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Higgins Clark, Mary - In einer Winternacht

Referat / Aufsatz (Schule) 2000 6 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Autor: Thanh Nga Vu

,,In einer Winternacht" Mary Higgins Clark

1. Zum Autor

Mary Higgins Clark ist die Autorin dieses Romans ,,In einer Winternacht". Sie wurde 1928 in New York geboren. Mit 11 Jahren verlor sie ihren Vater. Ihre Mutter musste die Kinder alleine versorgen.

Mary Higgins Clark besuchte eine Sekretärinnenschule, nachdem sie die High School abschloss. Danach arbeitete sie als Sekretärin in einer Werbeagentur, um ihre Mutter finanziell zu unterstützen.

Das Reisefieber ließ sie nicht los und so kam es dazu, dass sie seit 1949 als Stewardes bei den Plan American Airlines arbeitete. Dadurch bekam sie auch die Gelegenheit durch Europa, Afrika und Asien zu reisen.

Mit 22 Jahren gab Mary ihrem Nachbarn, Warren Clark, den sie seit ihrem 16. Lebensjahr kannte, das ,,Jawort". Kurz danach begann Mary Higgins Clark Kurzgeschichten zu schreiben. Ihre erste Geschichte verkaufte sie erst nach 6 Jahren und 40 Ablehnungen an das ,,Extension Magazine".

1964, durch den frühen Tod ihres Mannes, musste Mary ihre 5 gemeinsamen Kinder allein groß ziehen. 32 Jahre später heiratete Mary Higgins Clark am 30.11.1996 John J. Conheeney. 1974 schreib sie sich an der Fordham University of New York für das Fach Philosophie ein, das sie 1979 erfolgreich abschloss.

Durch den Thriller ,,Wintersturm" schaffte Mary 1975 den Durchbruch. Sie gewann zahlreiche bedeutende Awards und ihr wurden 14 Ehrendoktortitel verliehen.

1980 hatte sie den Grand Prix des Literature of France geworden. Sie trägt die Titel ,,Dame of the Order of St. Gregory the great", ,,Dame of Malta", ,,Dame of the Holy Sepulcher of Jerusalem" und sie war und ist noch Präsidentin der Mystery Writers of America. Mit ihren bisher 15 Romanen und 3 Erzählbänden ist Mary Higgins Clark eine der meistgelesenen Schriftstellerinnen der USA und eine der erfolgreichsten

Spannungsautorinnen der Welt.

Mary Higgins Clark`s Romane sind rund um die Welt Bestseller.

,,Das fremde Gesicht", ,,Das Haus am Potomac", ,,Das Haus auf den Klippen", Die

Gnadenfrist", ,,Das Anastasia - Syndrom", ,,Ein Gesicht so schön und kalt", ,,Mondlicht steht dir gut", ,,In einer Winternacht", ,,Nimm dich in acht", ,,Schlangen im Paradies", ,,Schlaf wohl, mein süßes Kind", ,,Wintersturm", ,,Lauf, so schnell wie du kannst", ,,Wenn wir uns wiedersehen" und ,,Sechs richtige".

,,Mary Higgins Clark gehört zum kleinen Kreis der großen Namen der Spannungsliteratur" (In: The New York Times")

,,Königin der Spannung alle Ehre" (In The New York Times Book Review)

,,Eine der erfolgreichsten Erzählerinnen unserer Zeit" (In: The Washington Press)

2. Inhaltsangabe

In diesem Roman "In einer Winternacht" erzählt Mary Higgins Clark über die achtzehnjährige Sondra. Da Sondra aus Verzweiflung keinen anderen Ausweg findet, setzt sie ihr neugeborenes Tochter am 03. Dezember in einer eiskalten Winternacht in Manhattan vor der Kirche St. Clement aus. In der Hoffnung, dass das Baby ein gutes Zuhause haben wird, ein besseres als sie es ihm je hätte bieten können. Trotz ihrer erfolgreichen Karriere als Musikerin lebt Sondra unglücklich, weil sie mit ihrem schlechten Gewissen nicht leben kann. Sieben Jahre später kehrt Sondra aus Chicago nach Manhattan zurück um nach ihrer Tochter zu suchen. Entsetzt und schockiert stellt sie fest, dass in jener eiskalten Winternacht nie ein Säugling vor der Kirche gefunden wurde. Gemeinsam mit Alvirah Meehan, eine Hobbydetektivin, versucht Sondra die Spur, die sie vor sieben Jahre verloren hat, nach zu gehen.

