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Die Weimarer Republik - Übersicht

von Maren Wenderholm (Autor) Karim Rammo (Autor)

Referat / Aufsatz (Schule) 1999 13 Seiten

Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe

Die Weimarer Republik

Die Novemberrevolution von 1918

Im Herbst 1918 hatte Deutschland den 1. Weltkrieg verloren, sodass die deutsche Reichsregierung am 4. Oktober 1918 um Waffelnstillstand bat. Diese Tatsache hinderte die Marineoffiziere der Hochseeflotte jedoch nicht, von ihren Matrosen noch einen ,,ruhmreichen", letzten Kampf zu fordern. Aber die Seemänner weigerten sich, ihr Leben für einen schon verlorenen Krieg zu opfern. Deshalb hissten die Kieler Matrosen am 3. November 1918 die roten Fahnen der Revolution über den Kriegsschiffen und markierten damit den Beginn der Novemberrevolution von 1918, die schnell das ganze Land ergriff. In den Folgenden Tagen kam es überall zu vielen Demonstrationen und Kundgebungen, auf denen das Volk forderte: ,,Nieder mit der Monarchie!" und ,,Wir wollen Demokratie!". Diese riesigen Massenaufläufe des Volkes bewirkten, dass am 9. November 1918 der letzte Kanzler des Kaiserreichs (Prinz Max von Baden) eigenmächtig die Abdankung Kaiser Wilhelm II. verkündete.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits zwei wichtige Entscheidungen gefallen:

1. Schon im Oktober 1918 wurde die Verfassung dahingehend geändert, dass von diesem Zeitpunkt an die Regierung vom Vertrauen des Reichstages abhängig war. Das Parlament konnte damit den Reichskanzler stürzen und auch über Krieg und Frieden mitbestimmen.

2. Der letzte Reichskanzler, Prinz Max von Baden, übergab sein Amt am Morgen des 9. November an den Vorsitzenden der stärksten Partei (SPD) im Parlament, dem Sozialdemokraten Friedrich Ebert.

Weil diese Maßnahmen jedoch nicht durch das Volk, sondern in den Reihen der regierenden Parteien getroffen und durchgesetzt worden waren, wird dieser Wandel auch als eine ,,Revolution von oben" bezeichnet.

Wie aber stand das Volk auf der Straße dazu? Aus den Reden und Forderungen der Demonstrationen gingen eindeutig zwei Strömungen hervor. Die eine Gruppe, die Anhänger der SPD, wollten eine parlamentarische Demokratie. Die andere, Anhänger der USPD und des Spartakusbundes, wollten eine Räterepublik nach dem russischen Vorbild. Die Diskussionen darüber, welches System nun verwirklicht werden sollte, wurde sehr leidenschaftlich geführt und drohte immer wieder in gewalttätige Auseinandersetzungen auf den Straßen umzuschlagen.

Die Gründung der Republik

Gegen Mittag des 9. November 1918 strömten tausende Menschen in Berlin vor den Reichstag und das Berliner Stadtschloss. Es hatte sich herumgesprochen, das Karl Liebknecht, der Führer des Spartakusbundes, eine sozialistische Republik ausrufen wollte. Den SPD-Abgeordneten des Reichstages ging das allerdings zu weit. Deshalb drängten Parteimitglieder der SPD beim Mittagessen im Reichstag Philipp Scheidemann eine Gegenrede zu halten.

So kam es, dass Scheidemann gegen 14:00 Uhr eine Ansprache vor dem Reichstag hielt, die mit den Worten endete: ,,Es lebe das Neue! Es lebe die Republik!" Mit dieser Ausrufung der Republik war die Entscheidung gegen eine Räterepublik gefallen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Dennoch hielt Karl Liebknecht zwei stunden später, etwa 16:00 Uhr, ,,seine" Rede vorm Stadtschloss, in der er die Räterepublik ausrief. Allerdings hatte er damit keinen Erfolg!

