und lebhafter Künstler, als dass er sich hätte einer eisernen Disziplin unterwerfen können. Er bevorzugte eine geheimnisvolle Leuchtkraft, anstelle der natürlichen Beleuchtung.

4.2. Darstellung der Frau bei August Macke

Inhalt: August Macke verstand seine Bilder als „visuelle Poesie“.

Seine Werke strahlen Lebensfreude aus und zeigen eine Welt voll Harmonie und vom Licht der Farbe umhüllt. Bevorzugt malte er das Alltägliche aus seiner näheren Umgebung, in die stets der Mensch integriert war. Vor allem Frauen, die sich in engen langen Kleidern in sonnigen Parklandschaften, am See oder in der Stadt vor Schaufenstern aufhielten, wurden zu Mackes Lieblingsmotiven. Akte oder Porträts sah man eher selten von August Macke. Seine Figuren waren stets elegant gekleidet.

Komposition/ Was Macke von seinen Zeitgenossen abgrenzte war, dass er Bewegung: in seinen Bilder nicht nach dem Abstrakten strebte, sondern sich „auf die direkte Beobachtung der Natur in ihrem lichterfüllten Wesen“ beschränkte. Die Frauen wirken, als würden sie einen Augenblick wie reglos mitten im Ablauf ihrer Bewegung verharren. Es gelang dem Künstler, in Bildern wie Dame in grüner Jacke (S. 20) kubische und orphistische Elemente in seinem Bildaufbau in Einklang zu bringen. Die Perspektive blieb in seinen Bildern jedoch oft unbeachtet; nur vereinzelt ist eine Räumlichkeit zu spüren. Als Format wählte der Künstler häufig das Quadrat, welches die größte Harmonie ausdrückt.

Farbgestaltung: Die Farbe bestimmte stets den Aufbau seiner Bilder. Er verzichtete auf Hell-Dunkel-Effekte und Schatten und erzielte stattdessen die räumliche Tiefenwirkung durch die „Energie der Farbe“. Durch das Nebeneinandersetzen reiner Farben, gelang es August Macke, Licht und Atmosphäre eines Motivs darzustellen. Vor allem bei seinen Aquarellen, die zahlreich nach seiner Tunesienreise entstanden, lässt sich ein einheitliches Zusammenspiel der Farben erkennen und das Licht wird zum eigenwertigen Medium der Kunst. Der Maler konzentrierte sich allerdings nie nur auf eine Farbe, sondern brachte stets fast alle Farben in seinen Werken unter, wie zum Beispiel beim Hutladen von Milliner (S. 21). Dennoch überragen die warmen Farben, wodurch das Bild und seine Motive kräftig und zugleich freundlich wirken.

Form: August Macke versuchte, „die Verwandlung des Sichtbaren in ein lyrisches Gesamtbild farbiger Formen“ darzustellen, wobei sowohl der Mensch, als auch Gegenstände von weichen Formen umzogen sind. Bestimmte Details, wie zum Beispiel die Gesichtszüge oder Körperkonturen der Frauen, ließ der Künstler dabei weg und zeigte stattdessen die weiblichen Motive auf sehr flächenhafte Art und Weise. Jedoch waren seine Motive, auch ohne Schattierungen oder Detailmodellierungen der Formen, stets erkennbar. Die Ruhe und Ausgeglichenheit seiner Bilder geht hauptsächlich von der klaren Formsprache aus, die August Macke häufig anwendete. In seinem Werk Vor dem Hutladen (S. 21) wird deutlich, dass die Frauen, aber auch jegliche Gegenstände zu Ornamenten einer Fläche werden.

Technik/Material: August Macke verwendete hauptsächlich Ölfarben, bei denen er dieselbe Technik anwand, wie bei seinen Aquarellen. Das bedeutet, dass er die Farben nur leicht hinstrich und so die Harmonie erzeugte, die sehr typisch für seine Bilder ist.

4.3. Zusammenfassung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

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Seiten
9
Jahr
2001
Dateigröße
384 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100621
Note
14 Punkte
Schlagworte
Vergleich Gestaltung Motivs Frau Macke Renoir

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Titel: Vergleich der Gestaltung des Motivs Frau bei Macke und bei Renoir