Lenny, ein kluger Kirchendieb, hat das Baby in jener Winternacht aus Versehen mitgenommen. Seit dem gibt er Stellina als seine kleine Tochter aus. Stellina's allergrößter Wunsch ist es, ihre Mutter zu finden. Doch der angebliche Vater versucht mit allen Mittel das zu verhindern. Erst kurz vor Weihnachten, durch das Krippenspiel der Tagesstätte, finde Alvirah die richtige Spur. Durch den "Glauben an Gott" geht der allergrößte Wunsch der kleinen musikalisch talentierten Stellina in Erfüllung. Sondra kann ihre kleine Tochter nach sieben Jahre wieder in ihre Armen schließen.

3. Problemerörterung

Die Autorin Mary Higgins Clark schildert in ihrem Werk "In einer Winternacht" das Problem der Schwangerschaft von unreifen Mädchen.

Sondra, ein musikalisch hochbegabtes Mädchen, wächst ohne Eltern bei ihrem Großvater auf. Aus blindem Vertrauen wird Sondra ungewollt schwanger. Da sie selbst noch ein "Kind" ist, kann sie ihre Tochter aus finanziellen Gründen nicht versorgen. Und aus Angst ihren Großvater zu verletzen, versucht Sondra ihr Problem allein zu lösen. Diese Entscheidung bereut sie später sehr. So verständnisvoll gibt die Autorin Sondra's Gedanken wieder: "Wie hätte ich Großvater sagen können, dass ich mich mit einem verheirateten Mann eingelassen habe? fragte sie sich nun. Es gab keine Möglichkeit, das Baby zu behalten. Ich hatte kein Geld für eine Tagesmutter und noch ein jahrelanges Studium vor mir. Und wenn ich Großvater meinen Fehltritt gestanden hätte, hätte es ihm das Herz gebrochen." (Mary Higgins Clark, Wilhelm Heyne Verlag, a.a.O. S.41-42).

Sondra ist jung und unerfahren. Sie hat niemanden, dem sie ihre Probleme anvertrauen kann oder der ihr zeigt, wie sie ihr Leben meistern soll, außer ihren Großvater. Ihr Großvater gibt ihr alles, was er ihr geben kann und ,,verlangt" nur, dass sie ihre Karriere als Musikerin meistert. Sondra weiß es zu schätzen und möchte ihn auch nicht enttäuschen. Deshalb kann sie den Fehler, der ihr Leben verändert hat, ihrem Großvater nicht erzählen. Sie versucht ihre ,,Pflicht" als Musikerin nachzugehen.

Dieses Problem betrifft nicht nur Sondra in dem Roman "In einer Winternacht" von Mary Higgins Clark, sondern es spricht auch für die Realität. Es gibt heutzutage immer noch viele Mädchen in dem Alter von 11 bis 20 Jahren, die ungewollt schwanger werden. Die meisten von ihnen können ihre Kinder noch nicht versorgen, da sie selbst noch Kinder sind. Sie leben bei ihre Eltern, gehen noch zur Schule oder sie machen gerade ihre Ausbildung. Es gibt auch Eltern, die ihre Kinder finanziell unterstützen können und auf das Baby aufpassen, damit ihr Kind seine schulische Ausbildung beenden kann und später die Chance hat sich weiterzubilden oder Arbeit zu finden. Aber was ist dann, wenn die Eltern ihr Kinder nicht unterstützen können? Oder sie sind ohne Eltern aufgewachsen, müssen auf ihren eigenen Beinen stehen? Man muss sich entscheiden für das Kind oder die eigene Zukunft.