(Wartende Menge vor dem Reichstag am 9. November 1918)

Entscheidung für die parlamentarische Demokratie

Die Situation im ganzen Land, aber besonders in Berlin, war schwierig und spannungsgeladen. Es war keineswegs sicher, dass es nicht doch noch zu einem Bürgerkrieg unter den Anhängern der verschiedenen Regierungsformen kommen würde. Deshalb musste schnell gehandelt werden. Der SPD-Mann Friedrich Ebert bildete bereits am 10. November mit Vertretern der USPD eine vorläufige Regierung.

Die entgültige Entscheidung für eine parlamentarische Demokratie viel dann zwischen dem 16. und 21. Dezember in Berlin. Sowohl die SPD-Führung um Ebert als auch die Arbeiter- und Soldatenräte, die sich gebildet hatten, haben sich nach langen Diskussionen dazu durchgerungen.

Nun musste als nächstes eine Nationalversammlung gewählt werden, die dann eine Verfassung für die neue Republik erarbeiten sollte. Viele Wahlplakate riefen das Volk zur Wahl der Nationalversammlung auf. Nur die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD), die am 31.12.1918 aus dem Spartakusbund hervorging, war dagegen. Sie riefen in ihren Plakaten zum Wahlboykott auf und stellten sich als Partei auch nicht zur Wahl in die Nationalversammlung.

Die Weimarer Nationalversammlung

Die Nationalversammlung wurde dann am 19. Januar 1919 gewählt. Sie ergab einen eindrucksvollen Sieg derjenigen Parteinen, die sich eindeutig zur neuen Republik bekannten. Die Wahl zeigte, dass die Mehrheit des Volkes bereit war, den Weg einer demokratischen Neuordnung zu gehen.

Die wichtigsten Parteien und ihre Hauptinteressen zu diesem Zeitpunkt waren:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Von 36.766.000 wahlberechtigten Bürgern haben 30.524.000 gewählt, das ist eine sehr hohe Wahlbeteiligung von 83%.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Das Stärkeverhältnis der Stimmen für die einzelnen Parteien stellte sich so dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Aufgrund der oben dargestellten Parteiprogrammpunkte (siehe Tabelle) waren nur SPD, DDP und das Zentrum zu einer tragfähigen Zusammenarbeit (Koalition) fähig. Die Sitzverteilung und die Koalition des Parlamentes stellte sich folgendermaßen dar:

Die Weimarer Verfassung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die Nationalversammlung wählte am 11. Februar 1919 Friedrich Ebert zum Reichspräsidenten. Nach langen Diskussionen wurde am 11. August 1919 die zuvor erarbeitete Verfassung in Kraft gesetzt. Sie enthielt die Regelung der Gewaltenteilung, die unten im Schaubild dargestellt ist. Diese neue Ordnung erlaubte auch dem Volk, durch Volksbegehren, in die Gesetzgebung einzugreifen.

Weitere, sehr wichtige Rechte, die dazu kamen, waren:

- Der Schutz der Jugend.
- Die Gleichberechtigung der Frauen.
- Das Recht auf Unterhaltszahlung bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit.
- Anerkennung der Gewerkschaften als Tarifpartner.

Die Verfassung ermöglichte allen, auch den kleinsten Parteien, an der Gestaltung der Politik mitzuarbeiten. In den 14 Jahren der Weimarer Republik wechselte die Regierungszusammensetzung 23 mal. Das hing mit dem Artikel 25 der Verfassung zusammen, die dem Reichspräsidenten die Möglichkeiten gab, den Reichstag aufzulösen. Von dieser Möglichkeit wurde durch die politischen Auseinandersetzungen oft gebrauch gemacht.

Die Umsturzversuche

Schon am Anfang der Weimarer Republik erhoben sich ihre Gegner und versuchten die junge Demokratie zum Teil mit Gewalt rückgängig zu machen.

