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Goethe, Johann Wolfgang von - Reineke Fuchs

Referat / Aufsatz (Schule) 2001 6 Seiten

Didaktik - Deutsch - Literatur, Werke

Leseprobe

Inhaltsangabe

Reineke Fuchs lebt mit seiner Frau und seinen Kindern friedlich auf seiner Burg. Eines Tages kommt der königliche Bote, ein Bär namens Braun, und überbringt ihm die Aufforderung sich beim König einzufinden, da er wegen vieler Schandtaten angeklagt ist. Reineke, der dieser Vorladung nicht nachkommen will, lockt den Bären in eine Falle. Schwer verletzt kehrt Braun zu König Nobel zurück, und dieser schickt den Kater Hinze mit dem gleichen Auftrag aus. Doch auch diesen ereilt das gleiche Schicksal. Erst dem dritten Boten, dem Dachs Grimbart, gelingt es, den Fuchs Reineke zum König zu bringen. Bei der Verhandlung am Königshofe wird er zum Tode verurteilt. Kurz vor dem Hängen beginnt Reineke Phantasiegeschichten von einem geheimnisvollen Schatz zu erzählen. Der König wird neugierig, sieht von der Hinrichtung ab und lässt sich vom Fuchs genauere Details erklären.

Während König Nobel aufbricht, um nach dem Schatz zu suchen, werden die in Ungnade gefallenen Diener, Braun und der Wolf ,,Isegrim", in den Kerker geworfen, und Reineke muss in Begleitung des Hasen und des Schafbockes zur Beichte zum Papst pilgern. Der Fuchs bleibt jedoch auf seiner Burg, tötet den Hasen und überredet den Bock Bellin, alleine zum König zurückzukehren, um diesem Briefe zu überbringen. Anstatt Briefe hat Reineke jedoch den Hasenkopf verpackt. Der darüber erzürnte König wirft den Schafbock dem Wolf und dem Bären zum Fraß vor und lässt diese zwei wieder frei.

Aufgrund neuerlicher Klagen aus dem Tierreich über den Fuchs lässt der König diesen durch den Dachs abermals an den Königshof holen. Bei der Gerichtsverhandlung benützt Reineke wieder die bewährte Methode, den sehr erzürnten König mit Phantasiegeschichten über angebliche Schätze und Reichtümer abzulenken und zu besänftigen. Zusätzlich legt noch eine Äffin beim König ein gutes Wort für den Fuchs ein, sodass sich schlussendlich der König doch wieder zu einer Begnadigung überreden lässt. Der Wolf Isegrim protestiert dagegen heftig und fordert Reineke zum Zweikampf heraus. Dieser nimmt die Herausforderung an, erhält von der Äffin gute Ratschläge und besiegt Isegrim im Kampfe. Der Wolf wird versorgt und Reineke wird zum Reichskanzler befördert und darf hoch geehrt auf seine Burg

zurückkehren.

Interpretation:

Der Fuchs ist in der Literatur als listig oder hinterlistig, verschlagen und schlau bekannt. Wolf und Bär repräsentieren hingegen Gutmütigkeit und Untertänigkeit, die von ihren körperlichen Kräften kaum Gebrauch machen. Unter diesen Aspekten ist die Fabel von Fuchs ,,Reineke" moralisierend als Kampf von ,,Gut und Böse" auszulegen.

Ich glaube jedoch, dass eine andere Interpretation zutreffender ist. Der Fuchs stellt sich als fintenreicher, eigenständiger, vom höfisch - hierarchischen System unabhängiger Zeitgenosse dar. Wolf und Bär sind die folgsamen, braven und tölpelhaften Gefolgsleute des Königs. Es ist sozusagen der Triumph des Intellekts über Körperkraft und Untertänigkeit. Diese geänderte Sichtweise der Fabel ergibt sich, wie ich glaube, durch die lange historische Entwicklung, die bis ins Mittelalter zurückreicht und in der Zeit Goethes neu interpretiert wurde.

Historischer Kern

Goethes ,,Reineke Fuchs" wurde das erste Mal im Jahr 1794 veröffentlicht. Der Stoff war seit dem Mittelalter bekannt.(,,Ecbasis captivi" um 1040). Goethes Werk beruht auf der niederländischen Volksdichtung ,,Reyneke de vos" aus dem 15. Jh., und deren Übersetzung durch Gottsched aus dem Jahr 1752. Es ist allerdings trotzdem als eigenständiges Werk zu betrachten, da es sich erst durch die goethische Bearbeitung in einer für uns verständlichen Form präsentiert.

Aufbau und Sprache

Das Epos ,,Reineke Fuchs" besteht aus zwölf Gesängen und ist in Hexametern geschrieben.