Sondra hat aber keine Möglichkeiten das Baby zu versorgen und sie fühlt sich schuldig gegenüber ihrem Großvater, weil er sie groß gezogen hat und er sich nur eins von ihr wünscht, dass sie später als erfolgreiche Geigerin auf der Bühne steht, ,,Eines Tages wirst du auf dieser Bühne spielen, [...]. Du hast Talent. Du kannst genauso viel Erfolg haben wie Sie." (a.a.O. S. 41), entscheidet sie sich für ihre Karriere als Musikerin.

Sondra, die ,,zuverlässige liebevolle" Mutter, besorgt die wichtigsten Sachen für das Baby, was sie von ihrem ersparten Geld kaufen konnte, ,,... ein paar Hemdchen, ein langes Nachthemd, Stiefelchen, eine Kapuzenjacke, Fläschchen mit Babynahrung und Einwegwindeln." (a.a.O. S. 09). Und sie sucht die Kirche St. Clement in Manhattan aus, ,,... in der Ihr Großvater Trost fand, als er erkennen musste, dass seine Karriere als Geiger wegen seiner Arthristis vorbei war.". (a.a.O. S. 106).

Dazu schreibt sie einen Brief, der das Wichtigste enthält, ohne dass sie sich selbst darin verrät, was später als Beweis hätte gelten können. Diesen Brief legt sie dem Kind bei: ,,Bitte finden Sie für mein kleines Mädchen eine gute liebevolle Familie. Ihr Vater ist italienischer Abstammung, meine Großeltern wurden in Irland geboren. Soweit ich weiß, sind in keiner der beiden Familien Erbkrankheiten vorgekommen. Das Kind müsste deshalb gesund sein. Ich liebe meine Tochter, aber ich kann nicht für sie sorgen. Falls sie eines Tages nach mir fragt, zeigen sie ihr diesen Brief. Erzählen sie ihr, die glücklichsten Stunden meines Lebens waren die, in denen ich sie in den Armen gehalten habe. In diesen Augenblicken gab es nur uns beide auf der Welt.". (a.a.O. S. 09). Dann wartet Sondra den richtigen Augenblick ab und setzt ihr Kind vor der Kirche St. Clement aus. Danach ruft sie aus einer Telefonzelle in der Nähe das Pfarrhaus an, damit sie sich sicher ist, dass der Monsignore Ferris ihr Baby gefunden hat.

Dadurch erkennt man, dass Sondra ihr Kind lieb hat und sich Sorgen um ihr macht. Sie möchte, dass das Kind in Sicherheit ist, ein besseres Zuhause bekommt und liebevoll behandelt wird. Dagegen gibt es auch schreckliche Situationen, die man aus der heutigen Sicht noch sieht. Zum Beispiel, es gibt Mütter die ihren Säugling gleich nach der Geburt ersticken, danach in einen Müllbeutel einpacken und diesen irgendwo ablegen. Oder weil sie aus finanziellen Gründen ihre Kinder nicht versorgen können, sperren sie ihre Kinder in der Wohnung ein und lassen sie verhungern. Manchmal werden sie sogar noch misshandelt. Es gibt sogar Eltern, die ihre Kinder zerstückeln und in der Gefriertruhe verschwinden lassen. Da fragt man sich, wie die Leute auf solche Ideen kommen können? Was denken sie sich dabei? Wie können sie nur mit dem Gedanken leben, ihre eigene Kinder getötet zu haben? Haben sie kein schlechtes Gewissen? Tut es nicht weh das Leben seines eigenen Fleisch und Blutes getötet zu haben? Haben sie danach auch Alpträume?

Sondra setzt ihr Kind aus, um die Chance zu haben, sich ihrer ,,Pflicht" als Musikerin zu widmen. Sie fühlt sich für ihren Großvater verantwortlich, weil er immer da war und da ist, wenn sie ihn braucht. Er nimmt sich die Zeit für sie und er bringt ihr alles bei, was er über Musik weiß. Dadurch weiß sie es zu schätzen und als Dank erfüllt sie seinen Wunsch. ,,Ich habe den Durchbruch geschafft, und er ist stolz auf mich, weil ich am 23. Dezember in einem Konzert in der Carnegie Hall auftreten werde. Das hat er sich immer erträumt, erst für sich selbst und später für mich.". ( a.a.O. S. 44).