Auf der einen Seite standen die Kaiserreichanhänger und die politisch rechtsextremen Anhänger eines ,,Führerstaates". Sie wollten sich mit einem verlorenen Krieg nicht abfinden und sprachen vom ,,Verrat der Heimat an einem unbesiegten Feldheer". In ihren Augen waren die ,,feigen Demokraten" (das Parlament) und ihr Waffenstillstandsangebot am verlorenen Krieg schuld. Mit dieser Kapitulation der Regierung ist sie dem kaiserlichen Heer in den Rücken gefallen. Dadurch wurde dem Heer ein ,,Dolchstoß" versetzt, ohne den der Krieg nicht verloren gewesen wäre. Damit war die ,,Dolchstoßlegende" geboren! Auf der anderen Seite arbeiteten diejenigen am Sturz der Demokratie, denen die Revolution von 1918 noch nicht weit genug ging. Das war die politische Linke, die sich von der SPD abgespalten hatten und die KPD hervorbrachten. Sie erhoben sich bereits im Januar 1919, um die Nationalversammlung zu verhindern. Der sogenannte ,,Spartakusaufstand" dieser Tage wurde jedoch im Auftrag der Regierung mit Hilfe von Waffengewalt und rechter Freikorps niedergeschlagen. Dabei Ermordeten Angehörige der Freikorps die Kommunisten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht (15.01.1919). Das verbitterte viele Arbeiter, auch solche die keine Kommunisten waren. Aufstände in Mitteldeutschland und im Ruhrgebiet waren die Folge.

Schwere Unruhen gab es auch im März 1919 bei einem Generalstreik in Berlin, der von Regierungstruppen niedergeschlagen wurde und 1200 Tote forderte.

Im März 1920 versuchten kaisertreue Offiziere und Beamte die Regierung zu stürzen. Dieser rechtsradikale Umsturzversuch, der von Wolfgang Kapp angeführt wurde (deshalb ,,KappPutsch"), wurde von der Reichswehr geduldet, sodass erst ein Generalstreik der Arbeiter das Ende und Scheitern dieses Umsturzversuchs herbeiführte.

Viele Politiker wurden in den ersten, sehr turbulenten Jahren der Weimarer Republik Opfer von politisch motivierten Morden. Zum Beispiel fiel Außenminister Walter Rathenau 1922 einem solchen Anschlag zum Opfer.

Selbst in Zeiten relativer Stabilität der Weimarer Republik waren diese Gegensätze zwischen politisch linkenextremen und rechtsextremen Machtansprüchen von Parteien vorhanden, die eine demokratische Politik gestört und letztlich verhindert haben.

Belastung der Weimarer Republik durch den Versailler Vertrag

Während 1919 in Weimar die Nationalversammlung tagte, hatten sich in Paris die Vertreter der Siegermächte versammelt um einen Friedensvertrag zu erarbeiten. Deutschland und Russland waren zu diesen Verhandlungen nicht zugelassen. Ihnen wurde jede Mitbestimmung verweigert. Erst am 7. Mai 1919 wurde den Deutschen der fertige Vertrag vorgelegt. Im Artikel 231 war festgeschrieben, dass Deutschland der Verursacher des Ersten Weltkriegs war und für alle Schäden und Verluste verantwortlich ist. Es war vorgesehen Deutschland klein zu halten, um keine Gefahr mehr für die Nachbarstaaten darzustellen. Weiterhin sollten die Deutschen alle entstandenen Kosten des Krieges übernehmen. Die wichtigsten Vertragspunkte waren:

1. Deutschland musste von seinem Land Gebiet abtreten (siehe Karte).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Deutschland sollte für alle Kriegschäden aufkommen und Reparationen zahlen.

3. Deutschland musste alle Kolonien abgeben.

4. Deutschland musste sein Heer auf 100000, die Marine auf 15000 Mann beschränken. Schwere Waffen, Flugzeuge und U-Boote wurden verboten.