Das Leben von Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang v. Goethe wurde am 28. August 1749 in Frankfurt am Main als Sohn von Elisabeth und Johann Kaspar Goethe geboren. Er verbrachte seine Kindheit in einem reichen Patrizierhaus, da sein Vater Anwalt war. Goethe hatte fünf Geschwister, wobei nur eine Schwester, Cornelia, überlebte. Er genoss eine vielseitige und gute Erziehung. Er begann ein Jurastudium in Leipzig, das er jedoch drei Jahre später (1768) wieder aufgab, da seine Liebe zu Käthchen Schönkopf in die Brüche ging und er einen Nervenzusammenbruch erlitt. In den nächsten zwei Jahren legte er die Lizentiatenprüfung ab.

Im Jahre 1771 entstanden einige seiner bedeutendsten Werke:

*) Urfassung von ,,Faust"

*) Urfassung des ,,Götz von Berlichingen"

Nach der erfolgreichen Abschlussprüfung in Strassburg reiste er wieder zurück nach Frankfurt, wo er als Rechtsanwalt in der Kanzlei seines Vaters tätig war. Diese Jahre in Frankfurt waren die entscheidendsten Jahre des Reifens.

*)Zweite Fassung von ,,Götz von Berlichingen"

*)"Clavigo"

*)"Stella"

*)"Die Leiden des jungen Werthers"

Drei Jahre später (1774) reiste er in die Schweiz. Dort wird Goethe von Kaiser Joseph II für seine hervorragende Arbeit geadelt.

Goethes Loslösung von Sturm und Drang wird durch Charlotte von Stein herbeigeführt. Doch ihr entflieht er durch eine Reise nach Italien.

1789 reiste er nach Weimar zurück und begann die Leitung des Hoftheaters zu übernehmen. 1788 lernt er Christiane Vulpius kennen, die er 1806 heiratete.

Auch Schiller trifft er in diesem Jahr zum ersten Mal.

1789 wird sein Sohn August geboren(er überlebte als einziges von fünf Kinder die Kindheit). 1799, nach der Übersiedelung nach Weimar, treffen sich Goethe und Schiller fast täglich zum Gedankenaustausch.

In den letzen Jahrzehnten finden seine Werke auch im Ausland immer mehr Anerkennung und werden auch in andere Sprachen übersetzt. Goethe stirbt 82-järig am 22. März 1832 in seinem Haus in Weimar.

Goethes Hauptwerke:

1. Dramen:

- Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand · Faust

- Egmont · Stella · Clavigo

- Torquato Tasso

- Iphigenie auf Tauris

2. Romane:

- Die Leiden des jungen Werthers

- Die Wahlverwandtschaften

- Wilhelm Meisters Lehrjahre

- Wilhelm Meisters Wanderjahre oder die Entsagenden

3. Lyrik und Balladen:

- Friederikenlieder

- Prometheus

- Wanderers Nachtlied

- Ein Gleiches

- An den Mond

- Grenzen der Menschheit

- Der Zauberlehrling

- Erlkönig

4. Novellen:

- Novelle

- Unterhaltungen deutscher Ausgewanderter

5. Epen:

- Reineke Fuchs (erstmals erschienen 1794)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

- Hermann und Dorothea

Probe aus dem Originaltext:

Her beghynt dat erste boek von Reyneken deme vosse unde van allen deren

Id gheschach up eynen pynxestedach, Datmen de wolde unde velde sach Grone staen myt loff unde gras, Unde mannich fogel vrolich was Myt sange in haghen unde up bomen; De kruede sproten unde de blomen, De wol roeken hir und dar;

De dach was schone, dat weder klar.

Hier beginnt das erste Buch von Reineke dem Fuchs und allen anderen

Pfingsten war's, dass man die Felder Grünen sah und auch die Wälder, Gras und Laub sie frisch bedecken; Auf den Bäumen, in den Hecken Sangen Vögel fröhlich - laut; Hier die Blume, dort das Kraut Sprossen schon mit süßem Duft - Schön war der Tag und klar die Luft.

Lizentiatenprüfung:

Fintenreich: listreich

Auf die Tafel schreiben: Inhaltsangabe

Interpretation

Historischer Kern Probe aus dem Originaltext Aufbau und Sprache

Leben von Goethe Goethes

Hauptwerke

Hauptpersonen: Fuchs ,,Reineke"

Bär ,,Braun"

König ,,Nobel"

Kater ,,Hinze"

Dachs ,,Grimbart"

Wolf ,,Isegrim"

Schafbock

,,Bellin"

Details

Seiten
6
Jahr
2001
Dateigröße
379 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v100128
Note
Schlagworte
Goethe Johann Wolfgang Reineke Fuchs

Autor

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Titel: Goethe, Johann Wolfgang von - Reineke Fuchs