Viele Menschen verpflichten sich oft gegenüber anderen, nur weil sie ihnen in einer schwierigen Situation geholfen haben. Dies war eine Normalität für den Helfer.

Doch dafür möchte der Glückliche ihnen jeden Wunsch erfüllen und denkt dabei nicht an sich. Somit schränkt man sich in seiner freien Entscheidung ein. Man richtet seine Zukunft nach ihrem Retter aus. Doch eigentlich möchten sie sich für ihre eigenen Pläne entschließen.

Trotz alledem, dass Sondra ihren Erfolg als Geigerin erreicht, konnte sie ihre Tochter nicht vergessen. Sie trägt die Momente, indem das Baby bei ihr war, immer bei sich. Sie kann nicht mehr an andere Dinge denken, als an ihre Tochter und sie fragt sich immer wieder und wieder, ,, Was ist mit meinem kleinen Mädchen geschehen?" (a.a.O. S. 77). Als sie wieder in Manhattan ist und sie den Weg entlang geht, wo die Kirche St. Clement liegt, kann sie ihre Gefühle nicht mehr zurückhalten. ,,Sondra hatte sich geschworen, von nun an einen Bogen um St. Clement zu machen. Wenn Großvater nicht zum Konzert kommen würde, wäre ich schon längst zur Polizei gegangen, sagte sie sich. Ich kann so nicht weiterleben." (a.a.O. S. 103). Sondra hat immer noch Respekt gegenüber ihrem Großvater. Kurz vor Sondra's großem Auftritt kommt ihr Großvater nach Manhattan. Er bemerkt bei der Vorbereitung für das Konzert, dass irgend etwas mit Sondra nicht stimmt. Weil er Angst hat, dass sie den Auftritt ihres Lebens so einfach fallen lassen könnte, stellt er sie zur Rede. ,,Was hast du bloß? Du weist den Mann zurück, der dich liebt und den du meiner Ansicht nach auch gerne hast. Und du lehnst mich ab. Ich weiß zwar nicht, warum, doch ich spüre es schon seit Jahren. Bist du denn völlig gefühllos?" (a.a.O. S. 157). Nachdem Sondra sich endlich ihrem Großvater anvertrauen konnte und ihm das Problem, welches ihr Leben verändert hat, erzählt, schaut er seine Enkelin erschrocken und ungläubig an. ,,Das ist es also. Und in gewisser Weise gibst du mir die Schuld daran, dass du dein Kind ausgesetzt hast. Vielleicht hast du recht, aber das spielt jetzt keine Rolle. Wir werden Himmel und Erde in Bewegung setzen, um die Kleine zu finden. [...] Und jetzt [...] spielst du mit deinem ganzen Herzen für das Kind, das du suchst". (a.a.O. S. 158).

4. Stellungnahme

Ich habe das Buch ,,In einer Winternacht" von Mary Higgins Clark für meine Belegarbeit ausgesucht, weil das Problem, welches die Autorin durch Sondra in ihrem Werk dargestellt hat, mich sehr berührt.

Sondra hat aus Liebe zu ihrem Großvater ihre ,,eigenes Fleisch und Blut" ausgesetzt. Auf der anderen Seite wollte sie auf diesem Weg ein besseres Leben für ihre Tochter finden. Dabei hat sie sich selbst vergessen. Sie denkt nur an ihren Großvater und nur an das, was sie ihm ,,schuldig" ist.

Meiner Meinung nach war Sondra sehr naiv gewesen. Sie zerbricht zwar in diesem Moment das Herz ihres Großvaters, aber er hätte sie bestimmt nicht im Strich gelassen, sondern sie hätten gemeinsam einen besseren Ausweg gefunden. Wenn sie aus finanziellen Gründen das Kind nicht hätten versorgen können, hätten sie es zur Adoption frei geben können. Sie bräuchte keine Angst zu haben, dass das Kind erfroren wäre, weil sie ihren Säugling in einer eiskalten Winternacht ausgesetzt hat. Sie bräuchte keine Schuldgefühle zu haben.

Details

Seiten
6
Jahr
2000
Dateigröße
386 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100152
Note
Schlagworte
Problemerörterung

Autor

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Titel: Higgins Clark, Mary - In einer Winternacht