5. Deutschland wurde vom Völkerbund ausgeschlossen.

Das Krisenjahr 1923

Die Inflation

Die Inflation hatte ihren Ursprung im Jahre 1914, als das Gesetz zur Kriegsfinanzierung verabschiedet wurde. Dadurch war es der Regierung möglich, uneingeschränkt Geld zu drucken.

Im Jahr 1923 ließ sich der Verfall des Geldwertes nicht mehr aufhalten, der schon einige Jahre zuvor begonnen hatte. Die seit dem Ende des Ersten Weltkrieges anhaltende Inflation nahm nun lawinenartige Ausmaße an. Die Geltentwertung stürzte Deutschland nach Krieg und Revolution in die nächste Krise. Viele Deutsche standen vor dem Ruin. Die Gold- und Devisenbestände des Reiches verringerten sich zusehends. Das war Bedingt durch die hohen Kriegsfolgelasten: die Umstellung von Kriegs- auf Friedensproduktion, Wiedereingliederung der Soldaten, Unterstützung der Kriegsgeschädigten, sowie durch Demontagen und Reparationszahlungen. Um die fehlenden Devisen auszugleichen wurde die Geldmenge erhöht, Warenknappheit, Spekulationen und Kapitalflucht beschleunigten dann die Inflation, sodass der Wert der Mark rapide sank.

Die Besitzer von Sachwerten waren von der Inflation kaum betroffen. Der Mittelstand dagegen, der in der Regel nicht über Sachwerte, sondern eher über Sparguthaben verfügte, wurde durch die Entwertung der Ersparnisse ruiniert.

Die Reichsbank vergab nicht nur an den Staat, sondern auch an die Industrie kurzfristige Kredite. Damit bauten Fabrikbesitzer große Firmenimperien auf, die ihren Besitz ausweiteten. Ihre Schuldverpflichtungen aber konnten sie mit dem inzwischen weiter abgewerteten Geld schnell begleichen und wurden damit zu den Hauptnutznießern der Inflation. Die Masse der Bevölkerung jedoch verarmte Zusehens und lebte unter teilweise menschenunwürdigen Bedingungen. Eine Situation, die rechtsextreme Politiker nutzten, um Stimmung gegen die Demokratie zu machen.

Erst als die Bauern im Herbst 1923 ihre Ernte nicht mehr für wertloses Geld hergeben wollten und eine Versorgungskatastrophe drohte, führte die Regierung die Rentenmark ein und erreichte damit eine Stabilisierung der Währung.

Der Verlierer dieser Inflation war eindeutig die Bevölkerung, die keine Werte besaß und deren Sparguthaben entwertet wurden. Bei ihnen entstand ein großer Hass auf die demokratische Regierung, der alle Schuld für diese Ereignisse gegeben wurde.

Ruhrgebietsbesetzung

Die Franzosen und Belgier wollten kein wertloses Geld als Reparationszahlung annehmen, sie fühlten sich betrogen. Deshalb besetzten sie das Ruhrgebiet, um sich an die Bodenschätze als Gegenwert zu halten. Die Reichsregierung rief im Gegenzug die Menschen des Gebiets zum passiven Wiederstand auf. Kein Befehl der Besetzer sollte ausgeführt werden. Die Franzosen reagierten hart auf diesen Wiederstand: Sie wiesen beispielsweise viele Familien aus diesem Gebiet aus. Die Arbeitslosigkeit stieg schnell an! Die Belastung für die Weimarer Republik wuchsen, so das die Reichsregierung im September 1923 zurück trat. Gustav Stresemann (DVP) bildete eine neue Regierung und setzte den Abbruch des Wiederstandes durch.

Hitlerputsch

Unterdessen gab es in Bayern Pläne für einen Staatsstreich. Rechtsextreme Truppen mit Verbindungen bis in die bayrische Staatsregierung bereiteten einen Aufstand vor. Dem Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), Adolf Hitler, ging das alles zu langsam. Am 8. November 1923 zog er seine Leute zusammen um loszuschlagen. Er erklärte die Reichsregierung für abgesetzt und hoffte damit eine Lawine in seinem Sinne in Gang zu setzen. Um alle mitzureißen marschierten die Nationalsozialisten deshalb am 9. November durch München. Doch der Aufstand wurde niedergeschlagen und Hitler verhaftet. Wegen Hochverrats verurteilte man ihn zu 5 Jahren Zuchthaus, von denen er aber nur wenige Monate absitzen musste.

Die Außenpolitische Entspannung unter Stresemann Der Locarnovertrag

Im Oktober 1925 fand in Locarno (Schweiz) eine internationale Konferenz statt, bei der Deutschland zum ersten mal als ein gleichberechtigter Partner teil nahm. Deutscher Vertreter war der Außenminister Gustav Stresemann. An dieser Konferenz nahmen Frankreich, Polen, Großbritannien, Italien, Belgien und die Tschechoslowakei teil. Dieses Zusammentreffen bewirkte, dass sich die ehemals verfeindeten Länder wieder aufeinander zugbewegten. Deutschland gewann dadurch internationales Vertrauen zurück. Infolgedessen wurden auch Teile des Versailler Vertrags zu Gunsten Deutschlands geändert.

Das wichtigstes Ziel des Locarnovertrages war aber: die Errichtung eines Sicherheitssystems in Mitteleuropa, besonders in Hinblick auf die deutsche Westgrenze. In diesem so genannten Westpakt garantierten die unterzeichnenden Staaten die Unverletzlichkeit der deutschen Westgrenzen. Deutschland verzichtete auf Revisionen und legte die Entmilitarisierung des Rheinlandes fest. Alle Staaten einigten sich darauf, eventuelle Streitigkeiten in Zukunft friedlich zu regeln.

Ein entsprechendes Abkommen für die deutsche Ostgrenze kam nicht zustande.

Außenminister Stresemann hatte das vor dem Hintergrund deutscher Revisionsforderungen im Osten abgelehnt. Er erklärte jedoch den Verzicht auf eine gewaltsame Revision der Ostgrenze und schloss Schiedsverträge mit Polen und der Tschechoslowakei.

Die Garantieerklärung Stresemanns bezüglich der West- und mit Einschränkungen der Ostgrenze im Locarnopakt ebnete Deutschland den Weg zur Aufnahme in den Völkerbund 1926.

Deutschlands Aufnahme in den Völkerbund

Die 32 Staaten des Völkerbunds, der sich infolge des 1. Weltkriegs zusammenfand, wollten Deutschland anfangs nicht in ihre Reihen aufnehmen. Die Deutschen wurden als Aggressor des 1. Weltkriegs abgelehnt.

Erst 1926, nach der deutsch-französischen Verständigung in den Locarnoverträgen, wurde Deutschland in den Völkerbund aufgenommen.

Vertrag mit der Sowjetunion

Mit der Sowjetunion führte Stresemann nach den Locarnoverträgen Gespräche und erwirkte auch hier einen Vertrag. Es war ein Freundschafts- und Neutralitätspakt, indem geregelt war, dass sich beide Länder keinem Aufruf eines anderen Staates zu einem finanziellen oder wirtschaftlichen Boykott gegen Russland bzw. Deutschland anschließen wird.

Mit diesem Vertragswerk wurde die außenpolitische Beziehungen nach Westen und Osten gleichermaßen verbessert und die Stellung der Weimarer Republik gefestigt. Diese Ergebnisse von Stresemanns Außenpolitik sind als Entspannungspolitik zu bezeichnen.

Der Börsenkrach in den USA, Vorbote und Auslöser einer Weltwirtschafskrise - das Ende der Republik

Der Börsencrash in den USA war eine folge langanhaltender, waghalsiger Spekulationen von Maklern und Anlegern, durch die die Aktienkurse in schwindelerregende Höhen getrieben worden waren. Dadurch kam es im Oktober 1929 in New York zu massiven Kursstürzen und in der Folge zur Weltwirtschaftskrise. Der 25. Oktober, ein Freitag, war damals zwar nicht der Tag der größten Kursrückgänge, ging aber dennoch als ,,Schwarzer Freitag" in die Geschichte ein. Dieser Börsenkrach war der Vorbote und Auslöser der folgenden Wirtschaftskrise.

Die Folgen der Weltwirtschaftskrise für die Weimarer Republik

Die Weltwirtschaftskrise markierte in der Weimarer Republik den Schlusspunkt der relativen politischen Stabilität und des wirtschaftlichen Wachstums. Der Geldmangel in den USA führte dazu, dass die Kredite aus Europa zurückgezogen wurden. Die Banken mussten das geliehene Geld an die USA sofort zurückzahlen. Den deutschen Unternehmen fehlte nun das Geld. Kleinere Betriebe gingen bankrott. In den größeren musste die Produktion eingeschränkt und viele Arbeiter entlassen werden. Die Zahl der Arbeitslosen stieg in vier Jahren von 2,8 Mio. (1929) auf 6 Mio. (1933). Das führte in Deutschland zu großen sozialen Spannungen, durch die sich auch die politische Situation dramatisch zuspitzte. Das Regieren wurde immer schwieriger, weil jede Partei nur ihre Interessengruppe sah und zu keinen Kompromissen mehr bereit war. 1930 zerbrach die seit 1928 regierende ,,Große Koalition" und es folgen Regierungswechsel, die mit Notverordnungen versuchte, die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Doch das war keine demokratische Form des Regierens mehr. Bei jeder neuen Regierungsumbildung 1928, 1930, 1932 zwei mal und 1933 bekamen die demokratischen Parteien immer weniger und die rechtsextreme NSDAP Hitlers immer mehr Sitze im Parlament.

Die Stärkung Hitlers NSDAP brachte das Ende der Republik

1930 stand die Weimarer Republik am Rande des Abgrunds. Die Massenarbeitslosigkeit als Folge der Weltwirtschaftskrise und das Auf und Ab in der Politik und Wirtschaft seit 1918 demoralisierte die Menschen. Hitlers Versprechen für Arbeit zu sorgen und einen Ausweg aus dem Elend zu bieten, ließ seine Hetzreden gegen alles was in seinen Augen nicht Deutsch war, auf einen fruchtbaren Boden fallen. Sein Zuspruch in der Bevölkerung wuchs! Am Ende der Weimarer Republik führten häufige Neuwahlen aufgrund politischer Streitigkeiten, wie der Weg aus der Krise zu gehen ist, zum Sieg der NSDAP und zur Machtergreifung Hitlers. Schon im September 1930 erreichte die NSDAP 18,7 % der Wählerstimmen und bekam 107 von 577 Sitzen im Reichstag. 1932 bekam seine Partei 196 Sitze (33% der Wählerstimmen) und 1933 waren es 288 Sitze (44% der Wählerstimmen).

Literatur

Ebeling, H./Birkenfeld, W. (1999): Die Reise in die Vergangenheit. Das Zeitalter der Weltkriege. Band 5, Braunschweig: Westermann. Berger, Th. (2000) (Hg.): Entdecken und Verstehen. Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Die Welt nach 1945. Band 4. Berlin: Cornelsen. Digital Publishing (1998): Die Geschichte der Deutschen 1871 bis heute.

2 CD-ROMs. München: Verlag für neue Medien.

Microsoft Corporation (1993-1998): Microsoft Encarta 99 Enzyklopädie. CD-ROM.

Details

Seiten
13
Jahr
1999
Dateigröße
671 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100195
Note
2
Schlagworte
Weimarer Republik Geschichtsunterricht Klasse

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